Rezension/Kritik - Online seit 27.05.2006. Dieser Artikel wurde 12112 mal aufgerufen.

Ostia

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Autor: Stefan Risthaus
Illustration: Harald Lieske
Verlag: Pro Ludo
Rezension: Ralph Bruhn
Spieler: 3 - 5
Dauer: 60 - 75 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2005
Bewertung: 4,2 4,2 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 2719
Download: Kurzspielregel [PDF]
Ostia

Spielziel

Im Hafen Ostia, Roms Tor zum Mittelmeer, übernehmen die Spieler die Rolle von Kaufleuten. Diese versuchen, durch geschickten Ein- und Verkauf von Waren, Anhäufung von Reichtümern und Spenden an den Senat selbst zu einem der einflussreichsten römischen Staatsmänner aufzusteigen ...

Ablauf

Das zentrale Element in diesem Spiel sind die Warenkarten, von denen es sechs verschiedene Sorten unterschiedlicher Häufig- und Wertigkeit gibt: je seltener, desto teurer.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler eine Ablagetafel, die Platz für drei Kartenstapel und vier Speicher (Holzhäuschen) bietet. Als Startausrüstung erhält jeder eine Warenkarte, einen Speicher und etwas Geld. Es wird eine von sechs Senatskarten aufgedeckt, die für die aktuelle Runde die Wertigkeit der Waren für die Phase 4 angibt (s. u.). Dazu kommt eine weitere offene Senatskarte, die für die nächste Runde gelten wird. Ein bisschen Vorausplanung ist somit möglich.

Das Spiel geht über fünf Runden, die ihrerseits aus fünf recht übersichtlichen Phasen bestehen.

1. Phase: Hafen

Jeder Spieler erhält fünf Warenkarten, von denen er eine behalten darf. Die anderen vier Karten werden jeweils paarweise zum Kauf angeboten. Jeder Spieler kann ein Gebot auf die Karten abgeben, wobei die Gebote mindestens die Summe der Warenwerte betragen müssen. Interessant ist hier, dass auch gleich hohe oder sogar geringere Angebote abgegeben werden können. Der Verkäufer kann frei entscheiden, wessen Gebot er annimmt – und darf die Hälfte davon behalten. Oder er kauft die Karten selbst für das Maximalgebot + 1.

2. Phase: Kontor

Alle Warenkarten, die ein Spieler nun sein eigen nennt, muss er jetzt auf drei Stapel aufteilen: auf das Forum, den Senat und die Speicher. Um das Ganze ein wenig zu erschweren, dürfen auf die ersten beiden Stapel (Forum und Senat) nur drei unterschiedliche Warensorten abgelegt werden. Daher sollte beim Kauf von Karten möglichst darauf geachtet werden, nicht zu viele verschiedene Farben zu sammeln!

3. Phase: Forum

Die hier abgelegten Karten werden auf dem Forum verkauft - füllen also den durch den Warenkauf strapazierten Geldbeutel wieder auf. Dabei werden alle in die Foren gelegten Karten berücksichtigt: Je seltener eine Warensorte auftaucht, umso begehrter ist sie - bringt also mehr Ertrag.

4. Phase: Senat

Die hier abgelegten Karten werden dem Senat gespendet - der bedankt sich mit Einflusspunkten: Für jede hier abgelegte Karte erhält man Einfluss entsprechend der aktuellen Senatskarte. Wer dabei den größten Einfluss erzielt, erhält für seine Spenden drei Siegpunkte, die nächsten beiden zwei und einen Punkt.

5. Phase: Speicher

Wer seine Waren weder im Forum noch im Senat verwenden kann oder will - sei es, weil bereits drei andere Warensorten dort liegen oder weil eine Sorte in der nächsten Runde viel Einfluss im Senat verspricht - legt sie in den Speicher. Die hier abgelegten Karten werden mit in die nächste Runde genommen – allerdings muss der Spieler für jede Karte ein Speicherhäuschen besitzen. Diese können bei Bedarf gekauft werden, sind aber recht kostspielig.

Spielende:

Nach fünf Runden wird noch eine Schlusswertung durchgeführt: für jede unterschiedliche Ware in den Speichern gibt es je einen Siegpunkt und für das meiste Geld noch mal 3/2/1 Siegpunkte. Es gewinnt, wer die meisten Siegpunkte erzielt hat.

Fazit

Die Schachtel das erste Mal in den Händen zu halten, ist schon beeindruckend: sie ist schwerer als vermutet und sehr ansprechend gestaltet. Beim Auspacken setzt sich dieser Eindruck zunächst fort: Man findet hübsch gezeichnete und sehr stabile Ablagetableaus, sowie in einem schwarzen Säckchen untergebrachte Siegpunkte und Speicherhäuschen aus Holz. Aber ausgerechnet das Material, mit dem man im Spiel am meisten hantiert, ist nicht so lobenswert: die Warenkarten sind recht dünn geraten und die Geldscheine sind geradezu eine Zumutung: kleine Abreißblöckchen mit so dünnem Papier, dass Eselsohren kaum zu vermeiden sind.

Die Spielregel gefällt wiederum sehr gut: das Material und die Phasen sind gut beschrieben, auch ein ausführliches Beispiel ist dabei. Ebenfalls positiv: Auf den Ablagetafeln ist eine Phasenübersicht abgedruckt - wobei man diese bis auf die im Forum erzielbaren Preise nach zwei bis drei Runden auch nicht mehr benötigt.

Der Spielverlauf ist recht übersichtlich: Karten austeilen, zwei Bietrunden pro Person, Karten zu Geld oder zu Siegpunkten machen oder aufbewahren - und das ganze fünfmal. Hört sich interessant und flüssig an. Als so richtig aufregend stellt sich das Ganze in der Praxis dann allerdings leider nicht heraus. Spannend wird es eigentlich nur, wenn die dem Senat zugewiesenen Karten umgedreht und die Siegpunkte verteilt werden. Ansonsten plätschert das Spiel eher etwas vor sich hin, ja es wird sogar zum Teil recht zäh.

Am besten gefällt das Spiel noch in der Besetzung zu dritt: zum einen gehen die Runden doch etwas flotter vorbei, zum anderen kann man sich noch halbwegs merken, wer welche Karten beim Kauf erhält. Diese Information ist wichtig bei der Entscheidung, welche und wie viele Karten man dem Senat spendet. Je mehr Teilnehmer, desto länger zieht sich das Spiel. Die Schachtelangabe von 60 bis 75 Minuten ist dabei durchaus zutreffend.

Bei der Aufteilung der Karten in der Kontorphase empfiehlt sich übrigens, dass alle Spieler gleichzeitig ihre Karten auf das Tableau legen, da ansonsten bereits die Anzahl der gelegten Karten unnötige Informationen preisgibt. Das kann man durch eine kleine Änderung im Handling des Spielmaterials erreichen: Anstatt die beigelegten beiden Bluffkarten nur zur Verschleierung der tatsächlichen Anzahl der ausgespielten Karten zu benutzen, steckt man diese noch auf der Hand als Trennkarten zwischen die sortierten Karten für Forum, Senat und Speicher. Erst, wenn jeder damit fertig ist, decken alle gleichzeitig ihre Karten auf.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ostia kein schlechtes Spiel ist - aber auch kein Überflieger. Es ist von Haus aus ein reines Kartenspiel, welches durch das beigefügte Material zum Brettspiel hochgepeppelt wurde. Es funktioniert, es sieht sehr gut aus, aber der Funke wollte nicht bei allen von uns komplett überspringen.

Rezension Ralph Bruhn

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Ostia: 4,2 4,2, 14 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.04.06 von Ralph Bruhn - Im Spielreiz die 4 nur knapp erreicht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.06 von Bernd Eisenstein - Ich mags, obwohl ich noch nicht so recht weiß wie man gewinnt :-)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.03.06 von Michael te Uhle
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.03.06 von Jochen Traub
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.04.06 von Kathrin Nos - Interessante Mechanismen - und ich mag Versteigerungen, bei denen nur ein Gebot abgegeben werden darf. Die Note 5 für Spielreiz wurde nur knapp verpasst, weil der Spannungsbogen über die 5 Spielrunden etwas lang werden kann.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.04.06 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.05.06 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.05.06 von Uta Weinkauf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.05.06 von Frank Gartner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.06.06 von Michael Schlepphorst
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.06.06 von Ulrich Fonrobert - Ein nettes Karten-Handels-Spiel mit zum Teil sehr schlechtem Material. Lassen denn immer weniger ihre Spielkarten bei Profis herstellen (siehe auch Siena)?
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.07.06 von Carsten Pinnow - Punktabzug in der B-Note für das viel zu dünne Papiergeld.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.04.15 von Michael Andersch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.04.15 von Michael Andersch

Leserbewertungen

Leserwertung Ostia: 4,0 4.0, 8 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.05.06 von Matthias Räwer - Ein wirklich nettes Kartenspiel. Da aber Kartenspiele bei mir nur "2te Wahl" sind, gibt es "nur" 4 Punkte. Super: Die dicke, schwere Schachtel mit schöner Grafik
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.05.08 von Herbert Harengel
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.08.08 von Babak Hadi - Hat mich uberrascht wie gut es sich spielt. Wenn man erst mal eingestiegen ist erkennt man wir strategisch es ist.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.11.08 von Steinchen - Es nützt nichts, ein leider schlecht umgesetztes Spiel zurechtzuloben. Die Gestaltung der Warenkarten ist meiner Meinung nach sehr schwach. Und Papiergeld im alten Rom? Schade!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.01.09 von Thomas Hammer - Sehr schönes Kartenspiel - hat etwas aus 'Bohnanza' (Kartenhand), 'Oltre Mare' (Warenhandling) und 'Adel verpflichtet' (Versteigerung), gewürzt mit Bluff- und Taktik-Elementen. Aufmachung eigentlich spitzenklasse - nur das (römische) Papiergeld ist wirklich zu dünn. Spielablauf - zu Beginn noch etwas verwirrend - ist sehr flüssig, taktisch und ausgesprochen kurzweilig, da stehts alle Spieler involviert sind. Empfehlenswert für anspruchsvollere Handelstrategen...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.10.09 von Claus Jagoda - Nicht wirklich schlecht, aber auch kein Renner.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.05.11 von Rainer Kurzidim - Sehr gutes Kartenspiel und gar nicht kompliziert.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.09.11 von Tim - Für meinen Geschmack etwas zu knifflig für den gebotenen Spielspaß. Die Karten wirken leider extrem billig.

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