Rezension/Kritik - Online seit 07.03.2014. Dieser Artikel wurde 3467 mal aufgerufen.

The Cave

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Autor: Adam Kałuża
Illustration: Jarek Nocoń
Verlag: Rebel
Rezension: Oliver Armknecht
Spieler: 2 - 5
Dauer: 60 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2012
Bewertung: 3,7 3,7 H@LL9000
3,3 3,3 Leser
Ranking: Platz 4411
The Cave

Spielerei-Rezension

Verwinkelt, dunkel, geheimnisvoll, furchteinflößend – schon als Kind üben Höhlen eine unglaubliche Faszination auf uns aus, regen unsere Fantasie an und lassen uns fragen, was denn da im Unbekannten auf uns lauern könnte. Kein Wunder, dass so viele Filme ihre Handlung in die klaustrophobischen Tiefen der Erde verlegen, mit dem Ziel, Spannung zu erzeugen. Spannung, die gibt es auch in The Cave – Aufbruch ins Dunkel, dem neuesten Spiel von Adam Kałuża (K2, Duell im Felsental (Drako)). Spannung, aber auch Arbeit. Viel Arbeit.
Wie schon in den anderen Spielen des polnischen Autors geht es hier sehr felsig zu. Bis zu fünf Spieler können sich hier als Höhlenforscher dem Dunkel stellen, ohne zu wissen, was sie da unten erwartet. Und das ist hier wörtlich zu verstehen, denn zu Beginn der Partie gibt es noch kein wirkliches Spielfeld. In bester Carcassonne-Manier werden vielmehr Plättchen aufgedeckt und an das bestehende Basislager angelegt. Auf diese Weise wächst die Höhle zwar ständig, dafür aber auch auf eine unvorhersehbare Weise. Denn Plättchen ist nicht gleich Plättchen. Einige bieten hübsche Fotomotive, andere beinhalten Wasserabschnitte, wieder andere lassen den nächsten Höhlenabschnitt tiefer werden. Diese Teile sind Segen und Fluch zugleich. Segen, weil wir durch jede Besonderheit, die wir meistern – ein überwundener Abgrund zum Beispiel – Punkte sammeln. Fluch, da es wie so oft auch hier nichts umsonst gibt: Für beinahe jedes Plättchen brauchen wir eine bestimmte Ausrüstung.
Und hier findet sich eine Besonderheit, die manche Spieler in den Wahnsinn treiben, für andere aber genau den Reiz von The Cave – Aufbruch ins Dunkel ausmachen wird. Man bräuchte für die unterschiedlichen Plättchentypen ein ganzes Arsenal an Ausrüstung, doch der Platz im Rucksack ist begrenzt. Sobald man vom Basislager aufbricht, muss man sich genau entscheiden, was man mitnimmt und somit auch, für welche Plättchen man gewappnet ist. Doch eben das weiß man im Vorfeld nicht, zumindest wenn man vorhat, neue Abschnitte zu erkunden. Und so kommt es oft genug vor, dass man unvermittelter Dinge wieder umkehren muss, weil man feststellt, nicht die passenden Utensilien dabei zu haben. Hier trifft Langzeitplanung auf Glücksfaktor. Und wie das in solchen Fällen nun mal so ist: Kompatibel ist das nicht.
Hinzu kommt, dass Seile und Sauerstoffflaschen zwar ganz brauchbar sind, wenn es um das Erforschen der Höhle geht. Satt wird man von ihnen jedoch nicht. Im Klartext heißt das, dass man auch immer genügend Nahrung mit sich bringen sollte, sonst kann es sehr ungemütlich werden beim kleinen Abenteuerausflug. Etwas Abhilfe schafft ein Zelt, das angehende Forscher mitnehmen können. Essbar ist das zwar nicht, baut man es auf, lassen sich aber immerhin Ausrüstungsgegenstände darin lagern.
Der Spielablauf selbst ist recht einfach gehalten. Fünf Aktionspunkte hat jeder pro Runde zur Verfügung, die er in neue Plättchen, Bewegung, Erforschen oder das Ein-, Aus- und Umräumen der Ausrüstung investieren kann. Und hier kommt dann doch noch Strategie ins Spiel, denn oft muss man über mehrere Runden hinwegdenken und genau ausrechnen, wie weit man mit seiner Nahrung kommt. Und vor allem auch: Reicht sie für den Rückweg? Dieses maximale Ausnutzen der eigenen Aktionspunkte ist schon recht launig, aber eher ein solitäres Vergnügen. Theoretisch könnte man versuchen, sich gegenseitig bestimmte Plättchen abspenstig zu machen. In der Praxis läuft es gerade bei einer niedrigeren Mitspielerzahl eher darauf hinaus, dass sich jeder in seine Höhlenecke verkriecht und fleißig vor sich hin forscht, bis das letzte Plättchen gezogen und so das Spielende eingeleitet wird. Damit ist man auch so ganz gut beschäftigt.
Mehrere Partien hintereinander wird man eher nicht spielen wollen, dafür ist der Ablauf zu gleichförmig, aber für gelegentliche Spieleabende ist The Cave – Aufbruch ins Dunkel ganz gut gerüstet. Vielleicht sogar zu gut: Wer das erste Mal die Packung öffnet, wird von den unzähligen Plättchen, Markern und Gegenständen begraben. Die sind zwar schön anzusehen und aus hochwertigem Material, Einsteiger und Wenigspieler könnten aber durch die schiere Menge und das damit verbundene Gefriemel abgeschreckt werden.

Rezension Oliver Armknecht

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung The Cave: 3,7 3,7, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.01.14 von Oliver Armknecht
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.02.13 von Stephan Rothschuh
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.05.15 von Monika Harke - Schöne thematische Umsetzung. Der Ablauf kann etwas mühselig sein, wenn man den Rucksack falsch gepackt hat und dann nur Plättchen zieht, die andere Ausrüstungsgegenstände benötigen.

Leserbewertungen

Leserwertung The Cave: 3,3 3.3, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.03.13 von Ralf Rechmann - Die Aufmachung stimmt, das Regelwerk ist recht eingänig, aber das Spiel selbst macht (mir) keinen Spass, weil es keinerlei Spannungsbogen bietet und Interaktion daraus besteht, dass man sich gegenseitig die Siegpunkt-Plättchen wegschnappt und dabei im Vergleich zu den vollkommen solitär spielenden Mitspielern hoffnungslos in Rückstand gerät. Zudem ist die Downtime besonders in 5er-Runde enorm, weil man schlicht nichts machen kann als warten, bis man wieder am Zug ist. Bis dahin kann sich die Höhle aber so extrem geändert haben, dass es kaum lohnt, vorausplanen zu wollen. Einzige Hoffnung bleibt, dass es (mir) bei der Probepartie auf der SPIEL 2012 falsch erklärt wurde.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.06.13 von Mika - Eigentlich ganz nett, das Thema ist neu und auch gut umgesetzt, die Höhle jedes mal anders. Was mir aber weniger gefällt ist, dass der Zufall entscheidend mitspielt. Ich würde es durchaus wieder mitspielen, aber es gibt einfach Besseres (K2 desselben Autors zum Beispiel).
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.03.14 von Braz - Das Spiel hat mir wirklich gut gefallen: Es besitzt ein sehr schönes Thema und wurde zudem sehr stimmungsvoll umgesetzt. Es geht nicht darum andere beim Aufstieg zu blockieren. Hier geht es darum seinen Zug möglichst optimal auszunutzen, um dadurch wertvolle Punkte zu genereieren. Man stellt sich immer die Frage: Soll ich das wirklich erkundschaften, oder ebne ich da eher den Weg für jnd anderen. Ich habe das Spiel bislang ausschließlich zu zwit gespielt und wir hatten viel Spaß mit Spiel. Auf der Rebel.pl Homepage gibt es zudem Musiktracks, die man dowloaden und brennen kann und die das ganze Spiel noch stimmungsvoller machen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.07.14 von Marcel Puffe - Originelles Thema, sehr stimmig (gerade mit Soundtrack), von den Mechanismen aber zu verkopft und trocken. Schade eigentlich...

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