Rezension/Kritik - Online seit 15.03.2008. Dieser Artikel wurde 5356 mal aufgerufen.

If Wishes Were Fishes

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Autor: Peter Sarrett
Michael Adams
Illustration: Christof Tisch
Verlag: Rio Grande Games
Rezension: Kathrin Nos
Spieler: 2 - 5
Dauer: 45 - 60 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2006
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
4,7 4,7 Leser
Ranking: Platz 3234
If Wishes Were Fishes
Auszeichnungen:2007, Golden Geek Bestes Kinderspiel Nominierung

Spielerei-Rezension

Erschienen in: Fairplay 82 (Januar bis Mrz 2008)

Fish you were here

Beim Erstkontakt mit diesem Spiel kann man sie erkennen. Neulinge und erfahrene IF WISHES WERE FISHES Spieler lassen sich unterscheiden. Der eine greift beherzt ins Spielmaterial, der andere wendet sich angeekelt mit einem Iiiihhh" ab. Die Rede ist von den Wrmern aus IF WISHES WERE FISHES. Violett, glibbrig, made in China"! Da wuselt es in der Schachtel. Zucken sie noch? Garantiert wird einem bis zum eigenen Zug nicht langweilig, denn die eigenen Wrmer kann man lustig verknoten. Vor lauter Verzckung ber das Material schwindet jede Vorsicht, und jedes Misstrauen wird in den Wind geschlagen und schwups, die Partie beginnt. Das ist eine wahre Freude fr jeden Rezensenten, denn selten war das Zusammentrommeln gengend vieler Testpartien leichter.

Eigentlich sind die Wrmer nur" eine Whrung in diesem Wirtschaftsspiel. Der auf einem englischen Kinderreim basierende Titel verschleiert den Kern des Spiels. Es geht schlicht um den hchsten Ertrag. Das Handelsgut hat der findige Leser sicherlich schon lngst erahnt. Und richtig, es werden Fische gefangen und verkauft. Als sehr realistische Simulation des Fischerlebens muss man zunchst Fische ins Netz bekommen, sie im eigenen Boot lagern, um sie spter am passenden Marktstand verkaufen zu knnen. Jeder der sieben Hndler ist auf eine Fischsorte spezialisiert. Auf dem Markt tummeln sich sechs Kunden mit unterschiedlich dicker Geldbrse. Sie steigern die Nachfrage und erhhen den Ertrag.

Der Fischfang ist sehr leicht. Vier Karten stehen zur Auswahl. Der vorderste Fisch springt praktisch ohne Anstrengung ins eigene Boot. Die weiter entfernt liegenden Fische erfordern den Einsatz von Wrmern. Hier endet der Realismus abrupt, denn fr jede verschmhte Karte muss man einen Wurm bezahlen. Wer spter bei diesem Fisch zugreift, erhlt die Wrmer des Vorgngers und kann sie erneut benutzen. Neulinge, die ber diesen Kreislauf der verschluckten und wiederverwerteten Wrmer nachdenken, lassen gleich wieder ein Iiiihhh" hren. Neue Fische paddeln von der teureren Seite der Auslage nach, so dass sich weiter vorn Ladenhter mit wahren Wurm-Massen ergeben knnen. Wer bereits Fische im Boot liegen hat, kann spter verkaufen. Genau eine Karte kann am passenden Marktstand verscherbelt werden. Der Fixpreis ist 2 Fisch-Dollar". Jeder anwesende Kunde zahlt eine bis drei Geldeinheiten drauf. Diese monetre Belohnung bildet die zweite Whrung im Spiel. Man knnte dazu auch Siegpunkte sagen. Wer am Zug ist, hat also die Wahl: Fischen gehen oder verkaufen.

So weit, so langweilig. Noch war aber gar nicht die Rede von Wnschen. Diese sind das Salz in der Fischsuppe und bringen berhaupt erst Abwechslung ins Spiel. Auf den Fischkarten ist fast immer eine Gedankenblase mit einer mglichen Aktion abgebildet. Wer eine solche Karte in der Auslage whlt, kann als dritte Aktionsmglichkeit den Fisch ins Meer zurckwerfen und erhlt zur Belohnung einen Wunsch erfllt. Womit Spieltitel und -thema abschlieend erklrt wren, denn dieser Wunschmechanismus nimmt Bezug auf das Mrchen vom Fischer und seiner Frau. Der Fischer wirft den gefangenen Butt zurck ins Meer und verlangt als Gegenleistung die immer gierigeren Forderungen seiner Frau.

Erst mit diesen Wnschen knnen die Kunden bewegt werden. Praktisch, oder? Eine solche Fernsteuerung der Nachfrage wrde sich so mancher Verkufer wnschen. Da sind auch zustzliche Boote mit mehr Platz fr gefangene Fische drin. Fast immer erlauben diese Wnsche auerdem den Verkauf von Fischen. Die schuppigen Kameraden sind ziemlich abgebrht und liefern ihre Artgenossen ohne mit den Kiemen zu zucken ans Messer. Dies ist besonders attraktiv, da man jetzt meist mehr als einen Fisch verkaufen darf. Es ist oft genug mglich, alle Fische einer Sorte zu verscherbeln. Wer vorher geschickt und gezielt gesammelt hat, kann auf einen Schlag richtig viel Schotter machen. Die dabei eingesparten Zge fr Verkaufsaktionen knnen in den nchsten Fang investiert werden. Der im Vergleich deutlich mhseligere Direktverkauf vom Boot wird damit zur Notlsung, da dieser nur fr Einzelkarten zulssig ist.

Manchmal ist dies aber nicht zu vermeiden. Denn es lohnt sich, die anderen im Blick zu behalten. Oft genug sind einzelne Karten besonders wertvoll fr bestimmte Spieler. Wer etwa einen groen Wurmbestand aufgebaut hat, wnscht sich den Wunsch herbei, der pro Wurm einen Siegpunkt ausschttet. Die Mitspieler hoffen dann, dass der Vorfischer ganz dringend genau diesen Fisch wegfngt. Bld nur, wenn der Nachziehstapel just einen Fisch mit demselben Wunsch nachschickt. Ein tchtiger Glcksfaktor ist hier nicht zu verleugnen und kann auch unverschuldet zu schlechten Einnahmen fhren. Whrend etwa andere Spieler glcklich an zustzliche Boote und eine passende sortenreine Fllung kommen, liegt im eigenen Zug immer wieder nur ein gemischtes Angebot da, das sich zudem nicht gewinnbringend verhkern lsst.

Verkufe an den Marktstnden werden mit Figuren in den Spielerfarben markiert. Kommen vier dieser Fisch-Stbchen" zusammen, gibt es eine Mehrheitenwertung, durch die zustzliche Finanzen ausgeschttet werden. Nach der vierten dieser Mehrheitenwertungen, die sieben Verkufe erfordert, endet das Spiel. An gewerteten Stnden kann zwar weiter verkauft werden, die entsprechenden Fische landen aber im Mll. Ein voller Mllhaufen beendet das Spiel ebenfalls, und es gibt fr den Mll eine Mehrheitenwertung, die jedoch mit Minuspunkten zu Buche schlgt. In jedem Fall werden am Ende der Partie weitere Mehrheitensiegpunkte fr die Spieler mit den meisten und zweitmeisten Wrmern verteilt. Bei allen Wertungen treten hufig Gleichstnde auf, die nur unntig kompliziert zu entwirren sind.

Gefllig pltschert das Spiel mit recht flotter Strmung vor sich hin. Die Entscheidung muss nur zwischen den vier angebotenen Fischen getroffen werden. Viel Zeit bleibt zwischen den eigenen Zgen nicht, um an den Gummiwrmern herumzufummeln. Doch leider reicht dies nicht, um ein Anbeien an den Kder des ungewhnlichen Spielmaterials zu empfehlen.

Oft genug endeten die Testpartien mit eng zusammen liegenden Punktestnden. Dies war insbesondere dann der Fall, wenn alle aufgepasst und mgliche Vorlagen fr nachfolgende Spieler verhindert haben. Bei diesen kleinen Punktabstnden kann das Kartenglck mageblich werden. Wer etwa einen um einen Punkt wertvolleren Kunden verwenden oder einen Fisch mehr verkaufen kann, macht das Rennen. Diese Erkenntnis am Ende einer guten Dreiviertelstunde ist unbefriedigend. Selbiges gilt fr den in der Luft liegenden Knigsmacherverdacht. Schaffte es tatschlich mal ein Spieler, sich nachhaltig abzusetzen, so wusste man fast immer, welcher glcklichen Konstellation oder Vorlage er dies zu verdanken hatte.

Ein weiteres taktisches Element wre die Kontrolle ber das Spielende, das gegen Ende hin gezielt hinausgezgert oder herbeigefhrt werden kann. Letzteres gelingt durch geballten Verkauf. Ersteres erreicht man beispielsweise, wenn man fremde Spielsteine per Wunsch im Mll versenkt. Selten gewinnt jedoch der Spieler, der dann tatschlich das Ende auslst. Vielmehr ergeben sich immer wieder Situationen, in denen der Sieg unter zwei anderen Spielern ausgemacht wird. Man wird eher das Spiel beenden, weil die nachfolgenden Spieler doch auf jeden Fall beenden knnen und man selbst sich nur verschlechtern wrde. Auch hierdurch ist der zurckbleibende schale Nachgeschmack zu erklren.

Das Spiel hat einen fulminanten Auftakt. Die Wrmer erregen Aufsehen. Leider folgt kein fesselnder Spannungsbogen, und auch das furiose Finale bleibt aus. Da bleibt nur, sich deprimiert zurckzuziehen. Mein aquaristisch inspirierter Musiktipp zur Aufmunterung lautet: Obscured by trouts" oder Shark side of the moon".

Rezension Kathrin Nos

In Kooperation mit

Fairplay

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung If Wishes Were Fishes: 4,0 4,0, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.11.07 von Kathrin Nos - Nach den ersten ein, zwei Partien htte ich eine hhere Note fr Spielreiz gegeben. Der Spielreiz lsst aber aus den in der Rezi geschilderten Grnden mit wachsender Spielerfahrung stark nach.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.11.07 von Bernd Eisenstein - Witzige Grafik, tolles Material (Gummiwrmer!) und ein wirklich kurzweiliger Spielspa
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.11.07 von Carsten Pinnow - Die Wrmer MUSS man einfach haben! :)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.12.07 von Michael te Uhle
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.01.08 von Jochen Traub
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.01.08 von Peter Nos

Leserbewertungen

Leserwertung If Wishes Were Fishes: 4,7 4.7, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.03.08 von Marco Stutzke
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.03.08 von Grzegorz Kobiela
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.05.08 von Karl R. - Ein origineller, gut ineinander greifender Spielmechanismus. Achtung kleiner Fehler beim Fischwunsch "Kunden verteilen". Hier fehlt der Zusatz: "Ausserdem erhltst du 3 Dollar".

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