Rezension/Kritik - Online seit 29.05.2009. Dieser Artikel wurde 8689 mal aufgerufen.

Das Magische Labyrinth

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Autor: Dirk Baumann
Illustration: Rolf Vogt
Verlag: Drei Magier Spiele
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 4
Alter: ab 5 Jahren
Jahr: 2009
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
4,8 4,8 Leser
Ranking: Platz 593
Das Magische Labyrinth
Erweiterungen/Hauptspiel:Das Magische Labyrinth Erweiterung

Spielziel

Plonk, autsch! Verdutzt reibt sich der kleine Magier die Augen. Ist da etwa eine Mauer? Neugierig erkunden die Zauberlehrlinge das magische Labyrinth. Heute gilt es eine wichtige Aufgabe zu lösen - die Suche nach den magischen Symbolen! Das wäre eigentlich ganz einfach, wenn die großen Magier den Kindern nicht hin und wieder einen Streich spielen würden. Wie von Zauberhand bleiben Wege verschlossen und zeigen sich verborgene Gänge. Jeder versucht mit seiner Figur das magische Labyrinth zu bezwingen und als Erster fünf Symbole einzusammeln.

Ablauf

Vor dem Spiel muss das mehrschichtige Spielfeld aufgebaut werden. Dazu nimmt man die Bodenplatte aus dem Schachtelunterteil und steckt die 24 Mauerteile in die dafür vorgesehenen Aussparungen des unterirdischen Labyrinths. Dabei ist darauf zu achten, dass jedes Feld irgendwie erreichbar sein muss.

Wenn die Bodenplatte wieder auf das Labyrinth gelegt wurde, wird die Schachtel einige Male gedreht – um das Ganze etwas mystischer erscheinen zu lassen, kann man dabei gemeinsam den Spruch "Labyrinth, dreh dich herum, Mauern verschwinden, Wege sich finden!" aufsagen. Die 24 Chips mit den magischen Symbolen werden in den Stoffbeutel gesteckt, die magnetischen Spielfiguren auf den Startplatz in einer Ecke gesetzt. Anschließend wird an der Ecke unter der Bodenplatte jeweils eine Metallkugel eingeschoben, bis diese von der sich darüber befindlichen Magnetfigur festgehalten wird. Zum Schluss wird noch ein Symbol aus dem Säckchen gezogen und für alle gut sichtbar ausgelegt.

Dann kann's auch schon losgehen. Wer an der Reihe ist, würfelt und zieht mit seiner Figur entsprechend viele Felder. Stößt er dabei auf eine unterirdische Mauer, verliert der Magier die Metallkugel und muss wieder an seinen Startplatz gesetzt werden, wo er im nächsten Zug wieder von vorne beginnt. Schafft er es, die Kugel zu behalten, darf er, wenn er wieder an der Reihe ist, von diesem Platz aus weiter ziehen.


Erreicht ein Spieler mit seiner Figur das gesuchte Symbol auf dem Spielplan, erhält er den entsprechenden Chip und ein neuer wird aufgedeckt. Das Spiel endet, sobald ein Spieler fünf Symbole ergattern konnte.

Fazit

Wer wie ich die Farbe Blau liebt und sich gerne um das Vorrecht streitet, mit dieser Farbe spielen zu dürfen, wird von der Aufmachung dieses Spiels hellauf begeistert sein, denn alles ist in verschiedenen Blautönen gehalten: die Schachtel, der Spielplan, die magischen Symbole und sogar die Spielregel. Was ansonsten so an Spielmaterial vorhanden ist, war für mich schon nur mehr zweitrangig, kann sich aber auch sehen lassen: große, stabile Holzfiguren, Mauern aus Holz sowie dicke (wenn auch sehr kleine geratene) Symbolplättchen.

Die mit reizender Grafik versehene Spielregel ist schnell gelesen, enthält aber auch einen entscheidenden Fehler. Wo sie auf einer Seite noch darauf hinweist, dass auf einem Feld nur ein einziger Magier stehen darf, besagt sie, dass - für den Fall, dass nach dem Ziehen des Symbolchips zwei Spieler auf dem entsprechenden Feld stehen - beide einen Chip erhalten. Etwas widersprüchlich also, aber wenn man sich vorher darauf einigt, welche der beiden Regeln denn nun gültig ist, sollte dieser Lapsus keine tiefer greifenden Probleme nach sich ziehen.

Um eine Partie mitspielen zu können, bedarf es für Neulinge nur weniger Worte – schon haben sie alles verstanden und können vollwertig mitspielen. Kenner des Spiels genießen keinerlei Vorteile, hier ist einzig und allein Erinnerungsvermögen gefragt.

Nun ja, nicht ganz – auch das Glück hat ein Wörtchen mitzureden, wenn es darum geht, welches Symbol als Nächstes aus dem Säckchen gezogen wird. Steht die eigene Figur gerade meilenweit davon entfernt, hilft oft der beste Orientierungssinn nichts, wenn die Mitspieler einfach direkt neben dem gesuchten Symbol stehen. Ganz ärgerlich ist es, wenn ein neues Symbol gezogen wird und sich die Figur eines Mitspielers zufällig gerade auf dem entsprechenden Feld befindet. Dann steht ihm laut Spielregel das Plättchen sofort zu. Noch viel ärgerlicher ist es, wenn dieses auch noch sein fünftes Plättchen ist – dann hat er nämlich durch diesen Glückstreffer auch gleichzeitig gewonnen.

Uns war dies eine zu groß geratene Portion Glück. Deshalb haben wir die letzte Regelpassage dahingehend abgewandelt, dass ein neues Plättchen aus dem Sack gezogen wird, wenn auf dem gesuchten Symbol gerade eine Figur steht. Manchmal haben wir auch Partien gespielt, in denen das Plättchen sogar in den Sack zurück musste, wenn eine Figur ein Feld neben dem gesuchten Symbol stand. Aber solcherlei Änderungen stellen keinerlei Problem dar, denn diese kleinen Regeleingriffe macht das Spielprinzip problemlos mit.

Flexibel ist das Spiel auch hinsichtlich seines Schwierigkeitsgrades. Denn wie oft man gegen verborgene Mauern rennt, hängt zum Teil auch davon ab, wie viele Mauern vor dem Spiel ins Labyrinth gesetzt werden. Spielen jüngere Kinder mit, kann man getrost 6 bis 7 Mauern weglassen, wohingegen beim Spiel ausschließlich mit Erwachsenen am besten alle Mauern zum Einsatz kommen.

Spiel ausschließlich mit Erwachsenen? Ja, das gab's bei uns des Öfteren. Denn Das magische Labyrinth vermag nicht nur Kinder zu faszinieren, sondern erweckt auch in Erwachsenen den Ehrgeiz, die eigene Figur am geschicktesten zwischen den verborgenen Mauern hindurch zu manövrieren.

Während der gesamten Spieldauer von etwa 20 bis 30 Minuten sind immer alle Spieler gefordert, denn auch wenn ein Mitspieler seine Figur bewegt, ist es angebracht, gut aufzupassen, denn der Weg, den er benutzt, könnte in Kürze auch für die eigene Figur gefragt sein. Das Merkvermögen kleinerer Kinder ist hier noch nicht so gut ausgeprägt wie das Älterer, so dass beim Spiel in gemischten Gruppen die Älteren immer ein wenig im Vorteil sind. Aber genau an dieser Stelle greift auch das Glück im Hinblick auf die gezogenen Symbole wieder ein, weshalb sich auch Jüngere ab und zu über einen Sieg freuen dürfen. Allerdings sollte man kleinere Kinder vor dem ersten Spiel unbedingt das Bewegen der Magier üben lassen, denn die Kugel verliert man nicht nur, wenn man gegen eine unterirdische Mauer stößt, sondern auch dann, wenn man den Magier beim Bewegen versehentlich ein wenig vom Spielplan hebt.

Der Magnetmechanismus in Verbindung mit dem Labyrinth erinnert ein wenig an das vor 13 Jahren bei Jumbo erschienene Goblins Gold. Auch dort musste man einen mit einem Magneten verbundenen Zauberer durch ein Labyrinth schieben – Ziel war es, den Ausgang des Labyrinths zu finden. Der Unterschied war jedoch, dass alle mit derselben Figur spielten und dass das Spielfeld aus neun, in jedem Spiel anders ausgelegten Grundplatten bestand. Der zweifellos auch bei diesem Spiel schon vorhandene Reiz wurde durch das sehr flexible System der individuell zu steckenden Mauern sowie der Tatsache, dass jeder mit einem eigenen Magier spielt, noch um einiges überboten.

Wer auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Merkspiel ist, sollte hier unbedingt zugreifen, denn nicht nur das Spiel, sondern auch die damit verbundene Idee der unsichtbaren Wände faszinieren Jung und Alt.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Das Magische Labyrinth: 5,0 5,0, 4 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.05.09 von Sandra Lemberger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.06.09 von Barbara Winner
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.06.09 von Roland Winner
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.11.12 von Michael Andersch

Leserbewertungen

Leserwertung Das Magische Labyrinth: 4,8 4.8, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.05.09 von Iglika Tzekova
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.06.09 von Beate Bindrim - Schwanke zwischen 5 und 6 - das Spiel besitzt einen originellen Mechanismus, und obwohl es darum geht, sich "nur" ein paar Wände zu merken, ist es erstaunlich, wie schwer man sich damit tun kann. Viele Kinder sind hier klar im Vorteil gegenüber den Erwachsenen. Wunderschönes, stimmungsvolles Material! Klare Empfehlung!
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.04.10 von Andreas Günter - Wunderschönes Spiel, das man gerne seinen Kindern schenkt, das sich aber irgendwie relativ bald etwas abnutzt. Dann kommt es nicht mehr ganz so oft wie erwartet auf den Tisch. Vielleicht liegt es daran, dass es einfach zu viele Kinderspiele mit Memory- oder Erinnerungseffekt gibt (so auch dieses). Dennoch verdient das Spiel allein wegen der Gestaltung und des Materials hohe Aufmerksamkeit und hat den Titel "Kinderspiel des Jahres 2009" verdient.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.07.10 von Philipp E. - Das magische Labyrinth ist ein sehr schönes Spiel mit durchdachter Idee und super Inhalt. Jedoch ist mir der Glücksfaktor (die Kugel gegen eine Wand ziehen) zu hoch. Wenn ich aber jünger wäre, wäre es definitiv eines meiner Lieblingsspiele.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.01.16 von Harald Hüpkes - Na gut - Spiele mit Memory Anteilen gibt es durchaus viele. Was aber hier mit magischen Wänden, Magnetismus und natürlich magischen Symbolen auf den Tisch kommt - daran hätte auch sicherlich Harry Potter seine Helle Freude gehabt. Also wo war noch das Feld mit der Eule - aber Vorsicht nur nicht mit dem Kopf durch die Wand.

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