Rezension/Kritik - Online seit 06.04.2008. Dieser Artikel wurde 7449 mal aufgerufen.

Key Harvest

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Autor: Richard Breese
Illustration: Juliet Breese
Mike Doyle (I)
Verlag: R and D Games
Rezension: Andreas Hirz
Spieler: 2 - 4
Dauer: 90 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2007
Bewertung: 3,9 3,9 H@LL9000
4,8 4,8 Leser
Ranking: Platz 3221
Download: Kurzspielregel [PDF]
Key Harvest

Spielziel

Als Feldbewirtschafter geht es für die Spieler darum, viele Felder zu erwerben und diese auf einem Gebietstableau zu möglichst großen Verbünden zusammenzuschließen. Zum Erwerb werden Erntesteine eingesetzt. Unterstützung erhält man zudem von 6 eigenen Landarbeitern sowie 6 Stadtarbeitern, die allen Spielern zur Verfügung stehen.

Ablauf

Zu Beginn erhält jeder Spieler 3 Erntesteine; im Laufe des Spiels gelangt man durch das Abernten zusammenhängender Gebiete an weitere Erntesteine. Zudem startet jeder Spieler mit 2 Feldplättchen. Diese legt jeder auf sein offen ausliegendes Gebietstableau an die entsprechenden Stellen: Die Gebietskarten sind durchnummeriert und jedes Plättchen passt nur an eine einzige Stelle. Da jeder Spieler über dasselbe Gebietstablau verfügt, die Feldplättchen jedoch nur jeweils einmal vorhanden sind, entsteht unter den Spielern notgedrungen eine Konkurrenzsituation. Außerdem ist auf jedem Feldplättchen eine von insgesamt fünf Sorten Erntegut zu sehen, welche auf diesem Feld abgeerntet werden kann.

Zum Spielaufbau gehört weiters das Grundbuchamt: Hier liegen sechs Feldplättchen für alle zur Auswahl bereit. In seiner Aktionsrunde kann ein Spieler maximal zwei davon erwerben, indem er das betreffende Plättchen in sein Lager nimmt und sofort ein offenes Erntesteingebot dazu platziert. Sollte er nach einer Spielrunde wieder an der Reihe sein, hat er die Möglichkeit, dieses Plättchen auf sein Gebietstableau zu setzen, indem er sein zuvor dazu gelegtes Gebot an die Bank bezahlt. Es kommt jedoch häufig vor, dass die Mitspieler auch ein Auge auf das oder die Felder geworfen haben. Dann steht es ihnen frei, in ihren Zügen das bzw. die Plättchen auf dem eigenen Gebietstableau auszulegen, indem sie an den Lagerbesitzer exakt das ausliegende Gebot zahlen. Der Inhaber des Lagers darf dann sowohl seine eigenen als auch die Erntesteine des Mitspielers hinter seinen Sichtschirm legen.

Das Grundbuchamt wird sofort wieder auf sechs zur Auswahl stehende Plättchen aufgefüllt. Aber aus dem Feldplättchenvorrat können auch Ereigniskarten ihren Weg ins Spiel finden: Diese haben in der Regel Auswirkungen auf alle Spieler und sorgen häufig für Wirbel auf allen Gebietstableaus. Zudem bestimmt die Anzahl der bereits abgewickelten Ereigniskarten das Ende des Spiels: Nachdem das 10. Ereignis gezogen wurde, werden noch zwei weitere Runden gespielt.

Eine weitere Aktionsmöglichkeit für jeden Spieler ist der Einsatz von Arbeiterplättchen: Sechs Landarbeiter stehen jedem Spieler zur Verfügung. Diese eingesetzten Arbeiter werden ebenfalls auf dem Tableau abgelegt, aber hier muss das Arbeiterplättchen mindestens an die aufgedruckte Anzahl von Feldplättchen angrenzen. Arbeiter (auch die sechs Stadtarbeiter, die allen Spielern zur Verfügung stehen) bringen den Spielern immer Vorteile (zusätzliche Ernte etc.). Erwirbt man im Laufe des Spiels ein Feldplättchen, das auf dem eigenen Tableau von einem Arbeiter belegt ist, wird der Arbeiter entfernt oder versetzt, so dass man von dessen Vorteilen unter Umständen ein weiteres Mal profitieren kann.

Geerntet darf auch werden: Als Aktion bedeutet dies, dass innerhalb eines Verbundes die noch nicht abgeernteten Felder Erträge bringen.

Sieger ist, wer nach Ablauf von 12 Runden die meisten Punkte erwirtschaften konnte. Diese resultieren aus den beiden größten zusammenhängenden Gebieten je Spieler: Für sein jeweils größtes zusammenhängendes Gebiet erhält jeder Spieler pro Plättchen einen Punkt, für das zweitgrößte Gebiet zwei Punkte. Eingesetzte Arbeiter bringen den aufgedruckten Wert und für Mehrheiten an Erntesteinen bekommt der betreffende Spieler ebenfalls einen Siegpunkt.

Fazit

In der ausführlichen Spielanleitung, die auch sämtliche Ereignisse und Arbeiterplättchen detailliert beschreibt und auch einige nützliche taktische Hinweise gibt, war eine Spielsituation leider nicht ausdrücklich erwähnt: Nämlich, wie man bei der Punktevergabe bei zwei identisch großen Flächen eines Spielers verfährt. Dies ist in unseren Testrunden durchaus vorgekommen. Jedenfalls ist die Punktevergabe nach Rückfrage bei abacusspiele in diesem Fall so vorzunehmen, dass man für eines der beiden Gebiete 1 Punkt pro Plättchen und für das andere 2 Punkte pro Feld erhält.

Sehr gelungen finde ich das gesamte Spielmaterial, welches zweisprachig (Englisch und Deutsch) gehalten ist, was im Übrigen auch auf die Spielanleitung zutrifft. Die Übersichtskarten für jeden Spieler fassen die möglichen Aktionen zusammen und wurden recht funktionell gestaltet, und die Sichtschirme dienen dazu, die eigenen Erntesteinkombinationen vor den Mitspielern zu verbergen.

Eine ausgeglichene Felderbewirtschaftung ist der Schlüssel zum Erfolg (dies hat dem Spiel auch seinen Titel beschert) und dafür werden auch die meisten Punkte vergeben.

Das kostenlose (im Sinne einer Aktion) Wiedereinsetzen eines soeben ersetzten Arbeiters bringt Erfolg, wenn einem die Mitspieler das betreffende Feldplättchen nicht bereits vor der Nase weggeschnappt haben. Mitunter heißt es also: Ärgern! Und genau das macht auch einen gewissen Reiz des Spiels aus: Wenn ich ein Plättchen schon nicht selbst unbedingt gebrauchen kann, macht es trotzdem Sinn (und Spaß!), es demjenigen Spieler, der es sehr gut zur Vergrößerung seiner Fläche gebrauchen könnte, aus dem Lager zu stibitzen. Also ist ständige Aufmerksamkeit angebracht, da die anderen Bauern und deren Felder im Auge behalten werden müssen. Durch den möglichen Plättchenerwerb aus fremden Lagern ist für Interaktion ständig gesorgt.

Das Spiel funktionierte in allen Besetzungen gut: Sowohl in 4er-, 3er- und 2er-Runden kam hoher Spielspaß auf. Die Spieldauer hängt dabei im Wesentlichen davon ab, wie viele Strategen mitspielen, die dann für die Auswahl ihrer beiden Aktionen schon mal etwas mehr Zeit benötigen. Im Regelfall betrug die Spieldauer rund 90 Minuten, eine Zeitspanne, die aber, wie ich finde, sehr schnell vergeht.

Sicher: Eine weitere Aktion zu den beiden gegebenen wäre manchmal schön, da sich in einigen Spielsituationen eine Menge Handlungsmöglichkeiten auftun. Aber andererseits ist diese „Mangelverwaltung“ ja ein Spielmechanismus, der relativ häufig vorkommt. In Bezug auf „eine Aktion mehr“ ist auch noch die Möglichkeit zu erwähnen, durch das Legen eines Feldplättchens auf ein mit einem Arbeiter besetztes Feld an eine gratis Zusatzaktion zu kommen. Darauf sollte man im Spiel - wenn möglich - hin und wieder zurückgreifen.

Weiters bringen die Ereigniskarten Leben ins Spiel: Durch das Entfernen oder Tauschen von Feldplättchen im Zuge dieser Karten entstehen mitunter völlig neue Spielsituationen - für mich auch ein Pluspunkt dieses Spiels.

Insgesamt ist Key Harvest ein gut gelungenes, kurzweiliges Familienspiel mit einer angemessenen Spieldauer. Zwar vielleicht nicht genau das Richtige für Liebhaber von reinen Strategiespielen, aber selbst Vielspieler hatten am Spiel ihre Freude.

Rezension Andreas Hirz

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Key Harvest: 3,9 3,9, 13 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.03.08 von Andreas Hirz
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.12.07 von Uta Weinkauf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.01.08 von Michael Andersch - Die Mechanismen und der Grundgedanke des Spiels gefallen mir sehr gut. Was ich aber extrem störend finde (und zwar so störend, dass ich das Spiel trotz dieser guten Mechanismen nicht unbedingt nochmals spielen möchte) sind die Ereignisse. Nicht deren Auswirkungen, sondern ihre "Abarbeitung". Der Spielfluss wird hierdurch m. M. n. extrem gehemmt - man möchte einfach nur ein Landschaftsplättchen ergänzen, da kommt ein Ereignis. Alle reihum sind dran, der nächste Spieler freut sich auf seinen Zug. Denkste - noch eines. Teilweise führte dies zu großer Verwirrung, wessen Zug dies denn nun gewesen sei und die wievielte Aktion dieses Spielers dies denn nun war bzw. wer als nächstes dran ist. Außerdem hätte die Spielübersicht verbessert werden können, wenn man irgendwelche Marker beigelegt hätte, mit denen man auf dem eigenen Tableau die Felder markieren kann, deren Plättchen schon bei einem Mitspieler liegen, auf die man selbst also nicht mehr zu hoffen braucht. Ohne die genannten Mängel würde ich eine 5 vergeben, so reicht's leider nur zu einer guten 3.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.02.08 von Silke Hüsges
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.03.08 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.03.08 von Andrea Poganiuch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.03.08 von Patrizia Holz
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.03.08 von Kathrin Nos - Key Harvest ist definitiv kein Familienspiel! Die Ereignisse werten für mich das Spiel ab. Die Grafik finde ich ziemlich unübersichtlich. Der interessanteste Mechanismus ist m.E. die Bestimmung des Preises für ein Plättchen - durch die vielen anderen Elemente gerät dieser Aspekt aber leider in den Hintergrund!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.03.08 von Sandra Lemberger - Im Spiel zu dritt würde ich die Note 5 vergeben. Das Erfolgserlebnis hinsichtlich des eigenen Gebietstableaus ist dann ein wenig größer und der Frust über ständig geklaute Plättchen weniger groß.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.03.08 von Peter Nos
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.04.08 von Frank Schwarz
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.04.08 von André Beautemps
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.07.12 von Michael Timpe - ich fands eher zäh und recht beliebig. In meinen Augen nichts für Vielspieler.

Leserbewertungen

Leserwertung Key Harvest: 4,8 4.8, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.04.08 von Braz - Ja, was soll ich sagen: Für mich Essener Messe-Highlight. Ist auf Anhieb in meine Lieblingsspieleliste gewandert. Was mir an dem Spiel gefällt: Andauernd muss man aufpassen, was die anderen machen...die Spannung fällt dadurch im Spiel nicht ab. Für mich: Ein top Spiel!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.04.08 von Helby - Auch für mich ein Toppspiel. Die Wertung zweier gleichgroßer Gebiete finde ich seltsam von Abacus angegeben, ich bezweifel, dass es auch vom Autor so gewollt ist. Man sollte so spielen, dass man eben keine 2 gleichgroßen Gebiete hat, was ja mit den Arbeiterplättchen erreicht werden kann bzw. sollte man kein Plättchen nehmen, was einem dann 2 gleichgroße Gebiete beschert. Ist es doch vorgekommen hat man Pech (schlecht gespielt), dann sind beide Gebiete das Größte, von denen aber nur eins mit 1 Punkt pro Feld gewertet wird und das nächstkleinere ist dann das zweitgrößte Gebiet wo man 2 Punkte je Plättchen erhält.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.12.12 von Ernst-Jürgen Ridder - Gutes Spiel. Gefällt mir aber nicht ganz so gut wie Keythedral, Key Market und Keyflower.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.06.13 von Timo Jensen - Spielt sich wirklich etwas beliebig und zäh. So richtig Schwung will nicht ins Spiel einkehren, alles ruhig und behäbig. Nichts für mich.

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