DIE H@LL9000 - REPORTAGE: 

Erfahrener Spiel-Oldie 
gewinnt 
Alhambra-Endrundenturnier

 



28 Gewinner regionaler Vorausscheidungen spielten in Köln 
die Finalisten der 1. Deutschen Meisterschaft im 
Brettspiel Alhambra aus.

Das vorweihnachtliche Köln war am 
4. Dezember 2004 Austragungsort für die Endrunde der 1. Deutschen Meisterschaft im Brettspiel Alhambra. Jeder Spieler schlüpft hier in die Rolle eines Baumeisters und errichtet Türme, Gärten, Gemächer, Serails, Arkaden und Pavillons. Ein Spielziel ist dabei, bei drei Wertungen in der eigenen Alhambra möglichst viele Mehrheiten der jeweiligen Sorte vorweisen zu können. Zusätzliche Punkte gibt es jeweils für die längste eigene Mauer.

28 Baumeisterinnen und Baumeister waren dazu aus ganz Deutschland angereist. Alle hatten sich zuvor in verschiedenen Regionalturnieren für diese Endrunde qualifiziert. Das Alter der Teilnehmer reichte dabei von Endvierzigern bis zu Jugendlichen. Um Punkt 14.00 Uhr gab Willi Weber vom Veranstalter Family Games den Startschuss für die 3 Endrundenspiele. Das Spielteam hatte für den Troisdorfer Spielverlag Queen Games Organisation und Abwicklung der gesamten Veranstaltung über­nommen und sorgte auch während der Veranstaltung für das leibliche Wohl der Teilnehmer.

Gespielt wurde dabei nach den Alhambra-Basisregeln und ohne Erweiterungen an sieben Tischen mit vier Spielern. Die Auslosung erfolgte dabei jeweils neu nach dem Zufallsprinzip. Wie in den Vorausscheidungen erhielten die jeweiligen Sieger einer Partie 5 Punkte, die Zweitplatzierten 3, die Drittplatzierten 2 und die Viertplatzierten noch 1 Punkt. Bei Punktegleichstand wurden noch die erreichten Platzierungen so­wie die in den Spielen erzielten Wertungspunkte als „Tiebreaker“ herangezogen.

Finalsieger kommt aus Hamburg


Auf einem Flug nach Barcelona spielen die drei Kölner 
Finalisten Reiner Sietas (Mitte), Matthias Stöckle (links) und 
Paul Mols (rechts) jetzt den 1. Deutschen Meister im 
Brettspiel Alhambra aus.

Nach spannenden Spielen und fast vier Stunden Spielzeit stand Reiner Sietas als Gewinner fest (13 Punkte). Der 45-jährige IT- und SAP-Berater aus Horneburg (bei Hamburg) konnte 2 Partien für sich entscheiden und belegte einmal Platz 2. Sietas hatte zuvor das stark besetzte Turnier in Hamburg-Harburg gewonnen. In der Spielszene ist der verheiratete Familienvater kein Unbekannter. Er hat sich in den letzten Jahren in die Gewinnlisten vieler Turniere (Siedler von Catan etc.) eintragen können. 2001 war er mit drei Mitstreitern und der Mannschaft „Wi suend all dor“ auch bereits deutscher Brettspielmeister.

Trainiert wird zuhause in der Familie oder aber „auch einmal bis 1 Uhr nachts in der Brettspielwelt, der Online-Spiel-Community“, seufzt seine Ehefrau, die ihren Mann zur Endrunde begleitet hatte. Gewonnen hat er in Köln mit einer riskanten, aber letztlich erfolgreichen Strategie. So konzentrierte er sich auf den optimalen Mauerbau sowie die Mehrheiten bei Gärten und Türmen. In der 3. Runde schaffte er beispielsweise in der 2. Wertung bereits überragende 17 Mauerpunkte - die halbe Miete zum Gesamtsieg.

Knapp geschlagen wurde der Kölner Matthias Stöckle. Der 33-jährige Chemiker am Max-Planck-Institut konnte 2 Partien für sich entscheiden und einmal Platz 3 belegen (insgesamt 12 Punkte). Er hatte zuvor eine Vorausscheidung in Köln gewonnen. Den dritten Rang erreichte mit zwei Siegen und einem 4. Platz Paul Mols aus Aachen (insgesamt 11 Punkte). Der 37-jährige Diplom-Ingenieur hatte sich bei einer Vorausscheidung in Übach-Palenberg für die Endrunde qualifiziert.

Die drei Finalisten, Sietas, Stöckle und Mols, werden den 1. deutschen Alhambra-Meister nun, sofern die jeweiligen Arbeitgeber Urlaub gewähren, am 8. Dezember auf einem Flug von Köln/Bonn nach Barcelona ausspielen. Der Sieger darf dann noch 5 Tage in der ostspanischen Stadt verbringen und erhält zusätzlich im Frühjahr 2005 eine Reise ins spanische Granada. Hier steht mit der maurischen Alhambra der Namensgeber für das Spiel.

Region erfolgreich vertreten


Thorsten Janik (links), Mannheimer Vertreter im Kölner 
Finale, erzielte nach gewonnener 1. Partie, mit Platz 6 in der 
Gesamtwertung einen Achtungserfolg.

Mehr als einen Achtungserfolg erzielte der 14-jährige Final-Youngster Thorsten Janik. Der Gymnasiast hatte im Oktober das gemeinsam von H@LL9000 und Mannheimer Spieliothek organisierte Alhambra-Turnier in Mannheim gewonnen. In Köln belegte er einen hervorragenden 6. Platz. Nach einem guten Start mit einer gewonnenen Partie, reichten zwei 2. Plätze (gesamt 10,5 Punkte) knapp nicht, um einen Platz im Flieger nach Barcelona zu ergattern. Der Mannheimer Vertreter hatte dabei vor allem Lospech. So musste er zweimal gegen den späteren 30 Jahre älteren Gesamtsieger Sietas antreten. In beiden Spielen hatte er als Zweiter das Nachsehen. „Eine Computer-gestützte Spielansetzung, wie in anderen Turnieren bereits üblich, hätte dieses doppelte Aufeinandertreffen wahrscheinlich verhindert“, war Janik am Ende ein wenig traurig über die schwere Auslosung und knapp verpassten Treppchenplatz.

Alle Teilnehmer der Finalrunde traten nach schönem Turnier gegen 18.00 Uhr die Heimreise an. Willi Weber überreichte allen zum Abschluss im Auftrag von Queen Games ein Spielpaket mit den beiden Alhambra-Erweiterungen sowie dem neuesten Spiel von Dirk Henn: Die Gärten der Alhambra.

Text & Fotos: Jürgen Janik