Rezension/Kritik - Online seit 05.08.2020. Dieser Artikel wurde 1486 mal aufgerufen.

Noch mal so gut!

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Autor: Inka Brand
Markus Brand
Verlag: Schmidt Spiele
Rezension: Michael Timpe
Spieler: 1 - 6
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2019
Bewertung: 4,7 4,7 H@LL9000
5,7 5,7 Leser
Ranking: Platz 609
Noch mal so gut!

Spielziel

Fast schon ein wenig dreist, der Titel: Noch mal so gut! Bedeutet das, Noch mal so gut! ist eben auch noch mal so gut wie das eh schon gute Noch mal!? Oder ist es sogar noch mal so gut, also als eine Steigerung zu verstehen? Klingt irgendwie nach Eigenlob und erscheint für ein kleines Würfelspiel etwas hochgegriffen. Allerdings muss man bei näherer Betrachtung durchaus zugeben: Es ist tatsächlich noch mal so gut, also mindestens so gut wie Noch mal! Kommen Sie noch mit? Einfach weiterlesen, gleich wird’s klarer (bestimmt).

Ablauf

Ein Würfel. Nein stopp, das ist nicht der gesamte Inhalt der Spielschachtel. Das ist – auf der Materialseite - der Unterschied zu Noch mal!. Spielerisch macht dieser eine Würfel allerdings einiges aus. Wer jetzt Noch mal! noch nicht kennt, kann schnell die Rezi dazu anschauen und dann an dieser Stelle wieder dazustoßen.

Alle fertig? Dann weiter zum Unterschied: Bei Noch mal so gut! spielen wir nicht mehr nur auf Spalten, sondern auch noch auf Zeilen. Und nachdem wir es noch mal gespielt haben (sorry für das Wortspiel), ganz schnell mit Schwerpunkt auf die Zeilen. Weil jede fertige Zeile bringt satte 5 Punkte sowie noch einen schönen Extrabonus, wenn man denn der Erste ist, der diese Zeile fertigstellt.

Allerdings ist so eine Zeile natürlich recht lang, und damit man sie etwas schneller fertig bekommt, gibt es den Zusatzwürfel. Dieser hat 5 verschiedene Symbole, die alle eine recht starke Sonderaktion erlauben. Beispielsweise 3 Kästchen in einer Zeile ankreuzen. Anders als normal dürfen diese aber auch von unterschiedlicher Farbe sein und müssen nicht mal nebeneinander liegen. Natürlich super, um auf einen Schlag so ein paar versprengte Einer zu füllen.

Besonders erwähnenswert - kommt daher im Fazit auch noch mal vor: die BOMBE. Hört sich nach gröberem Geschütz an, ist es auch. Erlaubt einen Bereich von 2x2 Felder irgendwo auf dem Spielplan anzukreuzen. Muss nicht mal angrenzend zu vorhandenen Kreuzchen sein, Farben sind auch egal.

Allerdings: Um den Sonderwürfel nutzen zu dürfen, muss man erst entsprechende Felder mit Symbol auf seinem Spielplan abkreuzen, ähnlich wie die Sternfelder. Bedeutet: allzu oft kann man den Sonderwürfel nicht nutzen. Und der Entscheid, für welche der attraktiven Optionen man sich entscheidet, fällt auch nicht allzu leicht. Ach, und der aktive Würfler kann den Sonderwürfel natürlich auch auswählen und damit seinen Mitspielern vorenthalten. Immerhin dürfen die Mitspieler in dem Fall dann unter allen 6 anderen Würfeln auswählen, ein kleiner Trost.

Beendet wird die Partie dann nach wie vor, wenn ein Spieler zwei Farben fertigstellen konnte. Die erreichte Punktezahl liegt dann aber meist deutlich höher als bei Noch mal!. Sollte sie das nicht sein, würde ich empfehlen: Gleich noch mal.

Fazit

Bisher war ich ja resistent gegen jedes noch so clevere Würfelspiel und all die „Verwürfelungen“ von bekannten Brettspielen. Ich hab einiges probiert, aber so richtig begeistern konnte mich keins davon. Bisher. Noch mal so gut! schafft den Unterschied für mich von nett (Noch mal!) zu interessant. Innerhalb von nur 1 Monat haben wir schon fast den ganzen Block durchgespielt. Und egal in welcher Konstellation oder Spieleranzahl (2 bis 6), alle Mitspieler waren sofort begeistert (bis auf meinen Bruder, um korrekt zu sein). Nach durchschnittlich 30 Minuten wird tatsächlich häufig sofort noch mal eine Runde gefordert.

Der entscheidende Unterschied zu den meisten anderen Würfelspielen: Das Spiel ist tatsächlich taktisch. Zwar ist durch die Würfel ein hoher Zufallsfaktor gegeben, dieser ist aber nicht gleichbedeutend mit Glücksfaktor, da ja alle Spieler immer aus den gleichen Würfeln auswählen. Für den aktiven Spieler gibt es durchaus Entscheidungen zu treffen. Opportunistisch immer die Felder füllen, wie die Würfel gerade passen? Oder versuchen, gezielt auf die Vervollständigung von bestimmten Reihen zu fokussieren? Nicht zu vernachlässigen dabei auch der Blick zu den Mitspielern. Was können die gebrauchen, wo hat man Chancen auf den ersten Platz und wo sind die Mitspieler soweit voraus, dass sich der Einsatz nicht mehr lohnt?

Spielentscheidend sind jetzt häufig die Zeilen, und das nicht rein nur wegen der Punkte. Der Zeilenbonus, Bombe, Herz und Sonderwürfel sorgen noch für zusätzlichen Schub auf der Punkteleiste.

Auf Bomben und Herzen will ich noch etwas genauer eingehen: Herzen halte ich für überschätzt. Erst mal scheint es ja interessant: Pro Herz, das man bekommt - und diese sind meist nicht knapp, da als einziges zwei Mal auf dem Sonderwürfel - erhält man beim Abschließen einer Spalte einen zusätzlichen Punkt. Das läppert sich schnell mal auf 10 - 12 Zusatzpunkte in einer Partie. ABER: Herzen kosten Zeit, weil man mit der Aktion eben keine Kreuzchen setzt. Und da jedes Herz ja auch noch erst mal 2 Punkte kostet – ein nicht genutzter Sonderwürfel ist am Schluss 2 Punkte wert – ist die Bilanz am Ende meist sehr „ernüchternd“.

Nicht zu unterschätzen ist hingegen die Bombe. Gerade am Anfang einfach irgendwo mal 4 Kästchen abkreuzen, das erhöht die Würfeloptionen in den folgenden Runden doch enorm. Damit schmelzen die ungeliebten 6er Felder zu 5ern oder ein paar lästige 1er können effizient gefüllt werden.

Es scheint mir allerdings, dass es zu Beginn des Spiels eine relativ eindeutig beste Position für die Bombe gibt - versuchen Sie mal D-S als obere linke Ecke der Bombe. Aber egal, die Bombe ist super (stark) und wer noch eine der drei „Gratisbomben“ aus der Zeilenwertung einheimsen kann, ist bei den Punkten meist vorne mit dabei.

Auf den Punkt gebracht würde ich Noch mal so gut! als (sehr gelungenes) Würfelspiel für Spieler bezeichnen. Die Kombination, dass es nicht solitär ist, da es pro Zeile und Spalte immer einen Bonus für den Ersten gibt, verbunden mit den taktischen Möglichkeiten, die der Zusatzwürfel bietet, geben dem Spiel genau das, was mir bisher bei allen anderen Würfelspielen gefehlt hat. Auch die Grundversion Noch mal! lässt es damit deutlich hinter sich.

Dass es damit dann natürlich etwas komplexer und nicht ganz so einfach zugänglich ist wie andere Würfelspiele, versteht sich. Ernsthaft komplexer als z. B. ein Einfach clever scheint es mir aber auch nicht. Und versprochen: Es lohnt sich (wenn man nicht gerade mit meinem Bruder spielt, der gegen Würfelspiele noch resistenter ist als ich)!

Rezension Michael Timpe

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Noch mal so gut!: 4,7 4,7, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.04.20 von Michael Timpe
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.04.20 von Sandra Lemberger - Eine sehr gelungene Steigerung von "Noch mal".
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.08.20 von Andreas Odendahl - Die neuen Elemente sind ganz nett, aber sorgen für viele Extreme im Spiel. Das Teil kann nun einfach hinten raus komplett explodieren. Mir gefällt es nicht so gut wie das runde und elegante erste Spiel. Daher taufe ich es um in "Immer noch ziemlich gut, aber nicht noch mal so gut..."

Leserbewertungen

Leserwertung Noch mal so gut!: 5,7 5.7, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.09.19 von Martin - Die neuen Elemente (Reihen werten, Funktion des Sonderwürfels) passen hervorragend zum Spiel und machen es NOCH MAL besser. Eines unserer Lieblingsspiele hat eine äußerst gelungene Fortsetzung gefunden. Hoffentlich gibt es auch hier wieder zusätzliche Ausgaben mit andersfarbigen Blättern. Im Übrigen empfinden wir das Spiel nicht als zu glückslastig und auch nicht als solitär.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.10.19 von Comiko - Bei der neuen Noch Mal-Variante gibt es nun auch Punkte für vollständige Reihen und einen weiteren Würfel mit zusätzlichen Funktionen. So kann man z.B. auch ganze 6er-Blöcke auf einmal sprengen, 2 Kreuze voneinander entfernt auf dem Block machen (super für das Komplettieren von Reihen), die Punkte für vollständige Spalten schrittweise erhöhen usw. Das Spiel wird dadurch komplexer und bringt neuen Spielreiz. Erfreulich ist, dass die Farben rot und orange nun auch bei schlechtem Licht gut unterscheidbar sind. Klare Kaufempfehlung!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.07.20 von Daniel R. - Viel hilft nicht immer viel! Vorab: Nochmal so gut ist ein gutes Spiel. Aber das normale "Nochmal" ist für meinen Geschmack besser. Durch den Zusätzlichen Würfel werden die Zwänge weniger, konnte man bei Nochmal die Gegner mehr oder weniger eine Kombination aufzwingen, ist das jetzt schwieriger geworden, es bleiben einfach immer zu viele gute Alternativen. Ausserdem alles einen Tick zu viel, zu lang. Die Gradlinigkeit, Einfachheit, Eleganz geht ein wenig gegenüber den Vorgänger verloren. Wie gesagt ein Gutes Spiel das man gerne ab und an Spielen kann. Hab ich die Wahl würde ich aber den Vorgänger meistens vorziehen.

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