Rezension/Kritik - Online seit 22.07.2017. Dieser Artikel wurde 8164 mal aufgerufen.

Die Baumeister des Colosseum

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Autor: Klaus-Jürgen Wrede
Verlag: Schmidt Spiele
Rezension: Birgit Irgang
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2016
Bewertung: 3,5 3,5 H@LL9000
3,8 3,8 Leser
Ranking: Platz 4830
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Die Baumeister des Colosseum

Spielerei-Rezension

Das Kolosseum ist das größte Amphitheater der Welt und wurde um 80 n. Chr. im antiken Rom errichtet. Wie das damals so vor sich ging, spielen wir nach - in Die Baumeister des Colosseum. Und tatsächlich geht das dreidimensional und anschaulich vonstatten.

Auf dem Spielplan befindet sich die Figur des Konsuls, die im Laufe der Partie dort über sieben Felder ihre Kreise zieht, um Bauteile für das Kolosseum und Lagerplättchen herum. Jeder Spieler hat eine Startauslage, die aus vier Landschaften besteht und im Laufe der Partie erweitert wird; im Stallbereich wird ein Bewegungsmarker platziert. Außerdem gibt es vier Reihen mit je vier Landschaftsplättchen neben dem Spielplan. Das Unterteil der Spielschachtel liegt mit einem Einsatz als Baufläche bereit, denn hier wird das Kolosseum entstehen.

Wer an der Reihe ist, zieht den Konsul im Uhrzeigersinn weiter. Wenn er ihn um mehr als ein Feld vorwärts ziehen möchte, muss er seinen Bewegungsmarker entsprechend versetzen - das ist allerdings nur möglich, sofern sein Bewegungsmarker noch nicht ganz rechts im Stallbereich angekommen ist. Alternativ darf er Ruhmespunkte ausgeben, um den Konsul weiter als ein Feld zu bewegen.

Im Anschluss an die Bewegung des Konsuls führt der Spieler in Abhängigkeit von der aktuellen Position des Konsuls eine Aktion aus. Auf zwei der sieben Felder kann der Spieler gegen Abgabe einer beliebigen Handkarte sein Lager und damit sein Handkartenlimit erweitern. Ein anderes Feld ermöglicht ihm die Wahl einer Landschaft, die in der Auslage jedes Spielers gewertet wird. Und die vier übrigen Felder bieten die Auswahl zwischen zwei verschiedenen Aktionen: "Landschaft erweitern und Baustoffe produzieren" oder "Kolosseum-Abschnitt bauen".

Entscheidet sich der Spieler für die erste der beiden Optionen, nimmt er sich das vorderste Landschaftsplättchen der entsprechenden Reihe, legt es passend in seine eigene Auslage und erweitert diese damit. Das nächste Plättchen der Reihe, aus der sich der Spieler bedient hat, gibt nun vor, welcher Landschaftstyp für alle Spieler gewertet wird. Jeder Spieler erhält pro Plättchen dieser Landschaft in seiner Auslage eine entsprechende Baustoffkarte auf die Hand. Wird ein Stallplättchen gewertet, schieben die Spieler ihren Bewegungsmarker ganz nach links und haben nun wieder mehr Freiheit hinsichtlich der gewünschten Bewegungsweite des Konsuls.

Wer sich für die zweite Option entscheidet, nimmt sich das neben dem Konsul befindliche Kolosseum-Bauteil, gibt die geforderten Baustoffkarten dafür ab, steckt das Bauteil in den Schachteleinsatz und erhält Ruhmespunkte. So wird das Kolosseum nach und nach immer größer.

Ist es mit 17 Bauteilen fertiggestellt, endet die Partie. Nun werden die Landschaften in den Auslagen der Spieler gewertet: Für Mehrheiten gibt es Ruhmespunkte. Und wer schließlich die meisten davon hat, gewinnt.

Für ein Familienspiel ist die Spielvorbereitung recht umfangreich, doch sie wird in der Anleitung gut erläutert. Die Abläufe sind relativ eingängig, sodass sich leicht erschließt, wie das Spiel funktioniert. Zu Beginn sollte man eigentlich alles sammeln, um sich möglichst viele Optionen zu eröffnen. Man fühlt sich häufig in seinen Auswahlmöglichkeiten recht eingeschränkt, insbesondere wenn ein anderer Spieler den Konsul so gezogen hat, dass die besten Optionen nun außer Reichweite sind. Meist sind nur wenige lukrative Möglichkeiten verfügbar, sodass lokales Optimieren angesagt ist. Das kann dann schon mal frustrierend sein. Insgesamt ist der Glücksanteil ziemlich hoch, aber kleinere taktische Überlegungen sind durchaus möglich.

Die Baumeister des Colosseum funktioniert und ist recht flott gespielt. Sehr nett ist auf jeden Fall, dass tatsächlich ein dreidimensionales Kolosseum entsteht. Familien können mit dem Spiel durchaus Freude haben, während Vielspieler sich eher etwas mehr Einfluss und Herausforderung wünschen würden - aber sie sind in diesem Fall auch nicht die eigentliche Zielgruppe.

Rezension Birgit Irgang

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Die Baumeister des Colosseum: 3,5 3,5, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.05.17 von Birgit Irgang
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.10.16 von Mahmut Dural - Sehr einladende Aufmachung! Die anfängliche Begeisterung verfliegt schnell. Zu zweit wirds sehr schnell langweilig.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.10.16 von Rene Puttin - Ein absolut rundes Spiel. Aber irgendwie auch schon zu rund. Es plättchert vor sich hin, große Spannungsmomente gibt es nicht. Das mechanisch ähnliche Rapa Nui gefällt mir deutlich besser, da es hier durch die verdeckten Opfergaben mehr Spannung gibt. Insgesamt 3
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.11.16 von Udo Kalker - Insgesamt recht nett und kurzweilig.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.11.16 von Michael Andersch - In der Tat sehr rund an der Grenze zu "zu glatt". Irgendwie fand ich es aber trotzdem ganz nett (im positiven Sinne). Für Familien sicherlich ein Top-Spiel. Erwähnenswert: Der gelungene Schachteleinsatz.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.07.17 von Sandra Lemberger

Leserbewertungen

Leserwertung Die Baumeister des Colosseum: 3,8 3.8, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.10.16 von Gülsüm Dural - Leider kein großer Dauerspielreiz, daher nur nett!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.11.16 von Dencer - Anno 2016 nix besonderes und als Familienspiel zum Einstieg in die Spielewelt ganz nett, aber eben mehr dann auch nicht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.01.17 von Hans Huehnchen - Auch wenn der Langzeit-Spielreiz nicht übermäßig hoch ist, so bestechen die Baumeister durch eine schöne Ausstattung und ein eingängiges Regelwerk und vermögen für einige Partien zu fesseln. Für Familien und als Absacker durchaus geeignet.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.02.17 von Daniel Noé - Der Mechanismus mit Plättchen nehmen und Plättchen auslösen ist gut - Preis/Leistung herausragend - Alles andere Wichtige wurde hier schon (richtig) erwänht
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.12.20 von Axel B. - Ich habe mich beim Spielen dieses Spiels sehr gut......äh......grübel.......wie sag ich`s am besten.......vielleicht so? ja.....entspannt. Ja, das ist das richtige Wort. Ich muss nämlich zugeben, dass ich zu dieser schrecklichen, bei vielen Spielern verhassten Gruppe der sog. "Grübler" gehöre, die sich bei Strategiespielen gerne 3 Knoten mehr im Kopf machen. Das kann ganz schön anstrengend sein, ihr lieben "Aus-dem-Bauch-Spieler" oder - noch schlimmer - ihr mir kognitiv überlegenen Strategen. Ihr habt ja keine Ahnung...wenn man gern strategisch gut spielen möchte, aber nicht so intelligent ist wie ihr, ist das Spielerleben oft ganz schön mühsam.... Welch eine Erleichterung war es daher für mich, als ich bei "Die Baumeister des Colosseum" nach 5 Minuten merkte, dass es hier nur sehr wenig zu denken gibt. Welche Entlastung, welche Erleichterung, ja, welche Freude. Wenn man keine Wagenräder mehr zur Verfügung hat, gibt es so wenig zu entscheiden, dass sogar ein Grübler wie ich ratz-fatz seine Entscheidungen trifft. Einfach zum nächsten Feld ziehen und das Offensichtliche ausführen. Schön. Manchmal hat man Glück damit, manchmal Pech. Hm, das klingt jetzt doch etwas kritisch, nehme ich an. Aber, Achtung, jetzt kommt`s: Ich meine es absolut ernst. Mir hat das Spiel wirklich Spaß gemacht. Ich habe es wirklich genossen, es hat einen schönen flow erzeugt, ich habe mich gerne spielen lassen. Endlich mal die Last der Verantwortung los sein, endlich mal nicht schuld sein, wenn man verliert. Ich gebe es zu, das hat mir gefallen. Nicht zuletzt ist das Spielmaterial wirklich sehr hübsch gestaltet, kommt mit schöner Grafik, fester Pappe, guten Karten und gutem Holz daher. Nur eines sollte man bei dem Spiel allerdings schon mitbringen: Frustrationstoleranz, wenn`s nicht so gut läuft. Aber die hab ich. Wenns nur am Pech und nicht an mir liegt, bin ich da ganz entspannt. Das ging aber nicht allen meinen Mitspielern so. Da gab es auch welche, die sich ziemlich geärgert haben. Wegen ihrer eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten. Sie fühlten sich dem Schicksal ausgeliefert. Na ja. Willkommen im alten Rom. Mein Fazit: Wenn`s mal was sehr sehr leichtes, spannend Entspannendes mit Ärgerfaktor sein soll, ist dieses Spiel genau das Richtige. Ernsthaft!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.12.20 von Cordula Keller - Ein sehr gelungenes Familienspiel mit tollem Material und einfachen Regeln, das sich immer wieder ganz entspannt spielen lässt.

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