Rezension/Kritik - Online seit 22.08.2005. Dieser Artikel wurde 14162 mal aufgerufen.

Das Gold der Inka

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Autor: Harald Lieske
Illustration: Harald Lieske
Verlag: Queen Games
Rezension: Steffen Stroh
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 - 45 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2005
Bewertung: 3,1 3,1 H@LL9000
3,2 3,2 Leser
Ranking: Platz 6365
Download: Kurzspielregel [PDF]
Das Gold der Inka

Spielziel

Darf ich mich vorstellen: mein Name ist Jones, Indiana Jones. Verlorene Schtze sind mein Spezialgebiet, Tempel voller Inkagold ganz besonders. So ein paar lcherliche Abgrnde machen einem Abenteuerhelden doch nichts aus. Die Schlangen allerdings und wer sind diese schrgen Vgel, die sich da mit mir auf den Weg gemacht haben?

Ablauf

Endlich angekommen im Inneren des Heiligtums. Vor mir ein groer, sechseckiger Saal, der Boden von Lchern und Spalten berst. In der Tiefe zeugt rot glimmende Hitze von glhendem Magma. In der Mitte des Saales glitzert und funkelt es verfhrerisch goldene Inkastatuen, Ziel meiner Trume. Auch meine Konkurrenten haben ihr Ziel erreicht, und stehen hnlich ratlos vor den anderen Eingngen des Saales. Dreizehn rautenfrmige Steinplatten hngen von der Decke, jeder von uns hat die Gelegenheit, einige davon wie von Geisterhand - im Saal in Position zu bringen. Schritt fr Schritt tun sich dadurch Wege ber die Abgrnde auf, aber auch Hindernisse. Einige Bodenplatten sind seitlich durch Mauern verbaut, auf anderen winden sich widerliche Giftschlangen. Mhsam versuche ich, Schlangen und Mauerseiten meinen Widersachern entgegenzustellen, und gleichzeitig selbst eine Brcke zum Gold zusammenzubasteln.

Kaum haben alle Steinplatten Platz gefunden, mache ich mich auf den Weg. Beim ersten Schritt stelle ich fest, dass die Steinplatten beweglich sind das kostet zwar etwas Kraft (1 Aktionspunkt), aber es geht. Also flott entlang einer Rautenkante in Richtung Ziel gesurft. Leider versperrt eine Mauer alsbald mein Vorankommen. Wenn ich doch nur die Platte um eine Ecke drehen knnte das geht zwar, aber blderweise verhakt sich die Platte an einer Ecke mit der nebenliegenden Bodenraute. Nichts zu machen, da muss ich mir einen anderen Weg suchen. Ein beherzter Sprung (1 AP) ber die eklige Kobra links von mir bringt mich meinem Ziel ein Stck nher. Doch was ist das? Vor mir glimmt der Boden in grner Farbe, ein jahrtausendealtes Runensymbol kreist im Inneren einer runden Vertiefung. Neugierig wage ich mich einen Schritt vor und pltzlich schwindet die Welt um mich herum grelles Licht blendet meine Augen. Rauch umhllt mich, und als ich die Augen wieder ffne, stehe ich am anderen Ende des groen Saales (1 AP), hinter mir glimmt das selbe grnliche Runenfeld, das ich eben zu betreten wagte. Mde wende ich den Blick zur Mitte des Saales. Sofort schiet Adrenalin durch meine Adern: Ein neuer Weg zu einer der Goldstatuen tut sich vor mir auf!

Doch fr den Moment sind meine Krfte erschpft. Mde sinke ich auf der Steinplatte zusammen. Mein Blick streift durch den rtlich schimmernden Saal, wo gerade einer meiner Konkurrenten sein Herz in beide Hnde nimmt, und sich ebenfalls auf den Weg in Richtung Saalzentrum begibt.

1 Stunde spter

Verschwitzt beuge ich mich zur Goldstatue, die zu meinen Fen glitzert. Mde, aber glcklich, schliee ich sie in meine schweinassen Hnde, und packe sie zu den anderen beiden Statuen, die bereits wohl behtet in meinem Rucksack schlummern (1 AP). Jetzt aber nichts wie raus bevor meine Konkurrenten mir zuvor kommen. Denn die Ausgangstren ffnen sich nur fr einen von uns, und ich habe wenig Lust, hier inmitten der Schlangenbrut zu verenden. Die Steinplatte vor mir wrde mich direkt zu einem der Ausgnge tragen, doch ein groer, runder Fels blockiert ihre Bewegung: Ein Hindernisstein, von einem meiner Widersacher in Position geschoben. Doch Rache ist s mit einem gezielten Sto lasse ich meinerseits einen Felsen vor die Nase des Konkurrenten wandern. Wie du mir, so ich dir! brlle ich ihm durch den Saal zu. Blanker Hass blitzt in seinen Augen auf.

20 Minuten spter

Ich habe einen Weg gefunden. Vor mir ffnet sich bereits das Tor, mit letzter Kraft berspringe ich noch eine Kobra, und stolpere erschpft in den Ausgang. Hinter mir schlieen sich sofort die schweren Steinpforten, und verschlucken die verzweifelten Schreie meiner ehemaligen Widersacher.

Fazit

Auch Fiktion besitzt einen Funken Wahrheit, und so stimmt tatschlich: Indiana Jones htte seine helle Freude am Gold der Inka die chronische Abneigung gegen Schlangen mal auen vor. Da ist zum einen die schne Illustration des beraus robusten Materials. Man sollte sich von der kleinen Verpackung nicht tuschen lassen: Der Spielplan erreicht zusammengesetzt ein Ausma, das man der Packungsgre kaum zugetraut htte. Die hlzernen Spielfiguren, Inkastatuen und Blockadesteine sind ebenso funktionell wie die Rauten aus dicker Pappe das Spiel wird nie fummelig, was bei den stndigen, markanten Vernderungen der Spielplansituation erfreulich ist.

Die Spielregel ist kurz gehalten und ausreichend bebildert. Die Gliederung folgt dem System der Aktionspunkte, von denen je drei pro Spielzug in der Chronologie Rauten bewegen, Spielfigur (ber Schlangen) bewegen und Inkastatue aufnehmen verbraucht werden drfen. Eingerahmt wird diese Darstellung von Entfernen und Setzen des Blockadesteins, der ein wichtiges, interaktives rgerelement darstellt, allerdings mitunter auch dafr sorgt, dass man in seinem Spielzug keinerlei Raumgewinn erzielen kann.

Doch trotz dieser kurzweiligen Regel ergeben sich bei den Einstiegspartien meist leichte Hakler. So ist die berschneidung von Rautenplttchen bei Drehungen oft so minimal, dass die von Einsteigern leicht bersehen werden. Hat man sich aber an das System gewhnt, dreht und schiebt es sich aber absolut logisch.

Das grte Problem offenbart sich dann im Spielfluss: Jeder Spielerzug ist eine Denksportaufgabe fr sich, die zu bearbeiten erst sinnvoll ist, wenn die Konkurrenten ihre Zge abgeschlossen haben. Die optimale Zugkombination aus Rautenbewegung, Teleportern und Schlangenberwindung zusammenzubasteln ist eine reizvolle, kombinatorische Aufgabe fr den aktiven Schatzjger und gleichzeitig eine zhe, nervttende Warterei fr die brigen Mitspieler. Je grer die Spielerzahl, desto lnger werden diese Downtimes. Man sollte sich vor Spielbeginn auf schnelles Grbeln einigen, oder (noch sicherer!) gar nicht erst in voller Besetzung von 4 Spielern nach dem Gold der Inka greifen. Vor allem zu zweit, aber auch zu dritt sind die toten Phasen noch ertrglich, und der Kufer erhlt fr schlappe 12 ein vollwertiges, groes Brettspiel mit hohem Knobelfaktor. Wem derartige Gedankenspiele nicht liegen, und wer lieber permanent ins Spielgeschehen eingebunden sein mchte, sucht seinen Schatz allerdings besser andernorts.

Rezension Steffen Stroh

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Das Gold der Inka: 3,1 3,1, 10 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.07.05 von Steffen Stroh
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.05.05 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.05.05 von Hans-Peter Stoll - Im Spiel zu viert viel zu lange Wartezeit fr die Spieler, die nicht am Zug sind.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.05.05 von Uta Weinkauf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.05.05 von Nicole Biedinger - Spielreiz bezieht sich auf Zweier-Spiel. Bei mehr Spielern empfinde ich die Wartezeiten als zu lange und wrde eine 2 geben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.06.05 von Bernd Eisenstein - Was soll das sein? *kopfschttel*
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.07.05 von Jochen Traub
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.08.05 von Frank Gartner - Das Grundprinzip gefllt mir zwar, dennoch verliefen die meisten Partien uerst zh. Damit erhlt das Spiel von mir gerade noch eine 3.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.02.06 von Ulrich Fonrobert - Eines der schwcheren aus der kleinen Queen-Serie. Da spiele ich doch lieber Revolte in Rom oder Raubritter.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.07.06 von Jens Hillen - Zh, zher, Das Gold der Inka...

Leserbewertungen

Leserwertung Das Gold der Inka: 3,2 3.2, 11 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.08.05 von Stefan Risthaus - Wertung bezieht sich auf das Spiel zu zweit.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.09.05 von Markus Beer - Wertung fr das Spiel zu zweit. Mit mehreren Leuten wrde ich es gar nicht erst zu spielen wagen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.05.06 von Angela Wolf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.05.07 von Sidney Wilz
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.08.07 von Katharina Ewers - Bei uns wird "Das Gold der Inka" immer wieder gerne aus dem Schrank geholt, die Zeit fr die einzelnen Zge hlt sich auch letztlich in Grenzen. Die Interaktion mit den Mitspielern ist hoch und fhrt zu einem hohen Schadenfreude-Faktor. Letztlich eine Art komplexeres "Verrcktes Labyrinth".
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.05.08 von Andreas D. Becker - Ein Spiel mit Grbel-Garantie, trotzdem nett.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.01.09 von Tim
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.07.09 von Pasvik - Bei uns kam das Soiel gar nicht gut an. Zu zweit ist es gerade noch spielbar.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.08.09 von Thomas Hammer - Begeisterung hlt sich in Grenzen: Nette Idee, aber irgendwie "schwammiges Spielgefhl". Am Ende wei man nicht recht, ob man aufgrund der eigenen zweifelhaft zu optimierenden Spielzge oder aufgrund des (noch) schlechteren Gegners gewonnen wurde...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.11.10 von Pet Erpan
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.01.24 von MaJaTi53 - de, kein Spannungsbogen, klarer Langweiler. Wie kann man (auch schon 2005) so ein Spiel auf den Markt bringen? Das Cover der Schachtel weckt Phantasien (Goldsuchen, Abenteuer), die der Spielverlauf nicht befriedigt.

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