Rezension/Kritik - Online seit 17.12.2017. Dieser Artikel wurde 3692 mal aufgerufen.

Halt mal kurz: Das Känguru-Spiel

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Autor: Marc-Uwe Kling
Verlag: KOSMOS
Rezension: André Beautemps
Spieler: 3 - 5
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2016
Bewertung: 3,3 3,3 H@LL9000
3,3 3,3 Leser
Ranking: Platz 4111
Halt mal kurz: Das Känguru-Spiel

Spielziel

Es war einmal ein Känguru. Und ein sehr erfolgreicher Autor. Offensichtlich haben beide mittlerweile den Eingang zum Gesellschaftsspiel gefunden. Denn nun gibt es sie in Kartenform. Und obwohl ich eingestehen muss, selbst kein ausgewiesener Fan der Känguru-Chroniken zu sein, hat es mich sehr gereizt, dieses Aufeinandertreffen näher unter die Lupe zu nehmen. Zudem ich von Natur aus feige und kein radikaler Linksautonomer bin und hier endlich die Chance erhalte, auf Nazis draufzuhauen. Wo kriegt man das sonst mit so wenig negativen Konsequenzen geboten?

Ablauf

Spezialhinweis vorweg: Autor und Verlag sind einen Weg der Spielregelerklärung gegangen, die ich so noch nicht vorgefunden habe. Es gibt nicht nur einfach einen Trailer zu dem Spiel, nein, die komplette Spielregel wird vom Autor selbst in ausschweifendem Prosatext gelesen, ist dazu witzig illustriert und kann hier angehört werden.

Jeder Spieler erhält eine von der Spielerzahl abhängige Anzahl von Stresskarten, die es als Erster loszuwerden gilt. Ist man an der Reihe, spielt man eine passende Karte auf den Ablagestapel und führt die darauf angegebene Aktion aus. Passend ist eine Karte, wenn sie entweder die gleiche Kategorie (witzig oder nicht witzig) oder das gleiche Symbol (Känguru, Pinguin oder Kleinkünstler) aufweist wie die zuletzt oben liegende Karte.

Die Aktionen sorgen für reichlich Veränderung und Interaktion: Es werden mal die Handkarten getauscht, neu verteilt oder per Schnick-Schnack-Schnuck-Duell einzeln von Mitspielern gewonnen bzw. verloren.

Ein Reaktionselement ist auch vorhanden, bei bestimmten Karten muss man draufhauen (ja genau: die Nazis!) und dabei nicht der Letzte sein, der dies tut. Dummerweise sehen sich Polizei- und Nazikarten auf den ersten Blick sehr ähnlich, und man muss genau aufpassen, dass man nicht auf die Polizei haut: Das gibt eine Strafkarte vom Nachziehstapel.

Eine besondere Karte verdient abschließende Erwähnung, die Karte mit dem klangvollen Namen Razupaltuff. Jenes Wort muss man, wenn man diese Karte im Laufe des Spiels (nicht zu Beginn) erhält, laut sagen und signalisiert damit allen anderen, dass man eine Karte besitzt, die kein Symbol hat und keine Kategorie: Sie kann folglich nie im eigenen Zug abgelegt werden, sondern ist nur durch andere Aktionen wieder wegzukriegen (z. B. einen Handkartentausch).

Fazit

Ich war bereits vom in der Beschreibung erwähnten Trailer entzückt. Gerade, weil hier die Spielanleitung in wirklich flüssigem Prosatext als echte Lesung ausgeführt wird. Die gewählte Illustration des Films ist ebenfalls hervorragend umgesetzt, und man bekommt sogar mitgeteilt, wenn Textpassagen auftauchen, die keine Bedeutung für das Spielverständnis haben.

Doch genug von der Werbung für das Produkt: Ist das Spiel selbst eindeutig einer der beiden Stresskarten-Kategorien zuzuordnen? Witzig oder nicht witzig?

Das zur Verfügung gestellte Material ist bestens für seinen Zweck geeignet. Die verschiedenen Aktionen der einzelnen Karten sind eindeutig darauf formuliert und helfen nach dem kurzen Studium der klar strukturierten Regel zu einem reibungslosen und raschen Einstieg. Das wäre also schon mal nicht witzig. Aber gut. Und hilfreich.

Es ist sehr viel Leben im Spiel. Nahezu jede gespielte Karte sorgt dafür, dass mindestens 2 Personen miteinander agieren. Oft wird die ganze Gruppe gleichzeitig ins Geschehen gezogen, zum Beispiel bei der Reaktionsvariante durch die Nazikarte. Es gibt sehr viele Personen, die einen solchen Mechanismus nicht witzig finden.

Ich schon. Viele meiner Mitspieler auch. Wobei die Reaktionsgeschichte mittlerweile in derart vielen Kartenspielen vorkommt, dass mich eher ein Gruppen-Schnick-Schnack-Schnuck reizt. Oder gerne auch mal der Kommunismus. Wenn ich nicht gerade derjenige bin, der kurz davor ist, seine letzte Karte loszuwerden.

Gerade diese Ärgerfaktoren und das Unterbinden eines nahezu sicher geglaubten Sieges sind Kernelemente im Spiel. Wer das mag, hat Spaß. Eindeutig und anhaltend. Wer nicht, kann sich ob der angenehm kurzen Spieldauer von maximal 20 Minuten darauf freuen, nicht unangemessen lange mitgewirkt zu haben.

Wer weiß, vielleicht kann ja sogar ein aussichtsreicher Kandidat noch unterstützt werden, um ein schnelleres Spielende herbeizuführen. Das wiederum würde alle anderen bis auf die oder den Unterstützte(n) ärgern.

Wie man es dreht und wendet, es ist ein durchaus ausgewogen daherkommendes Geben und Nehmen. Ok, mehr Hauen und Stechen. Ärger ist bei Halt mal kurz! vorprogrammiert, und das findet man eben witzig. Oder nicht witzig.

Rezension André Beautemps

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Halt mal kurz: Das Känguru-Spiel: 3,3 3,3, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.10.17 von André Beautemps - Spielreiz tendiert zu 5. Aber andererseits: Man will es sich ja auch nicht zu oft miteinander verscherzen;)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.12.17 von Peter Zanow - Für Kling-Fans ein Muss, für mich als Nichtfan reduziert es sich auf Mau-Mau mit Halligalli-Effekte und das ist zu wenig.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.01.18 von Andreas Odendahl - Witzig!

Leserbewertungen

Leserwertung Halt mal kurz: Das Känguru-Spiel: 3,3 3.3, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.03.17 von Carsten - Lustiges, kurzweiliges, zynisches und schnelles Spielchen mit ein paar Schenkelklopfern. In wenigen Minuten erklärt und nach der ersten Runde weiss man wie der Hase läuft. Gut als Erstspiel oder Absacker geeignet.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.05.17 von 00Schneider - Schönes Spiel für Zwischendurch. Wer die Bücher vom Autor kennt, dem wird das Spiel aufgrund der Insiderwitze noch besser gefallen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.12.17 von Tim Mertens - Ja, die Känguru-Bücher sind witzig, sehr witzig, aber das Spiel ist schlecht, sehr schlecht. Es ist ein grottiges Mau-Mau mit "auf die Nazis hauen" (wie unlustig) mit fizzeligen Symbolen und extrem differierender Spieldauer. Unsere erste Runde hat gefühlt 40 Minuten gedauert. Braucht kein Mensch. Völlig übergehypt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.12.17 von Dietrich

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