Rezension/Kritik - Online seit 08.08.2010. Dieser Artikel wurde 8282 mal aufgerufen.

Drachenherz

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Autor: Rüdiger Dorn
Illustration: Michael M
Verlag: KOSMOS
Rezension: Stephan Rothschuh
Spieler: 2
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2010
Bewertung: 4,3 4,3 H@LL9000
3,6 3,6 Leser
Ranking: Platz 4725
Download: Kurzspielregel [PDF]
Drachenherz
Auszeichnungen:2011, Golden Geek Bestes 2-Spieler Spiel Nominierung

Spielziel

Drachenherz ist ein leichtes, schnell gespieltes Kartenspiel in einer märchenhaften Welt, bei dem jeder Spieler versucht, durch Auslegen bestimmter Karten möglichst viele andere ausliegende Karten zu gewinnen und so Punkte zu machen (Prinzessinnen betören Drachen, Trolle rauben Prinzessinnen, Ritter besiegen Trolle, etc.).

Ablauf

Jeder Spieler hat einen der zwei identischen Kartenstapel und startet mit 5 dieser Karten auf der Hand. Der Spielplan zeigt eine schöne Landschaft mit verschiedenen Ablageplätzen für bestimmte Karten. Diese Ablageplätze sind durch Pfeile miteinander verbunden. Diese Pfeile erklären auch einen Großteil des Spielmechanismus (siehe Bild).

Wer an der Reihe ist, spielt eine oder mehrere Karten desselben Motivs aus (Feuerdrachen, Schätze, Zwerge, etc.). Hat er auf ein Feld mit einem einfachen Rahmen gespielt, erhält er sofort alle Karten, auf die der Pfeil zeigt, der von dem Feld ausgeht, auf das er gerade gespielt hat. Wer also z. B. einen oder mehrere Feuerdrachen ausspielt, erhält sofort alle Schätze, die zurzeit ausliegen. Wenn keine Schätze ausliegen, geht der Spieler leer aus.

Wer auf Felder spielt, die einen gefächerten Rahmen haben, bekommt nicht unbedingt sofort die Karten, auf die der entsprechende Pfeil zeigt, sondern nur dann, "wenn er den Fächer voll macht". Wer also z. B. einen Ritter spielt, bekommt zunächst nichts. Wenn aber schon ein Ritter ausliegt und ein Spieler den zweiten Ritter spielt, darf er sofort alle ausliegenden Trolle oder alle ausliegenden Prinzessinnen nehmen (von manchen Feldern gehen zwei Pfeile aus; einen darf man wählen). Auch hier kann es passieren, dass nichts zu holen ist.

Vom Feld der Zwerge geht kein Pfeil aus, und kein Pfeil zeigt auf die Zwerge. Das bedeutet schlicht, dass der Spieler, der den vierten Zwerg spielt, sofort alle vier Zwerge bekommt. Schätze und versteinerte Drachen (rechts oben) sind nur "Beute". Wenn man sie auslegt, bekommt man nichts. Bogenschützen und Ritter werden jeweils "wenn der Fächer voll ist" an den Kai am unteren Spielfeldrand gelegt (gebogene Pfeile). Dort sammeln sich Bogenschützen und Ritter, bis ein Spieler das dritte Schiff ausspielt und sofort alle bekommt.

Am Ende eines Spielzugs füllt jeder Spieler seine Kartenhand wieder auf 5 auf.

Die letzte Besonderheit ist der versteinerte Drache. Wenn einer oder mehrere versteinerte Drachen ausliegen, ein Spieler eine oder mehrere Prinzessinnen spielt und den/die versteinerten Drachen nimmt, erhält er sofort die rote Drachenfigur (vom anderen Spieler, falls dieser die Drachenfigur vorher hatte). Wer die Drachenfigur gerade hat, füllt am Ende seiner Züge seine Kartenhand immer auf 6 auf.

Das Spiel endet, wenn zum dritten Mal das dritte Schiff gespielt wurde oder wenn ein Spieler keine Karten mehr nachziehen kann. In jedem Fall erhält der jeweils andere Spieler noch einen letzten Zug. Dann zählt jeder Spieler alle Werte auf den Karten, die er gewonnen hat, zusammen, +3 Punkte für die Drachenfigur, und wer mehr Punkte hat, hat gewonnen.

Fazit

Drachenherz ist ein würdiges Mitglied in der Kosmos-Serie für 2 Spieler. Das Material ist schön gestaltet, und auch wenn das Thema bei kritischer Betrachtung vielleicht etwas aufgesetzt wirkt, passt es doch sehr schön zum Mechanismus (Drachen holen Schätze, Bogenschützen jagen Drachen, Ritter kämpfen gegen Trolle, etc.). Der Ablauf ist denkbar einfach: Karten ausspielen und dann Karten nehmen, auf die der Pfeil zeigt.

Schön finde ich, dass der Spielplan durch die Anordnung der Ablagefelder und die Pfeile dazwischen im Prinzip schon das Spiel erklärt. Die klar strukturierte Regel ist mit dreieinhalb Seiten auch denkbar kurz, wobei davon noch etwa die Hälfte auf Stimmungstext und Beispiele entfallen.

Der Glücksfaktor ist sicher nicht klein. Denn die Spieler sind davon abhängig, wann sie welche Karten nachziehen. Es gibt aber trotzdem noch genügend Entscheidungszwänge, die das Spiel taktisch und interessant machen. Wer die Schätze nicht ausspielen will, weil er Angst hat, der Gegner könnte sie sich mit einem Feuerdrachen holen, blockiert damit seine Kartenhand und seine weiteren Möglichkeiten. Oft muss man dem Gegner Vorlagen zum Punktemachen geben. Das knifflige daran ist die Entscheidung, wann man welche Vorlage gibt.

Über lange Zeit die Drachenfigur zu besitzen, ist sicher ein großer Vorteil. Mit den Prinzessinnen muss also gut gehaushaltet werden. Auch die Schiffe sind im richtigen Zeitpunkt sehr mächtig. Wenn sich über mehrere Runden Ritter und Bogenschützen am Kai sammeln, kann das dritte Schiff einen sehr großen Punktevorsprung bringen.

Wenn das Kartenglück einem einmal nicht hold sein will, ist das aber halb so wild, denn eine Partie dauert nur etwa 5 bis 10 Minuten, sodass man eigentlich nie nur eine spielt.

Rezension Stephan Rothschuh

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Drachenherz: 4,3 4,3, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.07.10 von Stephan Rothschuh
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.03.10 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.08.10 von André Beautemps
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.08.10 von Michael Reitz
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.10.10 von Andreas Molter
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.12.10 von Michael Andersch - Kleines Spielchen mit genau der richtigen Dosis Glück und Ärger, perfekt auf die Spieldauer abgestimmt.

Leserbewertungen

Leserwertung Drachenherz: 3,6 3.6, 14 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.08.10 von Ralf Schult
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.08.10 von Jürgen Strobel - Ich finde Drachenherz ist ein gutes schnelles zwei Personen Spiel.Sicherlich ist der Glücksanteil sehr hoch, aber durch etwas taktieren kann man schon ein wenig Einfluß nehmen.Ein Spiel das man immer wieder gerne für eine kurze Partie auf den Tisch bringt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.08.10 von Tom Hilgert - Leider sehr langweiliges Spiel. Ich frag mich warum die Leute von Kosmos ihren Kunden nicht einen höheren Schwierigkeitsgrad mehr zutrauen. ich hoffe Rüdiger bringt seine Spezialkarten irgendwann mal doch noch raus, dass das Spiel etwas mehr Tiefe bekommt
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.08.10 von Marc Nölkenbockhoff - Das Spiel ist in meinen Augen ein absolutes Highlight. Ich bin grosser Fan von LC und das ist in meinen Augen in der gleichen Liga. Und zwar in einer Liga ganz weit oben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.08.10 von xaverius
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.08.10 von JonTheDon - Ich bin auch Lost-Cities-Fan, konnte diesem Spiel aber gar nichts abgewinnen. Obwohl die Grafik sehr hübsch ist. Ärgerlich auch in meinem Spiel, dass der Plan nicht glatt auf dem Tisch lag.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.09.10 von B. Völkel - Ein sehr erfrischend kurzes und einfaches Spiel, dass mehr taktische Tiefe besitzt als man auf den ersten Blick annimmt. Leider ist der Glücksfaktor so manches mal spielentscheidend, was bei einer Spielzeit von 8-15 min nicht weiter störend ist. Kleines Minus: Trotz der superschönen Gestaltung wirkt das Thema etwas aufgesetzt und das Spiel bleibt abstrakt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.02.11 von Gregor - Wenig planbares Spiel, sehr hoher Glücksfaktor durch meine Handkarten. Schade eigentlich, Aufmachung und Grundidee wirkten auf den ersten Blick deutlich reizvoller.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.07.11 von Eduard Zuhorstrapadse - Auch ich bin großer Lost Cities-Fan, aber das ist ja nun wirklich eine völlig andere Liga. Drachenherz ist völlig unsteuerbar und banal. Bei Lost Cities spielt jeder seine eigene Auslage und muß Rückschlüsse aus der Auslage des Gegners ziehen. Hier spielt man in eine gemeinsame Auslage und da die Kartenhand des Gegners nicht einsehbar ist, kann dieser letztlich jede eigene Überlegung mit der zufällig in seiner Hand befindlichen, (un-)passenden Karte ad absurdum führen. So etwas mit dem Namen eines renommierten Autors zu verkaufen ist für mich eine Unverschämtheit.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.10.11 von Daniel Noé - Wenn man eine Münze wirft und Kopf oder Zahl tippt, ist der Spielreiz genauso hoch und lang wie bei Drachenherz. Das Spiel ist ein reines Glücksspiel und die Einflußmöglichkeiten nur von selbigem abhängig. Wer hier Paralellen mit dem grandiosen Lost Cities sieht und findet hat eines der Spiele nicht verstanden. Drachenherz spielt jedenfalls in keiner Liga - Finger weg und zur Münze greifen!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.12.11 von Wombel_13 - Lost Cities contra Drachenherz: LC ist ab10 Jahre Drachenherz schon ab 8! Auswertung Drachenherz: ; LC: - Während man bei LC noch auswertet, habe ich schon wieder eine nächste Runde Drachenherz begonnen. Auch wenn LC etwas komplexer ist, es sind beides nur Kartenspiele. Und Kartenspiele sind nunmal glücksabhängig ...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.01.12 von wojtekson - Für Erwachsene eher öde, da zu glückslastig. Aber wegen der Thematik und Einfachheit super für Kinder (auch schon 5-6-jährige kriegen`s gut hin)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.08.12 von Leif - Schöne Aufmachung, aber leider viel zu simples Kartenspielprinzip. Die ersten zwei Partien haben Spaß gemacht, aber wer Fantasy mag, greift lieber zu Herr der Ringe & Co. An der Qualität der Drachenfigur können sich aber andere gerne eine Scheibe abschneiden!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.03.16 von Pasvik - Ich verstehe nicht, warum Glücksabhängigkeit für viele bedeutet, dass das Spiel automatisch unbrauchbar ist. Ich spiele viel und ich bevorzuge eindeutig anspruchsvolle Spiele. Trotzdem fand ich Drachenherz irgendwie sehr sehr unterhaltsam. 10 Minuten für eine Partie sind immer drin. Wenn man schlicht akzeptiert, dass es hauptsächlich (aber nicht nur!) Glück ist, ob man gewinnt, dann ist Drachenherz als kurzes Spiel zwischendurch genau das Richtige!

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