Rezension/Kritik - Online seit 11.07.2024. Dieser Artikel wurde 1011 mal aufgerufen.

The Vale of Eternity

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Verlag: Blackrock Games
Mandoo Games
Rezension: Michael Andersch
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 - 45 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2023
Bewertung: 4,5 4,5 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 3207
Download: Kurzspielregel [PDF]
The Vale of Eternity
Auszeichnungen:2024, Mensa Select Gewinner

Spielziel

Im Tal der Ewigkeit zähmen wir diverse Wesen und sogar Gottheiten – um sie anschließend zu beschwören und ihre Effekte zu nutzen, auf dass ein reicher Punkteregen auf uns herniederprassle.

Ablauf

Wir spielen maximal 10 Runden oder bis jemand 60 Punkte erreicht hat.
Jede Runde beginnt damit, dass 2 Karten pro Spieler aufgedeckt und gemäß ihrer Farbe an einen Stern in der Mitte angelegt werden.
Einmal in Spielerreihenfolge und dann nochmals rückwärts markieren alle Spieler je 2 dieser Karten.
Anschließend entscheidet man für jede seiner zwei markierten Karten, ob man sie verkaufen möchte (der Erlös dafür ist dem Stern zu entnehmen, was auch seine einzige Funktion ist) oder ob man sie auf die Hand nimmt.
Auch darf man noch Karten aus der Hand in seine Auslage ausspielen, was aber ein wenig reglementiert ist: Die Auslage darf nur so viele Karten enthalten, wie es der aktuellen Runde entspricht. Zudem nennt die Karte die Kosten für das Ausspielen, welche ich natürlich ebenfalls entrichten muss. Falls die Karte einen Soforteffekt hat, führe ich diesen aus.
Aufgrund der oben genannten Begrenzung bin ich bezüglich der Zahl der ausliegenden Karten etwas limitiert, und manchmal möchte man eine schrottige Karte entsorgen und durch eine stärkere ersetzen. Auch dies ist möglich – kostet aber, und wird auch immer teurer, je weiter das Spiel voran schreitet.
Da wir nun schon ein paar mal diversen Kosten begegnet sind müssen wir mal kurz über Geld reden. Denn einen kleinen Kniff im Regelwerk habe ich bislang verschwiegen: Das Geldmanagement. Geld gibt es nur in den Stückelungen 1, 3 und 6. Und es ist nicht nur so, dass man weder wechseln darf noch beim Bezahlen eventuelles Wechselgeld zurück bekommt – man darf auch stets nur 4 Geldstücke haben. Ende des Einschubs – zurück zum Spiel…
Manche Karten haben neben oder anstelle den Sofort- auch dauerhafte Effekte und/oder Effekte, die jede Runde einmal ausgeführt werden - oder Kombinationen der drei Effektarten. Alle Arten von Effekten sind dabei recht einfacher Art, beispielsweise „Erhalte x Geld“, „Erhalte x Punkte“, „Erhalte x vergünstigt“, „Erhalte x Siegpunkte für jedes y“ oder „Wenn dies… dann das“.
Haben nun alle ihre Auslage optimiert, werden Rundeneffekte der Karten ausgelöst. Sollte nun jemand 60 Punkte oder mehr erreicht haben, dann endet das Spiel vorzeitig. Andernfalls wird eine weitere Runde gespielt.

Fazit

The Vale of Eternity ist ein sehr simples Spiel: Suche Karten aus und verkaufe sie (bringt Geld) oder nimm sie auf die Hand und spiele sie aus (kostet Geld). Führe dann die Effekte einmalig oder wiederholt aus.
Die Anleitung vermittelt dies gut, fehler- und lückenlos. Einige sehr banale Regeln sind mit Beispielen versehen, die meiner Meinung nach verzichtbar gewesen wären. Aber sei’s drum – mit dieser Regel gelingt der Einstieg ins Spiel garantiert.
Was den Einstieg dagegen vermiest, sind die Karten. Große Bilder, aber kleine Texte. Sternförmig ausgelegt, wodurch immer ein Großteil der Karten für alle Spieler schlecht zu lesen ist. Und man muss jede Karte zumindest kurz abprüfen, denn alle Karten sind unterschiedlich, wenn auch teilweise nur geringfügig.
Das nervt die ersten Male massiv, aber auch in Folgepartien ist das durchaus spielflusshemmend – man prüft die Effekte, man prüft die Kosten, man erwägt die Lukrativität der Karte oder ihres Verkaufs, man analysiert das Zusammenspiel der Karten am Stern mit denen der eigenen Auslage oder auf der Hand. Das zieht sich, nicht nur in den ersten Partien.
Das Reizvollste und die in meinen Augen einzige Besonderheit ist das Geldmanagement: Ich will eine teure Karte ausspielen – dafür muss ich mir Geld besorgen. Dazu verkaufe ich eine andere Karte – die Summe passt dann, aber… Mist: Es sind zu viele Einheiten! Wechseln darf ich nicht, ich muss also etwas verfallen lassen. Oder spiele ich doch zuerst eine billige Karte aus und nehme dann das Geld, um nichts verfallen zu lassen? Gute Idee…eigentlich…nur habe ich dann halt eine schlechtere Karte in der Auslage, was ich auch nicht will.
Oder ich erhalte einen unerwarteten Geldsegen – und habe blöderweise keine so teure Karte, die ich ausspielen kann oder möchte. Spiele ich also etwas Günstigeres, muss ich aber möglicherweise überzahlen – denn Wechselgeld gibt es ja nicht zurück.
Dieses Dilemma ist aber in meinen Augen auch der einzige Reiz des Spiels – den Rest empfinde ich als sehr banal, wenig elegant und kaum interaktiv: Erst Lesestunde, dann Effekte abwickeln.
Es gibt sicherlich Spieler, die einen Reiz daraus ziehen, in immer neuen Partien tolle Kombos auszuprobieren oder zu ergattern. Das ist zwar möglich, aber durchaus einen gewissen Glücksfaktor unterworfen, wann und ob gesuchte Karten kommen und ob man sie dann auch bekommt, und falls man sie bekommt, wann man sie bezahlen kann. Das sind für mich dann doch zu viele Unwägbarkeiten.
Unter dem Strich drückt The Vale of Eternity bei mir ziemlich viele Knöpfe – leider sind es negative:
Mit Zauberern und verquasten Kreaturen in Spielen kann ich üblicherweise wenig anfangen. Für mich sind solche Themen häufig ein Ausdruck dafür, dass der Redaktion leider nichts Sinnvolleres eingefallen ist. Die mangahafte, teils blässliche Grafik kommt dazu, sowie die unnötig kleinen Texte, die generell und aufgrund ihrer Größe den Spielfluss hemmen. Zudem spielen wir weitestgehend nebeneinander her.
Umgekehrt bedeutet das natürlich: Wen all das nicht stört, oder wer an derlei Fantasy-Settings Gefallen hat, dem sei das Spiel wärmstens empfohlen!

Rezension Michael Andersch

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung The Vale of Eternity: 4,5 4,5, 4 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.04.24 von Michael Andersch - Die bisherigen sehr guten Bewertungen teile ich leider nicht, und auch in meinen Gruppen kam es eher mau an - Zu viel Textgechecke, zu wenig Interaktion, hoher Glcksanteil. Es funktioniert, aber Spa ist was anderes - fr die gleiche Spielzeit fallen mir viele andere Spiele ein, die ich jederzeit vorziehen wrde. Die Wertung ist vielleicht objektiv etwas niedrig gegriffen, aber der Text passt leider ganz genau: Weitere Partien wird es mit mir nicht geben.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.03.24 von Roland Winner - In diesem Spiel sind jede Menge Kreaturen auf Spielkarten vorkommend. Du erlangst in jeder der max. 10 Runden immer 2 neue Kreaturen, die Du gegen Runensteine verkaufen kannst oder in Deinen Bereich gegen Abgabe von Runensteinen legst. Du darfst sie auch in der Hand unlimitiert zwischenlagern und ihren Erwerb zu gegebener Zeit durchfhren. Sind sie einmal vor Dir ausgespielt, bringen sie Soforteffekte oder oft auch Dauereffekte. Mit steigender Rundenzahl erhht sich die erlaubte Anzahl von Kreaturen in Deinen Diensten. Spa macht es, diese Effekte zu timen und optimal zu nutzen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.04.24 von Udo Kalker - Vale of Eternity erlaubt eine ganze Reihe von Taktiken - von der Engine, die jede Runde Punkte generiert bis hin zum groen Showdown am Ende der Partie mit 30-40 Punkten in einer Runde, wenn man diese vorher lange vorbereitet hat. Nichts funktioniert automatisch, da die Mitspieler einem die Karten ja auch wegschnappen.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.05.24 von Mahmut Dural - Schner, schneller Engine Builder. Wer Spiele wie Mindbug, Elysium, Seasons mag, sollte nen Blick draufwerfen.

Leserbewertungen

Leserwertung The Vale of Eternity: 4,0 4.0, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.05.24 von Glsm Dural - Schn kurzweilig. Und zu zweit sehr empfehlenswert.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.06.24 von felixs - Gefllt mir grundstzlich gut. Das Spiel hat eine ganz Reihe von Mglichkeiten. Leider ist es aber auch unbersichtlich, wozu die vllig dysfunktionale Anordnung der Auslage leider beitrgt. Optisch ist das Spiel auch gelungen, die Illustrationen sind schn. Der Text knnte aber etwas grer sein. Wie immer bei solchen Spielen: Es gilt, auch die Mitspieler im Auge zu behalten, vor allem, um ihnen die Karten zu sperren, die sie eigentlich bruchten. Das fhlt sich einerseits etwas destruktiv an, andererseits erfordert es auch einen berblick ber die Funktionen aller ausliegenden Karten, was nicht gerade bersichtlich und einfach ist; bei mehr als zwei Spielern ist das kaum zu schaffen. Der Spielfluss ist recht gut und steigt sicher noch, wenn alle die Karten halbwegs kennen. Die Regeln sind klar, aber teilweise nicht sehr intuitiv. Auch die Interaktion der unterschiedlichen Fhigkeiten der Karten ist zwar recht klar, fhrt in der Praxis aber doch oft zu kleineren Sperrigkeiten, weil immer weider Flle auftauchen, in denen nicht ganz klar ist, wie die Regeln zu verstehen sind. Der Glcksfaktor spielt durchaus eine Rolle - ob und in welcher Kombination welche Karten kommen, kann sich sehr stark auswirken. Mir ist es eine Portion zu gemein/destruktiv und ich habe groe Probleme mit der bersicht, auch wegen redaktioneller Mngel (kleine Schrift, schlecht gelste Auslage, schlecht unterscheidbare Symbole).
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.07.24 von Dieter Schmitz - Das Leseproblem strt erheblich den Spielspa, darum nur einen Spielreiz von 3-4.