Rezension/Kritik - Online seit 16.04.2016. Dieser Artikel wurde 6164 mal aufgerufen.

504

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Autor: Friedemann Friese
Illustration: Harald Lieske
Verlag: 2F-Spiele
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 - 120 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2015
Bewertung: 2,5 2,5 H@LL9000
2,9 2,9 Leser
Ranking: Platz 4999
504

Spielziel

504 bietet ein modulares Spielsystem mit eben 504 verschiedenen Spielideen in einer einzigen Schachtel. Aus neun sogenannten Modulen wählt man jeweils drei aus, die man zu einem Spiel kombiniert.

Ablauf

Das Buch der Welten ist ein spiralgebundenes, dreigeteiltes Buch, in dem man die einzelnen Spielmodule fast beliebig miteinander kombinieren kann, man muss nur darauf achten, keine gleichen Ziffern zu wählen (z. B. 232). Die ausgewählten Modulseiten bieten dann die vollständige Übersicht über die gewählte Welt.

So stehen auf jeder Modulseite Angaben zur Spielreihenfolge, zum Spielplan, dem Startgeld und den Hauptstädten der einzelnen Spieler. Sind diese drei Vorgaben unterschiedlich, so wählt man stets die Angabe beim Modul mit der niedrigsten Priorität. Im Grundspiel (123) sieht das für den Spielplan zum Beispiel so aus:
Modul 1: Spielplan 3, Priorität 3
Modul 2: Spielplan 5, Priorität 4
Modul 3: Spielplan 5, Priorität 4
Priorität 3 ist der niedrigste Wert, deshalb wird hier also der Spielplan 3 gewählt. Zu dieser Grundregel gibt es allerdings auch eine Ausnahme, nämlich wenn bei einem Modul "IMMER" angegeben ist.

Hat man sich für eine Kombination entschieden, baut man das Spiel entsprechend den Modulangaben auf. Einen Spielablauf kann ich hier natürlich nicht beschreiben, denn dafür gibt es zu viele verschiedene Möglichkeiten. Allgemein sei jedoch gesagt, dass sich die neun Module des Spiels in folgende Kategorien gliedern: Transport, Wettlauf, Privilegien, Militär, Entdecken, Straßen, Mehrheiten, Produktion und Aktien.

Fazit

Soweit, so gut. Die Sache mit den Prioritäten war aber noch nicht alles. Grundsätzlich gibt es dann in der 31 Seiten langen Spielregel noch genaue Beschreibungen zu den einzelnen Kategorien. Da irgendwie alle Eventualitäten irgendwo vermerkt sind, wirkt das alles ziemlich verwirrend und man benötigt viel Zeit, um sich da durchzukämpfen. Dabei ist es nicht so, dass man dem Verlag vorwerfen kann, etwas falsch gemacht zu haben, es ist nur alles irgendwie viel zu viel.

Und genau darin sehe ich die Problematik dieses Spiels. Meine Nachfrage bei anderen erfahrenen Spielern, die im Lesen von Regeln geübt sind, hat gezeigt, dass auch sie beim Erarbeiten immer und immer wieder von vorne beginnen mussten, weil sie vieles nicht auf Anhieb verstanden. Und nicht jeder war standhaft genug, dann tatsächlich auch über das vorgeschlagene Grundspiel hinauszukommen.

Des Weiteren stellt sich mir bei 504 auch die Frage nach der Zielgruppe: Vielspieler sind meistens sehr erpicht darauf, immer wieder neue Spiele auszuprobieren. Ich kann mir also nur schwerlich vorstellen, dass sie sich so intensiv mit einem einzigen Spiel beschäftigen werden, um wirklich alle möglichen Kombinationen durchzutesten. Vor allem dann nicht, wenn sie erst einmal ein oder zwei weniger interessante Kombinationen gespielt haben. Gelegenheitsspieler, die vielleicht auch die einfacheren Spielideen reizvoll finden könnten und an einer Art Spielesammlung, die der Kauf eines einzigen Spiels bietet, auch eher Interesse haben könnten, werden wiederum ziemlich sicher an der Spielregel scheitern.

Das Testen der einzelnen Kombinationen stellte für den 2F-Verlag sicherlich einen enormen Aufwand dar. Und dass sich der Verlag auch mit allem anderen viel Mühe gemacht hat, lässt sich bestimmt nicht leugnen. Die Schachtel enthält eine Fülle an Material (über 900 Teile), das vorne in der Anleitung auch vorbildlich nummeriert abgebildet ist. So kann man immer nachsehen, welches Spielmaterial man für die einzelnen Module benötigt. Die Änderungen für unterschiedliche Spielerzahlen stehen ebenfalls immer gleich dabei.

Aber viel Einsatz und Arbeitsaufwand ergeben alleine noch keine Erfolgsgarantie. Bei meinen getesteten Modulen war jedenfalls alles dabei, von "ziemlich langweilig" bis hin zu "schönes Spiel". Man muss sich auf alle Fälle klar darüber sein, dass es einen hohen Aufwand darstellt, sich wieder alle Modul- und Regeldetails in Erinnerung zu rufen, wenn man 504 über einen längeren Zeitraum nicht spielt. Jeder, den das stört, sollte die Finger von der Spielidee lassen. Ebenfalls wird man kaum glücklich mit dem Spiel werden, wenn man spielerische Atmosphäre sucht, sei es aufgrund der Spielgeschichte und/oder der Aufmachung, denn jedes Spiel sieht in seinem Aufbau ähnlich aus. Irgendwie so, als ob man einen guten Prototyp spielen würde. Manche mögen das, andere wiederum gar nicht.

Ansonsten muss jeder selbst abwägen, ob er Gefallen an einer solchen Spielidee finden könnte. Hilfreich ist dann vielleicht die Internetseite www.504-2f.de, wo man jeweils 10 Kombinationen sehen kann, die anderen Spielern gut gefallen haben. Leider handelt es sich aber nur um eine reine Bewertungsliste, die keine sonstigen näheren Informationen enthält. Aber wenigstens muss man dann nicht unbedingt selbst aufs Geratewohl herumprobieren und kann hoffen, dass die Geschmäcker dieser Spieler mit den eigenen übereinstimmen.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung 504: 2,5 2,5, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.04.16 von Stephan Rothschuh - Als Studie zum Thema Spieleentwicklung interessanter als als Spiel.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.04.16 von Michael Kahrmann - Ich habs wirklich mehrfach versucht aber es ging komplett an mir vorbei. Beim nächsten Mal ohne mich trifft es leider ganz gut.

Leserbewertungen

Leserwertung 504: 2,9 2.9, 10 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.12.15 von Marco Meißner - Ein schwer zu beurteilendes Spiel, weil es eben viele Spiele in einem sind. Nach drei getesteten Modulen ist das also nur eine "Zwischenwertung". Wäre der Spielaufbau etwas flüssiger gestaltet, hätte es zur 5 reichen können. So eine gute 4.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.02.16 von Leon - 504 kam bei uns nicht gut an. Die einzelnen Welten sind unthematisch, alles Elemente wirken neutral/beliebig und die Regeln lassen immer wieder Fragen bei den Spielern aufkommen und widersprechen sich manchmal. Alles in allem ein Exprimentierbaukasten aber kein schönes Spiel. Alleine immer wieder bei jeder Welt die Mitspieler mit neuen Regeln zu quälen ist zeitraubend. Die 3 Punkte bekommt es von mir nur knapp, da ich die Idee reizvoll finde, aber in dem vorliegenden Spiel kaum Spass macht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.02.16 von Ernst-Jürgen Ridder - Es fällt aus dem Rahmen. Es ist ja kein Spiel, sondern hat 504 mögliche Kombinationen, die Spiele sein sollen, ist also eher eine Art Experimentierkasten. Selbst als Vielspieler -wer von uns spielt zudem schon ein einziges "Spiel" derart oft- hat man keine Chance, alle Kombis auszuprobieren. So hat man schon beim ersten Experiment den Frust im Kopf, dass man wohl nie herausfinden wird, ob überhaupt irgend eine Kombi ein richtig gutes Spiel ergäbe. Eine 1 nur deshalb nicht, weil es immerhin Regeln gibt, die es erlauben, mit dem vorhandenen Material etwas zu tun. Die Idee dahinter mag ja interessant sein, für mich aber der größte Flopp seit langem.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.03.16 von Lukas S. - Jede Welt wird steril und unthematisch. Jede Welt wird in sich nicht ausgereift und wirft immer wieder Regelfragen auf. Viel Material, aber wenig stimmungsvolles Spiel. Lieber ein gutes abgestimmtes Spiel mit liebevollen Artwork und stimmigen Regeln, als dieser emotionslose Baukasten für 65€, den man nach wenigen Spielen nur noch verkaufen möchte.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.03.16 von Martina - Nach zwei getesten Modulen (Einstiegsspiel und ein anderes) habe ich kein Bedürfnis mehr, ein weiteres auszuprobieren. Um die Regeln zu verstehen, mussten wir immer wieder an verschiedenen Stellen nachlesen, was wie gemeint ist. In beiden Spielen waren alle Züge dann repetetiv, komplett mechanisch und langatmig. Schade, hatte mir mehr davon versprochen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.04.16 von Timo Onken - Nach 5 Partien, in denen alle 9 Module vorkamen, denke ich, dass ich einen guten Gesamteindruck gewonnen habe. Die Regeln fand ich, anders als viele andere, gut aufgebaut und leicht verständlich. Hat man das System verstanden, nach denen sie aufgebaut sind, ist alles logisch geordnet und schnell zu finden. Die Module gefallen mir nicht alle, für weitere Partien werde ich mich wohl auf meine Lieblingsmodule beschränken (bzw. bestimmte Module nur an bestimmten Positionen). Das Einstiegsspiel empfand ich als langweilig und eines der vier anderen probierten auch, die anderen drei machten aber viel Spaß. Besonders die Module Transport und Produktion in Kombination ergeben tolle Spiele, Entdeckung, Aktien und Straßen gefallen mir aber auch sehr gut. Kampf und Mehrheiten würde ich nur noch an Position III mitnehmen. Das Material ist hervorragend, nur für die beiden Spiele mit Aktien war doch etwas wenig Geld da, sodass man viel wechseln musste und wir uns letztendlich etwas Geld aus Funkenschlag ausgeliehen haben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.04.16 von Flott - Von einigen Spielen wird ja gesagt, dass sie mehr Arbeit als Spiel sind. 504 ist mehr Wissenschaft als Spiel. Man merkt, dass 2F-Spiele viel Hirnschmalz und auch auch Herzblut in die Entwicklung gesteckt haben, aber leider steht das für jede Modulkombination erforderliche Regelstudium in keinem Verhältnis zum Spielspaß. Ich habe selten ein so mechanisches, trockenes und langweiliges Spiel gespielt wie Welt 123. Ein Experiment, das leider gescheitert ist.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.04.16 von Braz - Gefällt mir wirklich als Konzept UND als Spiel sehr gut. Sehr interessantes Spiel.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.04.16 von Maja
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.04.16 von Dennis L.

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