Rezension/Kritik - Online seit 28.06.2018. Dieser Artikel wurde 1505 mal aufgerufen.

Sushi Go Party!

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Autor: Phil Walker-Harding
Illustration: Nan Rangsima
Verlag: Zoch Verlag
Gamewright
Devir
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 2 - 8
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2016, 2017
Bewertung: 4,5 4,5 H@LL9000
4,3 4,3 Leser
Ranking: Platz 1719
Sushi Go Party!
Sushi Go Party!

Spielziel

Darf ich dich mal was fragen? Wenn du ein Restaurant besuchst, bestellst du dir immer und immer das Gleiche, was dir halt am besten schmeckt, oder probierst du gerne etwas Neues aus? Ich persönlich gehöre eher zur zweiten Kategorie. Ich liebe die Abwechslung, bin neugierig auf Unbekanntes und lasse mich auch gerne überraschen.

Aus diesem Grund ist Sushi Go Party! genau richtig für mich, denn statt altgewohnter, schon Dutzend- und Aberdutzendmal verdauter Kost, wie beim alten Sushi Go!, bietet die Neuheit aus dem Zoch Verlag nun variantenreiche Menüs für jeden Geschmack und viele, viele Mahlzeiten.

Ablauf

Die Grundregeln von Sushi Go! sind ja schon von René Puttin ausführlich erklärt worden, weshalb ich an dieser Stelle auf seine Rezension vom 25. Jänner 2015 hier auf H@ll 9000 verweise. Bei Sushi Go Party! sind die Regeln im Prinzip völlig gleichgeblieben. Nach wie vor werden in drei Durchgängen Karten gedraftet, ausgespielt und gewertet, bis am Ende der Punktebeste als Sieger feststeht.

Der große Unterschied besteht nun darin, das es keinen fixen Kartensatz mehr gibt, der in jeder Partie herangezogen würde. Bei Sushi Go Party! kann man sich das Kartendeck aus mehreren Gerichten zusammenstellen. So gibt es etwa statt einer Sorte "Maki" gleich 3 verschiedene zur Auswahl. Und als "Appetizer" hat man nun die Wahl aus 9 unterschiedlichen Häppchen.

Die Spielregel bietet 8 verschiedene Empfehlungen, aus welchen Karten man sich sein Lieblingsmenü zusammenbauen kann. Man kann es aber auch frei zusammenstellen sozusagen "à la carte", solange man sich bei der Auswahl an bestimmte Vorgaben hält: Immer alle "Nigiri" verwenden, stets genau 1 Sorte "Maki", dazu 3 Sorten "Appetizer", 2 Sorten "Specials" und 1 Sorte "Dessert".

Für welche Menüfolge man sich auch immer entschieden hat, schlussendlich gewinnt der Spieler, dessen Marker - ein Sojafläschchen - auf der Siegpunktleiste am weitesten vorangerückt ist.

Fazit

Mich fasziniert nach wie vor, wie gut der Drafting-Mechanismus zum Thema "Running Sushi" passt. Wenn in so einem japanischen Restaurant ständig Leckerbissen auf einem Laufband vorbeiziehen, man sich aber bloß 1 Stück davon gleichzeitig nehmen darf, kann dieses Dilemma nicht besser in ein Spiel umgesetzt werden als durch "Draften", bei dem man sich ja auch nur 1 Karte aus einer Kartenhand wählen darf und die anderen weiterreichen muss, mit der Hoffnung, vom anderen Nachbarn etwas Brauchbares zu erhalten.

Die neuen Karten bringen natürlich eine Menge Abwechslung ins übliche Sushi Go!-Schema. Nur wenige Karten haben fixe Punktewerte. Die meisten Karten beziehen sich auf eigene ausliegende, auf von Mitspielern gespielte, oder auf insgesamt gesammelte Karten desselben Kartentyps. Genau diese Mischung hat schon bei Sushi Go! ausgezeichnet funktioniert, und sorgt auch bei Sushi Go Party! für eine Extraportion Nervenkitzel und ein gewisses Maß an Interaktion Hier auf jede einzelnen Kartentyp einzugehen, würde diese Rezension sinnlos aufblähen, aber es schon einige interessante Effekte dabei, die den Spielreiz dieses eigentlich einfachen Spiels recht hoch halten.

Die acht in der Anleitung empfohlenen Sets wurden nach bestimmten Kriterien ausgewählt. So findet man eine anfängerfreundliche Version für den schnellen Einstieg, eine anspruchsvolle Zusammenstellung für erfahrene Spieler, ein Menü mit möglichst vielen Sushi Go Party!-Neuheiten auf einmal, eine sehr interaktive und ein bisschen fiese Version, eine für größere Gruppen und eine für 2 Spieler besonders gut geeignete.

Wer will, kann sich jedoch auch sein eigenes Menü zusammenstellen, entweder zufällig mit Hilfe der Menükarten, oder nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen. In diesem Fall müssen aber unbedingt die - bereits erwähnten - Vorgaben berücksichtigt werden, welche aber recht übersichtlich auf dem Spielplan abgedruckt sind.

Dies bringt uns zum Spielmaterial. Die Grafiken (Illustrator: Nan Rangsima) sind im gewohnten Stil. Leicht verständliche Symbolik, bunte Farben, schräge Zeichnungen, etwas Comic-artig mit Gesichtern auf allen Speisen, und damit absolut passend für ein Spiel mit japanischem Thema.

Allerdings ist alles in einer viel zu großen Schachtel untergebracht. Gerade mal 220 Karten (inklusive der beiden Mini-Erweiterungen), 8 Sojafläschchen zum Festhalten der Siegpunkte der Spieler (sie ersetzen den Wertungsblock) und ein Spielbrett lassen reichlich Luft in der Box. Das Spielbrett enthält zwar nützliche Spielhilfen, es hätte aber genauso gut anders und platzsparender gelöst werden können. Die Karten können zwar im Inlay sauber sortiert werden, wird die Schachtel jedoch geschüttelt oder umgedreht, fliegen alle Karten mangels Halt wild durcheinander. Diese Unterbringung kann man daher als suboptimal betrachten.

Dafür ist Sushi Go Party! nun für bis zu 8 Personen spielbar. Das passt sehr gut zum Spiel, welches sich vom taktischen Anspruch ohnehin an Gelegenheitsspieler und Familien richtet und mit größeren Gruppen jetzt eine noch breitere Schicht abdeckt. Die Spieldauer bleibt trotzdem - wie bei Drafting-Spielen üblich - fast gleich. Ich kann daher Sushi Go Party! allen Freunden lockerer Spiele uneingeschränkt empfehlen, lediglich die Verpackung hätte ohne weiteres etwas kompakter ausfallen können.

Rezension Franky Bayer

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Sushi Go Party!: 4,5 4,5, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.01.18 von Franky Bayer - Unpraktische Schachtel, daher Abzüge beim Material. Aber spielerisch eine Aufwertung von Sushi Go!, da es mehr Abwechslung bietet.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.02.18 von Michael Kahrmann

Leserbewertungen

Leserwertung Sushi Go Party!: 4,3 4.3, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.02.18 von Oliver Müller - Als leidenschaftliche "Sushi Go" - Spieler, bedurfte es keiner langen Überlegung. Mehr Varianz - gleicher Spielspaß. Soweit alles in Ordnung. Die Schachte ist natürlich preisverdächtig - als "Mogelpackung des jahres". Aber - so ist das nin mal in der Branche: Große Packung, höherer Preis. Der Für ein Kartenspiel auch nicht ohne ist. Das Spiel bekommt gute 5 Punkte, das ganze drumherum drei.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.08.18 von Legolars - Etwas zu aufwendig gestaltete Variante vom kleinen Kartenspiel Sushi Go! Sicherlich ein spaßiges Spiel, das allerdings in der kleinen Schachtel ausgereicht hat!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.09.18 von Waiko - Ich brech jetzt mal ne Lanze für die große Schachtel. Die ist genauso praktisch wie bei DOMINION & Co, weil man die Karten nicht ständig neu sortieren muss. Und dabei kostet Sushi Go Party im Schnitt sogar weniger. Vom Spiel her mag ich das Drafting ganz gerne, finde es auf Dauer aber etwas "unwürzig".

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