Rezension/Kritik - Online seit 09.07.2019. Dieser Artikel wurde 928 mal aufgerufen.

Adventure Games: Das Verlies

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Autor: Matthew Dunstan
Phil Walker-Harding
Verlag: KOSMOS
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 1 - 4
Dauer: 75 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2019
Bewertung: 4,7 4,7 H@LL9000
3,0 3,0 Leser
Ranking: Platz 2510
Adventure Games: Das Verlies

Spielziel

Eingesperrt und ohne Erinnerungsvermögen erwachte eine Gruppe (oder auch ein einzelner Spieler) in einem Verlies wieder. Um fliehen zu können, müssen - ähnlich wie in einem PC-Abenteuerspiel – Räume erkundet, Personen befragt und Geheimnisse gelüftet werden.

Ablauf

Die Gruppe (oder auch ein einzelner Spieler) erwacht in einem Verlies und kann sich an nichts erinnern. Der Text des Abenteuerbuches sagt den Spielern, dass sie herausfinden wollen, was passiert ist, und natürlich, wie sie ihrem Gefängnis entkommen können.

Dazu schaut man sich zuerst in dem Raum um. Alles, was dort zu sehen ist (Gegenstände, Einrichtung usw.), ist mit dreistelligen Nummern versehen. Wer an der Reihe ist, darf sich für eine der Nummern entscheiden, stellt dafür seine Figur darauf und liest den entsprechenden Text im Abenteuerbuch. Dann passiert meistens etwas. Man findet Gegenstände, teilweise passiert auch gar nichts, manchmal verletzt man sich. In diesem Fall verliert man einen oder mehrere Lebenspunkte und muss eine seiner Karten auf die Rückseite drehen. Sind schon alle umgedreht, verliert man die Karte endgültig, das heißt, man kann den Lebenspunkt später nicht mehr durch Heilung wiedererlangen.

Irgendwann sollte es die Gruppe schaffen, das Verlies zu verlassen. Dann entdeckt sie einen weiteren Raum, von dem aus es wieder in andere geht usw. Im Laufe des Spiels wird die Gruppe nicht nur weitere Gegenstände, Personen und Räume entdecken, sondern nach und nach auch wieder ihr Erinnerungsvermögen. Nach etwa 45 bis 90 Minuten ist der erste Teil des Abenteuers geschafft. Dann gibt es eine Zwischenwertung, nach der man einiges verliert, aber auch einiges wieder dazu bekommt, ehe es zum zweiten Teil des Abenteuers geht, das etwa genauso lange dauert. Abgeschlossen ist die Abenteuergeschichte nach dem dritten Teil, der bei uns etwas länger dauerte als die anderen beiden Teile.

Fazit

Weil wir mit dem Spiel sehr spät abends begonnen haben, waren wir nach dem zweiten Teil zu müde, um noch weiterzumachen. In den beigefügten Tüten lassen sich die Karten getrennt in bereits entdeckte und noch unerforschte aufbewahren, per Handyfoto werden der bisherige Raumaufbau sowie die Lebenspunkte und Gegenstände der Spieler festgehalten. Einige Tage später war alles ganz schnell und problemlos wieder aufgebaut, und der Spielspaß konnte ohne Probleme weitergehen.

Anders als bei den Exit-Spielen gibt es hier keinen Zeitdruck. Die angegebenen 90 Minuten pro Teil sind auch sehr großzügig bemessen, denn wir machten uns keinen Stress und blieben immer deutlich unter dieser Zeitangabe (jeweils zwischen 45 und 60 Minuten). Verglichen mit den Exit-Spielen gibt es wenig knifflige Rätsel. An der einen oder anderen Stelle blieben wir schon kurz hängen und mussten noch einmal alle Räume bzw. Gegenstände durchgehen, um zu überdenken, ob wir vielleicht etwas übersehen hatten, aber im Grunde kommt es häufiger darauf an, richtig zu kombinieren als wirklich zu rätseln.

Das Spielprinzip folgt jenem der schon lange bekannten Abenteuerbücher mit dem System "Wenn du die Kiste untersuchen willst, lies Text Nr. 514." Wer das nicht mag oder nach neuen Herausforderungen sucht, wird mit Das Verlies wohl nicht die richtige Wahl treffen. Überhaupt sorgen zwei Fakten dafür, dass es so manch einem nicht spannend genug erscheint: Da es keine Strafpunkte für die Inanspruchnahme von Hilfe gibt, kann man sich theoretisch Unterstützung holen, so oft man will, wobei die Aufgaben letztendlich nicht so schwer sind, dass man diese Möglichkeit tatsächlich oft in Anspruch nehmen wird. Manche Gegenstände bestrafen seinen Träger, indem negative Dinge passieren, wenn er bestimmte Tätigkeiten ausübt. Da es im Spiel aber keinen Zeitdruck gibt, ist es ja nicht zwingend erforderlich, dass sich immer der Erste am Ort einer Aufgabe stellt, sondern das Warten auf den Nächsten kostet die Spieler ja nur mehr Realzeit, jedoch keine Spielzeit. Somit muss sich nicht gerade jener Spieler in die größte Gefahr begeben, der am wenigsten Lebenspunkte besitzt. Apropos Lebenspunkte: Diese Lösung finde ich sehr originell: Hat ein Spieler alle Lebenspunkt-Karten bis auf eine verloren und ist diese eine ebenfalls schon deaktiviert, so geht der Schaden auf den im Uhrzeigersinn nächsten Spieler über.

Die Altersempfehlung für dieses Spiel wurde vom Verlag ab 12 angegeben. Sofern auch Ältere mitspielen, können aber 10-Jährige problemlos mitmachen.

Am Ende gibt es noch eine Schlusswertung, die sich aus den beiden Zwischenwertungen (bestimmte gefundene Gegenstände, Lebenspunkte) und die Art des Spielausgangs zusammensetzt. Aber egal, was diese Wertung ergibt: Der Weg ist das Ziel, und dieser Weg gefiel uns gut. Beim nächsten Adventure Game bin ich also gerne wieder mit dabei!

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Adventure Games: Das Verlies: 4,7 4,7, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.06.19 von Sandra Lemberger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.06.19 von Jost Schwider - Ein Point'n'Click-Adventure als kooperatives Brettspiel - und das funktioniert tatsächlich gut. Wir wurden 3x90 Minuten gut unterhalten.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.06.19 von Andreas Odendahl - Ein Abenteuer-Buch als Spiel. Sehr schön gemacht! Tolle Story! Naturgemäß wenig Spiel, aber darum geht es ja auch. Das System könnte ruhig noch etwas Charakter-Entwicklung vertragen. Man sollte sich aber eher auf eine ruhige Lesestunde vorbereiten und nicht unbedingt auf ein "Spiel". Toll, wie dieses Spielkonzept alte Abenteuer-Bücher und Point&Click-Adventures auf den Spieletisch bringt.

Leserbewertungen

Leserwertung Adventure Games: Das Verlies: 3,0 3.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.05.19 von Hans Huehnchen - Ein Abenteuerbuch auf Karten mit mittelplrächtiger Story. Spannung kam kaum auf, da das Spiel keinen Druck auf die Spieler aufbauen kann. Zwar gibt es einige Entscheidungen zu treffen, da man die Konsequenzen aber nur in wenigen Fällen abschätzen kann, bleibt es ein Glücksspiel, ob man Gesundheit verliert oder nicht.

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