Rezension/Kritik - Online seit 15.12.2000. Dieser Artikel wurde 7603 mal aufgerufen.

San Francisco

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Autor: Thorsten Löpmann
Andreas Wetter
Illustration: Oliver Freudenreich
Verlag: AMIGO
Rezension: Frank Gartner
Spieler: 3 - 5
Dauer: 90 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2000
Bewertung: 3,9 3,9 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 3331
San Francisco

Spielziel

Die Stadt San Francisco in Kalifornien wurde 1906 durch ein Erdbeben fast vollständig zerstört. Die Stadt soll nun mit der Hilfe von Investoren wieder aufgebaut werden. Jeder der Mitspieler ist ein Investor und versucht die prestigeträchtigsten Stadtviertel wieder aufzubauen. Sieger ist der Spieler, der am Ende das größte Prestige inne hat.

Ablauf

Der Spielplan, welcher San Francisco darstellen soll, besteht aus einer Matrix bestehend aus 7 x 5 quadratischen Feldern. Jedes Feld stellt ein Stadtviertel dar. Davon gibt es 6 verschiedene Arten: Wohnviertel, Villenviertel, Marktviertel, Freizeitviertel, Büroviertel und Fabrikviertel. Diese gilt es mit Hilfe von Schecks oder Einflußnahme auf Bürger der Stadt aufzubauen.

Und so funktioniert das: Durch das Anlegen von Holzstäbchen an die Stadtviertel umliegenden Straßen versuchen die Spieler eine Mehrheit an den jeweiligen Viertel zu bekommen. Dies ist der Fall, wenn ein Spieler die Mehrheit an den umliegenden Straßen besitzt. Natürlich kann man nicht einfach frei seine Holzstäbchen auf dem Plan verteilen. Dieses Recht muss man sich hart erkämpfen: Zu Beginn jeder Runde wird eine Ausschreibungskarte aufgedeckt. Diese Karte bestimmt um welche Art Viertel es sich handelt, wieviel der Investoren sich daran beteiligen dürfen und welcher Art die Versteigerungsform ist.

Es gibt 3 Investitionsformen:

1. Investitionsrechte durch Einflusskarten: Jeder Spieler legt verdeckt eine Karte (Wert 0-9) ab. Es wird gemeinsam aufgedeckt. Die Person mit dem höchsten Kartenwert bekommt zuerst das Recht eine

entsprechende Farbe an das angegebene Viertel zu legen. Das jedoch nur, wenn nicht ein anderer Spieler den gleichen Kartenwert gesetzt hat. So kommt es vor, dass man auch mal mit einer niedrigeren Karte die Aktion gewinnen kann. Ein weiterer Grund nicht immer eine hohe Karte zu legen, ist die Tatsache, dass man als Gegenleistung für die erfolgreiche Einflußnahme auf der Einfluß-Skala nach unten wandert und irgendwann nur noch begrenzt mitbieten kann.

2. Investitionsrechte durch Versteigerung: Jeder Spieler hat zu Beginn Schecks im Gesamtwert von $580.000. Es wird reihum solange geboten, d.h. das Angebot des Vorbieters entsprechend erhöht, bis alle Bieter bis auf einen ausgestiegen sind. Die Raffinesse hierbei ist, dass man zum Bieten Schecks mit entsprechenden Werten ablegen muss und während der Aktion davon keine Schecks mehr aufnehmen kann. Hat man also seine 10.000er-Schecks abgelegt und hat sonst nur noch 50.000er aufwärts, so muss man diese opfern, will man die Auktion gewinnen.

3. Investitionsrechte durch Optionskärtchen und Schecks: Zuerst darf jeder Spieler sich verdeckt überlegen, in welchem Stadtviertel er investieren möchte. Hierfür hat jeder Spieler Optionskärtchen. Hat man das Glück alleine Interesse an einem Stadtviertel Interesse zu haben, so kommt man recht günstig an sein Viertel. Man gibt nur einen seiner Schecks an die Bank ab (in aller Regel ist das der niedrigste Scheck). Gibt es mehrere Interessenten, so wird verdeckt geboten. Jeder Spieler legt verdeckt bis zu 5 Schecks vor sich ab. Das höchste Gebot gewinnt.

Die Wertung:

Hat ein Spieler über 50% der Straßen an einem Viertel ersteigert und damit die Mehrheit, gilt er als der Erbauer dieses Viertels und es kommt zu einer Wertung. Das Plättchen des Viertels wird umgedreht und der Spieler steigt auf der Prestige-Skala entsprechend der Wertigkeit des Viertels nach oben (Villen & Wohnen = 4, Markt & Freizeit = 5; Fabrik & Büro = 6; Rathaus & Bank = 10). Am Ende dieser Spielrunde kommt es zu einer Sonderaktion.

Aktionen:

Aktionskarten bestimmen, was nun geschehen wird: So kann man z.B. auf diese Weise seine Einflußpunkte erhöhen, seinen Scheckvorrat aufstocken (nach dem Black Jack - Verfahren: Man zieht verdeckt so lange Schecks nach bis man entweder genug hat oder das Limit sprengt und damit leer ausgeht), durch Sonderauktionen weitere Straßen erwerben, bereits von anderen erworbene Straßen in seinen Besitz bringen, usw. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die das Spiel entsprechend bunter gestalten.

Spielende:

Das Spiel ist beendet, wenn 12 Sonderaktionen durchgeführt wurden. Sieger ist der Spieler, welcher am Ende die meisten Prestige-Punkte erwirtschaftet hat.

Fazit

Eine unglücklich gewählte Grafik macht ein evtl. schönes Spiel kaputt. Das Outfit der Packung und des Regelwerks können sich soweit sehen lassen. Der Spielplan hingegen läßt von der Atmosphäre einer tollen Stadt nichts spüren. Viel schlimmer noch, bei der Gestaltung der Spielplankärtchen hat die Redaktion den echten Bock geschossen! Die Stadtviertel sind in einem öden grau gehalten und lassen sich nur sehr schwer voneinander unterscheiden. Immer wieder waren wir am Überlegen, was nun welche Karte bedeutet. Dies gibt sich zwar nach einigen Spielen, trotzdem leidet die Übersichtlichkeit extrem darunter und hemmt damit den Spielspaß. Schade eigentlich, denn der Spielmechanismus ist recht interessant. Die Idee des Wiederaufbaus wirkt zwar etwas aufgesetzt, aber das stört nicht. Die Regeln sind schlüssig, die Spielanleitung logisch und lässt keine Fragen offen.

In unserer Spielerunde kam gegen Ende des Spiels durchaus Spannung auf, jedoch fehlte, bedingt durch das grafische Defizit, einfach die Atmosphäre. Hier sollte Amigo-Spiele dringend für eine kostenfreie Nachbesserung sorgen (auch den Kunden, welche dieses Spiel schon gekauft haben). Bei einem Spiel in dieser Preisklasse dürfen solche Patzer nicht passieren!

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieses Spiel bei guter grafischer Gestaltung (bei der Spielanleitung geht es ja schließlich auch) wirklich Spaß machen kann. An den Regeln liegt es nicht!

In der aktuellen Ausführung jedoch werde ich damit meine Testrunde nicht mehr an den Spieltisch locken können.

Also Amigo-Spiele: Denkt an EUER Prestige und macht was draus!

Rezension Frank Gartner

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung San Francisco: 3,9 3,9, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Uwe Kuhn
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Swen Mayer
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Bernd Thöne
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.04.05 von Ulrich Fonrobert - Ein leider manchmal unterschätztes Spiel, in dem aber auch sehr viel auf einmal gewollt wurde.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.11.05 von Udo Kalker
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.02.07 von Michael Andersch

Leserbewertungen

Leserwertung San Francisco: 4,0 4.0, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.12.04 von Heinz Brehm - DIE Farben sind schlecht gewählt.Bei schlechtem Licht hat man es schwer.Viele verschiedene Aktionen, die man erst nach und nach verinnerlicht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.01.05 von Carsten Pinnow - Spielreiz zu dritt: 4
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.12.05 von wojtek - Ich find's gut. Einfache Regeln und doch viele Möglichkeiten. Nur die Farben gewöhnungsbedürftig.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.05.08 von Michael S.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.05.09 von Frank W.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.08.14 von Axel Bungart - Die Grafik der Stadtteilplättchen ist (besonders auf der Rückseite) wirklich gewöhnungsbedürftig. Nach einer Zeit kann man die Plättchen differenzieren, aber ist das nötig? Das geht doch viel besser. Ansonsten eine runde und spannende Sache. Mit einer Viererrunde optimal besetzt.

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