Rezension/Kritik - Online seit 22.07.2014. Dieser Artikel wurde 1955 mal aufgerufen.

Quiddler

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Autor: Marsha J. Falco
Verlag: AMIGO
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 1 - 8
Dauer: 35 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2014
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
3,3 3,3 Leser
Ranking: Platz 3927
Quiddler

Spielziel

Wortspiele gibt es schon zuhauf. Da werden Wörter kreuzwortmäßig aus Buchstaben-Spielsteinen gebildet, wie etwa bei Scrabble, aus Karten gelegt, wie beispielsweise bei Rondo, oder müssen in einem Buchstabenwirrwarr erst gefunden werden, wie zum Beispiel bei Boggle. Wir Spieler sind dahingehend eigentlich schon gut eingedeckt und versorgt. Wozu brauchen wir da noch ein weiteres Wortspiel?

Diese Frage ist aber rein rhetorischer Natur und soll auf keinen Fall eine vorweggenommene Bewertung darstellen. Vielmehr dient der etwas provokante Unterton der Einleitung dazu, dich lieben Leser etwas zu "teasen". Du sollst ja auch den ganzen Artikel lesen und nicht bloß die letzten Zeilen des Fazits. Ein Blick auf das neue, bei Amigo erschienene Quiddler lohnt sich nämlich auf jeden Fall.

Ablauf

Quiddler besteht aus 110 Spielkarten, auf denen sich - wie nicht anders zu erwarten war - Buchstaben befinden. Der unterschiedlichen Häufigkeit der Buchstaben in der deutschen Sprache wird durch eine unterschiedliche Anzahl im Kartenstapel Rechnung getragen. So kommt etwa das "E" mehr als doppelt so häufig vor wie das "T", die ganz raren Buchstaben wie "J", "X" und "Y" gibt es nur ein einziges Mal. Jede Karte hat aber auch noch einen Punktewert, und dieser ist natürlich umso höher, je seltener der entsprechende Buchstabe vorkommt. Eine Besonderheit stellen die Karten dar, welche Buchstabenkombinationen zeigen: "CH" (2 x), "ER" (2 x) und "QU" (1 x).

Das Spiel geht über acht Runden. In der ersten Runde bekommt jeder Spieler drei Karten. In jeder folgenden Runde erhält er eine Karte mehr, sodass in der letzten Runde jeder Spieler zehn Karten auf der Hand hat. Der Spielablauf ist simpel und vertraut: Wer an der Reihe ist, nimmt entweder die oberste Karte des Ablagestapels oder zieht eine Karte vom Nachziehstapel.

Wer aus allen Handkarten beliebig viele gültige Wörter aus mindestens zwei Buchstaben bilden kann, legt die Wörter offen vor sich aus. Er muss aber auf jeden Fall noch eine Karte zum Abwerfen übrig behalten. Alle anderen Spieler haben dann noch einmal die Möglichkeit, ihrerseits Wörter auszulegen, wobei sie dafür auch nur einen Teil ihrer Handkarten verwenden dürfen.

Danach folgt die Abrechnung. Die ausliegenden Wörter bringen entsprechend ihrer verwendeten Karten Pluspunkte. Etwaige verbliebene Handkarten schlagen hingegen als Minuspunkte zu Buche. Die Punkte werden auf einem Block notiert, und nach acht Runden gewinnt - eh klar! - der Spieler mit der höchsten Gesamtpunktzahl.

Fazit

Autorin Marsha Jean Falco - die SET-Erfinderin aus Arizona - hat für Quiddler fast dieselben Mechanismen verwendet wie bei Five Crowns, das sie vor einem Jahr ebenfalls bei Amigo herausgebracht hat. Und erneut herrschte anfängliche Skepsis in unserem Spielekreis, ob so eine an und für sich banale Spielidee funktionieren kann und überhaupt einen Spielreiz besitzt.

Für die Antwort, die aus zwei Buchstaben besteht, könnte ich mir 12 Punkte gutschreiben lassen: JA. Es hat in all unseren Spielrunden durchaus Spaß gemacht. Woran das liegt? Es spielt sich flott und bietet keine allzu langen Wartezeiten. Nur manchmal grübelt ein Spieler etwas länger über mögliche Buchstabenkombinationen, aber das hält sich in Grenzen und trübt den Spielspaß keineswegs.

Die gelungene Buchstabenverteilung ist sicher auch mitverantwortlich für das reibungslose Funktionieren. Einen besonderen Reiz - und fast schon ein Geniestreich - bieten die Karten mit jeweils zwei Buchstaben, da mit diesen längere Wörter gebildet werden können. Dies ist wichtig hinsichtlich der Sonderpunkte, die jede Runde ausgeschüttet werden. Der Spieler, der alleine das längste Wort (entscheidend ist die Anzahl der Buchstaben) gefunden hat, kann sich ebenso 10 Punkte zusätzlich notieren wie jener Spieler, der alleine die größte Anzahl an Wörtern bilden konnte.

Außerdem vermittelt Quiddler ein rundum positives Spielgefühl, da immer nur Pluspunkte gesammelt werden. Und selbst wenn ein Spieler überhaupt kein Wort gefunden hat, oder die Punkte aus den gefundenen Wörtern nicht ausreichen, um die Minuspunkte aus den nicht verwendeten Handkarten auszugleichen, wird doch nie ein negativer Punktewert angeschrieben, sondern höchstens eine "Null".

Mit der Solovariante konnte ich mich bisher hingegen nicht anfreunden, weshalb ich hier an dieser Stelle auch keine Beschreibung der dafür geltenden Regeln abgebe. Interessanter ist es ohnehin, sich im Wettstreit mit anderen Spielern zu messen. Und das gelingt Quiddler wieder erstaunlich gut. Die Amerikanerin hat anscheinend ein Gefühl, wie man einfache und gleichermaßen fesselnde Kartenspiele schafft.

Rezension Franky Bayer

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Quiddler: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.04.14 von Franky Bayer - Scrabble trifft auf Five Crowns. Es erstaunt immer wieder, wie Marsha J. Falco aus wenigen einfachen Regeln ein interessantes Kartenspiel schafft. Vor allem für Liebhaber von Wortspielen zu empfehlen.

Leserbewertungen

Leserwertung Quiddler: 3,3 3.3, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.07.14 von Tim Mertens - Einmal mitgespielt. Hat nicht geflasht. Für mich in jeder Hinsicht durchschnittlich.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.07.14 von vanM - Das Problem dieser Romme / Scrabble Mischung ist, dass der Romme Teil nicht zum Tragen kommt. Selbst in kleinen Runden mit 2 oder 3 Spielern konnte immer jemand in der ersten Runde alle Karten auslegen. D.h. im wesentlichen geht es nur darum die ausgeteilten Karten optimal abzulegen. Eine Kartenpflege findet so gut wie nicht statt. Schade, die Idee ist eigentlich ganz charmant.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.08.14 von Helmut - DAS Lieblingsspiel meiner Frau zur Zeit, die nicht gerne "schon wieder etwas Neues" spielt. Da sie gerne Wörterrätsel löst, musste ich sie nicht lange bitten, bei einem Wort-Kartenspiel mitzumachen, zumal es auch mit 2 Personen spielbar ist. Sie hatte auch leichte Vorteile beim raschen Zusammenstecken der Wortkarten. Gut geeignet für die etwas ältere Zielgruppe, als Alternative zu Kreuzwort und Scrabble.

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