Rezension/Kritik - Online seit 23.01.2024. Dieser Artikel wurde 1316 mal aufgerufen.

Schnitzeljagd

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Autor: Brett J. Gilbert
Matthew Dunstan
Verlag: Pegasus Spiele
White Goblin Games
Rezension: Renate Gerling-Halbach
Spieler: 2 - 5
Dauer: 15 - 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2023
Bewertung: 3,2 3,2 H@LL9000
3,3 3,3 Leser
Ranking: Platz 6195
Schnitzeljagd

Spielziel

"Fressen oder gefressen werden" - das ist in etwa das Motto des Kartenspiels Schnitzeljagd. Wir gehen als Tiere des Waldes auf die Jagd und versuchen unsere Beute zu fangen. Wer dabei am erfolgreichsten jagt bzw. die Jagd überlebt, gewinnt das Spiel.

Ablauf

Schnitzeljagd wird maximal zu fünft gespielt. Alle bekommen einen Kartensatz mit 5 Tieren (Bär, Wolf, Luchs, Eule, Maus) und eine Übersichtskarte, die die Rangfolge verdeutlicht: stärkstes Tier Bär - schwächstes Tier Maus.

Das Spiel verläuft über mehrere Durchgänge. Ein Durchgang besteht aus mindestens einer und maximal drei Jagden. Zu Beginn jedes neuen Durchgangs habt ihr alle 5 Tierkarten auf der Hand.

Jede Jagd besteht aus folgenden 3 Schritten, die nacheinander abgehandelt werden.

1. Tier ausspielen: Wählt 1 Tier aus euren Handkarten aus und legt es verdeckt vor euch ab.

2. Tiere aufrufen: Anhand der Übersichtskarte wird das Tier mit der niedrigsten Zahl aufgerufen, zu Beginn also der Bär. Alle, die die aufgerufene Tierkarte gespielt haben, müssen sie jetzt aufdecken.

Wird kein Tier aufgedeckt, weil niemand das aufgerufene Tier gespielt hat, passiert nichts weiter und das nächste Tier wird aufgerufen.

Es wird genau 1 Tier aufgedeckt: Hast du das Tier aufgedeckt, musst du jetzt genau 1 anderes Tier jagen. Du jagst, indem du ein Tier mit einer höheren Zahl nennst. Der Bär kann also Wolf, Luchs, Eule oder Maus jagen. Der Luchs kann nur zwischen Eule und Maus entscheiden.

Alle, die das von dir gewählte Tier ausgespielt haben, müssen dieses nun aufdecken. Sie werden nun gefressen und scheiden für den Rest des Durchgangs aus und legen ihre restlichen Handkarten verdeckt vor sich auf ihre ausgespielten Karten.

Hast du ein Tier gejagt, das niemand ausgespielt hat, passiert nichts. Das von dir ausgespielte Tier bleibt offen vor dir liegen. Anschließend wird das nächste Tier aufgerufen.

Wurden beim "Tiere aufrufen" 2 oder mehr Tiere aufgedeckt, könnt ihr euch leider nicht einigen, wer von euch als Erstes jagen darf. In der Zwischenzeit haben alle eure Beutetiere ein sicheres Versteck gefunden. Es gibt zwar nichts mehr für euch zu jagen, aber immerhin überlebt ihr die Jagd. Die ausgespielte Karte bleibt offen vor euch liegen.

Im Anschluss wird das Tier mit der nächsthöheren Zahl aufgerufen. Ruft so lange Tiere der Reihe nach auf, bis ihr alle in diesem Durchgang gespielten Tierkarten aufgedeckt habt.

Nach bis zu 3 Jagden endet der Durchgang und es werden Futtermarker verteilt. Hat nur 1 Person überlebt, erhält sie 2 Futtermarker. Haben 2 oder mehr Personen haben überlebt, werden nun die Zahlenwerte ihrer 3 ausgespielten Tiere addiert. Dies sind die Punkte für die Verteilung der Futtermarker. Wer die meisten Punkte erreicht, erhält 2 Futtermarker. Die anderen Überlebenden erhalten 1 Futtermarker. Hast du am Ende eines Durchgangs 5 oder mehr Futtermarker, hast du das Spiel gewonnen.

Fazit

Schnitzeljagd fällt ins Auge. Nicht nur der Spielkarton, sondern auch die Spielkarten fallen mit grellen Farben auf. Auch wenn es vielleicht nicht gefällt, sollte eine Proberunde gespielt werden, notfalls mit Sonnenbrille, denn in der richtigen Runde kann echt Spaß aufkommen. Die Spielkarten liegen gut in der Hand und sind von guter Qualität, so dass sie auch zahlreiche Runden ohne nennenswerte Schäden überstehen werden.

Vor Spielstart muss aber auch die Spielregel, die ebenfalls sehr grell gehalten ist durchgelesen werden. Und diese Regeln habe ich, obwohl ich mich getrost als Vielspielerin bezeichnen kann, zuerst überhaupt nicht verstanden. Vermutlich waren sie zu simpel. Oder ich fand das Setting mit "gejagt" und "getötet" werden und "überleben" nicht so prickelnd, dass ich mich innerlich verweigert habe. Ok, so ist die Natur, so ist das Leben - da muss man durch.

Das Prinzip von Schnitzeljagd erinnert an Schnick-Schnack-Schnuck, auch bekannt als Schere-Stein-Papier. Es geht um die Frage, welche Karte wähle ich aus, welche wählen meine Mitspielenden. Kann ich sie eventuell mit dummen Sprüchen in die Falle locken oder nicht? Nicht zu vergessen sind die unterschiedlichen Wertigkeiten der Karten. Schaffe ich es, meine Maus vor der Jagd zu bewahren, bringt mir das immerhin 5 Punkte, im Gegensatz zum Bär, der nur 1 Punkt wert ist. Den Spielreiz macht hier die Kombination von Logik und Bluff. Es ist schon lustig, wenn in einer Runde niemand den Bär oder den Wolf gespielt hat und der Luchs sich dann zwischen Eule und Maus entscheiden muss und doch die falsche Entscheidung trifft.

Und genau hier kommt es auf die Spielrunde an. Denn in einer drögen Spielrunde kommt das Spiel nicht so gut an. Karten spielen, Karte aufrufen - das war es schon. Wenn dann auch immer noch dieselben gefressen werden, ist die Stimmung bald unten. Ist eine Spielrunde lockerer drauf, wird versucht die Mitspielenden zu täuschen etc., kann es schon zu mehreren Durchgängen kommen und die Stimmung steigt. Allerdings dürfen da keine Grübler mit spielen, sondern die Karten müssen schnell gezockt werden.

Bemerkenswert ist, dass die Altersangabe "ab 8 Jahre" ohne Probleme unterschritten werden kann. Schon Kindergartenkinder ab 4 Jahren können mitjagen und haben großen Spaß dabei. Allerdings gab es insbesondere in den Spielrunden mit Kindern zunächst große Verwirrung aufgrund des merkwürdigen Titels Schnitzeljagd. Denn weder handelt es sich hier um eine klassische Schnitzeljagd im Gelände, noch werden hier Schnitzel gejagt. Selbst die Futtermarker sind keine Schnitzel, sondern laufende Pilze, warum auch immer. Passender ist auf jeden Fall der englische Originaltitel Prey another day (Beute an einem anderen Tag).

In unseren reinen Erwachsenen-Runden war das Echo auf dieses schnelle Kartenspiel sehr gemischt. Bei Gelegenheitspieler*innen kam Schnitzeljagd nicht so dolle an, in Runden mit erfahrenen Spieler*innen war die Meinung geteilt. Am besten spielt es sich zu viert oder zu fünft. Als lustiger Absacker ganz nett, mehr aber auch nicht.

Rezension Renate Gerling-Halbach

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Schnitzeljagd: 3,2 3,2, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.12.23 von Renate Gerling-Halbach - Ein Spiel, was bei mir unter - Kann man spielen, muss man aber nicht - luft. Ja, ich wrde es mitspielen, es aber vermutlich nicht selbst vorschlagen. Dann spiele ich lieber Schnick-Schnack-Schnuck und muss mir dabei keine Sonnenbrille aufsetzen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.12.23 von Michael Dombrowski - Kleines Spiel nach dem Prinzip: Ich denke, dass Du denkst, dass ich denke Kurzweilig fr zwischendurch.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.12.23 von Michael Kahrmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.01.24 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.01.24 von Michael Andersch - Netter kurzer Fller. Die Grafik ist einerseits grauenhaft, andererseits kann man aber auch ber einen groen Tisch hinweg eindeutig einsehen, wer schon was gespielt hat. Insgesamt fr eine gelegentliche Runde sicher spaig. fter brauch ich es nicht, aber fr hin und wieder durchaus ok und gemessen an seinem Anspruch erfllt es seinen Job durchaus gut. Den Hype darum kann ich allerdings nicht nachvollziehen - das einzige wirklich Besondere daran sind die Farben.

Leserbewertungen

Leserwertung Schnitzeljagd: 3,3 3.3, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.12.23 von Der Fisch - Love Letter mit weniger Varianz, dafr mit mehr Denksport. Das Design ist grandios. Das Hin und Her des \"machen sie jetzt das oder denken sie, dass ich jenes mache\" ist spannend und kurzweilig. Hinzu kommt die vllig abgefahrene Gestaltung. Top!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.12.23 von Rodriguez - Hat vor der Messe \\\'23 so einen kleinen Hype gehabt. Aber wieso? Sieht halt anders aus als vieles andere; ich finde es potthsslich. Egal. Fr uns war es aber nach zwei Runden auch spielerisch nicht mehr weiter interessant, obwohl ich durchaus etwas fr Minimalismus brig habe. Lieber Love Letter.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.12.23 von Klaus Seitz - Also, das Spiel ist ein in 10 Minuten gespielter Absacker fr Zwischendurch - gemessen an diesem Anspruch leistet es hervorragende Arbeit. Ohne wenn und aber. Wer es als abendfllenden Strategiekracher auf den Tisch bringt wird natrlich enttuscht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.01.24 von FranziS - Eins der Spiele, die man nach der Anleitung einmal anspielen muss, um es genau zu verstehen (vielleicht ging es aber auch nur uns so). Fr ein paar Runden war es ganz nett, fr mich verlor es aber relativ schnell den Reiz. Was die Optik angeht, scheiden sich hier die Geister, aber die Gestaltung muss ja auch nicht jedem gefallen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.01.24 von docholz - Warum wird dieses Spiwl so gehypt? In unsereb Spielerunden kein Wunsch zu einer Folgerunde.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.01.24 von Peter Steinert - Ohne Fiebertraum-Optik wre dieses Spiel wohl kaum aufgefallen. Ein typischer Fall alljhrlicher "Youtube-Influenza"...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.04.24 von Hans Huehnchen - Die LSD-Optik gefllt mir im Gegensatz zu vielen Kommentatoren sehr gut. Der Spielreiz lsst nach ein paar Partien nach, aber als kurzweiliger Absacker taugt es wohl.

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