Rezension/Kritik - Online seit 06.10.2023. Dieser Artikel wurde 1997 mal aufgerufen.

7Seas

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Autor: Arve D. Fhler
Verlag: Abacus Spiele
Rezension: Michael Timpe
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 7 Jahren
Jahr: 2022
Bewertung: 1,0 1,0 H@LL9000
5,5 5,5 Leser
Ranking: Platz 5467
7Seas

Spielziel

Scopa soll wohl ein beliebtes, Italienisches Kartenspiel sein, ähnlich wie bei uns Skat. Mir bisher unbekannt, hatte ich gehofft, dass 7 Seas als Variante davon wohl ein halbwegs brauchbares Kartenspiel abgeben könnte.

Hätte ich im Vorfeld mal ordentlich recherchiert – z.B. auf Hall9000. Dann hätte ich herausfinden können, dass es sich um eine nur leicht variierte Neuauflage des Spiels „Gelb gewinnt“ von Kosmos handelt. Die Bewertungen dazu lassen erahnen, was auf einen zukommt. Hinterher ist mal halt immer schlauer.

Schade um die eigentlich ganz nette Grafik...

Ablauf

Zu Beginn einer Runde erhalten alle SpielerInnen 8 bzw. 11 „Beutekarten“ auf die Hand, Spielkarten mit den Werten von 1 bis 10 in vier verschiedenen Farben (Dublonen, Tintenfische, Diamanten und Essen). Weitere 4 Beutekarten werden in der Mitte offen ausgelegt. Karten gibt es mit den Werten von 1 bis 10. Am Zug muss immer eine Beutekarte in die Mitte gespielt werden. Ist deren Wert gleich wie eine bereits liegende Karte, oder wie die Summe mehrerer Karten (ich spiel z.B. eine 7 und es liegt bereits eine 4 und eine 3 in der Mitte) darf ich diese Karten sowie meine eigene erbeuten und in (oder unter) meine Schatztruhe legen. Falls ich dabei sogar die gesamte Auslage abräume, darf ich zusätzlich noch eine Karte aus der Schatztruhe eines Mitspielers klauen.

Einige Karten haben noch spezielle „Fähigkeiten“: Die zwei 1er Karten „Piratenbraut“ und „Piratenkönig“ sowie die negativ zählenden Krankenkarten.

Sind alle Karten gespielt, kommt es zur Wertung: Für die meisten Beutekarten gibt es einen Punkt, ebenso für die meisten Goldpunkte (auf Goldkarten). Die Piratenbraut und der Piratenkönig sind je einen Punkt wert und schließlich gibt es noch 2 Punkte für den oder die SpielerIn, mit der höchsten Summe aus der jeweils wertvollsten Einzelkarte pro Farbe.

Das Spiel endet meist nach 2 oder 3 Runden, wenn mindestens eine SpielerIn 7 oder mehr Punkte erreicht hat.

Fazit

Mich hat 7 Seas etwas überrascht. Überrascht?

Na, das Spielprinzip hört sich doch erst mal recht interessant an: Karten aus der Auslage einsammeln, dabei gibt es verschiedene Aspekte auf die ich achten kann, positive und negative Karten. Also spannendes Taktieren und versuchen, den Mitspielern die wertvolle Beute abzujagen. Und klar: Kartenspiel, also ist auch Glück mit dabei. Da eine Runde aber ja nur wenige Minuten dauert, ist auch ein schlechtes Blatt mal zu verschmerzen.

Hab ich so gedacht, aber, Überraschung: leider nicht so erlebt. Spiel zu viert, erste Runde, vierter Spieler: Als ich drann komme, hat der Spieler vor mir gerade die Auslage abgeräumt. Kann ich also nichts machen außer eine Karte in die Mitte spielen. Spielerin 1 wieder am Zug schnappt sich die. Spieler 2 hat das gleiche Problem wie ich, legt eine Karte in die Mitte, Spieler 3 schnappt sich die. Ich kann also erneut nur eine Karte in die Mitte legen. Als ich zum dritten mal drann komme, liegt zwar genau eine Karte in der Mitte, ich hab aber keine passende Karte zum Beute machen. Also wieder nur eine Karte ablegen, und so geht das weiter.

Als die Runde zu Ende ist, hab ich gerade mal 4 von 36 Beutekarten ergattern können (hab also nur in 2 der 8 Runden überhaupt etwas machen können), und bin entsprechend auch an der Wertung bei keiner Kategorie auch nur in der Nähe des jeweils Führenden.

Runde zwei läuft besser (ich bin schließlich Startspieler), Runde 3 dafür wieder ziemlich ähnlich wie Runde 1. Zum Glück (finden auch meine Mitspieler) ist das Spiel vorbei.

Auch weitere Testrunden (die fast immer mit neuen Mitspielern stattfinden, da kaum jemand das Spiel mehrfach spielen will) bestätigen häufig (nicht immer) meinen Eindruck: Startspieler hui, hinten sitzen: pfui. Oder genauer: Es hat sehr häufig einen Spieler, der kaum zum Zug kommt, und Startspieler haben einen Vorteil weil eigentlich später im Spiel nie wieder so viele Karten in der Mitte liegen und bei voller Hand die Wahrscheinlichkeit für eine passende Kombination zum Beute machen einfach am höchsten ist.

Glück und Pech beim Kartenspiel, damit könnte ich leben, aber (nahezu) kompletter Zufall, das ist dann doch etwas wenig. Klar gibt es ein paar Details, die ich beachten kann, um meinen Mitspielern das Abräumen der Auslage nicht zu einfach zu machen. Und es gibt wertvolle und weniger wertvolle Karten. Aber Taktieren, überlegen welche Beutekarten man gerne einsammeln will, all das gibt es nicht. Weil es überhaupt nur in den seltensten Fällen überhaupt eine Wahl gibt. Entweder kann ich Beute machen, dann mach ich, oder ich kann nicht. Dies auch, weil viele Beutekarten besser sind als wenige. Piratenbeute ist eben was anderes als Kuchen, da verdirbt der mit dem größten Stück sich nicht den Magen, sondern den anderen die Laune.

Einzig das Material macht (für ein Kartenspiel) gute Laune, neben den Karten hat es noch kleine Schiffchen für den Punktestand und eine Seite der Spielregel dient als „Spielbrett“.

Zwischenzeitlich hab ich mir mal die Original Scopa Regeln durchgelesen. Vermutlich wäre das auch nicht mein Spiel, aber die Variation, die 7 Seas dem Spiel angedeihen lässt, macht es nicht besser, vermutlich eher schlechter. Scopa heist übrigens Besen und beschreibt den Spielmoment, wenn die gesamte Auslage abgeräumt wird. Nach diesem Verständnis würde ich 7 Seas mit Handfeger übersetzen: Beschreibt den Spielmoment, wenn man ein Spiel einfach vom Tisch fegen will.

Rezension Michael Timpe

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung 7Seas: 1,0 1,0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.03.23 von Michael Timpe - Verstehe die guten Wertungen nicht. rgerfaktor ist fr mich, wenn ich gezielt rgern kann. Wenn ich durch Zufall einem Mitspieler was klauen darf, ist das in meinen Augen eher Schadenfreude. Kann man spielen, aber ich wste nicht warum.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.10.23 von Michael Andersch - Wie erfolgreich ich Gelb gewinnt (zum ersten und letzten Mal vor >18 Jahren gespielt) verdrngt habe, das habe ich weder beim Lesen der Regeln noch beim Spielen, sondern erst beim Lesen dieser Rezi bemerkt als ich 7Seas benoten wollte. Stimmt - den Mist habe ich ja schon mal gespielt. 7 Seas ist quasi Gelb gewinnt in etwas schnerer Aufmachung - was es leider in keinster Weise spielenswerter macht.

Leserbewertungen

Leserwertung 7Seas: 5,5 5.5, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.05.22 von Kichererbse - Sechs Punkte fr 3-4 Spieler und vier Punkte fr 2 Spieler: Das macht fnf Punkte insgesamt fr dieses Kartenspiel. Man muss mit seinen Karten Wertekombinationen bilden und so Schatzkarten sammeln. Mit etwas Glck segelt man mit seinem kleinen Holz-Schiffchen als erster auf eine bestimmte Zielzahl auf der Meeres-Auslage und gewinnt. Schnes rgerspiel mit Glcksfaktor. Daumen hoch!
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.02.23 von Martin - Kommt bei uns mit verschieden Spielergruppen immer wieder auf den Tisch. Spielt sich sehr fluffig, trotzdem hohe interaktion und kopf ist auch gefragt. Die 2 Spieler Variante ist okay aber ab 3 Spielern wirds richtig gut.

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