Rezension/Kritik - Online seit 05.10.2012. Dieser Artikel wurde 5039 mal aufgerufen.

Einauge sei wachsam

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Autor: Michael Kiesling
Wolfgang Kramer
Illustration: Eckhard Freytag
Markus Wagner
Verlag: AMIGO
Rezension: Horst Sawroch
Spieler: 2 - 5
Dauer: 45 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2009
Bewertung: 3,9 3,9 H@LL9000
3,8 3,8 Leser
Ranking: Platz 4219
Download: Kurzspielregel [PDF]
Einauge sei wachsam
Auszeichnungen:2009, Spiel der Spiele Hit für Familien Empfehlungsliste2009, Spiel des Jahres Empfehlungsliste

Spielziel

Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Piraten. Mit Goldmünzen oder Säbeln versuchen sie, Inseln und deren Schätze in Besitz zu nehmen und diese möglichst gewinnbringend auszubeuten. Können keine Inseln mehr erworben oder erkämpft werden, bleibt nur noch die Frage zu klären: Wer hat trotz Einauges Wachsamkeit das größte Vermögen erbeutet?

Ablauf

Einauges Inselwelt besteht aus 56 Inselkarten in 8 Gebieten (Farben), also 7 Inseln je Farbe. Jede Insel birgt neben ihrer Farbe eine unterschiedliche Anzahl von Schätzen (Schatzkisten, Säbel, Juwelen) und hat somit ihren eigenen Wert sowie ihre eigenen Kosten. Erobert und in die eigene offene Auslage übernommen werden diese Inseln entweder

- durch Kauf (Bezahlung mit Goldmünzen) aus einem Inselgebiet von stets 6 Inseln oder

- durch Kampf (Bezahlung mit Säbeln) aus Einauges Schutzbereich, „dem Piratentisch“, der bis zu 6 Inseln aufnehmen kann.

Durch farblich gleiches Anlegen bilden sich im Laufe des Spiels vor jedem Spieler so genannte Inselgruppen (max. 7 Karten in jeder Farbe). Wird eine Karte in gleicher Farbe angelegt, bringen alle Karten dieser Reihe Beute (Dukaten, Säbel und Diamanten). Die Beute besteht immer aus allen Schätzen der Inselgruppe. Die Schatztruhen wirken sich am Spielende gewinnbringend aus, indem die Anzahl der Schatztruhen in einer Farbe belohnt wird.

Spielvorbereitend erhält jeder Spieler als Piratengrundausstattung 2 Säbel, 20 Dukaten und 1 Juwel.

Ausgelegt werden 6 Inseln zum Kauf und 1 Insel auf den Piratentisch. Die restlichen 49 Inselkarten werden als Nachziehstapel bereitgelegt. Zuunterst folgen dann noch 8 Schiffskarten, die eine Art Jokerfunkion besitzen und das Spielende einläuten.

Zug um Zug wird nun die Inselwelt wie folgt in Besitz genommen:

Spielablauf

  1. Aus der Auslage eine Insel kaufen und offen vor sich ablegen

  2. Die Beute der Insel(gruppe) einstreichen

  3. Vom Piratentisch eine Inselkarte erkämpfen (falls möglich) und offen vor sich ablegen

  4. Erneut die Beute der Insel(gruppe) einstreichen

  5. Aus der Auslage eine Insel auf den Piratentisch legen

  6. Die in der Inselweltauslage entstandenen Lücken wieder bis auf 6 Inseln mit Inselkarten des Nachziehstapels auffüllen

Spielende

Erscheint bei der Ergänzung der Inselweltauslage eine der Schiffskarten, läutet dies die letzte Spielrunde ein. In der Schlussrunde können die Spieler nur noch Inseln erkämpfen (Säbel).

Anschließend werden Gold, Säbel und Schatztruhen in Juwelen aufgewogen, und wer dem wachsamen Einauge die meisten dieser Glitzersteine entwendet hat, ist zu Recht Piratenkönig!

Fazit

Einauge sei wachsam ist ein Kartenlegespiel, dessen Tiefe sich erst spät offenbart.Titel und Kartongestaltung lassen ein anspruchsvolles Strategiespiel erwarten, die Spielalterempfehlung (ab 10 Jahren) und die ungefähre Spielezeit (30 - 45 Minuten) stellen dies jedoch gleich wieder in Frage.

Öffnen wir den Karton, finden keine wir keine Luftnummer, sondern ansprechendes Spielmaterial – Spielkarten, Goldmünzen und Säbelkärtchen in guter Qualität sowie schöne farbige Edelsteine in unterschiedlichen Werten. Die Inselkarten präsentieren ihre drei Informationen: Farbe, Kaufpreis und Belohnung (Dukaten, Säbel, Juwelen, Schatztruhen) übersichtlich und sind dennoch gleichzeitig detailgetreue, bildschöne kleine Kunstwerke, die Urlaubssehnsucht wecken.

Die Spielregel ist reich bebildert und lässt keine Fragen offen. Ich halte die Struktur jedoch für verbesserungswürdig. Eine zusätzliche kurze seitliche Zusammenfassung wäre hilfreich gewesen. Ferner wurde zur Erstauflage ein Nachtrag notwendig, der aufkommende Fragen zur Schlussrunde wie folgt deutlicher erklärt:

„Das Spielendende ist in Sicht, sobald ein Spieler die erste Schiffskarte vom Stapel aufdeckt und in die Auslage legt. Die angefangene Runde wird zunächst noch zu Ende gespielt, so dass alle Spieler gleich oft an der Reihe waren.“

Im Spiel gilt es der Versuchung zu widerstehen, gleich Inseln mit reichem Juwelenangebot in die eigene Auslage zu legen und dabei den Nachschub an Dukaten oder Säbeln zu vernachlässigen. Womit sollen dann in den folgenden Zügen Inseln erworben oder erobert werden? Die Inselkarten bieten dazu vielfältige Gold- und Schatzvarianten und sind sehr gut austariert; so sind z. B. Karten mit Truhen preiswert, bringen aber keinen Ertrag. Den besonderen Reiz des Spiels macht der Spielmechanismus aus. Zum einen der angestrebte Doppelzugmechanismus (Inselkauf (Gold)) und Inselkampf (Säbel) und zum anderen der Beutemechanismus, bei dem durch das Anlegen einer einzelnen Karte die Schätze einer ganzen Kartenreihe ausgelöst werden.

Soll man sich als Insel(farben)monopolist bereichern oder auch an anderen Inseln teilhaben (Schatztruhen)? Vielfalt oder Monopol heißt der ständige Entscheidungszwang.
Der bekanntermaßen menschlichen Gier entgegenwirkend, wurde die Ausbaumöglichkeit der Inselgruppen begrenzt (max. 7 Inselkarten).
Bereichernd und den erwähnten Monopolismus ebenfalls eindämmend, finde ich die Spielregelvariante, bei der zusätzlich in der Schlusswertung auch die Farbenviefalt der gesammelten Inseln belohnt wird.

Das Spiel funktioniert in allen Besetzungen ausgesprochen gut. Erst bei voller Spielerzahl nehmen alle Inselkarten teil, ansonsten werden 1 bis 3 Farben aussortiert und verknappen somit das Angebot und die Schatzkistenmehrheiten. Im Spiel zu zweit schwelgt man dennoch in Auswahl und trifft trotzdem seine Auswahl gleichzeitig berechnender. Mit steigender Spieleranzahl steigt - durch die gerade verfügbare Auslage - der Glücksanteil im Spiel.

Deutlich hinweisen sollte man vor Spielbeginn auf die Bedingungen der Schlussrunde (Inselübernahme nur durch Kampf = Säbel) sowie die Endwertung der Schatztruhen. Eröffnen sich doch häufig in der Schlussrunde Möglichkeiten, spielentscheidende Mehrheiten zu ändern, zum Beispiel durch den Erwerb von Schatzkisteninseln.

Einauge sei wachsam ist auf Grund einfacher Regeln und kurzer Spieldauer nicht nur als Familienspiel zu empfehlen. Ist man mit mehr als einem Einauge wachsam und hat Möglichkeiten und Auswirkungen bei den anderen Spielerpiraten im Blick, bieten sich auch taktische Möglichkeiten: Welche Kaufinsel verschiebt man auf den Piratentisch? Gerne eine, die der folgende Pirat benötigt und dann mit Säbeln erkämpfen muss, oder eine mit Säbel - diese kostet dann vier Säbel!

Auch wenn das Thema sehr aufgesetzt ist und kein rechtes Piratenfeeling unter den Spielern aufkam, fand das Spiel als solches in allen Spielrunden Anerkennung und Zuspruch. Ein grundsolides Spiel, mit kurzer Spieldauer, aber lang anhaltender und durch das stets wechselnde Inselangebot abwechslungsreicher Spielfreude. Zu Begin oder am Ende eines Brettspielabends tauchen wir immer wieder gerne ein in die Karibik und fordern Einauges Wachsamkeit heraus. Oft hole ich dazu das Spiel dann aus einem der Kinderzimmer!

Rezension Horst Sawroch

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Einauge sei wachsam: 3,9 3,9, 10 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.06.09 von Horst Sawroch - Herrlicher Kurzspielspass - liegen die richtige Karten nicht in der Bordauslage müssen die Säbel rasseln...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.03.09 von Udo Kalker - Stimmiges Familienspiel, welches Sammeln und Mehrheitenbildung auf den Punkt bringt. Ohne viel Erkläraufwand ist schnell mal eine Partie gespielt bei der man die Mitspieler im Auge halten muss.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.04.09 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.05.09 von Jochen Traub
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.11.09 von Jörn Griesbach
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.01.12 von Michael Andersch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.08.12 von Mahmut Dural - Sehr flaches Familienspiel mit gutem Material. Eher eine Enttäuschung vom Erfolgsduo Kramer-Kiesling.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.10.12 von Andreas Molter
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.11.12 von Randolph Betten - Am Spieltisch fesselt mich dieses SPiel nicht. Lediglich die Online-Variante macht auf Dauer Spaß.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.09.19 von Monika Harke - schnell gespielt, immer wieder gerne

Leserbewertungen

Leserwertung Einauge sei wachsam: 3,8 3.8, 12 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.06.09 von Andreas D. Becker - Seichte Bespaßung, die nicht viel von den Mitspielern verlangt. Wer am Ende gewinnen wird, ist meistens völlig unklar, warum derjenige gewonnen hat, allerdings auch. Ich finde, dass das Spiel für ein so simples Kartenspiel recht teuer ist.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.07.09 von Thomas Hammer - Einfaches und eingängiges Spielprinzip, schnell erklärt, schnell gespielt. Mit nicht allzuviel Tiefgang aber doch recht spannend. Was zunächst sehr beliebig dahinplätschert, wird nach einigen Partien dann doch taktischer. Als Familienspiel Tendenz zur Note 5 (mit "Farbvariante"), empfehlenswert.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.01.10 von Martina Gerke - Ich liebe dieses Spiel seit ich das erste Mal gespielt habe! Es muss ja nicht immer hoch komplex sein um zu gefallen. Und man muss schon gut überlegen, ob man den anderen die Suppe versalzt oder ob man sich selbst gutes tut. Manchmal kann man auch beides vereinen. Zu zweit spielbar aber nicht unbedingt empfehlenswert. Ab drei Personen finde ich es klasse.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.09.10 von Gülsüm Dural - Zu zweit ist es ein Flop
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.10.10 von Frank Bergner - Eigentlich ein schönes Familienspiel, aber leider sprang in unserer Gruppe aufgrund des hohen Glückanteils der Funke nicht rüber.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.12.11 von Patrick Inauen - Nett, mitunter auch spannend und unterhaltsam. Material ist gelungen. Aber die ständige Wechslerei mit den Dukaten, Juwelen, und Säbeln nervt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.10.12 von Matty - Nachdem das Spielende des Spiels inzwischen modifziert wurde, ergibt sich ein toll gestaltetes, schnell erlernbares Familienspiel, das mit etwas Übung auch in weniger als den angegebenen 45 Minuten gespielt werden kann. "Strategie" ist kaum nötig, doch ist man taktisch durchaus gefordert, aus der jeweiligen Situation das Beste herauszuholen und vor allem dem folgendem Spieler keine Vorlagen zu liefern. Einauge sei wachsam haben wir bislang in wechselnden Besetzungen zu zweit, dritt und viert gespielt. Es kam jedes Mal gut bis sehr gut an, vor allem zu dritt und viert. Zu Partien in Vollbesetzung kann ich nichts sagen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.10.12 von Wolfram Dübler-Zaeske
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.10.12 von Dany Kemmler - Wird bei uns immer wieder gern gespielt, ist nicht der ultra Hammer aber hat auch schoene relativ einfache Regeln, die einen dazu bringen, es doch immer mal wieder auf den Tisch zu bringen. An sich ein solide gemachtes Familienspiel, was aber auch relativ taktisch gespielt werden kann.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.10.12 von wombel - Wiederspielreiz könnte höher sein ...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.10.12 von Marc Jünger - Nur für Runden mit Kindern oder bei Yucata.de geeignet. ;) Ansonsten ist es zu einfach, zu glückslastig.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.12.12 von David

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