Rezension/Kritik - Online seit 10.05.2012. Dieser Artikel wurde 4736 mal aufgerufen.

Rummelplatz

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Autor: eggertspiele & friends
Illustration: Franz Vohwinkel
Alexander Jung
Harald Lieske
Klemens Franz
Michael Menzel
Dennis Lohausen
Verlag: eggertspiele
Rezension: André Beautemps
Spieler: 3 - 6
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2010
Bewertung: 3,4 3,4 H@LL9000
2,9 2,9 Leser
Ranking: Platz 5258
Rummelplatz

Spielziel

Gewinne, Gewinne, Gewinne! Kommse ran und spielnse mit, hier wartet das große Los auf Sie!

Diese und analoge Aussagen kennt jeder, der schon einmal eine Kirmes, einen Jahrmarkt oder eben Rummel besucht hat. Und auch hier steht ganz am Ende was? Na klar, die Losbude mit dem Hauptgewinn!

Ablauf

Wer ein solches Fest besucht, wird in der Regel (zumindest nicht an einem Tag) alle Attraktionen besuchen können. So geht es den Spielern hier auch. An insgesamt vier Stationen auf dem rechteckigen Spielplan muss sich die Gruppe jeweils für eine von zwei möglichen Angeboten entscheiden. Das heißt, die Entscheidung trifft eine Person für die gesamte Gruppe. Zunächst der jüngste Mitspieler, anschließend der obligatorische Nachzügler (einer geht ja immer langsamer als alle anderen).

Die einzelnen Jahrmarktbuden sind voneinander unabhängig, d. h. jede Attraktion ist ein eigenes kleines Spiel in sich. Als Erstes entscheidet man sich für einen Besuch bei der Wahrsagerin oder für eine Runde Hau den Lukas. Bei der Wahrsagerin muss man gewinnbringende Pluspunktkarten entweder geschickt an allen Mitspielern vorbeischummeln oder den gierigeren Charakteren ebenfalls vorhandene Minuspunktkarten zuschustern. Um bei der Kraftprotzerei vorne zu liegen, sollte man innerhalb einer durch eine Sanduhr vorgegebenen Zeitspanne möglichst viele Mehrfarbwürfel in einer vorgegebenen Reihenfolge aufeinanderstapeln.

Die nächste Entscheidung ist zwischen dem Pferderennen oder dem Greifer zu treffen. Beide sind als Teamspiel konzipiert, d. h. es werden Paare gebildet. Beim Rennen muss durch Erwürfeln von Drillingen das eigene Pferd schneller als die der Gegner nach vorne gebracht werden, beim Greifer spielt abwechselnd ein Partner den Greifarm und wird von dem anderen durch Wortanweisungen dirigiert. Der zum temporären Roboterdasein verurteilte Teilnehmer kann die Spielfläche (bestehend aus dem Unterteil der Umverpackung) nicht sehen, sondern nur eine Sichtblende, welches ihm die Anweisungsworte in Bewegungsrichtungen übersetzt. Es gilt auf diese Art einen möglichst wertvollen Diamanten aus mehreren im Schachtelinneren verteilten herauszufischen.

Station Nummer 3 scheidet den Weg zwischen dem Autoscooter oder der Riesenschiffsschaukel. Um dem Nervenkitzel des Elektroautofahrens gerecht zu werden, wird zunächst ein Stapel sortiert, in dem eine Tilt!-Karte enthalten ist und dieser verdeckt hingelegt. Je höher die Tilt!-Karte liegt, umso mehr Punkte gibt es, allerdings ist das Risiko, hier auszuscheiden, ebenfalls ungleich höher. Analoges gilt für den alternativen Besuch der großen Schaukel. Hier heißt es: Weit außen sitzen bringt richtig viele Punkte, allerdings ist der sogenannte Kotzfaktor ebenso höher und kann einen schneller aus der Bahn werfen, als einem lieb ist.

Bevor es an die spielabschließende Losbude geht, bekommt es die Jahrmarkttruppe noch mit der Achter- oder der Geisterbahn zu tun. Bei beiden Spielen geht es um eine gewisse Merkfähigkeit. Auf der Achterbahn wird wiederum paarweise gefahren. Eine Sanduhr lang haben die Mitfahrer Zeit, beliebig viele Karten der Attraktion, die anschließend in gleicher Reihenfolge aufgedeckt werden, vorab zu sichten, um die darauf geforderte Bewegung anschließend parallel zum Aufdecken der Karte durchführen zu können. In der Geisterbahn sitzen alle Mitspieler auf einmal. Hier gibt es je Spieler zwei von insgesamt sechs Figuren, vor denen er persönlich richtig Angst hat. Da so etwas nie zugegeben wird, müssen die Mitspieler diese Figuren herausfinden, indem sie aufpassen, wer bei einer aufgedeckten Karte angsterfüllt schreit. Vor mindestens einer der vier abgebildeten Figuren hat diese Person nämlich Schiss. Nach der Fahrt werden dann den Mitspielern durch die jeweils anderen die Figuren zugeordnet und diese Zuordnung anschließend kontrolliert.

Innerhalb jeder Runde werden Punkte gesammelt, die am Ende des Spiels in Freilose umgewandelt werden. Wer vorne liegt, erhält die meisten Freilose, die anderen der Reihenfolge entsprechend jeweils ein Freilos weniger. Aus einer bestimmten Anzahl Diamanten, die unsichtbar in einem Stoffbeutel hocken, muss man den einzigen roten herausziehen, damit man diesem Rummel als Gewinner entfliehen kann.

Fazit

Dieses Spiel ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Da wäre zunächst die Tatsache der Autorenanhäufung, die rekordverdächtig erscheint. Wie mir berichtet wurde, fanden diverse Treffen aller Beteiligten in gut vorstellbarer Ruhe und Gelassenheit sowie in äußerst diszipliniertem Rahmen statt. Vermutlich wirklich rekordhaltend scheint die Anzahl der gegenseitigen Verrücktheitsbestätigungen und -beschuldigungen zwischen Autoren, Grafikern und Verlagsmitarbeitern bei diesen Treffen zu sein. Das alles jedoch tritt in den Hintergrund, wenn denn was Vernünftiges bei rauskommt.

So die vermeldeten Besucherzahlen der Kirmesgroßveranstaltungen stimmen, sollten sich viele Menschen durch das äußere Erscheinungsbild dieses Rummelplatzes locken lassen. Vorder- wie Rückseite sind thematisch einstimmend und locken schon mit wesentlichen Fakten. Einer ist die Anspruchskategorisierung, demzufolge der Verlag selbst dieses Spiel in die Schublade "einfach" steckt. Auch die zutreffend angegebene Spieldauer von einer halben Stunde deutet bereits darauf hin, dass man es nicht mit einem echten Hirnverzwirbler zu tun bekommt.

Das zur Verfügung gestellte Material ist grundsätzlich gut und ebenfalls stimmig. Allerdings wird für jedes Einzelspiel dieser etwas anderen Spielesammlung eine andere Zusammenstellung an Material benötigt, manches davon nicht eindeutig nur einem Teilspiel zuordbar. Diese Aufgabe stellt insbesondere Anfängerrunden meistens vor das Problem, dafür dann eine gewisse Extrazeit kalkulieren zu müssen. Zuzüglich der für das Studium des jeweils relevanten Abschnitts der Spielregel. Jene ist insgesamt betrachtet gut und vollständig, alles andere hätte hier auch überrascht.

Ein in den Testrunden (meist vor Spielbeginn, nach Erläuterung des Spielablaufs) häufig geäußerter Kritikpunkt war die Tatsache, dass es möglich ist, trotz aller Anstrengungen und herausragenden Siegen in den Zwischenrunden am Ende leer auszugehen, weil das pure Glück entscheidet. Doch was wäre Glück ohne Statistik? In den allermeisten Fällen hat der durch fleißiges Punktesammeln Erst- oder Zweitplatzierte den Hauptgewinn gezogen, nur ein einziges Mal konnte eine schlechter platzierte Person das große Los ergattern. Abgesehen davon handelt es sich bei dem Gesamtwerk um spielerisch leichte Kost, da sollte der in der Tat vorhandene Zufallsfaktor in der Endabrechnung milder bewertet werden. Habe ich zwei oder mehr Stunden über einem Monumentalwerk gebrütet und keine erkennbaren Fehler gemacht, ist bei einer nicht nachzuvollziehenden logischen Endabrechnung der Unmut möglicherweise angebracht. Hier jedoch gilt es, Contenance und Augenmaß zu bewahren und auch mal einem deutlich schwächeren Rummelisten den Hauptpreis zu gönnen.

Das Kernelement an der Geschichte ist der Spielspaß in den einzelnen Rubriken. Da es derer insgesamt acht gibt, gibt es selbst bei Nichtjuristen mehrere verschiedene Meinungen zu den einzelnen Elementen. Mit einer locker eingestellten Truppe und der Vorstellungskraft, dass man tatsächlich einen gemeinsamen Jahrtmarktsbesuch unternimmt, um sich dort mal dies und das anzuschauen, lässt sich eine sehr fröhliche halbe Stunde viel zu schnell herumkriegen. Wem aus welchen Gründen auch immer weder Thema noch Einfachheit der Mechanismen zusagen, der wird wohl auch nicht durch Ausprobieren dem Stockholmsyndrom erliegen.

Wer sich auf die kleinen Spielchen einlässt, die sich in diesem Gesamtwerk tummeln, wird überrascht sein, dass durch die abwechselnde Zusammenstellung keine großartigen Ermüdungserscheinungen durch häufige Wiederholungen auftreten. Im Gegenteil, man entwickelt analog zum großen Bruder Vorlieben für bestimmte Attraktionen ("Lass uns zur Schiffsschaukel gehen! Ich will zur Schiffsschaukel!!!"). Wen dies zu einem käuflichen Erwerb getrieben hat, der hat eine kleine alternative Spielesammlung, derer sich niemand zu schämen braucht.

Zwei abschließende Punkte sollen für eine mögliche Kaufentscheidung nicht unerwähnt bleiben: Zum einen wird je verkauftem Exemplar ein Euro an die Kindernothilfe überwiesen, ein mehr als gemeinnütziger Verein. Zum anderen wird es wohl bei diesem Verlag kein vergleichbares Werk mehr geben, glaubt man der Aussage des Inhabers: "Es war ein schönes und sehr interessantes Projekt. Aber unglaublich anstrengend. Ich glaube, so etwas möchte ich nie wieder machen." Aber, aber, Herr Eggert, denken Sie an Mr. Bond: "Never say never again!"

Rezension André Beautemps

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Rummelplatz: 3,4 3,4, 10 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.01.12 von André Beautemps
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.11 von Rene Puttin - Tolle Idee, mit einigen wirklich guten, einigen total verrückten (im positiven Sinne) und einigen bescheuerten (im negativen Sinne) Spielen. Insgesamt ein schönes Partyspiel
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.11 von Nicole Biedinger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.11 von Frank Gartner - Lustige Spielesammlung, die man mit dem entsprechenden Humor nehmen muss und dann ist es auch noch für einen guten Zweck. Mal ein ganz anderer Eggert! :-)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.04.11 von Jochen Traub - Ein Spiel mit wenig Anspruch, viel Interaktion und Spass. Regeln sind etwas lang, da 10 Spiele drin sind.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.02.12 von Sandra Lemberger - Vor allem Kindern macht das Spiel unheimlich Spaß - da spielt man auch als Erwachsener gerne mal mit. Vor allem die Geister- und Achterbahn finde ich sehr gelungen (würde ich mit 6 benoten), andere Spielchen waren mir wiederum ein bisschen zu banal, daher Gesamtnote 4.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.05.12 von Steffen Wallraff
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.05.12 von Andreas Odendahl - Für Menschen, die gerne Party-Spiele, Fun-Spiele oder etwas in der Art spielen, liegt der Spielreiz eher bei 5 oder gar 6. Mir sind solche Spiele ein Greuel... Das ist schade, denn jetzt denken alle Leute, ich wär ein Miesepeter! Ich glaub aber, dass das nicht stimmt. Ich mag nur eine andere Art Spiel. Und solche Spiele wie dieses absolut nicht. Ich gebe aber zu, dass man, wenn man gezwungen wird so was zu spielen, durchaus seinen Spaß hat! Wenn man sich drauf einläßt! Bis man dann zur Schlußwertung kommt... Trotzdem gehe ich davon aus, dass ich zum Spielen nicht gezwungen werde, sondern es freiwillig mache. Daher hat dieses Spiel keinen Spielreiz für mich. Für andere schon. Aber das hier ist ja meine Bewertung. Schade, dass es keine 0 gibt...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.05.12 von Randolph Betten - Ein bisschen zu viel für meinen Geschmack....
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.11.13 von Frank Lehmann

Leserbewertungen

Leserwertung Rummelplatz: 2,9 2.9, 8 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.11 von Matty - Spielesammlung verschiedener Autoren, an sich durchaus schön gestaltet, aber nur für Hardcore-Partyspielfans geeignet - wenn überhaupt. Ich könnte jetzt das Phrasenschwein eröffnen ("viele Köche..."), zitiere aber lieber eine Mitspielerin: "Das Spiel ist gut - wenn man einen sitzen hat...".
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.11 von Tim Mertens - Die Grundidee der Spielesammlung ist witzig und einige Spielchen sind ganz nett und spaßig. Aber einige sind so banal und langweilig, dass es einfach nur öde ist und man das Ende herbeisehnt. Aufsummiert ein sehr mäßiges Ergebnis.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.11 von Marco Stutzke
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.02.11 von HilkMAN - Ganz großartig, einfach wegen der vielen Lacher. Nicht alle Spielchen sind gleichermaßen gelungen, aber einige dafür besonders toll. Bei uns ein echter Renner.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.05.11 von Cosi
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.05.12 von docholz - Viel zu viel in einem Spiel. Untauglicher Versuch trotz hohem Aufwand bei der Ausstattung. Aber wer soll das Spielen?
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.05.12 von Braz - mir hat`s auch nicht so wirklich gefallen
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.09.12 von Jochen - Meiner Frau gefällt es super. Ich werde nicht warm damit. Kein einziges der Mini-Spiele schafft es mich zu begeistern.

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