Rezension/Kritik - Online seit 27.01.2010. Dieser Artikel wurde 3214 mal aufgerufen.

Wasabi

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Autor: Adam Gertzbein
Joshua Cappel
Illustration: Josh Cappel
Verlag: Z-Man Games
Rezension: Dario Bagatto
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 - 45 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2008
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
4,6 4,6 Leser
Ranking: Platz 3204
Wasabi

Spielziel

Es ist grün, feurig, scharf und soll sehr gesund sein; die Rede ist von Wasabi, der würzigen Paste, die gerne zu Sushi gereicht wird.

Wasabi! ist auch der Titel eines witzigen Legespiels, bei dem die Spieler als Sushi-Köche gefordert werden. Ziel eines jeden Spielers ist es, aus verschiedensten Zutaten leckere Rezepte zuzubereiten. Für jedes fertig gestellte Sushirezept erhält man Siegpunkte. Und wie könnte es auch anders sein, der Koch mit den meisten Siegpunkten hat sich dann den Titel Sushi-Meister verdient und gewonnen.

Ablauf

Spielmaterial

Das Spielbrett zeigt eine leere Maki-Su. Für Uneingeweihte - und bis zu meinem Besuch bei Wikipedia war ich auch einer davon - die Maki-Su ist eine Bambusmatte zum Rollen von Sushi. Das Spielbrett ist in 6 x 7 Spielfelder eingeteilt und je nach Mitspielerzahl wird das ganze oder auch nur ein Teil des Spielbretts benutzt, so dass bei weniger Spielern der Platz begrenzter ist.

Als Spielmaterial liegen dem Spiel Zutatenplättchen, Rezept- und Küchenkarten, Wasabiwürfel sowie für jeden Spieler Sichtschime in Menükartenform und Wasabischüsselchen bei.

Die Küchenkarten und Zutatenplättchen sind beidseitig bedruckt, auf einer Seite in englisch und auf der anderen in deutsch. Auf den Rezeptkarten sind die Namen der Sushi-Rezepte nur in englisch, was aber kein Problem darstellt, weil man sich ohnehin nicht am Namen, sondern an den Abbildungen der Zutaten orientiert.

Spielablauf

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler 3 Zutatenplättchen und 3 Sushirezepte.

In seinem Spielzug muss ein Spieler eine Zutat aus seiner Hand auf ein freies Spielfeld auslegen; er kann seinen Zug mit einer Küchenkarte beeinflussen; und kann eventuell eines oder mehrere seiner Rezepte erfüllen. Am Ende seines Zuges zieht er ein Zutatenplättchen seiner Wahl nach und kann allenfalls die Anzahl seiner Rezepte wieder auf 3 auffüllen. Alternativ darf ein Spieler auch auf seinen gesamten Zug verzichten und beliebig viele seiner 3 Rezepte abgeben und dafür neue ziehen.

Auf diese Weise wird das Spielbrett nach und nach mit allerlei leckeren Zutaten wie z. B. Reis, Rogen, Aal oder Kugelfisch belegt. Was einmal auf dem Brett liegt, bleibt in der Regel auch dort liegen.

Rezepte

Beim Legen der Zutaten lässt sich der geneigte Sushi-Koch natürlich nicht alleine durch seine Inspiration leiten, sondern er richtet sich nach seinen gezogenen Rezepten, denn diese gilt es ja zu erfüllen. Zur Auswahl stehen da einfache Rezepte, welche nur aus 2 verschiedenen Zutaten bestehen, bis hin zu komplexen Rezepten, die aus 5 verschiedenen Zutaten zusammengestellt werden müssen. Jedem Spieler steht während des Spiels nur eine bestimmte Anzahl jeder Rezeptart zur Verfügung.

Und wie erfüllt man ein Rezept? Nun, wenn man durch das Auslegen eines Zutatenplättchens alle für ein Rezept geforderten Zutaten waagerecht oder senkrecht in beliebiger Reihenfolge auf dem Spielfeld ausliegen hat, hat man das Rezept erledigt und bekommt dafür Siegpunkte. Für das Erfüllen eines eigenen Rezepts darf man alle bereits ausliegenden Zutaten verwenden auch jene, die ein anderer Spieler zuvor gelegt hatte. Und je mehr Zutaten für die Erfüllung eines Rezept erforderlich waren, desto mehr Siegunkte erhält man natürlich auch.

Ein besonders qualitätsbewusster Sushi-Koch kann noch weitere Siegpunkte ergattern, indem er sein Rezept "stilvoll" erfüllt! Mit stilvoll ist bei Wasabi! gemeint, dass die Zutaten eines Rezepts nicht einfach nur in beliebiger Reihenfolge ausliegen, sondern in genau der Reihenfolge, in der sie auf der Rezeptkarte angegeben sind. Schafft man dies, so erhält man zu den normalen Siegpunkten noch Bonuspunkte in Form der quietschgrünen Wasabiwürfel, die man nun in seine Schüssel legt.

Küchenkarten

Aber Siegpunkte alleine gibt es nicht zu gewinnen. Für jedes erfüllte Rezept, bekommt ein Spieler auch eine Belohnung, und zwar in Form einer Küchenkarte nach Wahl, welche gewisse Sondermöglichkeiten zulassen. So kann man z. B. mit der Tauschen-Karte die Zutaten zweier benachbarter Spielfeder auf dem Spielbrett austauschen. Mit Zerhacken ein bereits ausliegendes Zutatplättchen vom Spielfeld entfernen und es zurück in die Küche schicken oder an einer anderen freien Stelle des Spielfelds auslegen. Mit Stapeln darf man eine Zutat auf ein bereits ausliegendes Plättchen legen. Mit Scharf zwei statt nur ein Zutaten in seinem Zug auslegen. Und zu guter letzt mit der Wasabi! Karte 4 Spielfelder sperren indem man sie auf den Spielplan legt.

Spielende

Sobald das letzte Feld des Spielbretts belegt ist oder ein Spieler alle seine Rezepte erfüllt hat, endet das Spiel sofort. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

Fazit

Mit Sushi kann ich nun wirklich nicht viel anfangen - ich mag meinen Fisch lieber gebraten. Nichtsdestotrotz hat es mir Wasabi! sehr angetan.

Die Ausstattung des Spiels ist sehr gut, das Thema frisch, originell und super umgesetzt, die Grafik eingängig und schön bunt (vielleicht dem einen oder anderen sogar etwas zu bunt). Die Menükarten und die Wasabi-Schüsselchen mögen ein reines Gimmick sein, aber sie tragen zur Atmosphäre des Spiels bei.

Die Spielregel ist auf vier Seiten kurz und klar beschrieben, so dass man nach kurzem Studium gleich mit dem Spielen loslegen kann. Aufgrund der Einfachheit der Regeln ist es aber möglich, dass man die eine oder andere wichtige Feinheit beim ersten Mal überliest. Eventuell wäre es gerade für Wenigspieler nützlich gewesen, gewisse Spielsituationen mit einem Beispiel zu verdeutlichen.

Auch ein Tipp, dass die Spieler nicht gleich zu Beginn alle ihre 2er-Rezepte verpulvern sollten, wäre sicher angebracht gewesen. Gegen Spielende lassen sich ohne Küchenkarten nur noch sehr schwer größere Rezepte erfüllen, und ohne ein erfülltes Rezept gibt es wiederum keine Küchenkarte, die man aber dringend braucht, um bei einem gut gefüllten Spielfeld ein Rezept erfüllen zu können. Ich sah bei Wasabi-Neulingen oft die Situation, dass diese die einfachen 2er- und 3er- Rezepte gleich zu Anfang aufgebraucht haben und dann gegen Ende des Spiels nur noch frustriert zuschauen konnten, weil sie sich dadurch selbst blockiert hatten. Daher gut darauf achten, dass man gegen Spielende noch das eine oder andere kleine Rezept hat, um sich Küchenkarten zu holen und manövrierfähig zu bleiben!

Überhaupt bringen die Küchenkarten bei diesem Sushihäppchen-Reigen die nötige Würze ins Spiel, denn sie erlauben einem Spieler verschiedene Sonderaktionen, die vor allem dann bitter nötig sind, wenn sich das Spielbrett stetig füllt.

Wasabi! ist kein Strategie-Schwergewicht und will es auch nicht sein. Glück spielt sicher eine Rolle, z. B. beim Nachziehen der Rezepte. Auch die Auslage auf dem Spielplan ist ziemlich "flüchtig". Da plant man sein Rezept und bis man wieder an der Reihe ist, wurden Zutaten getauscht, überstapelt oder zurück in die Küche geschickt. Das Spiel wirkt daher am Anfang etwas chaotisch und kaum planbar. Nach 2 bis 3 Spielen merkt man aber schon, dass man durch den richtigen Einsatz der Küchenkarten viel mehr Einfluss hat, als man anfangs annimmt, und dass man mit ein wenig "um die Ecke denken" trotzdem ans Ziel kommen und seine Rezepte erfüllen kann.

Schön ist auch das Taktieren um die Stilpunkte. Soll man den "Spatz in der Hand" nehmen und ein Rezept schnell beenden oder lieber auf die "Taube auf dem Dach" setzen und noch etwas Zeit investieren, um das Rezept stilvoll zu erfüllen, natürlich mit der Gefahr, dass vor der stilvollen Vollendung ein Mitspieler die Planung zunichte macht?

Wasabi! ist in meinen Spielrunden sowohl bei Vielspielern wie auch bei Wenigspielern sehr gut angekommen und funktionierte in jeder Besetzung gut. Zu zweit hat man allerdings trotz Begrenzung recht viel Platz auf dem Spielfeld und kommt sich daher nicht so sehr in die Quere wie bei mehr Spielern. Somit kann man zu zweit besser vorausplanen und ein Spiel wird dann oft dadurch gewonnen, dass einer der Spieler alle seine Rezepte erfüllen konnte. Bei 3 bis 4 Spielern wird die Erfüllung der 5er-Rezepte dagegen eine größere Herausforderung, So wird der zeitlich richtige Einsatz der kleinen Rezepte im Zusammenspiel mit den größeren Rezepten wichtiger, um rechtzeitig an Küchenkarten zu kommen und ein Spiel wird meist durch die Anzahl der erspielten Punkte entschieden.

Noch ein Tipp zum Schluss: Allenfalls stimmungsvoll zum Spiel gereichte Wasabinüsschen sollte man, den Zähnen zu liebe, nicht mit den hölzernen Wasabiwürfeln verwechseln!! *knurps*

Rezension Dario Bagatto

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Wasabi: 3,0 3,0, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.12.09 von Dario Bagatto
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.01.10 von Arne Hoffmann - Irgendwie kam in unseren Spielrunden weder Spannung noch Spaß auf. Das Spiel hat eine schöne Aufmachung - mehr nicht.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.01.10 von Bernd Eisenstein

Leserbewertungen

Leserwertung Wasabi: 4,6 4.6, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.01.10 von Braz - Sehr schönes Familienspiel.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.01.10 von Marco Stutzke - kommt immer noch sehr gut an ....
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.01.10 von eleonore olfert - Das Spiel spielt sich zäh und langwierig. Pläne sind nur sinnvoll, wenn man am Zug ist, da sich insbesondere bei vier Spielern, die Situation auf dem Brett sehr schnell völlig ändern kann.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.02.11 von Petra Lustig - Super Ausstattung, die nicht protzt sondern sich am Thema orientiert - vor allem die Speisekarten als Sichschirme haben's mir angetan. Das Spiel hängt da etwas nach, aber... hey! Es lebt eben auch von der Optik. Und: Super auch zu zweit!
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.10.13 von Ulrich Roth - Runde Sache - wird meine Spielesammlung nie verlassen!

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