Rezension/Kritik - Online seit 31.07.2017. Dieser Artikel wurde 3952 mal aufgerufen.

Heldentaufe

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Autor: Simon Junker
Daniel Theuerkaufer
Illustration: Mathieu Leyssenne
Verlag: Team Heldentaufe
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 5
Dauer: 60 - 90 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2017
Bewertung: 4,5 4,5 H@LL9000
5,4 5,4 Leser
Ranking: Platz 354
Heldentaufe

Spielziel

Bevor richtige Helden auf die Welt losgelassen werden, um eine Prinzessin (oder gleich ein ganzes Königreich) zu retten, müssen sie erstmal ihre Heldentaufe bestehen (Hey ... das ist ja der Name des Spieles!). Und hier sieht man, dass auch Nachwuchshelden nichts geschenkt wird. Alle müssen richtig ran. Ober- und unterirdisch. Wobei nicht nur diverse Monster eine Gefahr darstellen ... auch vor seinen Mit-Helden sollte man sich in Acht nehmen.

Ablauf

Eine einsame Feuerstelle, dort starten die Nachwuchshelden, quasi ausgesetzt von den Helden-Lehrern. Von hier aus müssen sie die Welt erkunden und genug Monsterzähne sammeln, denn nur mit denen kann man die Heldentaufe gewinnen.

Jeder Held hat ein Tableau, auf dem alle wichtigen Infos versammelt sind: Lebens- und Bewegungspunkte, Angriffsstärke, Alchemiefähigkeit und die Größe seines Rucksacks.

Ist man dran, darf man so viele Felder gehen, wie man Bewegungspunkte hat. Am Anfang heißt "bewegen" aber auch gleichzeitig "entdecken", denn außer der Feuerstelle kennen die Helden noch nichts. Bewegt man sich also ins Leere, deckt man ein Plättchen auf. Unter den Plättchen dieser Welt können sich Rohstofffelder befinden, die Fische, Äpfel oder Pilze bringen und die man - ohne weitere Aktion - sofort ernten bzw. fangen kann. Es können spezielle Gebäude aufgedeckt werden, in denen die Helden Gegenstände tauschen oder auch verbessern können. Man kann einen Wald aufdecken, der zwar die Bewegung sofort beendet, (nur beim Aufdecken, später nicht mehr) aber einem als Ausgleich erlaubt, den Schatzwürfel zu werfen. Auf dem locken Zähne oder Gegenstände.

Und: Es können Portale in die Unterwelt auf den Plättchen auftauchen. Fünf dieser Portale gibt es, durch die die Helden hinabsteigen können, und unten wartet nicht nur eine große Schatzkiste (Schatzwürfel 3x würfeln), sondern auch drei Monster mit jeder Menge Zähne.

Sobald ein Held hinabsteigt, stellt er zwischen sich und seinen Vor-Spieler die Monsterfigur. Diese ist jetzt ein virtueller Mitspieler und zeigt an, wann die Monster von den anderen Spielern bewegt werden dürfen. Kämpfe sind sehr simpel: Jede Seite würfelt mit einem Würfel, zählt die Angriffsstärke dazu, und die höhere Zahl gewinnt. Bei Gleichstand der Angreifer! (auch mal eine nette Variante).

Anfangs sind die Monster noch reichlich schwach. Aber das ändert sich, je öfter Helden nach unten steigen. Sobald der Dungeon wieder heldenlos ist, füllt sich die Schatzkiste wieder aufm und die Monster erwachen wieder zum Leben. Aber dieses Mal ein wenig stärker als vorher.

Nicht nur deshalb ist die unterirdische Welt etwas gefährlicher. Während oberirdisch beliebig viele Helden auf einem Feld stehen dürfen, darf man sich unten blockieren und sich sogar gegenseitig angreifen, um Zähne vom Gegner zu klauen.

Stärken kann man seine Helden, indem man ein besseres Schwert oder bessere Stiefel oder einen Ring findet. Alle diese Gegenstände kann man an bestimmten Orten 3x aufwerten. Schwerter verbessern den Kampf, Stiefel die Bewegung und mit Ringen kann man Tränke brauen. Je besser der Ring, desto besser der Trank. Drei Stück gibt es: Heilen, Teleportation oder Bonus im Kampf.

Eine friedlichere Methode, um an Zähne zu kommen, sind die Auftragskarten. Von denen hat jeder Held drei auf der Hand und sie erfordern viele unterschiedliche Aufgaben. Bestimmte Nahrungsmittel auf ein bestimmtes Plättchen bringen, bestimmte Plättchen besuchen oder auch einem Gegner einen Zahn stehlen.

Je nach Heldenanzahl müssen die Abenteurer eine bestimmte Menge Zähne sammeln, um zu gewinnen - und um endlich in die Welt aufbrechen zu dürfen, um einen Drachen zu besiegen ... oder eine Prinzessin zu retten ... oder was man eben so macht, als waschechter Neu-Held.

Fazit

Ein Welt-Entdeckungs-Dungeon-Crawler-Spiel für die Familie, das ist Heldentaufe. Garniert mit einer tollen und stimmungsvollen Grafik, gutem Material und einem sehr einfach nachzuvollziehenden Spielverlauf.

Da ich meistens der Erklärbär bin, mag ich Spiele, bei denen man die Regeln schrittweise einbringen kann. Das funktioniert bei Heldentaufe sehr gut, denn die Unterwelt und ihre Gefahren muss man erst dann genau beleuchten, wenn sich der erste Held überlegt, hinabzusteigen. Bis dahin findet alles oberirdisch statt, und die Spieler haben genug Zeit, sich an ihre Helden und den Ablauf zu gewöhnen.

Man darf von diesem Spiel kein bombastisches Material- und Spielegewitter erwarten, wie z. B. von Descent. Hier läuft alles ruhiger ab. Aber trotzdem spannend.

Heldentaufe ist für einen bestimmten Rahmen entwickelt worden: für eine Familie oder auch Gelegenheitsspieler, die das Thema Fantasy mögen und auch mal kleine Helden sein wollen. Es hat genug Anspruch, um nicht nach fünf Partien langweilig zu werden, es hat durch den Würfel die richtige Portion Spannung und durch die Auftragskarten auch genug Abwechslung.

Lediglich an einem Punkt gibt es etwas zu meckern:

Das Glücksmoment: Das kommt nicht nur beim Kämpfen auf, sondern vor allem beim Aufdecken der Plättchen. Erwischt man zum Anfang oder mitten in seiner Bewegung zu oft einen Wald, wird man - besonders in der Anfangsphase des Spieles - stark ausgebremst. Okay, man darf beim Wald den Schatzwürfel werfen und bekommt etwas Nettes. Aber die anderen Helden sammeln derweil Dinge für ihre Auftragskarten. Oder entdecken die Portale nach unten.

Besonders in der ersten Partie können die Wälder manche Spieler aufhalten und zu einer großen Siegpunktspanne beim Spielende führen. Was man bei Heldentaufe in der ersten Partie nämlich immer unterschätzt: wie wichtig die Gegenstände sind. Gute Stiefel und ein gutes Schwert sollte man sich so schnell wie möglich besorgen. Entweder, weil man hinabsteigt und die Schatztruhe plündert oder, indem man seine Auftragskarten erfüllt. Hat man mal partout keine auf der Hand, die einem Gegenstände als Belohnung bieten, lohnt es sich immer, die Karten mal auszutauschen. Das kostet zwar eine Aktion, kann sich aber als sehr stark erweisen. Klar können Wälder einem Helden ebenfalls Gegenstände bescheren. Aber da kommt der Würfel ins Spiel. Und der kann nun mal doof fallen.

Besonders gut gelöst ist die Rolle der unterirdischen Monster. Dass diese nicht durch ein Zufallsprinzip gesteuert werden, sondern durch die anderen Helden, macht das Runterklettern in die Unterwelt nicht zu einem langwierigen Soloabenteuer. Die Spieler sind dann trotzdem alle involviert. Das ist besonders spannend für Familien, wenn Kinder die Monster gegen ihre Eltern ins Feld schicken dürfen.

Heldentaufe macht für das, was es erreichen will, alles richtig. Es baut eine gute Stimmung und Atmosphäre auf, besticht durch liebevolle Grafik und Ausstattung und durch einen flüssigen Spielverlauf. Hat man sich darauf besonnen, was wichtig ist (u. a. Gegenstände sammeln!), erlebt man hier ein schönes Abenteuer in einer sehr überschaubaren Zeit, an der die ganze Familie Spaß haben kann - und nicht nur die.

Also, Helden: Stiefel anziehen, Schwert schärfen, Tränke einpacken und dann los!

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000-Bewertungen

Heldentaufe: 2 H@LL9000-Bewertungen, Durchschnitt: 4,5 4,5

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.06.17 von Christoph Schlewinski - Schönes Fantasy-Abenteuer für die ganze Familie - aber nicht nur die.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.08.17 von Mike Keller - Ein schönes Familien-Abenteuerspiel, welches sowohl von der Aufmachung her, als auch vom Spielspass rundum gelungen ist!

Leserbewertungen

Heldentaufe: 7 Leserbewertungen, Durchschnitt: 5,4 5.4

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.02.17 von Joachim - Als Brettspielekenner kann ich guten Gewissens sagen, dieses Spiel hat mich positiv überrascht! Ganz toll gestaltet und ein erstaunlich lustiges und spannendes Spiel! Kann ich nur jedem empfehlen, ob Vielspieler oder Spieleanfänger!!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.02.17 von Markus - Familienfreundlicher Einstiegs-Dungeon-Crawler mit wunderschöner Grafik und kurz gehaltenem, aber dennoch absolut funktionalem Regelwerk. Sicherlich nichts für Hardcore-Helden, die dem totalen Über-Boss mit vorher stundenlang perfektionierter Ausrüstung gegenübertreten, aber das will das Spiel ja auch nicht sein. Schließlich geht es ja um die Unterstützung unseres Jung-Helden bei seiner "Heldentaufe"!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.02.17 von Sebastian - Klasse Spiel!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.03.17 von Achim Nieder-Vahrenholz - Gute Materialqualität, stimmungsvolle Grafik (nur das Cover fast schon kitschig), Entdecken, Entwickeln und Kämpfen, Belauern und Abstauben, positives Spielgefühl, Spannung bis zum Schluss- sehr, sehr gut! (bisher zu dritt und zu viert gespielt)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.04.17 von Oliver Müller - Wunderschöne, stimmungsvolle Maus & Mystik - Alternative, um generationenübergreifend zu spielen. Einzig das Abhalten der Aktionen ist etwas mühsam, zumal einige "gratis" vollzogen werden können. Trotzdem: ein echter Geheimtipp !
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.04.17 von Cosi - Tolles Spiel! Ein echter Hingucker.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.08.17 von rolf

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