Rezension/Kritik - Online seit 06.06.2008. Dieser Artikel wurde 15049 mal aufgerufen.

Batavia

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Autor: Dan Glimne
Grzegorz Rejchtman
Illustration: Michael Menzel
Verlag: Queen Games
Rezension: Hans-Peter Stoll
Spieler: 3 - 5
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2008
Bewertung: 4,4 4,4 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 3442
Download: Kurzspielregel [PDF]
Batavia

Spielziel

Die schillernde Welt des Fernen Ostens lockt Schiffsverbnde aus verschiedenen Lndern an. Kaufleute wollen Handelsstationen errichten, um mit dem Handel von Pfeffer, Ingwer, Muskat, Baumwolle, Seide, Tee und Prozellan das Geschft ihres Lebens zu machen.

Ablauf

5 Nationen schicken ihre Schiffe auf die Suche nach 7 verschiedenen Warenarten. Die Reiseroute besteht aus 35 Handelsstationen, die von den Schiffen angesteuert werden knnen. Zur Fortbewegung spielen die Schiffskarten eine wichtige Rolle.

Jede Runde beginnt mit dem Versteigern von einer zufllig ermittelten Anzahl von Schiffskarten. Zum Ersteigern stehen den Spielern zu Spielbeginn bereits 15 Wechsel zur Verfgung. Die Versteigerung luft solange reihum, bis nur noch ein Bieter brig geblieben ist. Der Sieger der Versteigerung wird Startspieler und verteilt sein Gebot in Form von Wechseln gleichmig an seine Mitspieler. Jetzt kommt jeder Spieler mit seinem Spielzug an die Reihe.

Fllt die Entscheidung darauf, zwei Schiffskarten vom Nachzugstapel zu ziehen, ist der Spielzug schon beendet.

Alternativ kann sich der aktive Spieler dafr entscheiden, Schiffskarten auszuspielen. Das tut er mit dem Ziel, in mindestens einer der 5 Nationen die meisten Schiffe ausliegen zu haben. Denn dann kann er seine Kaufmannsfigur auf die nchste unbesetzte Handelsstation derselben Nation setzen und diese in Besitz nehmen. Dafr stellt er noch einen seiner Warensteine auf den dafr vorgesehenen Kontor.

Die gesammelten Handelsstationen knnen im Laufe des Spiels gegen Geld eingetauscht werden, die platzierten Warensteine werden erst am Spielende fr die Abrechnung herangezogen.

Nach dem Ausspielen von Karten wird immer geprft, ob das Limit fr die erlaubte Anzahl an ausliegenden Schiffskarten erreicht wurde. In diesem Fall erfolgt ein Angriff der Piraten und alle Karten jener Nation(en) werden abgeworfen, von der am meisten ausliegen. Die Gesamtzahl sowie die Anzahl der Schiffskarten pro Nation werden auf dem Spielplan markiert.

Sobald sich ein Spieler vorwrts bewegen kann, aber keine Handelsstation der entsprechenden Nation mehr zwischen ihm und dem Ziel liegt, zieht er bis auf das Zielfeld und nimmt sich das Bonus-Zielplttchen. Nach der laufenden Runde endet das Spiel mit einer Wertung. Dabei werden folgende Goldstcke verteilt:

  • Das Zielplttchen bringt 4 Goldstcke
  • Die meisten Wechsel bringen 5 Goldstcke
  • Fr jeden Kontor gibt es die angegebenen Goldstcke fr den Spieler mit der Mehrheit an Warensteinen, bei Gleichstand wird der kleinere Betrag ausgezahlt
  • Alle Handkarten werden aufgedeckt und dadurch knnen sich nochmals die Mehrheiten der Schiffskarten verndern. Fr jede Mehrheit gibt es 2 Goldstcke

Wer nun am meisten Goldstcke sammeln konnte, ist Sieger.

Fazit

Bei Batavia handelt es sich um eine Neuauflage des im Jahr 2002 erschienenen Spiels Moderne Zeiten. So liegt es nahe, den einen oder anderen Vergleich zu ziehen.

Whrend wir uns bei Moderne Zeiten in den 20er-Jahren Amerikas mit Wirtschaftsbranchen und Aktionen beschftigen, versetzt uns Batavia in die bunte Welt des Fernen Ostens vor 400 Jahren, als sich Kaufleute von ihren Handelsreisen groe Gewinne durch den Verkauf von Gewrzen, Stoffen und Porzellan versprachen.

Das Material steigert die Vorfreude auf die kommende Spielrunde. Design und Qualitt schaffen eine stimmungsvolle Atmosphre auf der Reise in den Orient. Nicht immer bedeuten diese Faktoren auch eine ideale Voraussetzung fr optimale Funktionalitt. In diesem Fall ist jedoch nur zu Beginn der eine oder andere genauere Blick auf die Warenart ntig, die auf den sechseckigen Handelsplttchen zwar schn integriert, aber nicht fr jeden sofort erkennbar sind. Doch hat man sich erst einmal damit vertraut gemacht, sollte es im weiteren Verlauf keine Verwechslungen mehr geben. Wer sich auf die neu eingefhrten Marker fr die Schiffsnationen verlsst, sollte sie im Laufe des Spiels auch pflegen. Fluch (das Versumen der Spieler) und Segen (bessere und schnellere bersichtlichkeit) liegen hier eng zusammen.

Die Spielregel des Vorgngers kommt auf schlanken zweieinhalb Seiten daher. Bei Batavia waren dagegen acht gut gefllte Seiten erforderlich. Grund dafr sind die vielen Abbildungen und Beispiele, die fr einen strungsfreien Einstieg ins Spiel sorgen. Keiner sollte sich also vom Umfang der Spielbeschreibung abschrecken lassen, denn alle Regeln sind sehr gut verstndlich. Hier ein klarer Pluspunkt fr die Neuauflage.

Die Unterschiede

Die Kontore bernehmen die zentrale Wertungsfunktion, im Gegensatz zur zweidimensionalen Wertungstabelle des Vorgngers. Mehrheiten in den Kontoren werden dafr mit mehr Goldstcken belohnt. Auch bei Gleichstand sind die zu vergebenden Goldstcke nicht zu verachten. Hier heit es, sich auf Kontore zu konzentrieren, um sich Mehrheiten oder geteilte Mehrheiten zu sichern. Die Wertung der Handelsstationen ist neu hinzugekommen und bietet eine zustzliche Mglichkeit, im Laufe des Spiels an Goldstcke zu kommen. Der Aufwand fr das Sammeln von lukrativen Kombinationen ist jedoch recht hoch und sollte aus meiner Sicht nur als Zubrot genutzt werden.

Die starre Handelsroute von Moderne Zeiten, die man bei Batavia ebenfalls als Variation mitbeschrieben hat, ist einer zuflligen, aber strukturierten Route gewichen. Dadurch entsteht auf der einen Seite eine gewisse Abwechslung und auf der anderen Seite eine Ungewissheit ber die kommenden Handelsstationen, was die Planbarkeit beeintrchtigt.

Damit kommen wir zu den taktischen Mglichkeiten von Batavia. Zu der Mehrheitenbildung durch die Kartenauslagen kommt die geschickte Verbindung der Hchstgrenze der Gesamtauslage. Da als Folge beim Erreichen der Grenze alle Schiffskarten einzelner Nationen abgeworfen werden mssen, wird ein Wechsel der Mehrheiten begnstigt. Letztlich mglich wird aber jede bernahme von Mehrheiten nur, wenn man die passenden Schiffskarten dazu hat.

Das betrifft nicht nur die Neuauslage nach einem Piratenangriff, sondern auch die bernahme einer bereits ausliegenden Nation. Mehrfach ist es in meinen Spielrunden vorgekommen, dass eine Nation nicht bernommen werden konnte, weil nicht genug Karten vorhanden waren, um eine Mehrheit von beispielsweise 4 Karten zu kontern. Es hngt also sehr viel von den Karten ab.

Batavia kann ich fr Runden mit 3 Spielern durchaus empfehlen. Dort berwiegt das Gefhl, eigene Ziele erreichen zu knnen. Dieses Gefhl verliert sich bei steigender Spielerzahl. Das Grundsystem des Vorgngers wurde beibehalten und nur die Wertung renoviert. Ein wirklich neues Spiel ist Batavia nicht, aber Atmosphre und Umsetzung sind gelungen. Es richtet sich an Spieler, die etwas taktieren mchten, und bietet etwa eine Stunde lang Unterhaltung.

Rezension Hans-Peter Stoll

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Batavia: 4,4 4,4, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.05.08 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.03.08 von Udo Kalker - Im richtigen Moment die richtigen Karten besitzen fr das Platzieren einer Kiste in einem mglichst teuren Kontor. Ineinander greiefende Spielelemente machen Batavia wirklich sehr interessant. Empfehlenswert!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.03.08 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.04.08 von Silke Hsges
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.04.08 von Michael Andersch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.05.08 von Uta Weinkauf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.09.08 von Tommy Braun - Die Neuauflage von Moderne Zeiten ist gut gelungen. Die Regeln sind deutlich besser beschrieben. Ein paar gute kleine, aber entscheidende nderungen gab's in der Wertung und statt 6 Stdten gibt es jetzt 7 Waren.
Nicht unterschtzen sollte man das eintauschen der Pltchen. Dabei nicht die Regel bersehen, da man Plttchen nicht eintauschen darf wenn man ein Plttchen eines Landes erwirbt, von dem man schon eines besitzt.
Spielreiz 3 Spieler: 6-; 4 Spieler: 5+; 5 Spieler: 5

Leserbewertungen

Leserwertung Batavia: 4,0 4.0, 8 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.06.08 von Cyberian - Zu fnft hat man kaum Einflumglichkeiten - viel zu sehr ist man von den Karten abhngig. Nicht wirklich mein Geschmack, obwohl mir das Thema und die Aufmachung sehr gut gefallen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.06.08 von Andreas D. Becker - Auch bei uns kam es vor, dass Mitspieler wegen mangelnden Kartenglcks lange keine Mehrheit erzielten und schlielich in die Rhre schauten. Es hngt also viel vom Kartenglck ab. Ansonsten ist das Thema stimmig eingebettet. Was mich aber viel mehr gestrt hat, war der hohe Verwaltungsaufwand, um die Piratenkanone und die einzelnen Kompaniemarker immer adquat zu bewegen. Das hemmt den Spielfluss etwas.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.06.08 von Christoph Kainrath - Schner Spiel, mit gut geschriebener Anleitung; Glcksfaktor gegeben, aber mit der richtigen Strategie lsst sich dieser gut umgehen (nur bestimmte Rohstoffe sammeln, bewut Piraten verhindern/frdern, Auktionen in die Hhe treiben und rechtzeitig aussteigen, ...)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.11.08 von Claus Jagoda - Habs mir wegen der guten Aufmachung gekauft, war leider ein Fehler! Hatte schon lange kein Spiel mehr, bei dem man dermassen wenig Einfluss haben kann...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.05.09 von Wolfram Dbler-Zaeske
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.07.09 von Ralf Schult
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.11.10 von BudsBalkan - Sehr gelunge Aufmachung. Ist insgesamt etwas abstrakt, aber da gibt es schlimmers. Das Spiel ist leicht, taktisch und wei zu unterhalten. Daumen hoch,
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.12.11 von Norbert

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