Rezension/Kritik - Online seit 29.06.2008. Dieser Artikel wurde 5637 mal aufgerufen.

Shanghaien

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Autor: Roman Pelek
Michael Schacht
Illustration: Christian Fiore
Verlag: Abacus Spiele
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2008
Bewertung: 3,7 3,7 H@LL9000
3,8 3,8 Leser
Ranking: Platz 3409
Download: Kurzspielregel
Shanghaien

Spielziel

Bewaffnete Bootsbesatzungen rekrutierten und vervollständigten die Mannschaften von Kriegsschiffen, indem sie Seemannskneipen und Bordelle in den Hafenvierteln durchkämmten und mit Gewalt alle aufgriffen, derer sie habhaft werden konnten. Nach Betäubung durch Niederschlagen oder Alkohol wurden die armen Kerle meist erst wieder auf hoher See wach und ab diesem Zeitpunkt war ihr bürgerliches Leben meist vorbei. Die beiden Spieler schlüpfen in die Rolle zweier Kapitäne, die ihre Schiffsbesatzung mit Hilfe dieser "ruhmreichen" Methode aufstocken wollen.

Ablauf

Alle Aktions- und Matrosenkarten (die acht unterschiedlichen Farben symbolisieren deren Nationalität) mit den Werten von 1 bis 4 werden gemischt und sechs davon offen in einer Reihe ausgelegt. Der Spieler am Zug würfelt mit zwei seiner sechs Würfel und entscheidet sich, welchen Würfel er einsetzt. Dabei wird eine 1 an die erste Karte gelegt, eine 2 an die zweite usw. Beim allerersten Zug wird außerdem festgelegt, ob mit dem Zuordnen der Würfel von links oder rechts begonnen wird. Danach folgt der Zug des Gegners. Theoretisch kann nun weitergewürfelt werden, bis ein Spieler nur mehr einen Würfel hat und somit aus der laufenden Runde aussteigen muss. Dies nennt man "shanghaien". Shanghaien darf man jedoch auch schon vorher, indem man die Runde vorzeitig beendet.

Nun wird überprüft, wer welche Karten erhält. Karten mit keinem Würfel kommen aus dem Spiel, solche, an denen nur ein Würfel liegt, erhält dessen Besitzer. Liegen an einer Karte mehrere Würfel, gewinnt sie der Spieler, der mehr Würfel angelegt hat. Bei Gleichstand entscheiden die Würfel an den Nachbarkarten. Alle gewonnenen Karten legt man offen vor sich aus. Der Spieler, der die Runde beendet hat, muss nun erneut sechs Karten auslegen, sein Gegner darf die Runde eröffnen.

Während des Spiels darf man pro Runde einen "schmutzigen Trick" anwenden, das heißt, eine seiner Aktionskarten ausspielen. Diese ermöglichen ein erneutes Würfeln, das Modifizieren eines Ergebnisses, ein Anlegen beider Würfel oder ein Aufstocken einer bereits erworbenen Kartenfarbe um 1.

Nach genau acht Runden endet das Spiel. Beide Spieler vergleichen ihre Kartenwerte in jeder Farbe. Bei Gleichstand werden alle Karten dieser Farbe aus dem Spiel genommen. Ansonsten kommen die Karten des Spielers mit der höheren Summe aus dem Spiel und er erhält dafür die Karten seines Mitspielers. Hat nur ein Spieler die Karten einer Farbe, behält er diese. Wer nun nach dem Addieren seiner Karten die meisten Punkte hat, ist der Gewinner.

Fazit

Das Material besteht hauptsächlich aus den schön illustrierten Karten. Die Matrosen unterschiedlicher Farben sehen auch jeweils anders aus, und witzig finde ich dabei, dass bei Karten, deren Wert höher als 1 ist, jede zusätzliche Figur als Schatten hinter der eigentlichen Figur zu sehen ist. Außerdem sind die Werte auf einer Seite der Karte richtig aufgedruckt, wohingegen sie auf der anderen Seite auf dem Kopf stehen, so dass der Gegner auch immer ganz bequem die Kartenwerte seines Mitspielers ermitteln kann.

An der Spielbeschreibung gibt es nichts auszusetzen. Vier übersichtliche kleine Seiten mit genügend Beispielen und Bildern reichen aus, um keine Unklarheiten aufkommen zu lassen.

Empfohlen wird dieses 2-Personen-Spiel ab 8 Jahren. Spielerprobte Kinder verstehen die Regeln dann auch meistens, allerdings benötigen sie schone einige Spiele, bis sie sämtliche Feinheiten des Spiels einigermaßen erfasst haben.

Für sie ist es zum Beispiel nicht ganz leicht nachvollziehbar, dass sie ihrem Gegner einen Gefallen tun, wenn sie noch eine Karte nehmen, von deren Farbe er schon 7 Punkte vor sich liegen hat und sie selbst erst einen Punkt. Denn der Gewinner erhält ja am Ende immer die Punkte des Verlierers – somit sollte man den Punktestand dieser Farbe möglichst gering halten, sofern man sich keine Chancen mehr ausrechnet, selbst noch so viele Punkte zu bekommen, dass man mehr hat als der andere. Insgesamt gibt es pro Farbe 13 Punkte, wobei sich diese Zahl durch das Ausspielen von "Schmutzige-Tricks"-Karten noch verändern kann. Hier gilt es also immer ein wenig nachzurechnen. Optimal ist natürlich das Erlangen eines Nationalitätenmonopols – dann kassiert man nämlich die gesamten Punkte. Aber ein solches lässt sich nicht leicht erlangen, wenn man nicht gerade eine Schlafmütze als Gegner hat!

Ebenso muss man die Karten, die aus dem Spiel kommen, weil sie keiner durch Anlegen eines Würfels nehmen konnte oder wollte, im Hinterkopf behalten. Auch deren Werte sollte man sich merken, damit man immer nachrechnen kann, bei welchen Karten man noch zugreifen kann und von welchen man lieber die Finger lassen sollte. Zudem sollte man die Möglichkeit nicht vergessen, dass man eine Runde auch vorzeitig beenden und dadurch dem Gegner vielleicht einen Strich durch seine Rechnung machen kann.

Doch natürlich wird der Ausgang dieses Würfelspiel nicht allein von der Merkfähigkeit und Taktik der beiden Kontrahenten bestimmt. Würfel bleiben Würfel und es gehört auch immer eine gehörige Portion Glück dazu, um gewinnen zu können. Aber dank der oben beschriebenen Möglichkeiten sowie natürlich des sinnvollen Einsatzes der "Schmutzigen-Tricks"-Karten ist man dem Glück nicht völlig ausgeliefert.

Bei einigen Spielelementen hat man leichte Anlaufschwierigkeiten. So greift man intuitiv immer nach allen sechs Würfeln, obwohl man ja nur zwei davon werfen darf. Auch grübelt man anfangs öfter darüber nach, wer denn nun eigentlich die Karten auslegen und wer anfangen darf. Und man vergisst in den ersten Partien auch gerne, die "schmutzigen Tricks" einzusetzen. Da man ja pro Runde nur die Aktion einer dieser Karten nutzen darf, sollte man schon darauf achten, dies auch kontinuierlich zu tun, denn am Ende bringen die Karten nicht allzu viel (1 Punkt pro ungenutzter Karte).

Shanghaien ist ein Spiel, das aufgrund seiner kurzen Spieldauer von etwa 20 Minuten und dem Ärgerfaktor, den es zweifellos bietet, zu überzeugen weiß. Würfelhasser sollten wohl die Finger davon lassen, aber jedem anderen würde ich empfehlen, es doch einfach mal auszuprobieren!

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

Shanghaien: 9 H@LL9000-Bewertungen, Durchschnitt: 3,7 3,7

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.06.08 von Sandra Lemberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.06.08 von Peter Nos
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.06.08 von Kathrin Nos
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.06.08 von Nicole Biedinger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.06.08 von Uta Weinkauf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.12.08 von Bernd Eisenstein
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.06.09 von Horst Sawroch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.01.10 von Stephan Rothschuh - Einfache Regeln. Aber durch einen cleveren Wertungsmechanismus kommt richtig Spannung ins Spiel.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.07.10 von Andreas Odendahl

Leserbewertungen

Shanghaien: 11 Leserbewertungen, Durchschnitt: 3,8 3.8

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.06.08 von Randolph Betten - Da musste ein neues Zwei-Personen-Spiel her?? So wirt es ein bischen. Die Ähnlichkeiten zur Kosmos-Reihe sind unverkennbar, ohne jedoch die Qualität zu erreichen. Es spielt sich eher langweilig und ohne den rechten Pep..... Vielleicht kann man mit dem Material ja noch was machen?
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.06.08 von Peter Steinert - Dieses Spiel ist meiner Meinung nach eine Mogelpackung in doppeltem Sinne: Zunächst gehört das Material in eine kleinere, günstigere Schachtel (wie etwa 'Volle Lotte'), denn die beiden Holzfiguren sind absolut überflüssig. Leider wäre es aber auch zum halben Preis kaum zu ertragen. Ich habe selten so einen Schuss in den Ofen gespielt. Absolut langweilige Würfelei ohne Reiz. Schade... :-(
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.06.08 von Marc Noelkenbockhoff - Bin überrascht über die 2 Einerbewertungen. Sicherlich nicht das Nonplusultra, aber für zwischendurch wär ich immer für eine Partie zu haben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.06.08 von Matthias Wagner - Verstehe die beiden Einerwertungen auch nicht. Für mich der 2-Spielerburner des Jahres: Flott zu spielen, mit durchaus einigen kniffligen Entscheidungen - mir machts einfach Spaß. Und ich bin sonst weder ein 2-Spieler-Spiele-Fan noch ein Fan von zuviel Würfelei.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.06.08 von Nils Kruse - Die Geschmäcker sind bekanntlich sehr unterschiedlich. Uns hat Shanghaien bereits einige freudige Stunden bereitet. Diese Spiel braucht den Vergleich mit der Kosmos-Reihe - Spiele für 2 - nicht scheuen und reiht sich dort - nicht nur im Sinne des Worts - gut ein. Bei der Frühjahrs-Spieleumfrage hat dieses Spiel sogar den zweiten Platz durch eine qualitative Benotung belegt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.06.08 von Marco Stutzke
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.07.08 von Spielevater.de
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.02.09 von Guido Gottheil - An Würfelspielen scheiden sich die Geister! Ich muss aber sagen, dass dieses Spielchen wirklich raffiniert ist. Glück spielt klar eine Role, aber wer die Auslage des Mitspielers nicht im Auge behält und entsprechend taktisch seine Matrosen holt, geht unter. Denn das Wertungsverfahren zwingt auch mal dazu, bestimmte Seeräuber "laufen zu lassen". Und das Abwägen welche das sein sollen, bereitet kurzweiliges Kopfzerbrechen. Schönes Spielchen für Zwischendurch. Tendenz zur Fünf.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.09.09 von Frank Bergner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.11.09 von Matty - Ein Spiel, bei dem man einfach nur einen von 2 Würfeln an Karten anlegt, mit der Höchstnote bewerten? Habe ich mir jetzt lange überlegt, tue es aber, weil: Es ist in vielen Partien immer gut angekommen, schnell erklärt, hat dennoch deutlich Tiefe, erfordert Übersicht und bietet einen stetig steigenden Spannungsbogen ebenso wie einen ungewöhnlichen Mechanismus. Der zu Recht kritisierte zu hohe Kaufpreis für`s Material entfiel hier (Sonderangebot, 6,40 €).
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.06.13 von Hans Christiansen - Auch ich verstehe die 1er, aber auch die 6er Wertungen nicht. Ich glaube das Spiel ist das was es auch sein will: ein nettes Spielchen zwischendurch. Ohne großen Anspruch, aber mit schönem Argerfaktor.

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