Leserwertungen

Wir bieten den Besuchern unserer Seite die Möglichkeit, selbst die Spiele zu bewerten. Dies soll Spielefans und potenziellen Spielekäufern die Möglichkeit geben, sich ein umfassenderes Bild zu machen.

* Die Tavernen im Tiefen Thal

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.07.21 von Der Fisch - Wolfgang Warsch zeigt mit seinen Spielen "Quacksalber" und "Tavernen" eindrucksvoll, warum wir eigentlich alle gerne spielen. Denn auch, wenn beide Spiele sehr unterschiedlich sind, meistern sie die absoluten Highlights dessen, was Brettspiele leisten können: Sie erzeugen den echten Willen, im Laufe des Spiels immer besser zu werden und seine Auslage (oder eben den Beutel) zu optimieren. Sie regen zum Zocken an und schaffen dabei, Risiko und Fallhöhe in eine perfekte Balance mit denjenigen Momenten zu bringen, in denen sich der Mut doch am Ende lohnt. Sie sind beide recht einfach zu verstehen und doch gibt es immer wieder neue Strategien und Aspekte, auf die man in der heutigen Partie hinarbeiten möchte. Und beide sind in ihren Mechaniken und der Umsetzung unglaublich innovativ. Was die Tavernen von Quacksalber abgebt, ist einerseits der Deckbuilding-Mechanismus. Andererseits sorgt der vorzeitige "Rundenabbruch" nicht für ein so hohes Maß an Frustration wie die weißen Knallerbsen. Ingesgamt fühlen sich die Tavernen einen Tick verkopfter, aber auch taktischer an. Klare Empfehlung für alle, die Quacksalber schon mochten, aber statt einem Familien- eher ein Kennerspiel suchen. Durch die Modularität ähnlich flexibel, ggf. auch noch durch die Erweiterung, die wir noch nicht gespielt haben. Einziger Wehrmutstropfen: der Wiedereinstieg nach längerer Spielpause dauert mit Blick auf Regeldetails und auf die Menge an Spielmaterial doch etwas.

* Ebbe & Flut

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.03.21 von Der Fisch - Dieses Spiel wurde mir von einem Spielwarenhändler empfohlen und war eine Überraschung in allen Belangen: Es handelt sich um ein hochtaktisches Spiel, das einem ein wunderbares Gefühl von Komplexität vermittelt. Gleichzeitig muss man aber nicht lange grübelnd spielen, wenn man nicht möchte: man kann aus dem Bauch heraus ziehen oder wie vor einem Schachbrett taktieren. Das Spiel ist zudem sehr handlich, da es in eine Kartenschachtel passt und ist schnell auf- und abgebaut. Lediglich dden Platz, den man dafür benötigt, wird man nicht so schnell in einem Zugabteil finden. Insgesamt 6 mal 6 Karten ist das Spielfeld (mit Umrandung) groß. Sogar das Thema ist passend gewählt - es fühlt sich wirklich stellenweise wie das Ringen zwischen zwei Gezeitenkräften an, was sich da entfaltet. Sucht man einen Wehrmutstropfen, findet man ihn in der Gestaltung. Die ist nicht (mehr) Zeitgemäß und könnte dringen einmal aktualisiert werden. Eine echte Taktikperle!

* MicroMacro: Crime City

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.07.21 von Der Fisch - Wer schon einmal ein Wimmelbilderbuch in der Hand hatte, kennt den Reiz von MicroMacro: Crime City. Da geht es um das (gemeinsame) Suchen, Lachen, Staunen und am Ende wie in allen Spielen einfach darum, zusammen eine gute Zeit zu haben. MicroMacro geht im Vergleich zum Buch aber einige Schritte weiter, die es in meinen Augen zu einem Erlebnis für eine ganze Gruppe machen: Die Karte ist so enorm groß, dass es oft 2-3 Personen braucht, um die Stadt nach kleinen Details abzusuchen. Die Fälle sind dabei herrlich verrückt und liebvoll ausgedacht. Für "Profis" können sogar die Vorgaben weggelassen und der Fall eigenständig nachvollzogen werden. Für schlechte Augen liegt eine Lupe in Kartenform bei, trotzdem empfehle ich zum Beispiel eine Lampe, die extra auf die Karte strahlt, damit einem wirklich nichts entgeht. Innovativ, frisch und auch für Familien dank "Härtegrad"-Einstufung einen genaueren Blick wert.

* Nidavellir

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.07.21 von Der Fisch - Das Fazit zuerst: Wer sich auch nur halbwegs mit dem Thema anfreunden kann, erhält ein in vielen Punkten neues und frisches Spiel, dass einen kleinen Karton hat, schnell mit bis zu 5 Personen zu spielen ist und sehr großen Spaß macht. Im Detail handelt es sich um ein Bietspiel, bei dem man sowohl dafür belohnt wird, möglichst viele Karten unterschiedlicher Kategorien als auch möglichst viele Karten der selben Kategorie. Die dritte Kategorie an Wahlmöglichkeiten bezieht sich auf die Münzen, die nach und nach aufgewertet werden und damit im Biet-Teil des Spiels mächtiger werden. Zusammen mit der Verwendung der Spielertableaus, einem durchdachten System, dass Gleichstände zwischen Bieterinnen und Bietern fair ausgleicht und dem sehr hochwertigen und ansprechenden Spielmaterial ist "Nidavellir" eine kleine Perle, die sich leider viel zu leicht übersehen lässt. Der kompetitive Anteil hält sich dabei weitestgehend in Grenzen, sodass es sich durchaus auch gut mit der Familie spielen lässt. Ich könnte es mir auch sehr gut mit einem anderen Thema und Artwork vorstellen, meine Spielrunde kam aber mit dem Fantasy-Thema ebenfalls gut zurecht.

* Onitama

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.03.21 von Der Fisch - Onitama ist ebenso klar konzipiert wie reduziert. Im Kern verbirgt sich eine vereinfachte Schach-Version dahinter. Dazu gibt es neben einer hohen Variabilität (in jeder Runde legt eine neue Auswahl an Karten fest, wie man sich bewegen kann) viele taktische Möglichkeiten. Für Strateginnen und Strategen ist das Spiel zudem nicht überfordernd, sondern hält die Waage aus Planung und Interaktion mit dem Gegenüber. Auch das Spielmaterial ist hochwertig und passt genau zum Konzept.

* Root

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.03.21 von Der Fisch - Root ist ein wahrhaft fantastisches Spiel und für mich ein ähnlicher Meilenstein wie zum Beispiel Catan. Dass es dennoch nicht jeder und jedem zu empfehlen ist, liegt für mich vor allem daran, dass es doch recht komplex ist und für mich auf einem mittleren bis höheren Kennerlevel liegt. Die Gestaltung des Spiels ist thematisch und stimmig. Das Konzept der asynchronen Parteien ist genial und sorgt für immer wieder neue Konstellationen. Am besten ist es, wenn zwar alle gespielten Fraktionen kurz gemeinsam besprochen werden, anschließend aber jede Spielerin und jeder Spieler Expertin oder Experte für die eigene Auswahl ist. Spätestens nach einer Partie wissen auch die anderen in der Runde, worauf bei einer Fraktion geachtet werden muss. Belohnt wird man für diesen "Aufwand" mit einer hohen Vielseitigkeit und einem enormen Wiederspielwert. In unserer Runde war es sogar so, dass nach dem ersten Spielabend erst einmal Taktik-Guides gelesen und die nächsten Partien "vorgeplant" wurden. So viel Motivation hat kaum ein anderes Spiel bisher geschaffen.

* Schotten Totten

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.09.21 von Der Fisch - Schotten Totten ist ein echter Geheimtipp für Zweispieler. In einer Mischung aus Logik-, Bluff- und Set-Collection-Spiel stehen sich zwei Reihen von Karten gegenüber. Nun gilt es, jeweilst möglichst stärkere Dreier-Kombinationen anzulegen als das Gegenüber. Dafür können wir Straßen, gleiche Farben oder Kombinationen daraus anlegen. In seltenen Fällen reicht aber auch eine wilde Kombination aus Karten, wenn deren Zahlenwert höher ist als bei der Gegnerin oder dem Gegner. Das Spiel ist dabei unglaublich kurzweilig, bleibt lange spannend und lebt vom Mitdenken und der Analyse der Züge. Einen gewissen Zufallsfaktor gibt es allerdings auch - das muss man mögen. Gleichzeitig ist es nicht so verkopft, dass man es nicht als Absacker oder Spiel für Zwischendurch auf den Tisch bringen könnte. Einen vielgelesenen Tipp möchte ich auch hier noch einmal loswerden: am besten spielt sich Schotten Totten ohne die Sonderkarten-Erweiterung. Super!

* The Duke

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.04.21 von Der Fisch - The Duke ist die Schach-Variante für alle, die mehr Varianz und Einfluss von Beginn einer Partie an haben wollen. Das soll auf keinen Fall bedeuten, das Schach nicht variantenreich und voller Einfluss durch die Spieler ist. The Duke beginnt allerdings mit einer einfachen Grundstellung und gibt den Spielerinnen und Spielern so viele Möglichkeiten an die Hand, dass sich jede Parie völlig anders anfühlen dürfte. Hinzu kommt die Klarheit der Regeln (Onitama lässt grüßen!) und das reduzierte aber schöne Spielmaterial. Klasse!

* 13 Tage - Die Kubakrise 1962 / 13 Days: The Cuban Missile

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.07.21 von Der Fisch - 13 Tage führ dem Kosmos der Zweispielerbrettspiele eine interessante Facette hinzu: Asymmetrisch spielen hier zwei Spielerinnen oder Spieler Geschichte nach. Das ist informativ, spaßig und passt auch mit Blick auf die Spielemechanik. Sogar das Spielgefühl vermittelt das fragile Kräftemessen, das jederzeit zu eskalieren droht. Einziger Wehrmutstropfen ist der Langzeitreiz, der nach einigen Partien doch nicht mehr allzu hoch sein dürfte. Dafür wird man aber mit einem innovativen Spiel entschädigt.

* Blätterrauschen

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.07.21 von Der Fisch - Das Spiel Blätterrauschen füllt einige herrliche Nische: Es handelt sich um ein sehr flexibel spielbares Ankreuz-Spiel, das als Absacker ebenso Spaß macht wie in einer Runde, in der nicht jeder mehr voll und ganz wach ist und strategisch denkt. Die Grafiken konnten unsere Spielrunden immer gut erkennen, eine recht hohe Variabilität ist durch die vier verschiedenen Spielpläne gegeben. Eine Partie dauert jeweils nicht zu lang und die Regeln sind auch Neueinsteigern einfach erklärt. Das, was es ist, macht es super!

* Die Quacksalber von Quedlinburg

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.03.21 von Der Fisch - Worauf kommt es für mich bei einem Spiel an? Das es Spaß macht. Und gleich vorneweg: Quacksalber macht eine Menge Spaß. Ich beginne mit meinen Kritikpunkten: der Glücksfaktor ist zum Teil recht hoch, was ebenso frustrierend sein kann, wie schnell zu viele Knallerbsen zu ziehen. Der Mechanismus des "explodierenden" Kessels ist recht enorm und erfordert ebenfalls eine hohe Frustrationstoleranz, da er später Spielentscheiden sein kann. Die positiven Seiten des Spiels fallen aber definitiv mehr in's Gewicht: die Spielmechanismen sind innovativ und erfrischend. Das Spielmaterial ist toll gestaltet. Der Wiederspielwert ist dank verschiedener Strategiemöglichkeit, variablen Regeln und einer guten Balance zur Spielzeit sehr hoch. Spannend war auch, dass das Spiel in jeder Spielrunde und mit unterschiedlichsten Spielerinnen und Spielern (jung, alt, spielerfahren, spielunerfahren) gut funktionierte. Und ganz am Ende bleibt nach einer Partie das Wichtigste: Der Spaß steht immer im Vordergrund.

* Fantastische Reiche / Fantasy Realms

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.04.21 von Der Fisch - Fantastische Reiche ist ein kurzweiliges und "knackiges" Spiel. Es ist kurz erklärt, dauert mit der sehr empfehlenswerten App unter'm Strich nicht zu lange und besticht durch einen "das-probiere-ich-beim-nächsten-Mal-anders"-Reiz. Die Gestaltung ist zudem zweckdienlich bis schön und alles in einem sehr kleinen Format untergebracht. Einziger Minuspunkt: Man spielt schon wirklich sehr "solitär". Das ist vor allem dann schade, wenn die eigene Taktik aufgeht oder man eine spannende Kombination gefunden hat. Selbst, wenn man sie sich am Ende gegenseitig zeigt und erklärt, erntet das nicht viel mehr als ein "aha". Das muss aber nicht unbedingt etwas schlechtes sein, denn auch als Absacker oder Rausschmeisser aus einem Spieleabend eignet sich dieses Spiel. Und da will man (im besten Sinne!) auch manchmal einfach nur vor sich hin spielen.

* Houston, We Have a Dolphin!

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.03.21 von Der Fisch - Houston, We Have a Dolphin ist ein witziges und erfrischendes Spiel, das das alte "Werwölfe"-Problem (Wir sind nicht genug Spielerinnen und Spieler!) löst. Der Kern ist dabei eine App, die zuvor auf Smartphone oder Tablet geladen wird und die verdeckt gespielten Karten scannt. Ich war am Anfang skeptisch, da ich Apps bei klassischen Brettspielen ja eben nicht verwenden möchte. Und auch nach wie vor würde ich sagen: besser wäre, wenn es ohne ginge. Denn auch hier sorgt die App dafür, dass man sich immer wieder voneinander ab- und dem Smartphone zuwendet. Ein bisschen erinnert mich das als Spieleerklärer an die kurzen Unterbrechungen, wenn man im Regelheft eine kurze Regel nachlesen muss. Gleichzeitig führt die App aber auch gut durch das Spiel und ersetzt somit den Spielleiter oder die Spielleiterin. Das ist wiederum gut gelöst und sorgt dafür, dass man schon zu dritt loslegen und das alte "Werwölfe"-Gefühl erleben kann. Gleichzeitig ist es nicht notwendig, eine Spielanleitung zu lesen. Die Materialqualität ist zudem super und es ist sogar vorgesehen, dass bestimmte Spielelemente erst nach und nach freigeschalten werden - auch das ist ein geniales Gefühl, weil man so nicht überfordert wird und es sogar noch etwas zu "erspielen" gibt. In der Runde zu dritt ist uns allerdings aufgefallen, dass das Late-Game für uns noch nicht immer klar und stimmig ist. In bestimmten Karten- und Markerkonstellationen ist ein bestimmter Spielausgang gefühlt nicht mehr abzuwenden. Andererseits könnte man aber auch sagen: dann haben entweder die Delfine oder die Crew alles richtig gemacht. Zusammenfassend ist Houston, We Have a Dolphin also ein witziges, spannendes und überraschendes Spiel, auf das man sich einlassen muss. Dann erwartet auch schon eine kleine Spielerunde eine listig-lustige Zeit an Bord eines von Delfinen infiltrierten Raumschiffs.

* Memoarrr!

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.04.21 von Der Fisch - Memory kennen viele vermutlich im Zusammenhang mit der Kindheit. Je nachdem, auf welcher Seite des Tisches man sitzt oder saß, spielte sich das Spiel natürlich anders: Als Kind wagte man den Versuch, sich wirklich alles zu merken und zu gewinnen. Auf der Seite des Erwachsenen ist auch etwas Taktik gefragt, wenn man den Nachwuchs auch einmal gewinnen lassen möchte. Memoarr schafft es, beide Perspektiven zu vereinen und sorgt für Memory für das, was Kingdomino mit Domino geschafft hat: Ein eigentlich olles Spielprinzip in die Moderne zu holen. Dadurch, dass man als "Belohnung" unterschiedlich wertvolle Diamanten bekommt, bleibt ein gewisser Glücksfaktor, ebenso, wie wenn man "in's Blaue" hineinraten muss. Die Verpackung ist reisefreundlich, die Gestaltung comichaft und stimmig. Eine Empfehlung als Absacker oder als Herausforderung für schon etwas größere Kinder.

* Rajas of the Ganges: The Dice Charmers

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.09.21 von Der Fisch - Rajas of the Ganges: The Dice Charmers ist die Würfelvariante des großen Spiels "Rajas of the Ganges". Im wesentlichen würfelt man verschieden gestaltete Würfel, deren Ergebnis dann in einem recht komplexen Plan angestrichen und ausgewertet werden. Das erinnert stark an Wolfgang Warschs "Ganz schön clever"-Reihe und spielt sich tatsächlich ähnlich. Allerding finden wir Rajas of the Ganges dynamischer, komplexer (eher auf originalem Kennerspiel-Niveau) und vielseitiger. Das mag an der schönen Gestaltung und Umsetzung wie der Palastkarte oder dem Flussteil liegen, aber auch an der Vielfalt der Boni, die man im letzten drittel des Spiels immer wieder auch als größere Kombo erhält. Für uns ein durchweg rundes Spielerlebnis, auch gut für zwei Spieler, dem es nur ein bisschen an Interaktion fehlt. Einziges Manko für uns: Zusammengebaut ist der 3d-Elefant leider etwas zu groß, damit die Schachtel sauber schließt. Das hätte man sicherlich noch anders umsetzen können.

* Reigns: The Council

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.03.21 von Der Fisch - Reigns ist die Brettspielumsetzung einer beliebten Spieleapp und zeigt, dass "echtes" Spielen oft noch einmal eine Schippe drauflegen kann. Wir spielen reihum Monarchen, die von eingennützigen Beratern dazu gebracht werden sollen, schlechte Entscheidungen zu treffen. Das aber natürlich geheim und ähnlich wie zum Beispiel bei "Werwölfe" taktisch klug. Das Plus im Vergleich zur App ist der Rollenspiel-Anteil aller Mitspielerinnen und Mitspieler: Durch tolle Piktogramme auf den Beraterkarten wird man animiert, Geschichten auszuschmücken wodurch sich in der richtigen Spielgruppe eine tolle Atmosphäre spinnen lässt. Dabei finde ich sehr gut gelungen, dass man die Rolle regelmäßig wechselt und so die Perspektive auf die gemeinsame Geschichte ändern kann. Ein Wiederspielreiz ist durch die Menge an Karten gegeben. Gleichzeitig kann ich mir vorstellen, dass auch wechselnde Besetzungen der Spielgruppe dafür sorgen, dass das Spiel frisch bleibt. Die Gestaltung ist minimalistisch und der App nachempfunden. Sie gefällt mir gut und unterstreicht die Funktion der Karten. Das Bewertungssystem ist ebenfalls gelungen. Wir hatten die Idee, die Punktzahl aufzuschreiben und die Krone beim nächsten Mal in dieser Konstellation weiterzureichen. Die Spielzeit von etwa 20-40 Minuten bezieht sich nämlich eher auf eine Runde als auf einen Durchgang, bei dem jeder einmal Monarch oder Monarchin spielen darf. Toll hätte ich noch 1-2 kleinere Module gefunden, die man nach Bedarf mit dazu nimmt, um das Spiel für die Beraterinnen und Berater noch etwas taktischer oder komplexer zu machen. Eine Idee wären zum Beispiel, kleinere Zwischenziele oder eine Zwischenwertung mit anschließendem Zielwechsel zu integrieren.

* Der perfekte Moment

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.07.21 von Der Fisch - Der Perfekte Moment war für mich auf den ersten Blick eine gelungene Abwandlung des Cluedo-Prinzips: Nach und nach erweitern die Spielerinnen und Spieler ihr Wissen über die Vorlieben der Gäste bei einem Festmahl. Diese wollen am Ende des Abends fotografiert werden und haben dabei genaue Vorstellungen: Mal wollen sie nicht verdeckt werden, mal neben einer ganz bestimmten Person stehen oder am Rand platziert sein. Im Grunde ist das ein echter Spaß und über die Idee, die Auswertung über ein Smartphone-Foto vorzunehmen, ziemlich innovativ. Nicht wirklich rund ist das Spiel aber aufgrund einiger Punkte: die Anweisungen sind zum Teil nicht sehr unterschiedlich und so kam es nicht selten vor, dass ein Wunsch mehrmals von einem Gast geäußert wurde. Gleichzeitig widersprechen sich die Anweisungen und folgen insgesamt aufgrund der zufälligen Zuweisung auch keinem Schema. Das sorgt dafür, dass manche Dinge schlicht nicht berücksichtigt werden können. Das mag so konzipiert und bedacht worden sein, wirkt aber eher wie das, was man im Computerspiel einen "Bug" nennen würde. Das Material selbst ist extrem ansprechend, ist aber mit Blick auf den Wunsch "Ich möchte X oder Y damit verdecken" nicht immer eindeutig. Unterm Strich könnte ich mir vorstellen, dass man mit dem Spiel spaßige Runden erleben kann. Uns hat es leider nicht wirklich überzeugt.

* Die Crew: Reist gemeinsam zum 9. Planeten

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.03.21 von Der Fisch - Die Crew ist ein Spiel geworden, dessen Bewertung - nach allen 50 Missionen - mir fast ein bisschen weh tut. Das Spielkonzept ist super. Es ist schön gestaltet und die Spielidee ist sehr innovativ und grandios umgesetzt. Kein Wunder also, dass meine Spielgruppe und ich begeistert gekauft und losgespielt haben. Die ersten 10 - 15 Missionen waren dabei spannend und weckten die Erwartung, was da alles noch so kommen mag. Letzlich wurden die Missionen aber immer zäher, was leider auch durch die sehr notdürftige Geschichte nicht besser wurde. Schlimmer noch: Die "Story" ist irgendwann nur noch zäh, die Missionen mehr von allem aber kaum innovativ. Letztendlich haben wir pflichtbewusst bis Mission 50 gespielt und die eigentlich ganz positiv aussehenden Zusatzmissionen nicht mehr angetreten, die sich auf der Website gefunden haben. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass nicht die ein oder andere "abgefahrene Aufgabe" gestellt wurde á la "es darf kein Stich mit den gewählten Karten gemacht werden" oder "die gewählten Missionen werden im Uhrzeigersinn weitergegeben" etc. In meine Bewertung fließt das komplette Spielerlebnis seit der ersten Mission ein ein.

* Istanbul

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.07.21 von Der Fisch - Istanbul ist schon seit vielen Jahren ein Bestandteil unserer Spielesammlung. Leider stand es den meisten Teil davon im Regal. Warum? Das hat mit denjenigen Aspekten des Worker-Placement-Spiels zu tun, die mir weniger gut gefallen: Zuerst wäre da der recht aufwenige Aufbau, der zuerst zwar variabel daherkommt, letzlich aber immer in der Standart-Aufstellung gespielt wird, wenn man Istanbil nicht sehr regelmäßig auf den Spieletisch bringt. Die Ikonographie ist weniger eingängig, ähnlich ist es bei den Regeln einzelner Schauplätze. Auch wenn die Spielmechanik an vielen Stellen wirklich durchdacht ist, wirkt das tatsächliche Spielgeschehen öfter beliebig. Nehme ich jetzt erst die "Ressourcen" oder würfle ich meinen Münzgewinn aus? Nehme ich den Edelstein in der übernächsten Runde und hole mir vorher eine Sonferfähigkeiten-Karte? Die Fülle an Möglichkeiten, Währungen und Bewegungen führt letzlich immer irgendwie zum Ziel und hinterlässt deswegen eher ein ach-dann-mach-ich-einfach-irgendwas-Gefühl. Unterm Strich ist das Spiel dennoch etwas für alljene, die nicht genug von Worker-Placement bekommen und statt einem Spielbrett mehr Variabilität haben wollen. Das Thema ist zudem stimmig gewählt.

* Queendomino

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.03.21 von Der Fisch - Kingdomino ist ein Spiel, das Einfachheit mit Spielspaß auf eine fast perfekte Art verbindet. Das Legen von Steinen und das Achten auf wenige Möglichkeiten, Punkte zu machen: super! Queendomino hingegegen fügt einige Komponenten hinzu, die zwar am Spielspaß nicht viel verändern, aber ein höheres Maß an Komplexität hinzufügen. Am Ende führt das für meine Bewertung dazu, dass Kingdomino zwar ein absoluter moderner Klassiker ist, Queendomino aber einfach bessere Alternativen hat, wenn man taktischere Familienspiele spielen möchte.