Rezension/Kritik - Online seit 18.02.2021. Dieser Artikel wurde 1253 mal aufgerufen.

Civilization – Ein neues Zeitalter: Terra Incognita / Civilization: A New Dawn – Terra Incognita

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Autor: Tony Fanchi
Illustration: Anders Finér
Verlag: Asmodee
Fantasy Flight Games
Rezension: Nick Bornschein
Spieler: 2 - 5
Dauer: 120 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2020
Bewertung: 6,0 6,0 H@LL9000
Ranking: Platz 1467
Civilization – Ein neues Zeitalter: Terra Incognita / Civilization: A New Dawn – Terra Incognita

Spielziel

Ergänze deine Nation um eine Regierungsform, sende mächtige Armeen aus und fördere das Wachstum deiner Städte durch neue Bezirke und Weltwunder. Führe dein Reich zum Sieg durch militärische, kulturelle oder wirtschaftliche Macht.

Ablauf

Civilization - Terra Incognita erweitert das Grundspiel um einen 5. Spieler in der Farbe Lila und bietet (endlich!) eine entdeckbare Weltkarte. Außerdem werden Weltwunder des Grundspiels ersetzt sowie weitere hinzugefügt. Außerdem ist eine neue Siegbedingung (Festungssieg) verfügbar.

Erste große Neuerung ist die Fokusleiste, welche nur zwei Plätze mit der Zahl 1 enthält. Der Platz ganz links wird zu Spielbeginn immer mit der Karte "Bewässerung" belegt, welche nun zur neuen Kategorie "Wachstum" gehört. Die Technologien bei Wachstum ermöglichen den Bau der neuen Bezirke sowie die Verstärkung der Kontrollmarker, was im Grundspiel über die Militär-Fokuskarten funktionierte und sich nunmehr verändert hat. Die insgesamt 5 neuen Bezirke sind der Campus, das Handelszentrum, Lager, Industriegebiet sowie der Theaterplatz. Sie stellen spezielle Kontrollmarker dar, welche auch verstärkt werden können und somit die gleichen Eigenschaften wie normale Kontrollmarker besitzen. Zusätzlich bietet ein Bezirk je nach Art Boni (über die neue Ereignisscheibe ausgelöst), u. a. das Platzieren von Kontrollmarkern. Damit verschieben sich praktisch alle Spielmechanismen, um Kontrollmarker zu erhalten oder zu verstärken bzw. Handelsmarker zu erlangen, in den Bereich der Wachstums-Fokuskarten.

Gänzlich neu sind die Armeen. Eine Armee wird durch eine Figur dargestellt, und alle Regeln, die sich auf das Abzählen von Feldern für einen Angriff im Grundspiel beziehen, existieren nicht mehr. Sobald eine Armee ein feindliches Element betritt, wird nun automatisch ein Kampf ausgelöst. Hier wird nunmehr ergänzt, dass bei Abgabe eines Handelsmarkers entweder der Würfelwurf um +1 erhöht werden kann oder der Würfel neu gewürfelt werden darf.

Zu guter Letzt halten Regierungsformen Einzug in eure Zivilisation. Allen gemeinsam ist, dass sie - auf einer Fokuskarte liegend - den Platz der Karte höher werten. So kann die Autokratie nur auf einer Militär-Fokuskarte liegen und ermöglicht es der Karte, auf der sie liegt, dass diese so gewertet wird, als läge sie 2 Plärtze weiter links.

Außerdem bietet die Erweiterung neue Zivilisationen und ergänzt diese sowie bestehende um einzigartige Fokuskarten pro Nation (z. B. "Verbrannte Erde" bei Shaka als Militär-Fokuskarte der Stufe II).

Fazit

Zivilisation und Erweiterungen, das gehört irgendwie zusammen. Undenkbar wären PC- als auch Brettspiel ohne mindestens eine Erweiterung. Bei Civilization - Ein neues Zeitalter habe ich zwei Jahre gebraucht, um dem Spiel nach der Erklärung auf der Messe eine zweite Chance zu geben. Letztlich zu Recht, denn uns gefällt das Basisspiel bereits sehr gut. Mehr noch macht es aber mit dieser Erweiterung Sinn, denn durch die Verschlankung der Spielprinzipien hat das Militär in der Grundversion recht wenig Spieltiefe gehabt, und das Abzählen der Felder war zudem recht nervend. In Terra Incognita wird das Militär deutlich aufgewertet, erhält sogar eigene Spielfiguren, und es entfällt das lästige Abzählen. Außerdem erhält das Spiel durch die neue Siegbedingung der Festungen den Reiz, eben jene einzunehmen bzw. zu verteidigen, so dass es nicht nur zum Kampf um Städte kommt. Damit wird das gesamte Spiel aber nicht durchweg kriegerischer, sondern die zuvor eher klaffende Lücke beim Militär wird sinnvoll aufgefüllt.

Der Mechanismus der entdeckbaren Weltkarte ist so überraschend einfach, dass man sich fragt, wieso er nicht bereits im Grundspiel verankert war. Endlich kommt der Entdecker-Charme des PC-Spiels bzw. vorangegangener Spiele (Civilization: The Board Game) wieder zum Tragen, und das Laufen über die Karte ist nicht mehr nur zielgesteuert, weil man bereits jeden Winkel der Welt kennt. Allein das hebt das Spielgefühl merklich an. Wir würden es nie wieder ohne diese Erweiterung spielen.

Die Auslagerung der Handels- und Kontrollmarker auf eine neue Technologie-Kategorie (Wachstum) war zwingend notwendig, denn das Militär des Grundspiels hat dazu einfach zu viel Eigenschaften gehabt, die allesamt nicht in die Tiefe gingen. Zudem hat es dazu geführt, dass man regeltechnisch gern mal durcheinander kam, was jetzt nicht mehr der Fall ist.

Aufgrund der Bezirke (auf dem Foto sind diese verstärkt und unverstärkt zu sehen, inkl. der Armee-Figur) sind Ausbreitung durch Kontrollmarker sowie der Erwerb von Handelsmarkern besser steuerbar als zuvor. So bringt ein Lagerbezirk durch die Interaktion mit einem Barbaren (Sieg innerhalb eines bestimmten Radius) Handelsmarker auf der Industrie-Fokuskarte oder lässt sogar eine neue Stadt entstehen.

Insgesamt fühlt sich das Spiel mit Terra Incognita runder an, ergänzt an den zuvor zu Recht bemängelten Schwächen des Basisspiels und macht eine Runde deutlich angenehmer und intensiver im Spielgefühl. Für uns ein absolutes Plus. Wir werden die Erweiterung dauerhaft im Spiel behalten.

Rezension Nick Bornschein

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Civilization – Ein neues Zeitalter: Terra Incognita / Civilization: A New Dawn – Terra Incognita: 6,0 6,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.12.20 von Nick Bornschein - Packende Erweiterung, welche an den richtigen Stellen die Schwächen des Grundspiels ausmerzt.

Leserbewertungen

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