Rezension/Kritik - Online seit 30.03.2022. Dieser Artikel wurde 5446 mal aufgerufen.

The Fox in the Forest / Der Fuchs im Wald

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Autor: Joshua Buergel
Illustration: Jennifer L. Meyer
Keith Pishnery
Verlag: Foxtrot Games
Schwerkraft-Verlag
Renegade Game Studios
Rezension: Michael Timpe
Spieler: 2
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2017, 2019
Bewertung: 4,3 4,3 H@LL9000
3,8 3,8 Leser
Ranking: Platz 3895
The Fox in the Forest / Der Fuchs im Wald
The Fox in the Forest / Der Fuchs im Wald
Auszeichnungen:2017, Golden Geek Bestes 2-Spieler Spiel Nominierung2017, Golden Geek Bestes Kartenspiel Nominierung2020, Spiel des Jahres Empfehlungsliste

Spielziel

Stichspiele? Skat, Doppelkopf, Tichu, Wizzard und nicht zu vergessen: Texas Showdown. Hab ich noch eins vergessen? Egal, mit den genannten Spielen habe ich für 3 bis 6 Spieler immer ein passendes gutes Stichspiel zur Hand. Nur zu zweit ... gibt’s nichts. Die wenigen, die es versuchen … kann man vergessen. Oder fällt Ihnen der Name eines guten 2-Spieler-Stichspiels ein? Mir auch nicht.

Fuchs im Wald? - Was soll denn das sein?

Ablauf

3 Farben, je 11 Karten, kein Schnickschnack wie Zauberer, Supertrumpf oder ähnliches. Farbe bedienen ist Pflicht, wenn nicht vorhanden, darf man eine beliebige Karte abwerfen. Zu Beginn wird zufällig eine Farbe bestimmt, die Trumpf ist und alle anderen Farben sticht. Die Grundzutaten sind völlig konventionell und altbekannt.

Der Fuchs hat sich in den Details versteckt. Und die sind auch nicht besonders schwierig, sorgen aber für die nötige Varianz und Abwechslung.
Alle ungeraden Karten - 1, 3 5, 7, 9 und 11 - haben je eine Sonderfunktion:
Wer eine 1 in einen Stich wirft, erhält das Ausspiel (meistens nicht den Stich). Mit einer 3 darf man sofort die Trumpffarbe ändern. Bei einer 5 darf man eine Karte von den übrigen Karten nachziehen und dann eine Karte wieder abwerfen – Blattoptimierung. Die 7 zählt einfach einen Sonderpunkt für den Stichgewinner. Eine 9 im Stich zählt immer als Trumpf und die 11 im Stich zwingt den Gegner zum Spielen seiner 1 oder sonst seiner höchsten Karte der jeweiligen Farbe.

Speziell ist auch noch die Punktezählung am Schluss: Nicht jeder Stich zählt Punkte, sondern es zählt am Ende die Zahl der erreichten Stiche. Dies aber nur bis zu einem Maximum von 9 Stichen, die dann 6 Punkte wert sind. Wer mehr Stiche – womöglich alle – eingesammelt hat, war gierig und erhält 0 Punkte. Der Gegner wiederum erhält 6 Punkte, wenn er es schafft, bei 3 oder weniger Stichen zu bleiben.
Eine Partie endet, wenn ein Spieler 21 Punkte erreicht hat, was normal 4 bis 5 Runden dauert.

Fazit

Was macht den Reiz aus? Warum finde ich dieses Spiel so besonders? Weil es eigenständig ist, ohne Schnickschnack auskommt und eine intelligente Wertung hat.

Ja, eigentlich ist die Wertung tatsächlich das Beste am Spiel, nicht spielerisch, aber qualitativ.

Wer zufällig ein Bombenblatt hat, was zu zweit ja schneller mal passieren kann, wird nicht automatisch belohnt. Sondern durch geschicktes Vermeiden von Stichen kann der unterlegene Spieler versuchen, sich zu drücken, und steht dann unverhofft am Ende als Sieger da. Nicht nach Stichen, sondern nach Punkten. Denn leicht passiert es, dass man die ersten Stiche mal einsammelt, und dann den Gegner gar nicht mehr ins Ausspiel bekommt. Die Grenze zwischen 7-9 Stiche sammeln (von 13) und 6 Punkte kassieren zu 10 und mehr Stiche erhalten und 0 Punkte kassieren ist schnell überschritten. Mit diesem einfachen Kniff bleibt das Spiel immer spannend, egal wie unausgeglichen die Kartenverteilung erfolgt ist.

Darüber hinaus gefallen mir auch die Zusatzfunktionen der Karten. Für meinen Geschmack bringen diese genügend Varianz ins Spiel, so dass eine Partie nicht statisch wird, und sich der Ablauf auch nicht ständig wiederholt. Dabei sind die Eingriffe (bis auf den Trumpfwechsel vielleicht) nicht so gravierend, dass sie das Spiel unplanbar machen, was mir weniger gefallen würde.

Feinheiten, wie das Ausspiel holen, wenn man eine 1 spielt, oder den Gegner zum Spielen seiner höchsten Karte einer Farbe zwingen, wenn man mit der 11 aufspielt, sorgen für einen taktischen Spielverlauf. Und dann noch die Trumpffarbe zum richtigen Moment wechseln, dreht das Spiel dann hoffentlich so, wie man es sich vorher gewünscht hat.

Für mich ein sehr starkes Spiel, das klein, aber fein und schnell gespielt ist. Schätzungsweise 20 Minuten für eine Partie, eine Runde in max. 5 Minuten.

Nur das Thema und die Grafik: Irgendetwas von einer Hexe, die im Wald lebt, einem Holzfäller und seiner Tochter. Entweder bin ich zu doof und verstehe es nicht, oder das gehört eigentlich zu einem anderen Spiel, das ich nicht kenne und steht nur aus Versehen in dieser Regel.

Egal, lassen Sie sich dadurch nicht verwirren: Stichspiel, was will man mehr?

Rezension Michael Timpe

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung The Fox in the Forest / Der Fuchs im Wald: 4,3 4,3, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.01.22 von Michael Timpe - Endlich ein ein gutes Stichspiel für 2 Spieler, das fehlte noch in meiner Sammlung.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.07.19 von Michael Dombrowski - Der Mechanismus bzw. die Wertungen fordern ziemlich viel Aufmerksamkeit und man muss anfangs häufig die Spielanleitung bemühen, um die Abhängigkeiten der Karten untereinander zu verstehen. Insofern am Anfang vielleicht etwas holprig, aber ansonsten nettes, hübsches, kleines Kartenspiel.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.01.20 von Sandra Lemberger - Bei Stichspielen, die zu zweit funktionieren sollen, bin ich immer ein wenig skeptisch. Aber das klappt hier tatsächlich sehr gut. Neu-Einsteiger sollten anfangs aber ein wenig Geduld mit dem Spiel haben, denn es dauert ein wenig, bis man die Sonderfunktionen aller ungeraden Kartenwerte verinnerlicht hat. Aber sobald das der Fall ist, macht "Der Fuchs im Wald" wirklich Spaß!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.11.20 von Monika Harke - Ein Stichspiel für 2 ist immer eine Gratwanderung. Hier funktioniert alles sehr gut. Die Sonderfunktionen und die Wertung geben dem Spiel den richtigen Pfiff.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.12.20 von Michael Fuchs - Ein schönes Kartenspiel für zwei Personen mit erfrischend neuen Ideen. Der Wiederspielreiz ließ aber bei uns nach einigen Partien nach - da uns das Spiel dann doch zu anspruchslos war.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.03.22 von Andreas Büger - Eines der netteren Stichspiele

Leserbewertungen

Leserwertung The Fox in the Forest / Der Fuchs im Wald: 3,8 3.8, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.07.19 von Harry M - Hübsch daherkommendes, mittelgradig anspruchsvolles Stichspiel für genau 2 Personen. Erinnert mich ein ganz klein wenig an Tichu, ist aber bei Weitem nicht so kopflastig. Alle ungeraden Karten haben Sondereigenschaften, die immer wieder für Wendungen sorgen. Man will viele Stiche, aber nicht zu viele Stiche machen - "gierige" Schurken werden wie im Märchen abgestraft und bekommen keine Punkte. Das bedeutet, dass ich auch bewusst "auf Verlieren" spielen kann und dann als "bescheidener" Held die maximale Punktzahl für eine Runde bekomme. So versuchen beide SpielerInnen, immer zu erraten, worauf das Gegenüber gerade spielt. Für das, was es sein will - in 30 Minuten gespielt, nicht-trivial aber auch kein Grübelfest - ist Fox in the Forest ein Top-2er-Spiel und sein Geld allemal wert. Wird behalten.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.07.19 von Martin S. - Gefällt mir echt gut. Als ich hörte “Stichspiel für zwei Spieler”, war ich etwas skeptisch, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass dies funktioniert. Tut es aber, und so spielen wir dieses singuläre Spielchen regelmäßig. Da das Thema ziemlich aufgesetzt erscheint, kann man es m.E. auch gut mit einem Standardblatt (52) oder einem Blatt von Abluxxen oder Sticheln spielen. Zu diesem Zweck habe ich auf BGG eine deutsche Zusammenfassung der Regeln auf einer Seite eingestellt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.11.19 von Sebastian - Ein wirklich tolles 2-Personen-Spiel! Es besticht besonders dadurch, dass es eine gelungene Mischung aus Taktik und Glück bietet. So ist es einerseits für Vielspieler nicht langweilig oder trivial, andererseits ist es auch für Gelegenheitsspieler nicht aussichtslos gegen einen Grübler anzutreten. Einzig die Gestaltung der Karten finde ich suboptimal: bei drei Farben zwei Lilatöne zu wählen ist ebenso ungünstig wie die Kartenwerte nur auf einer Seite aufzudrucken. Die Bilder sind dafür dehr hübsch. Zuletzt finde ich die Regel der Karte 11 uneindeutig formuliert: Muss ich die 1 bekennen und nur dann die höchste Karte legen, wenn ich keine 1 habe? Oder kann ich zwischen der 1 und meiner höchsten Karte wählen? Laut BGG ist wohl die zweite Möglichkeit gemeint, aber in den beiliegenden FAQ wird es nicht erwähnt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.12.20 von Marlow - Ich kann nicht abstreiten, dass das Spiel uns Anfangs wirklich Spaß machte. Allerdings verflog der Reiz doch recht schnell. Das Spielprinzip ist einfach zu simpel. Eine gute Wertung hat das Spiel aber NICHT verdient, denn über 20 Euro für ein einfaches Stichspiel mit 35 Karten, sowas geht gar nicht!!!!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.11.21 von Rattincula - Die einzige Kritik zu diesem Spiel, die mir jedoch die Zornesröte ins erschreckte Antlitz zaubert, direkt zu Beginn: Der Preis ist eine bodenlose Unverschämt!!! Aber nun zu den eindeutig positiven Aspekten: Der Fuchs im Wald ist ein graphisch überzeugend gestaltetes Kartenspiel für zwei mit einer ganz besonders reizvollen Option: Man kann gewinnen, indem man möglichst viele - aber nicht zu viele - oder möglichst wenige - aber nicht zu wenige Stiche macht, und nicht selten bietet sich einem die Möglichkeit, sich noch während des Spiels für oder gegen die eine oder die andere Option zu entscheiden. Glück spielt ebenso eine Rolle wie strategisch kluges Vorgehen, und wer sich gemerkt hat, welche Karten bereist gespielt wurden, kann sich mit seinem Wissen einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Der Fuchs im Wald fordert Denkvermögen und strategisches Taktieren und zählt für mich zu den besten Kartenspielen "für zwei", die ich kenne.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.12.21 von Kivi - Nein, das Spiel gefällt nicht. Es gibt auch nicht viel dazu zu sagen. Was bringt mich zur Abwertung? Viel zu hoher Preis für ein paar schwer hässliche Pappmarker und ein paar recht solide Karten. Und dann war der Wiederspielreiz bei uns auch noch schnell verflogen. Nicht falsch verstehen, Autoren und Verlage sollen für Ihre Arbeit bezahlt werden, und daher lasse ich den Preis nicht direkt mit in die Wertung einfließen. Trotzdem kann das Spiel nicht überzeugen und dann tut der hohe Preis doppelt weh und lässt einen bitteren Beigeschmack. Da hätte ein Top-Spiel sicherlich auch über den Preis hinweggetröstet.

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