Rezension/Kritik - Online seit 15.06.2016. Dieser Artikel wurde 5565 mal aufgerufen.

Visby

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Autor: Stefan Risthaus
Verlag: OSTIA Spiele
Rezension: Birgit Irgang
Spieler: 2 - 6
Dauer: 20 - 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2015
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 1762
Visby

Spielerei-Rezension

Der schwedischen Stadt Visby verdankt das kleine, unscheinbare Spiel von Stefan Risthaus seinen Namen. Es wurde in einer Auflage von 500 Stück produziert und in Essen in Zip-Beuteln für wenige Euros verkauft. Die Grundausstattung bietet das Material für zwei Spieler, doch mithilfe von einem oder zwei Ergänzungssets kann man Visby auch mit bis zu vier beziehungsweise bis zu sechs Personen spielen.

Zur Zeit der Hanse versuchen wir, lukrative Handelsfahrten und erfolgreiche Feldzüge durchzuführen. Dazu hat jeder Spieler einen identischen Satz mit acht Aktionskarten, die jeweils eine Person mit einer bestimmten Funktion zeigen. Ein kleiner Spielplan aus dünner Pappe zeigt die Leisten für die Bereiche Feldzug, Handelsfahrt und Markt an, auf denen die Spieler sich mit Waren und Siegeln versorgen wollen. Diese markiert jeder im Verlauf der Partie auf seinen eigenen Waren- und Siegelkarten.

Zu Beginn jedes Durchgangs werden die Marker auf den drei Leisten des Spielplans vorwärts gezogen. Je nach Spielerzahl spielen anschließend alle gleichzeitig und verdeckt eine oder zwei ihrer acht Aktionskarten aus. Diese werden dann aufgedeckt und in einer vorgegebenen Reihenfolge gewertet. So können die Spieler beispielsweise Siegel oder Waren vom Spielplan erhalten. Bei manchen der Aktionskarten ist entscheidend, welche Karten die anderen Spieler gewählt haben: In Abhängigkeit davon erhält man dann eine bestimmte Anzahl an Siegeln oder Waren … oder eben auch nicht.

Wer den Kaufmann spielt, darf seine gesammelten Waren zum aktuellen Kurs in Siegel umtauschen. Doch wollen das mehrere Spieler gleichzeitig tun, sinkt der Kurs – Angebot und Nachfrage eben. Und der Bettelmönch ermöglicht es schließlich, alle bereits gespielten Karten wieder auf die Hand zu nehmen; je später man das macht, desto mehr Waren erhält man als Belohnung. Das Spiel endet, wenn ein Spieler 30 Siegel beisammen hat.

Das ist fast schon alles: überschaubar, einfach und trotzdem mit Raffinesse. Visby hat Anklänge an Hol’s der Geier, keine Frage, bietet aber mehr Möglichkeiten als dieser Klassiker. Das Spielgefühl lässt sich wohl am besten so beschreiben: Wenn du denkst, dass ich denke, dass du so denkst, dann wähle ich am besten diese Karte, doch dann könntest du ja wiederum …

Man sollte sich möglichst merken, welche Karten die anderen Spieler noch spielen können, und im Überblick behalten, welche Möglichkeiten sie damit haben, um nicht mit einer Aktionskarte unerwartet leer auszugehen. Planbar ist das Geschehen allerdings nur bedingt. Man muss schon auch mal zocken und wer Pech hat, bleibt auf der Strecke. Aber da die Partien ja sehr kurz sind, kann man gleich im Anschluss eine neue beginnen.

Zu zweit sinkt meiner Ansicht nach der Spielspaß. Es kann häufiger vorkommen, dass man unverschuldet oder aus Unachtsamkeit leer ausgeht, und dann ist ein Rückstand unter Umständen nicht mehr aufzuholen. Das wirkt etwas unausgewogen und weniger reizvoll. Doch bei mehreren Spielern gleicht sich so etwas besser aus und man hat mehr Interaktion. Mit wachsender Spielerzahl sinkt allerdings auch die Planbarkeit von Visby.

Schön, dass dieses einfache Spielprinzip mit minimalistischem Material und überschaubaren Regeln auskommt. Es gibt keinen unnötigen Schnickschnack, sodass Visby in dieser Hinsicht sehr stimmig wirkt. In seiner Schlichtheit, die trotzdem taktische Reize bietet, erinnert das Spiel auch an Love Letter.

Wenn man das Preis-Leistungs-Verhältnis berücksichtigt, schneidet Visby hervorragend ab. Für die Partie zu zweit würde ich eine deutlich schlechtere Note geben, aber insgesamt ist das Spiel eine runde, gelungene, nette Angelegenheit und für eine kurze Partie zwischendurch immer mal zu empfehlen.

Rezension Birgit Irgang

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Visby: 4,0 4,0, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.03.16 von Birgit Irgang
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.01.16 von Jost Schwider - Belangloses und langweiliges Spielchen.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.01.16 von Michael Dombrowski - Recht nettes, kleines Spiel. Es geht darum, einzuschätzen, welche Karten die Mitspieler ausspielen werden, um den größtmöglichen Nutzen aus der eigenen Karte zu ziehen . Mit einfachen Mitteln wurde hier ein kleines Zockerspiel geschaffen, welches vor allem ab drei Mitspielern Spaß verspricht.

Leserbewertungen

Leserwertung Visby: 5,0 5.0, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.11.15 von Heike - Sehr schönes Kartenspiel mit Taktik und Tiefgang bei einfachen Regeln. Gute Interaktion ohne Wartezeiten. Super Preis und dafür sehr gute Ausführung. Nur zu empfehlen, auch gerade für zwei Spieler.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.01.16 von Hans Huehnchen - Nettes Antizipationsspiel. Durch und durch solide
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.01.16 von Jörn

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