Rezension/Kritik - Online seit 27.04.2003. Dieser Artikel wurde 8665 mal aufgerufen.

Eketorp

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Autor: Dirk Henn
Illustration: Jo Hartwig
Verlag: db-Spiele
Rezension: Siegfried Biehler
Spieler: 3 - 6
Dauer: 90 - 120 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2002
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
5,3 5,3 Leser
Ranking: Platz 2042
Eketorp

Spielerei-Rezension

Eketorp Burgenbau bei den Wikingern

Zugegeben, ich habe etwas brig fr die Spiele von Barbara Weber und Dirk Henn. Zum einen bin ich immer wieder angetan von Dirks Ideen und seiner spielerischen Umsetzung, zum anderen bewundere ich die liebevolle Ausstattung der Spiele, das allermeiste handgemacht und in mhevoller Kleinarbeit selbst hergestellt. Nach einem Jahr Pause war fr die Messe 2002 in Essen ein neues Spiel angekndigt, zu meinem Leidwesen aber noch nicht verfgbar. An den Karten soll es gelegen haben, die erstmals fremdproduziert wurden und nicht rechtzeitig fertiggestellt wurden. Mittlerweile gibt es Dirk Henns neuestes Werk, es trgt den Namen Eketorp, was der Name einer alten Fluchtburg der Wikinger auf land ist, und handelt vom Burgenbau der Wikinger.

Nun gut, also haben wir, meine Wenigkeit und fnf Mitstreiter, versucht, jeder seine Burg zu errichten und besonders wertvoll sollte sie auch noch sein. Als Material wurde uns zu Anfang des Spieles ein Burgengrundriss und fnf Wikingerspielsteine in einer Farbe zugeteilt, auerdem noch vier Kampfkarten, fnf Amulette, ein Stck Papier und ein Bleistift. In der Mitte des Tisches lag der Materialplatz, von dem jeder im Laufe des Spieles sein Baumaterial herbekam. Eketorp wird ber maximal 12 Runden gespielt und vor jeder Runde werden nach der Vorgabe auf einer Materialkarte die Bausteine bereitgestellt und auf dem Materialplatz deponiert. Baumaterial gibt es in vier Wertigkeiten, das wertvollste ist am wenigsten vorhanden, das am wenigsten wertvollste am meisten. Da die Wikinger anscheinend ordentliche Leute waren, hat der Materialplatz mit Buchstaben gekennzeichnete Teilbereiche, auf denen die Bausteine bereitgestellt werden.

Nun berlegt sich jeder gleichzeitig, welches Material er gerne htte und schreibt den betreffenden Teilbereich und die Anzahl seiner Wikinger, die er dorthin schicken will, geheim auf ein Blatt Papier. Ist dies geschehen, fhren alle Spieler ihre geplanten Zge aus und die Situation auf dem Materialplatz wird analysiert:

Wenn einer sich alleine fr einen Teilbereich des Materialplatzes entschieden hat, gehren der oder die dort lagernden Baustoffe ihm und er darf sie in seine Burg einbauen. Wollen mehrere Konkurrenten jedoch an das gleiche Baumaterial, muss darum gekmpft werden und zwar so lange, bis einer brigbleibt. Dafr werden die Kampfkarten verwendet, die Kampfwerte von 1 bis 6 haben. Immer zwei Spieler sind am Kampf beteiligt, wobei der Startspieler als erster entscheiden darf, wo und mit wem er kmpft. Die nchsten Spieler haben dann reihum die gleiche Wahl. Die Kmpfe laufen nach einem bekannten Muster ab: Kampfkarten verdeckt ausspielen, gleichzeitig aufdecken, die hhere gewinnt. Zustzlich, und das ist das Besondere, tauschen die beiden Kontrahenten ihre Kampfkarten und der Verlierer muss zudem seine Figur ins Lazarett befrdern. Bei einem Unentschieden wandern beide in die Krankenstation. Das bedeutet konkret, dass ich nach einem gewonnen Kampf schwchere Kampfkarten habe, was natrlich besonders bel ist, wenn ich einen Kampfwert 6 gegen einen Kampfwert 2 eintauschen muss. Als Verlierer muss mein Wikinger erst mal zur Regeneration eine bis drei Runden im Lazarett verbringen, bis er wieder aktiv am Geschehen teilnehmen kann. Wie lange er im Krankenbett bleibt, hngt davon ab, wie hoch man den Kampf verloren hat. Je hher, desto schwerer verwundet und desto lnger auer Gefecht.

So wird gekmpft, bis alles Material verteilt und in die Burgen verbaut ist. Eine Burg ist brigens dann fertig, wenn sie aus drei bereinander liegenden Ringen zu je sechs Steinen besteht.

So wachsen die Burgen von Runde zu Runde und man msste tatenlos zusehen, wie die anderen ihre Burgen vollenden, wenn man mit seinen Spielfiguren nicht noch einen andere Mglichkeit htte. Anstatt sie zum Materialplatz zu schicken, knnen sie auch gegnerische Burgen angreifen, um schon eingebaute Steine wieder zu entfernen. Diese Kmpfe laufen im Prinzip wie die bereits beschriebenen ab, nur dass hier das Kampfergebnis bestimmt, welche Steine wieder weggenommen werden drfen. Je hher der Sieg, desto wertvoller darf der Stein sein, der wieder in den Vorrat zurckkommt. Wenn ich angreifen will, notiere ich das gleichzeitig mit meinen Materialwnschen geheim auf meinem Blatt.

Aus dem bisher Gesagten ergibt sich erst einmal die berlegung, wie man seine Leute am besten einsetzen soll. Am Anfang des Spieles wird man sie zum Materialplatz schicken, mit dem Risiko, dass einige im Lazarett landen. Daher ist es sinnvoll, einen oder zwei in der heimischen Burg zu lassen, damit man in der nchsten Runde noch Leute hat. Sonst kann es einem passieren, dass man nach einigen verlorenen Kmpfen gute Kampfkarten auf der Hand hat, aber keine Leute mehr zum Kmpfen, und man muss erst warten, bis diese wieder aus dem Lazarett zurck kommen. Hat man seine Burg schon ein Stck weit gebaut, gilt es sowieso, Leute als Verteidiger in der Burg zurckzulassen, denn je weiter man mit dem Bau ist, desto interessanter wird die eigene Burg fr einen Angriff von auen. Nur verteidigen ist aber auch schlecht, denn dann fehlen die Leute, um das fehlende Baumaterial zu beschaffen. Immerhin erhhen auch wenige Verteidiger in der eigenen Burg den eigenen Kampfwert. Irgendwann hat es dann doch einer geschafft, seine Burg fertigzustellen und das Spiel zu beenden. Das heit jedoch nicht unbedingt, dass dieser damit auch gewonnen hat, den der Wert jeder Burg wird nach dem verbauten Material berechnet und der Spieler mit der wertvollsten Burg gewinnt. Schluss ist brigens auch, wenn 12 Runden gespielt sind.

Eketorp hat meinen Mitspielern und mir sehr gut gefallen. Das Spiel bezieht seinen Reiz aus der Tatsache, dass alle erst einmal mit der gleichen Ausgangssituation planen mssen, ohne die Plne der anderen zu kennen. Dann ist man gefordert, maximal fnf Mnneken so nutzbringend wie mglich einzusetzen und die Verluste an das Lazarett so weit wie mglich zu minimieren. Trotzdem bleibt man aber durch den Kartentausch nach dem Kampf weiter im Spiel und wird nicht gleich gnadenlos abgehngt. Eketorp trgt deutlich die Handschrift von Dirk Henn, wie immer sind pfiffige Ideen stimmig miteinander kombiniert. Die Spielregel kommt mit gerade einmal vier DIN A5 Seiten aus, auf denen alles draufsteht, was man wissen muss auch wenn manchmal etwas Kombinieren angesagt ist. Aber das sei dem Autor nachgesehen, denn es ist nicht wirklich strend. Alles in allen wieder einmal ein Volltreffer und es wrde mich nicht wundern, wenn wir Eketorp bald im Verlagsprogramm eines etablierten Verlages finden wrden.

db-Spiele, Mariahilfstr. 7, 52062 Aachen, Tel.: 0241-21446, nur Direktbezug

Rezension Siegfried Biehler

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Eketorp: 4,0 4,0, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.04.04 von Siegfried Biehler
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.02.05 von Jost Schwider - Das Material ist m.E. etwas zu "bunt" und verspielt. Dies hemmt etwas den Spielfluss. Der Glcksfaktor ist wegen des blinden Bietens nicht gerade gering. Aber bei einer Spielzeit von 45 Minuten ist dies absolut ertrglich. Tipp: Vom Spielgefhl wrde ich es mit Morgenland vergleichen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.02.05 von Kathrin Nos
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.03.05 von Bernd Eisenstein
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.07 von Michael Andersch

Leserbewertungen

Leserwertung Eketorp: 5,3 5.3, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Denis - Eketorp gehrt zu den absoluten Topspielen, was Bluff und Unterhaltung angeht. Tolles Thema, klasse Umsetzung und viel rgerpotential, ein geniales Kartensystem (man tauscht gespielte Karten mit dem Gegner!) und einfach tolle 60 Minuten Entertainment. Schon zu dritt ganz gut, zu fnft wirds dann richtig voll! Ach ja: Auch das Material ist lobenswert (viel Holz) und die Grafik ist ebenfalls gelungen. Wer Bluff Spiele mag, sollte schauen, ein Eketorp zu ergattern! Es lohnt sich.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Joachim Bonitz - Ein schnes und flssiges Spiel, das man immer wieder gerne spielt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.02.05 von Sarah Kestering

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