Rezension/Kritik - Online seit 16.03.2008. Dieser Artikel wurde 6527 mal aufgerufen.

Phoenicia

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Autor: Thomas Lehmann
Illustration: Matthias Catrein
Verlag: JKLM Games
Rezension: Bernd Eisenstein
Spieler: 2 - 5
Dauer: 90 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2007
Bewertung: 4,5 4,5 H@LL9000
4,7 4,7 Leser
Ranking: Platz 1018
Phoenicia

Spielziel

Wir versuchen uns am Aufbau einer großen Zivilisation und beginnen unser Schaffen ca. 3000 vor Christus. Durch neue Errungenschaften verbessern wir unser Einkommen und erhalten so Ruhm und Ansehen in Form von Siegpunkten. In der Runde, in der es einem Spieler gelingt einen Stadtstaat zu gründen (= 32 Punkte), endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Ablauf

Jeder Spieler verfügt über eine Auslage verschiedener Siedlungskarten: Hunting (Jagd), Storage (Lager), Farming (Landwirtschaft) und Training Ground (Ausbildung). Darauf platziert er während des Spiels seine Arbeiter, Lagerhäuser und Geldmünzen. Die Spieler starten mit drei Arbeitern, von denen sich zwei bereits auf den Siedlungskarten Hunting und Farming befinden, und der dritte wartet im Training Ground auf seine Ausbildung und den weiteren Einsatz.

Zu Beginn jeder Spielrunde werden so viele Entwicklungskarten ausgelegt, wie Spieler teilnehmen. Diese Entwicklungskarten (und nur die!) erlauben den Spielern sich weiterzuentwickeln (Einkommen, Siegpunkte, Rabatte oder Sonderrechte). In der Spielvorbereitung werden diese nach einem bestimmten Schema sortiert, damit eine kontinuierliche Entwicklung garantiert ist.

In mehreren Versteigerungen können die Spieler Entwicklungskarten erwerben und somit Verbesserungen für den weiteren Spielverlauf erlangen. Dabei kann ein Spieler auch mehrere Entwicklungskarten in einer Runde ersteigern, falls er über genügend Geld verfügt.

Geld gibt es in Form von Münzen (= 1 Geld) und Geldkarten (= 4 bis 6 Geld). Durch die Geldkarten ist also nie der genaue Geldbestand eines Spielers nachvollziehbar.

Auf dem Spielplan werden neben Siegpunkten und Einkommen auch Rabatte auf künftige Entwicklungskarten angezeigt. Die Grafiken zeigen die Verknüpfungen der einzelnen Entwicklungskarten.

Nachdem der aktive Spieler so viele Versteigerungen ausgerufen hat, wie er möchte (er muss diese nicht zwingend gewinnen), kann er sein Geld in das Trainieren oder den Einsatz von Arbeitern sowie den Kauf von Werkzeugen investieren. Die folgenden Spieler dürfen ihrerseits weitere Versteigerungen ausrufen (an denen bereits aktive Spieler dieser Runde nicht mehr teilnehmen dürfen).

Bei Rundenende wird der neue Startspieler ermittelt (Spieler mit den meisten Siegpunkten), alle Spieler erhalten ihr Einkommen und müssen sehen, dass sie dieses auch lagern können (in die nächste Runde mitnehmen).

Erreicht ein Spieler mindestens 32 Siegpunkte, so endet das Spiel nach der kompletten laufenden Runde. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt (das kann auch ein nachfolgender Spieler sein).

Fazit

Öffnet man die Schachtel, so kommt einem eine Flut von Plastikpöppeln, Scheiben und Quadern entgegen, die einer 80er-Jahre-Spielesammlung entstammen könnten. Das schreckt einige Spielernaturen ab und ist - was die Aufmachung betrifft - gewiss nicht ganz zeitgemäß. Der Spielplan dient eigentlich nur dazu, Siegpunkte, Einkommen und Rabatte festzuhalten. Die Grafiken an sich sind zwar optisch recht gefällig, aber spielerisch nicht unbedingt erforderlich. Besser wären hier zwei getrennte Zählleisten gewesen, denn bei voller Besetzung und bis zu 10 Markierungssteinen geht es doch recht eng zu auf der Leiste. Englischkenntnisse sind nur bedingt vonnöten, denn bis auf den Titel befinden sich auf allen Karten erklärende Piktogramme.

Vorwerfen muss man Phoenicia die schlechten und lückenhaften Spielregeln im Englischen und ganz besonders im Deutschen. Zum Glück gibt es inzwischen eine verbesserte Version davon. Ein weiterer Kritikpunkt ist die dünne Thematik, denn das Spiel ist eigentlich von Grund auf abstrakt.

Wer sich dann soweit "durchgekämpft" hat, wird mit einem Versteigerungsspiel belohnt, das sogar zu zweit funktioniert und immensen Spaß bereiten kann. Die Anzahl der Entwicklungskarten ist der Mitspielerzahl angepasst und so passiert es immer, dass der ein oder andere Spieler bei den sehr begehrten Entwicklungen leer ausgeht. Welche Entwicklungen sind das? Sehr wichtig sind neue Arbeiter ("Fort"), denn diese sind nur in kleiner Zahl vorhanden und sichern recht früh ein gutes Einkommen. Im späteren Stadium muss man allerdings vermehrt auf Siegpunkte umschwenken, und hier helfen vor allem mächtige Entwicklungskarten wie die "City Walls" und der "Port". Im Hinblick auf das Endspiel hat sich der "Shipyard" als sehr gute Vorbereitung gezeigt, denn dieser gewährt Rabatte von 5 Geld auf 3 verschiedene Karten.

Man kann allerdings nicht sagen, dass eine bestimmte Karte den Sieg garantiert, denn wie dies für ein Versteigerungsspiel üblich ist, hängt es letztendlich immer vom bezahlten Preis ab, wie lohnenswert eine Karte tatsächlich ist. In der Anfangsphase kann schon ein zuviel gezahltes Geld großen Schaden bedeuten, später wird hingegen kaum noch eine Karte zum Mindestpreis weggehen.

Wer ein Faible für Versteigerungsspiele hat und ein knackiges Spiel mit einer recht kurzen Spieldauer sucht (pro Spieler 10 bis 15 Minuten sind nicht unrealistisch), der kann hier bedenkenlos zugreifen. Wer aber tiefer ins Thema eintauchen will oder ein abendfüllendes Spielerlebnis sucht, dem bietet Phoenicia vermutlich zu wenig "Fleisch".

Rezension Bernd Eisenstein

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Phoenicia: 4,5 4,5, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.01.08 von Bernd Eisenstein - Starke 5 Punkte. Trotz der Kritikpunkte ein stimmiges und forderndes Spiel
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.01.08 von Jochen Traub - Altbekannte Mechanismen von Zepter und Co. Das Thema ist prima umgesetzt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.03.08 von Sandra Lemberger - Tendenz zur Note 5. Das erste Spiel ist allerdings sehr beliebig, weil man die Karten - welche das Spiel von Anfang bis Ende bestimmen - nicht kennt. Die Karten sind recht schön gezeichnet, statt der billig aussehenden Plastiksteine hätte man sich jedoch über Holzsteine gefreut.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.06.08 von Udo Kalker - Die zum Teil sehr klein beschriftete Grafik unterstützt nicht gerade den Spielfluß. Insgesamt aber ein rundes Spiel, das zuweilen etwas am "Gebäudebau-Thema" klebt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.12.08 von Ralph Bruhn
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.03.12 von Michael Timpe - Spielt sich schön, aber mir etwas zu linear, daher auf Dauer nicht so viele Punkte

Leserbewertungen

Leserwertung Phoenicia: 4,7 4.7, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.03.08 von Paul Arnesen - Wieder Mal ein von Outpost inspiriertes Spiel. Das Geldhandling wurde klar verbessert. Der Technikbaum (Entwicklungsmöglichkeiten) aber arg verschlechtert (eingeschränkt und daher strategisch weniger anspruchsvoll). Also gibt es hier nicht so viele verschiedene Wege zum Sieg, wie man sie sich für ein zeitgemässes Spiel wünscht. Das war eine ziemliche Entäuschung.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.03.08 von Harald Ewald - endlich eine kurze Outpostvariante, leider fehlt eine Erklärung der Symbole
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.03.08 von Braz - Tja...was soll ich sagen: Mir gefällt`s ;)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.12.08 von Hendrik Schmieder - Kam in unseren Runden immer gut an. Einfachere Outpostversion, vorallem ohne die ewige Massenrechnerei.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.06.09 von Harald Ewald - eingedampftes Outpost, spitze
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.04.14 von Dencer - Wenn alle es kennen, kurz und knackig spielbar, aber kaum Atmosphäre und deshalb nur 4 Punkte.

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