Rezension/Kritik - Online seit 09.10.2006. Dieser Artikel wurde 13063 mal aufgerufen.

KRIMI total - Die zweifelhafte Welt der Märchen

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Autor: Jörg Meißner
Antje Hansen
Verlag: JMCreative
Rezension: Kathrin Nos
Spieler: 8 - 9
Dauer: 180 - 240 Minuten
Alter: ab 16 Jahren
Jahr: 2005
Bewertung: 5,7 5,7 H@LL9000
5,6 5,6 Leser
Ranking: Platz 207
KRIMI total - Die zweifelhafte Welt der Märchen

Spielziel

Im dritten Fall der Reihe "KRIMI Total" werden wir Spieler ins Märchenland versetzt. Die 7 Zwerge sind tot aufgefunden worden - welche der anwesenden Märchenfiguren hat sie umgebracht?

Ablauf

Jeder der 8 oder 9 Spieler erhält vorab seine Rollenbeschreibung und erfährt, ob er der Mörder ist. Nur dieser Spieler darf während der Partie lügen - alle anderen müssen immer die Wahrheit sagen (außer, sie erhalten explizit die Erlaubnis zu lügen). Im vorliegenden Fall spielen Figuren des Märchenlandes mit: Schneewittchen, Rotkäppchen, die böse Stiefmutter, Hänsel & Gretel, die Hexe, das tapfere Schneiderlein und der Märchenprinz. Die polizeilichen Aufgaben übernimmt Frau Holle.

Am Tag der Krimiparty erhält jeder Spieler weitere Hinweise. Beginnend mit Runde 1 kommen konkretere Informationen über die eigene Person ins Spiel. Alle Charaktere stellen sich zunächst vor. Die weiteren Runden 2, 4 und 5 verlaufen so, dass die Charaktere weitere Informationen über sich und die Mitspieler erhalten. Alles, was einen nicht selbst betrifft, muss man in die Diskussion einfließen lassen. Runde 3 ist den Gerüchten vorbehalten, die wahr oder auch falsch sein können, aber in jedem Fall für Gesprächsstoff sorgen. Nach der fünften Runde wird die Anklage verlesen, die natürlich primär nach dem Mörder fragt, aber vielleicht auch zusätzliche Aspekte beleuchtet. Nachdem jeder seinen Hauptverdächtigen benannt hat, wird der meistbeschuldigte Spieler festgenommen. Schliesslich wird die Lösung vorgelesen und damit die Frage beantwortet: Wurde der Mörder überführt?

Fazit

Dieses Fazit enthält keine Informationen, die den Spielspaß an diesem KRIMI Total Fall verderben könnten.

Im Idealfall erhalten alle Spieler ihre Rollenbeschreibung einige Tage vor dem großen Ereignis. Man kann sich so bereits in die eigene Rolle einfinden und auch nach einer geeigneten Kostümierung suchen. Auf diese Weise nahm ich an "Im Schatten der Premiere" teil und verlebte einen stimmungsvollen Abend und war schon ganz neugierig auf den nächsten KRIMI Total Fall.

Bei einem Spieletreffen mit ca. 30 Leuten ergab sich dann einigermassen spontan die Gelegenheit, dass sich 9 Personen zu "Die zweifelhafte Welt der Märchen" zusammenfanden. Flugs waren in gemeinsamem Einverständnis die Rollen verteilt, wobei Gretel von einem männlichen Spieler dargestellt wurde (hat ausgezeichnet geklappt!). Während des Abendessens konnte jeder in Ruhe die Informationen über seine eigene Rolle studieren. In einem kleineren separaten Raum begann das Abenteuer, und jeder erhielt feierlich seinen Umschlag mit den Hinweisen überreicht. Im Vorfeld war bereits daran gedacht worden, den Sitzplan und Namensschilder auszudrucken - diese beim Verlag verfügbaren Materialien haben sich als hilfreich erwiesen.

Allgemein gilt: In der Vorstellungsrunde sind Diskussionen noch tabu, aber nach Durchlesen der 2. Hinweiszettel weiss jeder schon ein wenig mehr, und die ersten Informationen über den einen oder anderen Mitspieler können eingeflochten werden. Soviel sei verraten: Nicht nur der Mörder hat etwas zu verbergen.... (sonst wäre es ja auch langweilig!)

Jeder Charakter weiss zu jeder Zeit, welche seiner Informationen strikt wahrheitsgemäß behandelt werden müssen, oder wann er die Erlaubnis zu lügen hat. Hierbei ist zu beachten, dass es durch spätere Hinweise vorkommen kann, dass eine improvisierte Aussage widerlegt wird. Das kann natürlich allen - nicht nur dem Mörder - passieren.

Wer also später einer Abweichung zu einer früheren Aussage überführt werden kann, ist nicht zwangsläufig der Bösewicht. Man kann hier aber spielerisch über solche Unstimmigkeiten hinweggehen: "Mir ist da übrigens eingefallen, ....", "wenn ich nochmal darüber nachdenke, erinnere ich mich ...." - je mehr sich die Spieler in ihre Rollen einfinden und auch spontan mit solchen kleineren Herausforderungen umgehen können, desto atmosphärischer wird das Spiel. Mitunter ist man jedoch arg bedacht, die korrekte Information zu geben, was in einiger Blätterei in den verschiedenen Hinweiszetteln resultieren kann.

Der Aufbau dieses Krimi-Rollenspiels ist geschickt gemacht. Die Hinweisrunden, unterbrochen durch die Gerüchterunde etwa zur Halbzeit, liefern eine gute Menge an Stoff, um Informationen einzubringen und zu hinterfragen. Durch die Regel, dass man normalerweise alle Informationen über andere Spieler preisgeben muss, ist jeder auch eingebunden - bevor er nicht seine Hinweise eingestreut hat, kann es nicht in die nächste Runde gehen. Falls sich die Runde als äußerst diskussionsfreudig erweist, sollte jemand (z.B. der Ermittler, falls diese optionale Rolle besetzt ist) auch mal darauf drängen, eine Hinweisrunde abzuschliessen. Wenn dies einigermaßen gelingt, ist eine Spielzeit von etwa 4 Stunden realistisch.

Nach der abschließenden Hinweisrunde ist es dann soweit: Jeder muss sich entscheiden, wen er verdächtigt. Laut Spielregel soll man den eigenen Verdacht notieren, und alle tragen dies dann vor. Wir haben uns alle geeinigt, dass sich jeder für eine Anklage entscheidet und dann kamen reihum alle zu Wort - ich gehe mal davon aus, dass niemand aufgrund bereits gehörter Anklagen umgeschwenkt ist. Ohne Informationen über den Mörder preiszugeben, kann ich doch sagen, dass es möglich ist, aus den verfügbaren Informationen auf die richtige Person zu kommen. Allerdings kam es auch zu falschen Verdächtigungen - denn natürlich hätte nicht nur der Mörder ein Motiv gehabt...

Das Besondere am vorliegenden Fall ist der Hintergrund mit den Märchenfiguren. Eine Kenntnis der zugrundeliegenden Märchen ist durchaus hilfreich, und sei es nur, um die zahlreichen Anspielungen einfach geniessen zu können. Einige sehr lustige Ideen wurden eingeflochten, so dass das vermeintlich stille Durchlesen der Hinweise durchaus mal durch das eine oder andere Gekicher unterbrochen wurde. Dies gab dem gesamten Krimi-Fall ein durchaus anderes Flair als etwa dem von mir bisher gespielten Fall "Im Schatten der Premiere".

Insgesamt bleibt mir der Abend mit "Die zweifelhafte Welt der Märchen" in bester Erinnerung, und so bin ich bereits dabei, die ersten Planungen für einen Krimiabend mit dem nächsten Fall in Angriff zu nehmen...

Rezension Kathrin Nos

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung KRIMI total - Die zweifelhafte Welt der Märchen: 5,7 5,7, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.09.06 von Kathrin Nos - Bei diesem 2. Fall von Krimi Total, den ich gespielt habe, gebe ich dieselben Noten wie beim ersten (Im Schatten der Premiere). Die Thematik war eine grundsätzlich andere - insgesamt witziger aufgemacht, weil es sich ja anbietet.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.02.08 von Silke Hüsges
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.03.16 von André Beautemps

Leserbewertungen

Leserwertung KRIMI total - Die zweifelhafte Welt der Märchen: 5,6 5.6, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.10.06 von Christiane Freikamp - Ist ja langweilig - ich beurteile, glaub ich, alles genauso wie Kathrin. Aber war auch ein toller Abend, und wir hatten super viel Spass. Und ich freu mich auf den nächsten Krimi Total Abend - wann immer der sein mag. :)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.12.06 von Claudia - Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, vor allem die Verkleidungen (Gretel mit Perücke und Bärtchen :-; Rotkäppchen mit superkurzem Rock) und der Bezug zu Personen, die wir alle gut kennen. Schade fanden wir nur, dass manche Infos sehr rar verteilt waren, so gingen manche davon aus, jeder wüßte etwas davon und eigentlich waren es nur sehr wenige Personen, die es kaum bis gar nicht erwähnten und doch bei der Lösung des Falles geholfen hätten. Aber wir werden auf jeden Fall weiterspielen :-)))
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.12.06 von Randolph Betten - Das war unser zweites Spiel der Reihe "KRIMI-Total". EIn riesen Spaß!! So ein Abend ist nicht zu toppen. Bei uns stehen etwa 12 Leute Schlange, die auch bei einer Krimi-Party mitmachen wollen. Aber die die Idealbesetzung ist nun mal 8 Spieler. Das Motiv des Mörders war uns nicht ganz so logisch und dicht wie bei "Der Mythos der Familie" jedoch tut dies dem Spielspaß keinen Abbruch. Unschlagbar gut!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.03.09 von Braz - Wirklich sehr nettes Spiel mit klasser Geschischte. Mir hat´s sehr viel Spaß gemacht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.02.17 von 00Schneider - Eines der besten Krimidinner Spiele. Das Thema Märchen ist hervorragend umgesetzt.

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