Rezension/Kritik - Online seit 09.04.2022. Dieser Artikel wurde 929 mal aufgerufen.

Fort

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Autor: Grant Rodiek
Verlag: Leder Games
Rezension: Renate Gerling-Halbach
Spieler: 2 - 4
Dauer: 20 - 40 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2020
Bewertung: 3,5 3,5 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 4393
Fort
Erweiterungen/Hauptspiel:Fort: Cats & Dogs Expansion
Auszeichnungen:2020, Golden Geek Beste Grafik & Präsentation Nominierung2020, Golden Geek Bestes Kartenspiel Nominierung

Spielziel

Im Deckbau-Spiel Fort werden wir wieder zu Kindern. Das Wichtigste in unserem Leben sind Freunde, Pizza und Spielzeug, und vor allem wollen wir das großartigste Fort von allen bauen. Während des Spiels generieren wir Siegpunkte duch das Ausspielen von Karten oder z. B. dem Ausbau des Forts und derjenige, der am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.

Ablauf

Zunächst ein Blick auf die Spielkarten, die die Basis von Fort bilden. Auf jeder Karte ist ein Spielkamerad mit Spitznamen abgebildet. Jede Spielkarte hat ein anderes Farbsymbol: Münze (=Joker), Kleber, Krone, Buch, Wasserpistole, Spaten, Skateboard. Daneben sind 2 verschiedene Aktionen abgebildet: Die obere ist eine öffentliche Aktion, die von Spielern mit einer Karte gleichen Symbols nachgeahmt werden kann; die untere ist eine persönliche Aktion, die nur der ausspielende Spieler nutzen kann.

Als Ausgangskartendeck erhält jeder 2 persönliche Beste-Freunde-Kidskarten plus 8 weitere Kidskarten. Die restlichen Karten bilden den sogenannten Park-Stapel, von dem immer 3 Karten offen im Park liegen. Dann gibt es noch eine persönliche Ablage. Diese Ablage erlaubt das Sammeln einer bestimmten Menge von Pizza und Spielzeug, die Verwendung eines Rucksacks zum Sammeln weiterer Pizzen und Spielzeuge, die Nutzung eines Baumhauses, in dem man verschiedene Freunde-Karten unterbringen kann, sowie natürlich die Ausbaustufen des Forts, die mit den Ressourcen Pizza und Spielzeug erweitert werden können. Erweiterungen des Forts verschaffen zum Teil auch weitere Vorteile. Am oberen Ende befindet sich ein Garten, in den nicht genutzte Kidskarten abgelegt und von anderen Spielern rekrutiert werden können.

Der Spielablauf besteht aus fünf Schritten:

  1. Aufräumen: Alle Karten, die noch in deinem Garten liegen, werden in deine persönliche Ablage gelegt.
  2. Spielen: Du spielst eine Karte aus deiner Hand und führst die öffentliche und/oder die persönliche Aktion aus. Wenn eine Aktion auf der gespielten Karte ein Farbsymbol als Multiplikator hat, kannst du weitere Karten mit demselben Farbsymbol nutzen, um diese Aktion zu verstärken. Die öffentliche Aktion, der von dir gespielten Karten, kann von Mitspielern mit Karten, die dasselbe Symbol tragen, nachgeahmt werden.
  3. Rekrutieren: Du rekrutierst eine neue Karte, indem du sie entweder aus dem Park oder dem Garten deines Mitspielers nimmst oder verdeckt vom Parkstapel ziehst.
  4. Abwerfen: Du wirfst alle deine gespielten Karten, deine Beste-Freunde-Karten, die sich eventuell noch auf deiner Hand befinden, sowie deine rekrutierte Karte auf deinen offen liegenden Ablagestapel.
  5. Nachziehen: Du ziehst 5 Karten von deinem persönlichen Nachziehstapel. Wenn du keine Karte ziehen kannst, weil der Stapel leer ist, wird dein Ablagestapel gemischt und dient als neuer, verdeckter Nachziehstapel.

Ziel des Spiels ist nun, mit Hilfe der ausgespielten Karten Aktionen auszulösen, die es einem ermöglichen, sein Fort auszubauen und die meisten Siegpunkte zu generieren. Mögliche, wichtige Aktionen, die sowohl öffentlich als auch privat sein können, sind z. B.

  • Pizza oder Spielzeug zu erhalten,
  • das Fort durch Abgabe von Ressourcen weiter auszubauen,
  • Kidskarten in das Baumhaus zu legen, so dass man sie nicht abwerfen muss,
  • Pizza und Spielzeug im Rucksack zu sammeln.

Beim Ausbau des Forts bekommt man auch noch Vorteilskarten, die einem am Ende des Spiels zusätzliche Punkte bringen oder auch besondere Fähigkeiten während des Spiels verleihen. Derjenige, der als Erster sein Fort fertig hat, erhält zudem die Makkaroniskulptur. Der Spieler mit den meisten Punkten am Ende siegt, und das muss nicht unbedingt derjenige sein, der sein Fort als Erster ausgebaut hat.

Fazit

Das Deckbau-Spiel Fort kommt erfrischend anders daher, knallig bunt in Orange- und Gelbtönen. Es werden auch Ressourcen gesammelt, doch nicht wie so oft Gold und Erz u.ä., sondern hier sammeln wir Pizza und Spielzeug. Und die Pizza können wir dann auch noch in den Rucksack packen, wenn das mal gut geht ... Die Spielkarten zeigen freche Kiddies, denn die sind die Mitglieder unserer Gang, mit der wir unser Fort ausbauen. Ist auch mal eine nette Idee. Das Spielmaterial ist in Ordnung, nett sind die Double-Layer-Tableaus, auf denen auch noch spielrelevante Informationen abgedruckt sind. So hat man immer alles im Blick. Die Tableaus haben auch Einkerbungen, wo man sein Spielzeug und seine Pizzen sammeln kann. Etwas gewöhnungsbedürftig mögen für manche die Spitznamen der Kiddies und auch ihre Attribute sein, wie z. B. "Kleber" oder "Spaten".

Jeder Spieler hat auf der Rückseite seines Tableaus seine besten Freunde abgebildet sowie eine Charakterisiereung dieser Freunde. Allerdings ist diese Charakterisierung vollkommen unnötig und spielirrelevant. Auch sind die Aktionen, die die besten Freunde auslösen können, bei allen Spielern gleich, hier hätte man mehr differenzieren können.

Die Spielregel versucht mit Beispielen das Spiel gut zu erklären, allerdings sind manche Fragen nicht ganz geklärt, was auch an der Übersetzung liegen kann, so muss man sich im Zweifelsfall mit den Mitspielern einigen, was man in welchen Fall macht.

Nichtsdestotrotz kann man ziemlich schnell loslegen, allerdings kann sich der Anfang schwerfällig gestalten, wenn man nicht die richtigen Karten auf der Hand hat. Zu Beginn braucht man erst einmal Ressourcen, um überhaupt etwas machen zu können. Auch kann man Pech haben und man hat keine Karten, die man verstärken kann. Das bedeutet, dass man auch weniger Karten spielen kann und mehr Karten in den Garten legen muss, wo sie von anderen rekrutiert werden können. Wird zu zweit gespielt, kann sich das Spiel am Anfang schon in die Länge ziehen, zu dritt geht es besser und am besten spielt es sich zu viert. Denn ist man in der Runde zu viert, hat man im Laufe des Spiels immer noch drei Gärten zur Verfügung, aus denen man sinnvolle Karten rekrutieren kann.

Das Spiel ist insgesamt aber sehr glücksabhängig, da der eigene Ablagestapel immer durchmischt wird, ehe er als neuer Nachziehstapel dient. So kann es passieren, dass man Ressourcen ohne Ende hat, aber keine Karte spielen kann, mit der man das Fort weiter ausbaut. Und wenn die Mitspieler nur Karten spielen, bei denen die Aktion Fort ausbauen keine öffentliche Aktion ist, hat man Pech gehabt.

Leider ähnelten sich die Spiele bei uns in verschiedenen Partien, so dass der Ablauf fast immer vollkommen identisch ist. Hier wären vielleicht Beste-Freunde-Karten mit unterschiedlichen Fähigkeiten schön gewesen. Die Spielregel schlägt vor, bei fortgeschrittenen Spielern die ersten 8 Karten zu draften, das reicht meines Erachtens aber nicht, das ganz Spiel spannender zu machen. Für einen Einstieg in Deckbau-Spiele ist es ganz nett, mehr aber auch nicht.

Rezension Renate Gerling-Halbach

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Fort: 3,5 3,5, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.01.22 von Renate Gerling-Halbach - Ein nettes Deckbau-Spiel mit neuen Elemente, wie z.B. der Gartenablage, auf die andere Spieler Zugriff haben. Mich persönlich spricht die Grafik nicht so an, aber das ist Geschmacksache. Die Thematik ist erfrischend anders und es eignet sich, um erst einmal Deckbau-Spiele kennenzulernen.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.01.22 von Michael Andersch - Das Thema Baumhaus/Kinderbanden wurde putzig umgesetzt. Vom Spiel her ist es ein Deckbuilder (mag ich üblicherweise nicht so - Dominion z.B. ist mir aufgrund der Kettenzugerits ein Graus), aber Fort hat erstens keine Kettenzüge, zweitens Interaktion dadurch, dass man sich an die Aktionen der Mitspieler dranhängen kann, und drittens ist das Deck auch dahingehend dynamisch, dass man sich an den Karten der Mitspieler bedienen kann. Das sind nette Mechanismen, wegen derer ich das Spiel gerne mehr mögen würde. Leider aber war der Spielreiz dann doch irgendwie "mechanisch", so dass ich nur 3 Punkte für den Spielreiz vergebe, sowie 1 Bonuspunkt für das Thema und dessen Umsetzung.

Leserbewertungen

Leserwertung Fort: 4,0 4.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.10.21 von rebhagemann - Fort ist ein Deckbauspiel, das sicherlich gut geeignet ist, Familien an das Genre heranzuführen. Interaktion entsteht dadurch, dass die Freunde = Karten, die in der aktuellen Runde nicht verwendet wurden, von den Mitspielern übernommen werden können. Das ist eine ungewöhnliche Variante, die das Spiel aber auch wieder komplizierter macht. Thema, Grafik, Ausstattung finde ich ansprechend. Für Vielspieler wird der Spielreiz schnell verloren gehen.

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