Rezension/Kritik - Online seit 22.06.2004. Dieser Artikel wurde 11319 mal aufgerufen.

Das Spiel

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Autor: Reinhold Wittig
Verlag: Abacus Spiele
Rezension: Jürgen Henrich
Spieler: 2 - 6
Dauer: 20 - 60 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2004
Bewertung: 4,2 4,2 H@LL9000
4,5 4,5 Leser
Ranking: Platz 1866
Das Spiel

Spielziel

„Spiele!“ Das ist der Ruf, den Reinhold Wittig an die Spieler richtet, um ihnen die vielfachen Möglichkeiten von Das Spiel zu eröffnen. Denn Das Spiel besteht aus nichts anderem als aus einer Grundplatte und 166 verschiedenfarbigen sechsseitigen Würfeln. Als Hilfestellung gibt der Autor sechs Spielideen mit: Abquetschen, Raffzahn (von Uwe Beul), Bunte Kuh (von Erika Wittig), Cui bono? (von Jens-Peter Steuck), Eintrichtern und Würfelmarsch.

Ablauf

Wer Das Spiel spielt, einigt sich zunächst auf eine vorgegebene Spielidee, um den Sieger zu ermitteln.

„Abquetschen“ spielt man zu dritt mit allen Würfeln. Wer mit dem türkisfarbenen Würfel zuerst eine 4 würfelt, verbaut vier eigene Würfel auf der Grundplatte. Diese sollten in der Mitte der Grundplatte liegen. Die nachfolgenden Spieler bauen ihre Würfel an die bereits liegenden nach folgenden Regeln an: Jeder Würfel muss mit mindestens einer Seite an der Seite eines bereits liegenden Würfels liegen. Und mindestens ein neu abgelegter Würfel muss mit mindestens einer Seite die bereits vor dem eigenen Zug liegenden Würfel berühren. Diese Regeln erlauben im Spiel nicht immer einen Zug, denn wer etwa 5 Würfel benötigt, um nach den Regeln Würfel abzulegen, jedoch eine 3 würfelt, kann keinen Zug machen. Wer andererseits eine Reihe gleichfarbiger Würfel baut, darf zusätzliche Würfel verbauen. Das Spiel endet entweder, wenn ein Spieler nicht mehr nach den Regeln ablegen kann. Dann siegt der Spieler mit den wenigsten nicht abgelegten Würfeln. Das Spiel endet auch, wenn ein Spieler genau so viel (oder mehr) würfelt, wie er noch Würfel vor sich liegen hat. Dann gewinnt er sofort, ohne die Würfel noch ablegen zu müssen.

„Raffzahn“: Das Spiel ist für drei Spieler und alle Würfel. Zu Beginn wird eine Würfelpyramide auf der Grundfläche aufgebaut. Die Würfel werden zufällig ausgewählt und abgelegt. Die Spieler sitzen so, dass sie jeweils eine Seite der Würfelpyramide sehen. Wer am Zug ist, würfelt mit dem türkisfarbenen Würfel. Das Ergebnisbild versuchen nun alle Spieler/innen gleichzeitig auf ihrer Seite zu finden (z.B. eine Fünf). Wer einen frei liegenden Würfel findet, nimmt ihn aus der Pyramide. Das geht so lange, bis der Spieler am Zug Stopp! ruft. Nun werden alle aufgenommenen Würfel vor sich abgelegt. Der nächste Spieler ist am Zug. Das Spielende tritt ein, wenn jemand Stopp! ruft und nur noch Würfel auf der Grundfläche liegen. Es gewinnt, wer die meisten Würfel vor sich liegen hat.

„Bunte Kuh“: Zwei bis sechs Spieler spielen mit 108 Würfeln. Sie versuchen, die eigenen Würfel in passende Würfeltrichter abzulegen. Dazu wird die Grundfläche vor Spielbeginn komplett mit perlmuttfarbenen Würfeln belegt. Die einander zugewendeten Seiten von jeweils drei Würfeln bilden einen Trichter. Die drei übrig bleibenden Würfel werden zum Würfeln verwendet. Wer am Zug ist, würfelt. Gleichzeitig addieren alle die Zahlen und suchen nun einen Trichter, in dem dieselbe Summe zu finden ist. Wer einen gefunden hat, ruft Stopp! und unterbricht damit das Spiel. Wenn der Trichter die richtige Summe zeigt, darf einen eigenen Würfel hinein legen, wer Stopp! rief. Gibt es keinen passenden Trichter, muss jemand Niete! rufen. Wer sich beim Rufen irrt, bekommt von jeden Spieler einen Würfel geschenkt. Wer den letzten Würfel ablegt, gewinnt.

„Cui bono?“: Zwei bis sechs Spieler bemühen sich, Würfel aus den untersten Pyramidenlagen heraus zu ziehen und sie in Trichter abzulegen. Aus allen Würfeln wird eine Pyramide auf der Grundfläche gebaut. Wer am Zug ist, zieht einen Würfel mit mindestens zwei frei liegenden Seiten aus der untersten Lage der Würfelpyramide heraus und versucht, ihn in einen Trichter abzulegen. Dieser Trichter muss entweder von verschiedenfarbigen oder von gleichfarbigen Würfeln (jedoch verschiedenfarbig zum einzusetzenden Würfel!) gebildet werden. Gibt es einen solchen Trichter nicht, muss der herausgezogene Würfel behalten werden. Das Spiel ist zu Ende, wenn man den zehnten (2 bis 4 Spieler) oder siebten (5 bis 6 Spieler) Würfel behalten muss. Nun zählt man seine Minuspunkte: Perlmuttfarbene Würfel zählen einen, gelbe Würfel zwei und rote Würfel drei Minuspunkte. Wer die wenigsten Minuspunkte hat, gewinnt.

„Eintrichtern“: Zwei bis acht Spieler versuchen, sich möglichst viele Trichter zu merken. Nachdem die Grundfläche mit gelben Würfeln belegt ist, werden nun rote Würfel in die zweite Lage gelegt. Mit drei anderen Würfeln wird gewürfelt. Wer am Zug ist, hebt einen roten Würfel und sagt die Summe der im Trichter zu sehenden Würfelpunkte an. Stimmen gewürfelte und aufgedeckte Summe überein, darf man den roten Würfel behalten. Andernfalls wird der rote Würfel wieder in den Trichter zurück gelegt. Der nachfolgende Spieler darf nun die gewürfelte Summe des vorangegangenen Spielers übernehmen oder erneut würfeln, um einen passenden Trichter aufzudecken. Wer den achten (2 bis 4 Spieler) oder sechsten (5 bis 8 Spieler) Würfel behalten darf, gewinnt.

„Würfelmarsch“: Drei Spieler spielen mit jeweils fünf Würfeln über die Grundplatte. Die Würfel werden jeweils an der Seite der Grundplatte abgelegt, an der die Spieler sitzen. Alle Würfel zeigen zu Beginn dieselben freien Seiten. Ziel ist es, einen eigenen Würfel auf die gegenüber liegende Grundlinie der Spielfläche zu bringen. Wer am Zug ist, kippt einen eigenen Würfel nach vorne oder zur Seite (niemals nach hinten). Ist nach dem Kippen ein Trichter entstanden, kommt es zum Schlagen: Der Würfel mit den meisten Würfelaugen schlägt die beiden anderen Würfel. Der siegreiche Spieler bekommt die geschlagenen Würfel. Zeigt kein einzelner Würfel das höchste Augenbild, werden alle drei Würfel aus dem Spiel genommen. Statt zu kippen, darf man auch einen seiner Würfel drehen. Dazu nimmt man ihn in die Hand und legt ihn an derselben Stelle auf der Grundplatte wieder ab. Jedoch darf man ihn beliebig drehen. Zieht ein Spieler einen eigenen Würfel auf die gegenüber liegende Seite der Grundplatte oder schlägt er alle gegnerischen Würfel, gewinnt er.

Fazit

Viele Spielideen können mit Das Spiel umgesetzt werden. Wer sich von den in der Spielregel angegebenen Ideen anregen lässt, wird bald eigene Ideen haben. Die Regeln für die einzelnen Ideen sind so unterschiedlich, dass ich mich einer Bewertung enthalte. Grundsätzlich gilt: Das Spiel ist eine gelungene Kombination aus vielen Würfeln und einer Grundplatte, die es jeder und jedem selbst überlässt, entweder nach vorgegebenen Ideen zu spielen oder eigene (auch von der Grundplatte unabhängige) Ideen zu entwickeln. Vielleicht sind auch noch andere Ideen aus der Zeit präsent, in der Das Spiel unter demselben Namen bei Kosmos firmierte.

Rezension Jürgen Henrich

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Das Spiel: 4,2 4,2, 10 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Alexander Broglin
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Peter Nos
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Angela Grünes
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.04.04 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.05.04 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.05.04 von Rolf Braun - Das Original fand ich soweit ich mich erinne richtig gut. Wo sind die ganzen Regeln von den guten Spielvarianten hin? Haben es nach dem 3. Spiel (der 3. Regel) abgebrochen.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.06.04 von Kathrin Nos - Die Ausgabe der edition perlhuhn ist schon noch schöner und bietet vor allem mehr Spielvarianten - und noch mehr Würfel :-))
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.06.04 von Jochen Traub
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.06.04 von Frank Gartner - In der Ausgabe von Frankh-Kosmos lagen dem Spiel über 50 Varianen bei. Hier wurde dies leider 6 sehr begrenzt.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.03.10 von Horst Sawroch

Leserbewertungen

Leserwertung Das Spiel: 4,5 4.5, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.01.05 von Carsten Pinnow
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.01.06 von Sebastian Schmid - Im Grunde handelt es sich um eine sehr außergewöhnliche Spielesammlung mit vielen Möglichkeiten, eigene Regeln zu erfinden. Daher schwer zu bewerten. Das Perlhuhn-Original ist um Längen schöner / besser!
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.03.09 von Martin Schipper
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.04.11 von Andreas Günter - An einem solchen "Spiel" scheiden sich natürlich die Geister. "Cui bono?", "Das rote Teufelchen" und "Abquetschen" gehören sicherlich zu den besten Spielideen, die mitgeliefert werden. Man sollte sich aber auf boardgamegeek.com unter "Das Spiel" die umfangreiche Sammlung von Spielideen downloaden, die Reinhold Wittig seinerzeit zusammen getragen und die Hilko Drude verdienstvollerweise per Scan zur Verfügung gestellt hat, falls man nur die 6 Varianten besitzt, die Abacus seiner Neuauflage beigelegt hat. Oder man kommt der Aufforderung von Reinhold Wittig nach und erfindet selbst kurzerhand eine neue Variante... Übrigens: Ein schöneres Spiel ist m.E. kaum denkbar. Somit ein must-have. Meine Noten stellen Durchschnittsnoten aus den o.g. Spiele dar. Die anderen Spielideen betrachte ich als willkommene Dreingabe.

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