Rezension/Kritik - Online seit 21.07.2013. Dieser Artikel wurde 5559 mal aufgerufen.

Dahschur: Die Rote Pyramide

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Autor: Pauli Haimerl
Illustration: Christian Opperer
Verlag: Mücke Spiele
Rezension: Roland Winner
Spieler: 2 - 4
Dauer: 90 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2012
Bewertung: 3,6 3,6 H@LL9000
4,9 4,9 Leser
Ranking: Platz 1943
Download: Kurzspielregel [PDF]
Dahschur: Die Rote Pyramide

Spielziel

Pharao Snofru befiehlt, die Rote Pyramide durch den Bau einer Prachtstraße sowie das Füllen der Grabkammern mit Silber- und Goldscheiben zu vollenden. Die Spieler mehren ihren Einfluss in ihrer Rolle als Fürsten, wobei sie allerdings auch wesentlich von den Aktionen ihrer Mitspieler abhängen. Am Ende gewinnt, wer die meisten Anerkennungspunkte erlangen konnte.

Ablauf

Eine Partie läuft über vier Runden zu je zwei Phasen. Es wird im Folgenden eine Partie zu viert beschrieben.

In der ERSTEN PHASE legen die Mitspieler für den aktiven Spieler reihum eine ihrer Fürstenkarten offen auf ein beliebiges Feld der Fürstengabe (Auslagefeld auf dem Spielbrett). Kein Kartenwert (von 1 bis 6) darf dabei mehrfach vorkommen. Der aktive Spieler führt nun drei Aktionen aus, wofür ihm drei Handlungsoptionen zur Verfügung stehen. Gegebenenfalls darf er mehrfach dieselbe Option ausführen. Jedes Mal wählt er eine dafür ausliegende Fürstenkarte der Mitspieler, die er jeweils ihrem Besitzer zurück gibt. Dieser legt sie offen in einer Reihe vor sich ab. Entsprechend des Kartenwertes hat der aktive Spieler unterschiedliche Handlungsfreiheit:

Markt: Hier kann man auf einem Marktstand einen Edelstein gegen Abgabe eigener Warensteine kaufen oder von einem beliebigen Marktstand einen eigenen Warenstein zurückholen. Abgegebene Warensteine werden am Marktstand abgelegt.

Prachtstraße: Durch Belegen von ein oder mehreren Marmorplatten auf der Prachtstraße mit farblich vorgegebenen Edelsteinen werden sofort Anerkennungspunkte gewonnen. Auch die Mitspieler profitieren unterschiedlich davon, je nach Position der Edelsteine. Jede Marmorplatte trägt eine bestimmte Spielerfarbe - je nach Farbe auf der Marmorplatte gibt es Warensteine vom Markt an den aktiven Spieler zurück.

Prozession: Mit Einsatz eines eigenes Warensteins kann man auf dem Prozessionsweg zur Grabkammer vorziehen, wobei die Zugweite von der Ziffer auf der gewählten Fürstenkarte abhängt.

Wurden alle auf dem Spielbrett ausliegenden Fürstenkarten der Mitspieler aufgenommen und somit abgehandelt, ist der nächste Spiele dran. Waren alle Spieler am Zug, liegen vor jedem Spieler drei Fürstenkarten in Reihe von links nach rechts.

DIE PHASE ZWEI bringt Belohnungen. Dazu vergleichen die Spieler ihre ausliegenden Fürstenkarten untereinander. Sie gehen ihre Karten von links nach rechts durch. Je nach Position ist die Belohnung für die höchstwertige Karte eine Silberscheibe, das Recht zum Einsatz eines Warensteins auf dem Prozessionsweg, die Entnahme eines Edelsteins aus dem Stoffbeutel oder zwei Anerkennungpunkte. Die Summe der jeweils drei Fürstenkarten vor jedem Spieler entscheidet zusätzlich noch über Zuteilung einer Gold- bzw. Silberscheibe von einer der ausliegenden Stadtkarten.

Rundenende: Jeder Spieler legt eine seiner Fürstenkarten in eine bestimmte eigene Grabkammer, die übrigen Karten kommen auf die Hand zurück. Neue Stadtkarten werden auf den Spielplan gelegt, bestückt mit Gold- und Silberscheiben.

Spielende: Hat jeder Spieler die vierte Fürstenkarte (Partie zu viert) in eine Grabkammer gelegt, werden diese geöffnet und die Spieler versuchen, ihre gesammelten Gold- und Silberscheiben in den Grabkammern einzulagern. Bei Übereinstimmung der Zahl auf einer eigenen Fürstenkarte in einer Grabkammer mit der Zahl auf einer Scheibe gibt es Anerkennungspunkte. Sollte die Scheibe nur Platz auf einer Mitspielerkarte finden, bringt das dem aktiven Spieler regulär Punkte, zusätzlich aber auch einige für den Mitspieler. Wurden alle möglichen Scheiben eingesetzt, endet das Spiel. Jeder Edelstein vor den Spielern ist noch einen Punkt wert. Wer die meisten Punkte besitzt, gewinnt.

Fazit

Der Spielablauf wird gut strukturiert und verständlich erklärt. Die im Text passend eingebetteten Bildbeispiele unterstützen die Erklärungen ausgezeichnet. Als einziges bleibt - je nach Interpretation - die Vergabe der Punkte in der Grabkammer auslegbar. Tatsächlich ist es nun so, dass der dort aktive Spieler regulär seine vollen Punkte erhält und auch immer behält, selbst wenn ein Mitspieler ebenfalls davon profitiert.

Der große Spielplan mit seiner farbenprächtigen Prachtstraße hat unbestritten einen hohen Aufforderungscharakter. Ungewöhnlich und originell wirkt die an einer Seite angedockte Spielschachtel mit dem Grabkammeraufsatz. Im Verlauf einer Partie verschönern bunte Glas-"Edelsteine" zusätzlich die Prachtstraße und im Zusammenspiel mit den am Markt ausliegenden Angebotskarten präsentiert sich für mich das Themenumfeld Ägypten/Pharao in einer ansprechenden Gestaltung. Gut integriert und hilfreich fügen sich die an zwei Stellen des Spielplans aufgedruckten grafischen Spielhilfen ein.

Dahschur ist nicht zu kompliziert. Man muss zwei Phasen mit je drei Aktionen überschauen. Jede einzelne Aktion ist relativ einfach in der Ausführung, aber dennoch nicht trivial in der Konsequenz für das Spielgeschehen. Ein herausforderndes Element stellt die Kartenvorgabe an den aktiven Spieler durch die Mitspieler dar. Dadurch haben die Mitspieler Einfluss auf die mögliche Aktionstiefe anhand der Wertzahl ihrer Fürstenkarten und profitieren gegebenenfalls auch noch von deren Nutzung.

Die Auswahl der geeigneten Fürstenkarte für den aktiven Mitspieler ist schon etwas knifflig, denn zusätzlich spielen die angebotenen Fürstenkarten zum Rundenende noch eine besondere Rolle. Jeder Spieler erhält - wie im Ablauf geschildert - seine Karten zurück und legt sie in einer Reihe vor sich ab. Je nach Position in der Reihe erntet er unterschiedliche Vorteile, wenn seine Karte die wertvollste im Vergleich zu jenen der anderen Spieler ist. Und als Extrabonus kann man auch noch eine begehrte Münzscheibe bekommen, wenn die Wertsumme der eigenen Kartenauslage zur Zahl auf einer der ausliegenden vier Stadtkarten passt. Die Münzen sind nicht zu unterschätzen, da sie jeweils eine Chance bedeuten, in der Grabkammer hohe Punkte zu erhalten.

Spannung bietet der Wettlauf um gute Positionen auf der Prozessionsleiste zur Grabkammer sowie auf der Prachtstraße. Hier werden hohe Punkte erzielt, entweder sofort oder erst beim Öffnen der Grabkammer. Wieder etwas tricky wird es, wenn man Mitspielern dabei Punkte zuschanzen muss. Allerdings hat man im gesamten Spiel nicht allzu viele Handlungsmöglichkeiten bis zum Spielende. So sind in einer Partie zu viert gerade mal zwölf Aktionen je Spieler möglich. Also ist vor allem richtiges Timing erforderlich, gute Übersicht auf eigene Chancen und nicht unwesentlich auch Glück bei der Kartenzuteilung sowie bei der Marktbestückung.

Partien zu dritt und zweit funktionieren durch Verwendung von Karten einer ungenutzten Farbe für einen virtuellen Spieler. In einer Partie zu zweit sorgen Regelergänzungen dafür, dass der Spielablauf ausreichend Handlungsmöglichkeiten bietet. Somit ist keine wesentliche Beeinträchtigung gegegnüber einer 4-Personen-Partie festzustellen.

Dahschur bietet ein interessantes Spielgeschehen, einerseits durch die Mitspielerbeteiligung beim Generieren von Punkten und andererseits auch dank der Aktionsbeeinflussung durch die Mitspieler, also über deren Kartenangebote an den aktiven Spieler. Bemerkenswert ist, dass dazu nicht langes Grübeln erforderlich ist und man mit einer überschaubaren Spielzeit von ca. einer Stunde auskommen kann.

Hiermit liegt ein schön gestaltetes Spiel mit originellem Mechanismus bei nicht zu vielen Regeln vor, welches sich an spielerfahrene Familien und Vielspieler gleichermaßen richtet. Alle Freunde des alten Ägypten werden es ohnehin mögen.

Rezension Roland Winner

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Dahschur: Die Rote Pyramide: 3,6 3,6, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.03.13 von Roland Winner - Stimmungsvolle Austtattung. Unkomplizierte Regeln, aber nicht ohne Finessen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.03.13 von Bernd Eisenstein - Von unintuitivem Regelwust überfrachtetes Konstrukt
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.03.13 von Barbara Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.06.13 von Andrea Poganiuch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.06.13 von Patrizia Holz

Leserbewertungen

Leserwertung Dahschur: Die Rote Pyramide: 4,9 4.9, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.05.13 von koeppquist
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.05.13 von Thommy - Wer nicht immer dem Mainstream folgt, sondern mal den Blick auf kleinere Verlage wagt, wird bei Dahschur belohnt. Allein das Ambiente ist bemerkenswert: Der Spieldeckel ist die Rote Pyramide, die geöffnet wird und im Innern (der Boden) befinden sich die Grabkammern. Ein einfacher, aber genialer Kartenmechanismus ist der Kern des Spiels: Ich spiele meine Karten für die Mitspieler und werde später auf mehreren Ebenen dafür belohnt. Das ist eine bemerkenswert innovative und positive Art der Interaktion. Eine Partie ist flott gespielt. Im Gegensatz zu all den vielen 2-3 Stunden Spielen der Spiel12, spielt sich Dahschur in 1 Stunde. Die Felukenhändler-Erweiterung sei allen Vielspielern ans Herz gelegt. Und wer genug Erfahrung hat, sollte sich die 2er Version nicht entgehen lassen. Das macht Lust auf mehr.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.05.13 von Martin - Na, da ist man sich in der Hall-Bewertung wohl nicht ganz einig... zum Glück habe ich mich nicht abschrecken lassen und das Spiel mindestens 30 mal in verschiedenen Kreisen gespielt und denke, meine kleinen Bewertungswürfelchen drücken meinen nicht ganz unfachlichen Eindruck aus: Konstrukt ja (Stimmiges Thema: Pyramide), aber ein geniales: Der aktive Spieler macht erst mal nichts, sondern muss sich der Gunst seiner Mitspieler ergeben, die wiederum gezwungen sind, nicht zu knausrig zu sein, denn ihre Unterstützung des eigentlichen Gegners hat am Rundenende Auswirkungen auf ihr eigenes Spiel. Gut, das muss man im Detail erstmal in eine Anleitung packen, mir war sie aber schlüssig und übersichtlich. Einfach ist das Spiel sicher nicht, man muss sich hineinspielen, nach vielen vergnüglichen Stunden mit völlig unterschiedlichen Spielertypen das Fazit: Ein Spiel, für das es keine "Beste Lösung" gibt, jedes Spiel läuft anders, auch wenn es "schlecht aussieht", kann man noch durch einen Geniestreich gewinnen, vorausgesetzt, der Gegner hatte das nicht geahnt :-) Anspruchsvoll, witzig, originell, viele viele neue Ideen. ....top Design.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.05.13 von Lobmeier Sylvia - Eines meiner Lieblingsspiele; tolle Idee - wunderschöne Aufmachen - und auch sehr wichtig eine gute Spielanleitung; Was mir besonders gefällt:mit Kindern sehr gut ohne die Erweiterung zu spielen und für die Erwachsenenrunde ist die "Feluke" eine weitere strategiesche Herausforderung.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.07.13 von Spieler - Daumen hoch für eine tolle Ausstattung/Grafik und ein wirklich gutes Spiel mit taktischen Feinheiten und guter Regel. Die einzelnen Elemente sind gut miteinander verwoben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.07.13 von aphratus - Schönes kurzes Spiel für zwischendurch...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.07.13 von Muadh

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