Rezension/Kritik - Online seit 01.05.2022. Dieser Artikel wurde 1613 mal aufgerufen.

Silver Amulett / Silver

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Autor: Ted Alspach
Illustration: Taylor Bogle
Andrey Gordeev
Verlag: Ravensburger Verlag GmbH
Bézier Games
Rezension: Birgit Irgang
Spieler: 2 - 4
Dauer: 45 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2019, 2020
Bewertung: 4,3 4,3 H@LL9000
4,3 4,3 Leser
Ranking: Platz 2891
Silver Amulett / Silver
Silver Amulett / Silver

Spielerei-Rezension

Die Werwölfe spielen Karten

Werwölfe? Stimmt, da war doch was … Vor Jahren waren Die Werwölfe von Düsterwald und die verschiedenen Varianten, die bei anderen Verlagen erschienen sind, für größere Gruppen das Kultspiel schlechthin. Silver Amulett versucht nun nicht, dieses Spielkonzept in ein reines Kartenspiel zu übertragen, sondern nutzt verschiedene Charaktere mit jeweils eigenen Fähigkeiten als Grundlage für ein Optimierungsspiel.

Es gibt Karten mit den Werten von 0 bis 13, die verschiedene Fähigkeiten haben. Manche Fähigkeiten gelten dauerhaft, wenn die Karte offen in der eigenen Auslage liegt, andere einmalig, wenn man sie vom Nachziehstapel zieht und ablegt.

Jeder Spieler hat verdeckt fünf Karten vor sich liegen, von denen er sich zu Beginn zwei ansehen darf. Ohne die anderen Karten zu kennen, versucht jeder nun, seine Kartenauslage so zu verändern, dass die Summe der Kartenwerte möglichst niedrig ist.

Wer an der Reihe ist, kann eine Karte vom Nachziehstapel ziehen und diese dann verdeckt gegen eine Karte seiner Auslage tauschen oder auf den Ablagestapel legen, um gegebenenfalls ihre Fähigkeit zu nutzen. Alternativ darf der Spieler die oberste Karte vom offenen Ablagestapel nehmen, dafür eine Karte aus seiner Auslage abwerfen und stattdessen diese neue Karte offen dazulegen.

Hat der Spieler mehrere Karten mit demselben Wert in seiner Auslage, kann er sie zusammen gegen eine einzelne Karte eintauschen. So wird man Karten los, was sinnvoll ist, um eine möglichst niedrige Summe zu erzielen. Doch dazu muss der Spieler natürlich erst wissen, welche Karten er hat, und eine lukrative Karte zum Tauschen bekommen, deren Fähigkeit er noch dazu nicht nutzen möchte (denn dann müsste er die Karte ja ablegen).

Die Fähigkeiten erlauben es beispielsweise, eine Karte der eigenen oder einer fremden Auslage aufzudecken, eine Karte aus dem Ablagestapel herauszusuchen und zum Austauschen zu verwenden oder eine Karte aus der eigenen Auslage gegen eine Karte aus der Auslage eines Mitspielers zu tauschen.

Die Partie endet, wenn die beiden Karten mit dem Wert 0 offen ausliegen, der Nachziehstapel aufgebraucht ist oder ein Spieler die Abrechnung ausruft, da er meint, dass seine Auslage die niedrigste Summe erzielt. Liegt er mit dieser Vermutung richtig, erhält er gar keine Minuspunkte, während alle anderen Spieler ihre Summe als Minuspunkte erhalten. Außerdem bekommt der Ausrufer ein Amulett, mit dem er im nächsten Durchgang eine Karte in seiner Auslage schützen kann: Niemand darf sich diese Karte ansehen, sie nehmen oder austauschen.

Auf diese Weise werden vier Durchgänge gespielt. Wer am Ende die wenigsten Punkte hat, gewinnt.

Die verschiedenen Fähigkeiten sind interessant, doch es dauert eine Weile, bis man sie kennt und sinnvoll nutzen kann. Da wären entsprechende Übersichtskarten hilfreich gewesen.

Das Ziehen der Karten ist sehr glücksabhängig, und zudem ist man immer wieder den destruktiven Aktionen der Mitspieler ausgeliefert, sodass man nur bedingt beeinflussen kann, wie sich die eigene Auslage verändert. Falls ein Spieler kaum Karten zieht, mit deren Fähigkeit er sich die eigene Auslage ansehen kann, tappt er unter Umständen lange im Dunkeln. Gerade gegen Ende kann eine einzige Aktion sehr entscheidend sein und alles verändern. Und wer die Abrechnung ausruft, geht ein hohes Risiko ein, da alle anderen Spieler noch einen letzten Zug machen dürfen; allerdings wird er auch doppelt belohnt, wenn er dann tatsächlich die niedrigste Summe hat.

Es werden vier identische Durchgänge gespielt – vermutlich, damit sich das Glück verteilt; aber leider gibt es keinen Spannungsbogen. Im Grunde könnte man Silver Amulett auch nach einem einzigen Durchgang beenden, um eine flotte Partie zu spielen. Doch so ist das Spiel leider etwas langatmig und trägt nicht über die gesamte Spieldauer, die in Vollbesetzung locker bei einer Stunde liegt.

Rezension Birgit Irgang

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Silver Amulett / Silver: 4,3 4,3, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.10.21 von Birgit Irgang
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.11.20 von Monika Harke - Den Spielmechanismus kennt man von Cabo. Das Werwolf-Setting und kleine Änderungen machen das Spiel aber deutlich interessanter. Hat einen sehr großen Wiederspielreiz. Top Preis-Leistungs-Verhältnis.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.11.20 von Michael Kahrmann - Ist es Skyjo? Nein, die Anleihen sind aber deutlich sichtbar. Hat mir aber trotzdem gut gefallen und ich spiele immer wieder gerne mit.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.05.22 von Michael Andersch - "Biberbande" in komplizierter und schlechter, dazu ein Schuss Skyjo (gleiche Werte verschwinden & wer das Ende einläutet sollte der Niedrigste sein). Funktioniert, aber Spaß geht anders. Spiele, die die Welt nicht braucht...

Leserbewertungen

Leserwertung Silver Amulett / Silver: 4,3 4.3, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.04.20 von Thomas Cordes - Irgendwie so: Love Letter „Plus“. Und eine Spur von Skyjo. Sehr schön. Gerne wieder und wieder und wieder. Warum aber tauchen die Doppelgängerinnen immer nur bei meinen Mitspielern auf? Aaarghh!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.05.22 von Tim Mertens - Einmal gespielt. Ein weiteres mal ausprobiert und abgebochen. Völlig öde. Fühlt sich an, als möchte noch jemand auf den Skyjo-Hilo-Biberbande-Zug aufspringen, aber irgendwie ist es nur aufgebohrt. Ich find\'s richtig schlecht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.05.22 von Brettspielfux.de - Ich kann die schlechten Bewertungen nicht verstehen. „Silver“ ist seit seinem Erscheinen ein absoluter Dauerbrenner bei uns! Wir haben uns mittlerweile sogar alle vier Original-Versionen in den USA bestellt. Und nein, es ist kein „Cabo“- oder „Bieber Bande“-Klon, es sind alles Varianten des klassischen Kartenspiels „Golf“. „Silver“ ist für mich die mit Abstand abwechslungsreichste. Man braucht allerdings ein paar Runden um reinzukommen, da „Silver“ viel taktischer ist, als es zunächst den Anschein hat. Von mir bekommt „Silver“ die Höchstnote und das, obwohl ich ein abgebrühter Vielspieler-Nerd bin, der seit 30 Jahren in der Szene aktiv ist. :) Probiert dieses Schätzchen unbedingt aus!

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