Rezension/Kritik - Online seit 28.09.2010. Dieser Artikel wurde 5267 mal aufgerufen.

Kopf an Kopf

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Autor: Chris Handy
Illustration: Karim Chakroun
Verlag: KOSMOS
Rezension: Michael Timpe
Spieler: 2 - 8
Dauer: 45 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2010
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
4,5 4,5 Leser
Ranking: Platz 3264
Kopf an Kopf

Spielziel

Mal wieder ein Pferderennspiel. Kaum ein Spielthema landet so regelmäßig in der Verrissecke wie Pferderennspiele, und trotzdem versucht sich in schöner Regelmäßigkeit dann doch immer wieder ein Verlag an diesem Thema. Für meine Spielrunde brauchte es einiges an Überredungskunst, um es überhaupt auf dem Tisch ausbreiten zu dürfen, und auch ich selbst war mehr als skeptisch. Aber um es vorweg zu nehmen: Wir wurden positiv überrascht: Das Spiel erwies sich als pfiffig, kurzweilig und mit schönem Zockerelement. Ein einfaches Würfel-Glücks-Spiel, aber davon ein besseres.

Ablauf

Der Spielplan von Kopf an Kopf bietet erst mal keine Überraschung: Ein bei Pferderennen üblicher Rundkurs mit einer Start-/Ziellinie. An dieser werden zu Beginn des Spieles zehn durchnummerierte Plastikpferde aufgestellt. Es wird eine Runde gelaufen und sobald das dritte Pferd die Ziellinie überschritten hat, endet das Spiel.

Der Spielablauf ist ebenfalls sehr simpel: Wer an die Reihe kommt, würfelt mit dem Pferde- sowie dem Bewegungswürfel. Mit dieser Kombination wird ein Pferd sowie die Anzahl an Feldern, die es vorwärts laufen darf, definiert. Anschließend hat man noch genau eine Aktion, danach wird eine Aktionskarte nachgezogen und der nächste Spieler ist an der Reihe.

Bis hierher klingt das Ganze noch eher langweilig, aber mit den vier Aktionsmöglichkeiten, von denen man sich jede Runde für nur eine entscheiden darf, kommt der eigentliche Spielreiz: Die wohl wichtigste Aktion, ein Pferd kaufen: 10, 15 oder 20 € kostet ein Pferd und bringt für seinen Besitzer einen Bonus sowie eine erhöhte Laufchance. Denn neben der eigenen Zahl hat jedes Pferd noch eine Rennleiste, auf der weitere Zahlen stehen, bei denen es laufen darf. Allerdings nur, wenn der Pferdebesitzer selbst würfelt. Je teurer das Pferd, desto mehr Zahlen stehen auf der Leiste. Die guten, teuren Pferde kommen somit auf eine 50%ige Laufchance im eigenen Wurf, die billigen gerade mal auf eine 30%ige.

Die Laufchance ist widerum entgegengesetzt zum Wett-Quotienten, der entscheidend ist für die zweite Aktionsmöglichkeit: 5 € kann man pro Runde auf ein Pferd wetten, aber je höher die Siegwahrscheinlichkeit dieses Pferdes ist, desto weniger Gewinn bringt die Wette am Schluss.

Dritte Aktionsmöglichkeit ist das Ausspielen einer Aktionskarte. Diese bringen meist entweder Geld, erlauben zusätzliche Pferdebewegungen (auch mal rückwärts, sehr zum Missfallen der Konkurrenz) oder bringen anderweitige Boni. In den Karten steckt das größte Potenzial, und die Entscheidung, welche Karte zu welcher Zeit am besten zu spielen ist, hat wesentlichen Spielanteil.

Wenn gerade gar nichts geht, kann man sich für die vierte Aktionsmöglichkeit entscheiden, nämlich zwei Aktionskarten abzuwerfen und dafür 5 € zu erhalten.

Spielende: Die Besitzer der drei erstplatzierten Pferde erhalten jeweils eine Siegprämie, außerdem werden die auf diese Pferde abgegebenen Wetten ausgezahlt. Gewinner des Spiels ist dann, wer das meiste Geld hat.

Fazit

Wie schon gesagt, wir waren skeptisch. Die Grafik des Kartons wurde allgemein als wenig ansprechend empfunden, auch die Spielaufmachung ist eher funktional und weckt nicht gerade spielerische Emotionen. Diese stellten sich dann aber umso mehr im Verlauf des Spiels ein. Das eigene Pferd anfeuern, mitfiebern wenn es sich langsam nach vorne kämpft, bis schließlich ein fieser Mitspieler es mit einer Karte wieder zurück wirft. Opportunistisch schließlich auf ein fremdes Pferd wetten, um wenigstens so noch am Sieg beteiligt zu sein, und schließlich im Dilemma stecken,das eigene Pferd wieder ranzuholen oder einem fremden Pferd auf dem Weg zum Sieg zu helfen, um wenigstens noch die eigene Wette zu retten. Solcher Art Entscheidungen gibt es manchesmal zu treffen, aber dies macht die Sache auch sehr spannend. Besonders trägt dazu auch die Einschränkung auf nur eine Aktion je Runde bei, wo man doch so viele tolle Karten hat, die man gerne spielen würde! Und wetten muss man auch noch - ein ständiges Dilemma also, in dem man steckt.

Der Spieleinfluss ist zwar letztlich doch eher gering, aber für ein Wettrennspiel völlig in Ordnung. Der Spielablauf ist zügig, die Runden gehen schnell und auch die Spieldauer ist meistens in Ordnung. Es gab einzelne Runden, wo besonders viele Pferde-Rücksetzkarten in Umlauf waren, dann kann sich das Ende ein klein wenig ziehen, aber das scheint eher die Ausnahme.

Einfache Spielregeln, kurze Spieldauer und ein übersichtliches Spielprinzip sorgen für einen leichten und schnellen Spieleinstieg. Damit ist Kopf an Kopf sicherlich familientauglich (für die Aktionskarten muss man allerdings lesen können) und eignet sich auch für gesellige Spielerunden ohne besonderen strategischen Anspruch. Die viel beschworenen Vielspieler finden in diesem Spiel eher ein nettes Aufwärm- oder Absackspiel, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Kleine Einschränkung: Die Siegprämie für die Pferde scheint etwas hoch und ist damit sehr spielentscheidend. Der Besitzer des Siegerpferdes war bei uns nie schlechter als Zweiter, und wurde - wenn überhaupt - nur vom Besitzer des zweitplazierten Pferdes übertroffen. Das reduziert den spielerischen Wert der Wetten deutlich und kann am Ende dem Spielspaß etwas abträglich sein, wenn man sieht, dass die eigenen Pferde chancenlos hinterher rennen. Aber es ist schließlich ein Glückspiel mit relativ kurzer Spieldauer, insofern geht das gerade noch in Ordnung.

Rezension Michael Timpe

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Kopf an Kopf: 3,0 3,0, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.06.10 von Michael Timpe
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.04.10 von Michael Andersch - Ziemlich unsteuerbar. Und mit mehr als 5 Spielern möchte ich es wegen der Wartezeiten sicherlich nicht ausprobieren (Maximale Spielerzahl 8).
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.05.10 von Frank Gartner - Für meinen Geschmack ist dauert es einen Tick zu lange für die Spieltiefe. Ich muss hier jedoch meinen persönlichen Geschmack ein wenig hinten an stellen, denn aus diversen Spielrunden wurde an mich heran getragen, dass dieses Spiel ein regelrechter Renner war.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.09.10 von Claudia Schollenberger - In der richtigen Runde locker gespielt ist das Spiel ganz witzig.

Leserbewertungen

Leserwertung Kopf an Kopf: 4,5 4.5, 11 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.05.10 von LemuelG - Sehr gutes Familienspiel. Der Glücksanteil ist angesichts des Themas Pferdewetten hoch, aber dennoch kann man durch Risikomanagement und geschicktes Ausspielen von Handkarten an den entscheidenden Stellen steuernd eingreifen, und dann hat man auch ein hinreichendes Maß an Einfluss. Auf jeden Fall ergibt sich ein Mitfiebern wie auf der echten Pferderennbahn, wenn man alles auf eine Karte gesetzt hat. Wartezeiten kann ich angesichts einer durchschnittlichen Zuglänge von wenigen Sekunden je Spieler nicht bestätigen. Würfeln, vorsetzen, eine simple Aktion, Karte ziehen, fertig. Hat aus meiner Sicht ein großes Publikum verdient.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.05.10 von stmountain - Kopf an Kopf ist sicherlich kein Spiel für Strategie-Experten, aber das will es auch nicht sein. Hier gibt es wunderbare Familienkost, wo eigentlich jeder auf seine Kosten kommt. Hier kommt richtig Pferderennatmosphäre auf, es geht vor allem ums Zocken. Aber nicht alles wird durch die Würfel entschieden, die Karten bringen das Spiel erst richtig in Fahrt. Mit diesen kann man das Rennen schon recht stark beeinflussen. Wer aber bei diesem Spiel grübelt ist fehl am Platz, selbst eine Partie zu sechst ging recht schnell vorüber. Ein echter Spaß, der hoffentlich in Zukunft mehr Beachtung findet.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.05.10 von rolf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.05.10 von xaverius - Es ist spannend - was möchte ich mehr?!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.05.10 von Wolfram Dübler-Zaeske - Die negativen Bewertungen kann ich nicht recht verstehen. In unseren Runden kam dieses Spiel sehr gut an. Gerade weil bei Pferderennen ein hoher Glücksanteil gegeben ist, ist dieses Spiel sehr realitätsnah umgesetzt. Pferderennen und Pferdewetten sind mit viel Glück verbunden. Uns hat die Leichtigkeit und Schnelligkeit dieses Spiels gefallen. Auch der schnelle Einstieg macht Kopf an Kopf zu einem schönen Spiel für alle Spieler.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.05.10 von Frank Bergner - Ein Spiel was in gut in die Kosmos-Reihe von Ubongo oder Zack und Pack passt. Familienfreundlich ist es und soll es sein. Bei Vielspielern nerven die Wartezeiten und der geringe Einfluss. Dann lieber Royal Turf von Alea.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.09.10 von Jürgen Strobel - Als das Spiel zum ersten Mal den Weg auf unseren Spieletisch fand,hielt sich die Begeisterung in Grenzen.Vielleicht lag es ja am Thema? Aber nach der ersten Partie war der Bann gebrochen und wir spielten dann fast jeden Tag eine Partie Kopf an Kopf.Es ist ein so herrlich einfaches und doch auch höchst Kommunikatives Familienspiel.Ein gutes Familienspiel mit einem nicht so verbrauchtem Spielethema!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.09.10 von Alex - Das Spiel bringt mit der ganzen Familie und mit Leuten die nicht regelmäßig spielen immer wieder Spaß und ist immer wieder spannend bis zum Schluß. Das Lieblingsspiel meiner 11jährigen Tochter.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.10.10 von Cyberian
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.11.10 von JonTheDon - Aufkleber lösten sich schon nach dem ersten Spiel. Ansonsten schließe ich mich den Reihen derer, die Spaß daran hatten, gern an.

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