Rezension/Kritik - Online seit 21.08.2014. Dieser Artikel wurde 3561 mal aufgerufen.

Parade

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Autor: Naoki Homma
Verlag: Schmidt Spiele
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 6
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2014
Bewertung: 4,9 4,9 H@LL9000
4,4 4,4 Leser
Ranking: Platz 856
Download: Kurzspielregel [PDF]
Parade

Spielziel

An einen Papierstreifen mit den Zahlen von 0 bis 10 wird in jedem Spielzug eine Karte gelegt. Dieser Streifen bestimmt, welche der ausliegenden Karten ein Spieler wegnehmen muss. Sämtliche auf diese Weise erhaltenen Karten bringen Minuspunkte. Wer davon am Ende die wenigsten hat, gewinnt.

Ablauf

Sechs Karten werden in die Auslage unter die Zahlen 1 bis 6 gelegt. Ist man an der Reihe, legt man eine seiner fünf Handkarten unter die 0. Danach wird überprüft, ob man Karten nehmen muss.

Sind ausliegende Karten im Wert kleiner oder von gleicher Farbe wie die ausgespielte Karte, muss man sie alle in seine eigene Auslage legen. Anschließend werden die übrigen Karten so verschoben, dass es wieder eine lückenlose Reihe gibt und der Platz unter der 0 für die nächste auszuspielende Karte frei bleibt.

Allerdings gibt es für das Wegnehmen der Karten eine Einschränkung: So viele Stellen des Papierstreifens werden beim Überprüfen ignoriert, wie das der Zahl der ausgespielten Karte entspricht. Spielt man zum Beispiel eine 5, schaut man also erst ab der sechsten ausliegenden Karte, ob man etwas wegnehmen muss.

Sobald der Nachziehstapel aufgebraucht ist, spielt jeder noch eine Karte. Danach legt man außerdem verdeckt zwei der vier übrigen Handkarten in seine Auslage. Nach dem Aufdecken wird bei der anschließenden Wertung für jede Farbe überprüft, wer die Kartenmehrheit hat. Jede Farbkarte, die zu einer gewonnen Farbenmehrheit gehört, zählt einen Minuspunkt, alle anderen Karten schlagen mit dem aufgedruckten Wert zu Buche. Es gewinnt der Spieler mit den wenigsten Minuspunkten.

Fazit

Bei Parade handelt es sich um ein abstraktes Kartenspiel. Zur Aufmachung gibt's daher nicht viel zu sagen. Große, schlichte Zahlen, gedruckt in gut unterscheidbaren Farben auf qualitativen Karten. Etwas unhandlich ist der Papierstreifen. Andere Lösungen wären sicher nicht machbar gewesen, denn sonst hätte er nicht in die kleine Kartenverpackung gepasst, aber der Streifen liegt nie plan auf dem Tisch auf, was ziemlich nervt. Wir haben ihn daher recht schnell einfach weggelassen. Zwar muss man dann immer die Karten abzählen, damit man weiß, bis zur wievielten man von Strafkarten befreit ist, aber das empfanden alle als das kleinere Übel.

Spieltechnisch bietet Parade wesentlich mehr, als die nüchterne Aufmachung und den Zickezacke-Papierstreifen. Die Regeln, die man eigentlich in wenigen Sätzen erklärt hat, haben es aber trotzdem in sich. Viele Testspieler verstanden bis zum Ende der ersten Partie nicht, wann sie welche Karte(n) aufnehmen müssen und wann nicht. Deshalb bewerteten sie das Spiel oft auch eher negativ. Andere, die das Spielprinzip schneller durchblickten oder dem ungewöhnlichen Kartenspiel eine zweite Chance einräumten, lernten aber von Partie zu Partie seine Vorzüge immer mehr zu schätzen.

Zu diesen Vorzügen gehört leider nicht das Kartenhandling. Viele Spieler waren davon extrem genervt, denn nach fast jedem Zug gilt es, Lücken zu schließen. Wenn diesen unliebsamen Job aber jeder nach dem eigenen Zug selbst übernimmt, ist die Sache gar nicht so schlimm.

Zweifellos mischt auch das Glück nicht unbeträchtlich mit, aber bei welchem Kartenspiel tut es das nicht? Wenn man nur niedrige Karten auf der Hand hat, deren Farben häufig ausliegen, hilft eben auch die schlaueste Vorgehensweise nicht und man kommt nicht darum herum, Strafkarten zu nehmen. Aber auch hier gilt es stets abzuwägen, für welche Farbe man sich entscheidet. Am besten eine, von der man voraussichtlich ohnehin viele Karten abbekommen wird oder sogar schon vor sich liegen hat. Wenn man damit einem anderen Spieler die Farbenmehrheit nehmen kann, umso besser.

Unterschätzen darf man auch nicht die Macht der beiden Handkarten, die am Ende noch jeder Spieler verdeckt in seine Auslage legen darf. Vor allem bei knappen Mehrheitsvorsprüngen können diese Karten noch einmal alles durcheinander bringen.

Parade funktioniert in jeder Besetzung. Am besten gefällt es mir jedoch zu dritt oder viert, da sind die Wartezeiten bis zum nächsten eigenen Zug nicht allzu lang. Da ein Vorausplanen der eigenen Vorgehensweise nicht möglich ist und man immer auf die aktuelle Auslage reagieren muss, kommt man nicht umhin, jedem Spieler ein bisschen Überlegungszeit zuzugestehen.

Wer kleine Spiele mit knackiger Spieldauer mag, die mit einigem Überlegungspotenzial aufwarten, aber auch nicht ganz ohne Glück auskommen, sollte unbedingt mal zu einer Runde Parade antreten!

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Parade: 4,9 4,9, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.07.14 von Sandra Lemberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.06.14 von Frank Solnitzky - Schade, dass Schmidt Spiele Parade rein abstrakt gehalten hat. Das Alice im Wunderland Thema der Vorlage war gelungen und half beim Spieleinstieg. Der Zahlenstreifen ist eine Zumutung und gehört sofort in den Müll.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.06.14 von Alexander Broglin - Spannendes Karten-Spiel im Stil von "6 nimmt". Einzig das ständige Verschieben der Papierleiste bzw. der Karten nervt etwas.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.06.14 von Roland Winner - Es steckt mehr drin als man denkt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.06.14 von Barbara Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.06.14 von Andrea Poganiuch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.06.14 von Patrizia Holz

Leserbewertungen

Leserwertung Parade: 4,4 4.4, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.08.14 von Matty - Sorry, hat uns nicht so überzeugt. Der Zahlenstreifen nervte, alle paar Züge musste die komplette Auslage in die Tischmitte versetzt werden, und erst wenn jemand am Zug war, konnte er zu überlegen beginnen, was am sinnvollsten zu legen ist. Trotz der wachsenden Spieler-Auslagen empfanden wir den Ablauf als eintönig. Auch wenn der Mechanismus in der Tat interessant ist und wir in einer für das Spiel günstigen Besetzung spielten (zu dritt), werde ich auf die nächste Partie dankend verzichten. Meine Mitspieler würden wohl eher zu einer 3 tendieren.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.08.14 von docholz - Erstaunlich pfiffiges Kartenspiel.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.08.14 von Helmut - Das Speil hat uns in Zweier-Besetzung auch gut gefallen. Klar, ist das Verschieben der Leiste etwas umständlich, aber das Spielprinzip fanden auch wir pfiffig. Steckt viel drin in dem Spiel!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.09.14 von Ulrich Roth - Klasse Spiel, krass misslungene Ausgabe.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.09.14 von Hans Huehnchen - Schönes Kartensammelspiel mit tollem Mechanismus, der weniger glückslastig ist, als es auf den ersten Blick scheint. Die Mehrheitsregelung am Spielende bringt nochmal einen Schuss extra-Spannung!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.10.14 von StevieG - Kann meinem Vorsprecher nur zustimmen. Knackiges Spiel, das zu zweit, zu dritt und zu viert sehr viel Spaß macht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.10.15 von Michael - Dies ist ein strategisches Spiel das man als Erwachsener gut mit seinen Kindern spielen kann, weil die Kinder Spaß daran haben, die Spiellogik anzuwenden und die Erwachsenen gleichzeitig leicht strategisch spielen können. Es klappt und macht somit ALLEN Spaß. Besser als das Spielen von reinen Kinderspielen. Für unseren 6-jährigen Sohn ein klein wenig zu lang.

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