Rezension/Kritik - Online seit 18.12.2009. Dieser Artikel wurde 5739 mal aufgerufen.

Monopoly Deal

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Autor: keine Angabe
Verlag: Hasbro
Rezension: Monika Harke
Spieler: 2 - 5
Dauer: 15 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2009
Bewertung: 4,3 4,3 H@LL9000
3,7 3,7 Leser
Ranking: Platz 3638
Monopoly Deal

Spielziel

Geld zu besitzen ist gut - viel Geld zu besitzen ist noch viel besser. Diese Devise mag für das Monopoly-Brettspiel zutreffen. Bei der neuesten Kartenspielausgabe dieses Klassikers sieht es hingegen etwas anders aus. Geld spielt zwar keine unbedeutende Rolle, gewinnen lässt sich aber nur, wenn man durch geschickte Deals in den Besitz dreier vollständiger Straßenzüge kommt.

Ablauf

Beginnend mit fünf Handkarten zieht ein Spieler, wenn er am Zug ist, zwei Karten vom Nachziehstapel und darf nun bis zu drei Karten ausspielen. Dies können Geld-, Grundstücks- oder Aktionskarten sein.

Geldkarten werden offen vor einem Spieler als Bankkonto abgelegt. Wie im wahren Leben ist auch hier ein gut gefülltes Konto immer vorteilhaft, denn mit diesem Geld begleicht man im Laufe des Spiels die von geldgierigen Mitspielern gestellten Forderungen. Kleine Scheine sind dabei immer gern gesehen, denn Wechselgeld ist in diesem Spiel ein Fremdwort.

Grundstückskarten muss man netterweise nicht bezahlen, sondern darf sie einfach in die eigene Auslage legen, um so zusammengehörige Straßen zu sammeln. Hier trifft man von der Badstraße über Wasserwerk bis zur Schlossallee alle alten Bekannten des Brettspiels wieder. Ergänzt werden diese Karten unter anderem durch zweifarbige Grundstücksjoker, die nach Belieben dem einen oder anderen Straßenzug zugeordnet werden können.

Aktionskarten machen ihrem Namen alle Ehre und bringen Schwung ins Spiel. So kann man mit ihnen eine Straße oder sogar einen ganzen Straßenzug von einem auserwählten Opfer klauen, Grundstücke tauschen, Geburtstagsgeschenke von allen einfordern, Häuser und Hotels bauen oder aber auch Mietforderungen in einfacher oder doppelter Höhe stellen, die alle Mitspieler zu begleichen haben. Glücklich schätzen kann sich, wer zur rechten Zeit eine der wenigen "Nix da"-Karten auf der Hand hat, die vor Raffzähnen schützen. Alternativ kann man Aktionskarten auch als Geldkarten nutzen und aufs Konto legen, jedoch verlieren sie dann ihre Funktion und dürfen im weiteren Spielverlauf nur noch zum Bezahlen verwendet werden.

Da nicht mit Handkarten gezahlt werden darf, kann es durchaus passieren, dass - zur Freude des Gläubigers - die Schulden auch mit Grundstücken abgestottert werden. Auf diese Weise erhaltene Grundstücke wandern nicht aufs Konto, sondern direkt in die eigene Auslage. Dies vermittelt einem zumindest vorübergehend das Gefühl, seinem Ziel, drei komplette verschiedenfarbige Straßenzüge zu besitzen, einen Schritt näher gekommen zu sein. Gelingt es einem Spieler in seinem Zug den Sack tatächlich zuzumachen, darf er sich als neuer Immobilienmogul feiern lassen.

Fazit

Monopoly polarisiert: Steht es bei der jüngeren Spielergemeinde vielfach auf den oberen Plätzen der Beliebtheitsskala, so ist es bei denjenigen, die ihren Focus auf taktische und strategische Spiele gerichtet haben, nahezu gänzlich aus der persönlichen Favoritenliste verschwunden. Selbst die Spieler, die in jungen Jahren $-Zeichen in den Augen hatten und für die Monopoly das Spiel schlechthin war, kann man nur schwer oder gar nicht mehr für eine Partie gewinnen. Als logische Konsequenz scheint daher auch das Schicksal Monopoly Deals in diesen Kreisen bereits vorab besiegelt zu sein, was dem Kartenspiel bereits mit seinem Erscheinen den ungeachteten schnellen Fall durch so manches Spiele-Raster beschert.

Die grafische Gestaltung ist, dem Brettspiel angepasst, schlicht und schnörkellos. Auch den Spielmechanismus kann man nicht gerade als innovativ bezeichnen, besteht er doch lediglich aus dem schnöden Auslegen und Sammeln von Karten. Hinzu kommt eine Spielanleitung, die viel Interpretationsfreiheit zulässt und für die man den verantwortlichen Redakteur nach guter alter Monopoly-Manier eigentlich direkt ins Gefängnis hätte schicken müssen. Die Voraussetzungen für ein langes erfülltes Spieledasein stehen somit also nicht besonders gut.

Aus purer Kritikersicht könnte man an dieser Stelle schnell einen Haken setzen und zum Verriss übergehen. Dies wäre im vorliegenden Fall jedoch viel zu vorschnell geurteilt und zugleich ein gewaltiger Irrtum, denn von dem Spiel geht überraschenderweise ein großer Wiederspielreiz aus und man fragt sich allen Ernstes, wie es zu diesem Phänomen kommt. Die Antwort ist schnell gefunden, denn Monopoly Deal trifft genau ins Spielerherz - es strotzt vor Interaktion, besitzt aufgrund seines Ärgerpotenzials einen großen Spaßfaktor und lässt die Spieler eine rasante emotionale Achterbahnfahrt durchleben.

Da spielerisch keine Experimente eingegangen wurden und auch optisch alles sehr vertraut wirkt, erfolgt der Einstieg schnell und bei einer Spieldauer von maximal 20 Minuten lassen Mitspieler nur selten auf sich warten. Was dann folgt, ist ein Wechselbad der Gefühle, da beim Spiel an Gemeinheiten nicht gespart wird. Die Auslagen der Spieler werden ohne Rücksicht auf Verluste zerfleddert, Grundstücke skrupellos geklaut oder getauscht und Mietforderungen erbarmungslos eingetrieben. Freud und Leid liegen hier sehr eng beieinander, denn oft ist eine einzige Karte entscheidend. Fühlt man sich durch einen gelungenen Deal schon innerlich auf der Siegerstraße, folgt den Hochgefühlen schnell ein Stich ins Herz, wenn man einer Übernahmeaktion mal wieder wehrlos ausgeliefert ist.

Sicher kann man sich bei diesem Kartenspiel nie sein, nur dass es bis zum Schluss spannend bleibt und jede Menge Spaß macht. Dabei ist es unabhängig davon, mit welcher Spielerzahl man am Tisch sitzt und welche sonstigen spielerischen Vorlieben man hat. Selbst Liebhaber strategischer Spiele lassen sich gerne auf das hemmungslose Hauen und Stechen ein und treiben den oft unfairen Kampf um die besten Grundstücke auf die Spitze. Erstaunlicherweise stört dabei weder die geringe Planbarkeit noch der deutlich vorhandene Glücksfaktor. Lediglich sensiblen Gemütern sollte man vor Spielbeginn explizit versichern, dass nichts persönlich gemeint ist und Freundschaften für die Spieldauer vorübergehend auf Eis gelegt werden.

Monopoly Deal ist definitiv kein spielerisches Highlight, auf das die Spielewelt gewartet hat, aber eine Bereicherung allemal, denn es bietet genau das, was man von einem guten Kartenspiel erwartet - kurzweilige Unterhaltung, die auch nach unzähligen Partien nicht an Reiz verliert.

Rezension Monika Harke

Weitere Infos

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Monopoly Deal: 4,3 4,3, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.11.09 von Monika Harke
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.01.10 von Sandra Lemberger - Nostalgie-Gefühle kommen auf, denn die ganze Kartenaufmachung erinnert an den alten Klassiker, dem man sich hier noch einmal widmen kann, ohne sich erneut der zeitlichen "Endlos-Geldschlacht" hingeben zu müssen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.03.13 von Michael Andersch - Sieht man das Kartenspiel völlig losgelöst von "Monopoly", dann würde ich sagen: Kein erwähnenswertes Spiel. Glücksabhängig, nicht besonders schön. ABER: Irgendwie stehen meine Kinder auf Monopoly, und von allen mir bekannten Monopoly-Varianten ist Monopoly Deal das kleinste Übel - es geht schnell, und man hat (im Vergleich zum Brettspiel) wenigstens den Hauch von Entscheidungsfreiheit. Von daher gebe ich 3 Punkte, auch wenn ich dafür normalerweise nur 2 gegeben und das Spiel kein weiteres Mal angesehen hätte.

Leserbewertungen

Leserwertung Monopoly Deal: 3,7 3.7, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.12.09 von Dirk Grundmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.12.09 von Florian K. - Positiv: Monopoly Deal simuliert Monopoly auf wirklich spaßige Weise. Es ist quasi ein Kartenspiel, dessen Thema ein Brettspiel ist (und nicht etwa der Immobilienmarkt). - Negativ: Die Spieler können nichts falsch und nichts richtig machen. Es gibt weder Strategie noch Taktik, sondern nur gute und schlechte Karten, passende und weniger passende. - Apropos, die Kartenqualität ist erbärmlich.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.12.09 von JonTheDon - Wie meine Vorredner sehe auch ich kaum Einfluss auf den Spielausgang. Da das Spiel auch zwischendurch nicht spannend ist (wie z.B. Risiko Express oder Heckmeck am Bratwurmeck) gibt's von mir auch nicht mehr Punkte.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.01.10 von S Jakobi - Für den Preis (ca. 5-6€) wirklich ein guter "Füller". Meine Frau liebt es :). Ja, Einfluß und Planbarkeit sind fast null - trotzdem erfüllt Monopoly Deal seinen Zweck: es geht schnell und macht Spaß. Ich hab's schon 2x verschenkt! Tip: im Spiel zu 2t auf jeden Fall 4 komplette Sets als Siegbedingung abmachen, das verhindert dass man mit einem glücklichen Zug gewinnen kann.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.08.10 von Marc Jünger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.02.11 von Daniel_ms - Es ist für mich ein nettes kleines Spiel für zwischendurch. Macht durchaus Spass. Kann man immer mal wieder auspacken. Muss man nicht haben, kann man aber :-)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.07.12 von Leif - Ich bin absolut kein Monopoly-Brettspielfan, wenn es um die klassische Version geht. Aber als Kartenspiel? - Super!!! Schon "Monopoly - Das Kartenspiel" von Winning Moves wusste sehr zu gefallen, die "Deal"-Variante von Parker/Hasbro setzt dabei in Sachen Anspruch (und Nostalgie-Outfit) noch eine Schippe drauf und macht das ganze zu einer Deluxe-Ausgabe. Wenn auch knapp, sichert sie sich für mich Platz eins der Monopoly-Kartenspiele und auch wenn ich nicht alle Brettableger kenne, eine noch bessre Ausgabe kann ich mir nur schwerlich vorstellen! -> Monopoly-Pflichtkauf!

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