Rezension/Kritik - Online seit 17.09.2002. Dieser Artikel wurde 8438 mal aufgerufen.

Wer wird Millionär

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Autor: keine Angabe
Verlag: Hasbro
Rezension: Frank Gartner
Spieler: 2 - 6
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2001
Bewertung: 2,7 2,7 H@LL9000
3,3 3,3 Leser
Ranking: Platz 4361
Wer wird Millionär

Spielziel

Quiz-Sendungen sind seit einigen Jahren der Renner im deutschen und internationalen Fernsehen. Der Quotenkönig hierbei ist ohne Zweifel Günther Jauch mit seiner Quizshow "Wer wird Millionär?". Von der Gesellschaftsspiel-Ausgabe dieser Show wurden in kurzer Zeit über 1 Mio. Stück verkauft.

Seit Herbst 2001 gibt es nun diese Quizshow auch in elektronischer Form.

Das Spielziel ist hierbei schnell erklärt: Man sollte möglichst jede gestellte Frage richtig beantworten, im Zweifelsfall einen Telefon-, Publikums- oder 50:50-Joker einsetzen und wenn dies auch nichts hilft rechtzeitig aussteigen, bevor einem eine falsche Frage zum Verhängnis wird. Wer am meisten Fragen richtig beantworten kann, wird der Sieger des Spiels.

Ablauf

Bei der elektronischen Variante von "Wer wird Millionär" übernimmt ein Mikrochip (zumindest teilweise) die Moderation und führt die bis zu 6 Teilnehmer durch das Quiz. Unterstützt wird der Moderator durch die Original-Melodien der Fernsehshow sowie einiger Lichteffekte in Form von 4 Leuchtdioden.

Nachdem die Anzahl der Spieler eingegeben wurde kann es losgehen. Dem Spiel liegen 100 Frageantworten-Karten bei. Jede dieser Karten besteht aus den 15 Fragen, von der 100 DM - Frage bis hin zu der 1 Mio. DM - Frage. Die Antworten stehen nicht auf den Karten. Diese kennt nur der Mikrochip!
Wie das funktioniert? Ganz einfach: Jede Karte verfügt über einen 5-stelligen Code. Dieser muss zu Beginn eingegeben werden. Anhand dieses Codes weiß das Elektronikhirn, welche Antwort zu welcher Frage passt.

Wir starten mit Frage 1. Die Abdeckungen werden so verschoben, dass nur die erste Frage der Karte zu sehen ist. Der erste Spieler liest die Frage laut vor und gibt seinen ersten Tipp in das Gerät ein. Eine Sichtschutz am Gerät verhindert, dass die Mitspieler sehen können, welche der Tasten A-D ein Spieler drückt. Nach einer kurzen Bestätigung mittels der Bestätigungstaste, dann gilt die Antwort als eingeloggt und der nächste Spieler kommt an die Reihe. Haben alle Spieler ihre Antwort eingeloggt, gibt die Maschine die richtige Antwort bekannt. Hat einer der Spieler eine falsche Antwort eingegeben ist er aus dem Rennen und wird in den folgenden Runden nicht mehr aufgefordert einen Tipp abzugeben.
Die Abdeckung wird eine Frage weitergeschoben und es folgt die nächste Runde. Nun startet nicht mehr Spieler 1, sondern Spieler 2 (u.s.w.).

Natürlich gibt es, analog zum Original-Quiz, die Möglichkeit Joker einzusetzen:

  • 50:50 - Jocker: Zwei der vier Tasten leuchten auf. Eine der beiden Antworten ist die richtige Antwort. Dies schränkt die Auswahl ein.

  • Telefon-Joker: Wer einen Telefon-Joker einsetzen möchte, sollte schon einmal sein Telefon bereitlegen, denn nun wird tatsächlich ein Bekannter angerufen. Sobald sich der Teilnehmer am anderen Ende meldet, kann es losgehen. Der elektronische Quizmaster begrüßt den Telefonjoker bei "Wer wird Millionär?" und teilt ihm mit, dass hier ein Kandidat sitzt, der seine Hilfe benötigt. Nun muss der Kandidat die Frage laut vorlesen. Wie beim Original, hat man für sein Telefonat nur 30 Sekunden. Dann ist die Zeit abgelaufen und der Telefonjoker darf nicht mehr helfen.

  • Publikums-Joker: Hier gibt es 2 mögliche Szenarien:
    a) Nur ein Spieler möchte einen Publikums-Joker einsetzen. Dann geben zuerst alle anderen Spieler ihre Tipps ein. Im Anschluss daran nennt der Quizmaster laut die Häufigkeit der Mitspielerantworten, so dass der Spieler des Publikums-Jokers einen Anhaltspunkt hat.
    b) Ist nur noch ein Spieler übrig oder haben alle Kandidaten den Publikums-Joker gewählt, holt der Chip die statistischen Häufigkeiten aus seinem elektronischen Speicher. Es werden keine Prozentzahlen genannt, sondern nur genannt, welche Frage am häufigsten, am zweithäufigsten, etc. gewählt wurden. Je höher eine Frage dotiert ist, desto größer ist das Risiko, dass der Publikums-Joker eine falsche Antwort nennt.

Sind alle Kandidaten aus dem Rennen, sei es aufgrund ihrer Entscheidung, mit dem erspielten Gewinn auszusteigen oder aufgrund falscher Antworten, ist das Spiel beendet.

Zum Abschluss wird allen Spielern noch einmal ihr erspielter Gewinn mitgeteilt, der Moderator verabschiedet sich und das Gerät schaltet sich aus.

Wer mehrere Runden spielen möchte teilt den Spielern den Gewinn in Form des beiliegendem Spielgeldes aus und eine neue Runde kann gestartet werden.

Fazit

MB war schon immer bekannt für aufwendiges Spielmaterial. Da MB heute einen Teil von Hasbro darstellt, passt "Wer wird Millionär? - Elektronik" gut in deren Spielesortiment.
Zu unserem elektronischen Showmasters haben wir jedoch einige konstruktive, aber auch lobende Anmerkungen zu machen:

  • Die Verarbeitung:
    Die Verarbeitung des Geräts wirkt solide, wenn auch die Sichtschutzblende, bei unachtsamer Handhabung abgehen kann. Aber wer weiß, vielleicht ist das gut so! Damit ist zumindest sichergestellt, dass der Deckel nicht so leicht abbricht, was fatal für das Spiel wäre.
  • Die Batterien:
    Um die 3 AA-Batterien tauschen zu können, muss zuerst der Sockel abgezogen und danach der Deckel abgeschraubt werden. Das wirkt etwas umständlich und beim Abziehen des Sockels könnten evtl. Halterungsteile abbrechen.
  • Die Bedienung:
    a) Der Ein/Aus-Schalter ist einer der vielen Taster auf dem Eingabetableau und ist leider sehr ungünstig positioniert, so dass man schnell aus Versehen auf die Taste kommen kann. Sollte der Fall eintreten, fragt der Quizmaster nicht, ob man sich sicher ist (obwohl er das während des Spiels bei jeder anderen Aktion immer und immer wieder tut). Das Gerät schaltet ab und beendet ggf. auch eine Partie in der spannendsten Phase. Dann macht sich natürlich Frust breit!
    Hier wäre ein Schiebeschalter auf der Rückseite des Gerätes empfehlenswert gewesen.

    b) Die Taste "Aufhören" wird im Spiel äußerst selten betätigt, befindet sich aber an der am besten zugänglichen Stelle des Tableaus. Hier hätte man m.E. die Tasten "Aufhören" und "Bestätigen" tauschen sollen.

    c) Bei der Eingabe der Mitspielerzahl, muss man jeden Spieler einzeln anmelden und die Eingabeprozedur abwarten. Diese Prozedur hätte sich deutlich verkürzen lassen, wenn man einfach die Gesamtspielerzahl abgefragt hätte. Man bedenke, dass die Spielerzahl bei jedem neuen Spiel erneut eingegeben werden muss.
  • Die Zeitbegrenzung:
    Bei der Beantwortung der Fragen unterliegen die Kandidaten eine zeitlichen Begrenzung. Leider ist davon weder in der Anleitung etwas erwähnt, noch wird der Kandidat vorgewarnt. Es heißt plötzlich "Es tut mir Leid. Ihre Zeit ist abgelaufen..." und der Spieler ist raus aus dem Rennen. Was soll das??
  • Der Moderator:
    Nun, wir wissen ja alle, dass Moderatoren eher zu der extrovertierten Gattung Mensch zählen und sich gerne reden hören. In aller Regel kann man aber auch solche Menschen mundtot machen, in dem man einfach lauter redet als sie.
    Pech gehabt! Hier ist das nicht so einfach! Der Moderator dieses Spielchens reagiert erst auf Tastendrücke, wenn er sein Sprüchlein aufgeführt hat und keine Sekunde vorher. Das wäre alles nicht weiter Schlimm, wenn er während der Fragestellung nicht immer wieder einen Kommentar abgeben würde, welche Joker man z.B. noch hat, ob man wirklich sicher ist usw. Dadurch entstehen Wartezeiten.
    Gerade das "Sind sie sicher?" kann man nach einiger Zeit nicht mehr hören!
    Hier wäre es sehr wünschenswert gewesen, wenn man den Text des Moderators durch Tastendruck hätte abwürgen können.
    Einen besonderen Schock gibt es, wenn der Moderator mitteilt, dass man keinen Joker mehr hat, denn genau wie bei der abgelaufenen Zeit, meldet sich der Moderator zuerst mit den Worten "Es tut mir Leid...".
    Ein Abschalten des Tons ist nicht möglich und würde auch keinen Sinn ergeben, da sonst die Spieler nicht mehr wissen würden, bei welcher Frage sie sich gerade befinden. Alternativ wäre hier eine Signalisierung durch Leuchtdioden gewesen. Dies ist allerdings eine konzeptionelle Frage.
  • Der Klang:
    Der Klang des Gerätes ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Es klingt alles ein wenig blechern. Manchmal ist es schwierig B und D zu unterscheiden.
    Man muss sich allerdings darüber klar werden, dass man bei einem so kleinen Gerät zu diesem Preis kein HiFi-Stereo erwarten darf. Unter diesen Randbedingungen hat man durchaus solide Arbeit geleistet.
  • Die Software:
    Auch wenn die Bedienung teilweise etwas gewöhnungsbedürftig ist, so konnten wie bei diesem Produkt keinerlei Software-Bugs ausfindig machen. Dies ist in der heutigen, schnelllebigen Zeit, selbst bei Software-Riesen, leider keine Selbstverständlichkeit mehr!

  • Die Lesbarkeit der Fragen:
    Kein großes Manko, aber eine Sache die aufgefallen ist. Die Abdecktableaus, welche die nicht-aktiven Fragen abdecken, sind relativ dick und werfen einen Schatten auf die jeweils aktuelle Frage. Bei schlechter Ausleuchtung des Spieltischs, wenn z.B. nur eine Lampe über dem Spieltisch hängt, gibt es immer wieder Probleme den Text zu lesen. Das Zimmer sollte somit gut ausgeleuchtet sein.
  • Der Telefon-Joker:
    Eine drollige Idee ist der Telefonjoker. Wird der Joker angerufen, meldet sich zuerst der Quizmaster, bevor man seine Frage stellt. Dies hat aber auch einen Haken!
    Hierzu ein kleines Zahlenbeispiel: Wir spielen zu sechst 3 Partien und starten unser Spiel um 22:00 Uhr am Abend. Demnach müssen wir zu fortgeschrittener Stunde bis zu 18 Telefon-Joker aktivieren! Da werden Freundschaften stark auf die Probe gestellt. :-)
    Wir haben hier eine kleine Regeländerung vorgenommen: Man sucht sich einen Mitspieler als Telefonjoker aus, der einem die Antwort auf einem Blatt Papier zukommen lässt. Natürlich gehen wir davon aus, dass der Telefonjoker für eine Sekunde vergisst, dass er eigentlich im Wettbewerb mit den anderen Spielern steht.
  • DM oder EURO:
    Tja. Am 11. Januar 2002 wechselte das Fernseh-Show-Vorbild von DM auf EURO. Damit änderte sich jedoch nicht nur die Währung, sondern die Gewinnstufen. Nun kam "Wer wird Millionär? Elektronik" gerade mal 3 Monate vor dem offiziellen Währungswechsel auf den Markt und wirkt somit kurz nach seinem Erscheinen schon wieder etwas antiquiert. Allerdings wäre dann Hasbro ein sicher sehr wertvolles Weihnachtsgeschäft verloren gegangen.
    Seit Nürnberg 2002 liegt nun das Spiel in EURO vor, so dass Kunden, welche sich heute das Spiel kaufen nicht an die Währung des letzten Jahrtausends erinnert werden.
  • Die Fragekärtchen:
    Die Antworten auf die Fragen im Gerät zu speichern und einem Code zuzuordnen ist eine gute Idee und lässt die Möglichkeit offen das Spiel beliebig durch neue Fragen zu erweitern. Schließlich kann sich kein Mensch merken, ob er schon einmal eine Karte mit dem Code ABADA hatte und ob hier bei Frage 5 die Antwort A, B, C oder D richtig war.

Zusammengefasst:

Natürlich muss man ein Freund von Wissens-Quiz-Shows sein, um Spaß an Spielen dieser Art zu haben. Die elektronischen Form der Quiz-Show ist nicht jedermanns Sache und das Gerät hat einige Elemente, die auf Dauer durchaus nerven können und einige Menschen davon abhalten wird, eine weitere Spielrunde einzuläuten. Die fehlende Möglichkeit, den Showmaster zu unterbrechen, sei hier an erster Stelle genannt!!
Trotzdem ist der elektronische Quiz-Masters ist eine originelle Idee, die den Mitspielern, sobald sie sich in das Handling eingearbeitet haben, durchaus spaßige Spielrunden bereiten kann.
Wir haben das Gerät u.a. auch über Weihnachten an mehreren Familienabenden zum Einsatz gebracht, an welchen zum Großteil Wenig- und Nichtspieler teilnahmen. Zwar bemängelten sie ebenfalls die o.g. Punkte, sie hatten aber sichtbar Spaß und es blieb nie nur bei einer Runde.

Rezension Frank Gartner

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Wer wird Millionär: 2,7 2,7, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Bernhard Kreitner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.05.09 von Michael Andersch

Leserbewertungen

Leserwertung Wer wird Millionär: 3,3 3.3, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.04.05 von Bernhard Kreitner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.05.07 von Matty - Ja, was denn...? OK, man muss sich über die Art der Jokeranwendung etwas einig werden, aber dann macht`s doch echt Spaß.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.05.07 von Matty - Die Wertung dient der Korrektur meiner Vornote auf hiesigen Durchschnittswert. Hab nur das Brettspiel bewerten wollen und die Beschreibung nicht näher angeguckt. Sorry!

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