Rezension/Kritik - Online seit 16.06.2013. Dieser Artikel wurde 3900 mal aufgerufen.

Asteroyds

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Autor: Guillaume Blossier
Frédéric Henry
Illustration: Nicolas Fructus
Verlag: Asmodee
Ystari Games
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 2 - 6
Dauer: 20 - 40 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2010
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
4,1 4,1 Leser
Ranking: Platz 2899
Download: Kurzspielregel [PDF]
Asteroyds

Spielziel

Die Kopfsteinpflasterhölle von Paris nach Roubaix? Bah!
Der Marathon durch Death Valley, Kalifornien? Lachhaft!
Die gefährliche Wüsten-Rallye Paris - Dakar? Kindisch!
All dies ist nichts im Vergleich zum gemeinsten und gefährlichsten Todesrennen der gesamten Vereinigung Unabhängiger Rennstrecken (VUR): Das Wettrennen durch das Ujitos-System!

Noch nie davon gehört? Das könnte leicht sein, denn dieser Wettflug durch den berüchtigten Asteroidengürtel der "Verlorenen Schwarms" im Ujitos-System wird erst in ein paar hundert oder tausend Jahren stattfinden. Woher ich es dann jetzt schon weiß? Man hat so seine Quellen, ich verrate nur eins: Ystari Games! Die beiden Zukunftsforscher Guillaume Glossier und Fred Henry lassen uns mit ihrer eindrucksvollen, sehr anschaulichen Simulation die unglaubliche Spannung dieses Todesrennens hautnah miterleben.

Ablauf

Wie bei jedem Wettrennen gibt es auch hier einen Start, ein Ziel und dazwischen einen Parcours, den es so schnell wie möglich zu durchqueren gilt. Die kürzeste Strecke zwischen zwei Punkten ist bekanntlich die Gerade. Dass es hier nicht so einfach ist, liegt zum einen daran, dass vier Kontrolltore zu passieren sind, die mehr oder weniger in einen Rundkurs angelegt sind. Außerdem schwirren ständig Asteroiden herum, die ein problemloses Geradeausfliegen unmöglich machen und geschicktes Manövrieren erfordern. Der Spielplan ist mit einem Sechseckraster überzogen. In der Mitte sind die Platformen, welche als Start und Ziel dienen. Die vier Tore werden in den vier verschiedenen Sektoren platziert, die Asteroiden in zufälliger Ausrichtung etwa gleichmäßig im Raum verteilt.

Zum Lenken stehen den Piloten vier verschiedene Manöver zur Verfügung: Eine Bewegung geradeaus, eine Bewegung nach links vorne, eine Bewegung nach rechts vorne sowie eine Kehrtwendung auf dem Feld. Sechs Bewegungsschritte kann jeder Pilot normalerweise in einer Runde in seinen Bordcomputer ("Cockpit"-Plan) einprogrammieren und sich so seinem Ziel allmählich nähern. Vorsicht ist allerdings geboten, denn lenkt er sein Raumschiff in ein Hindernis, ist nicht nur die restliche Programmierung verloren. Sein Schiff nimmt zusätzlich zwei Schaden, von denen jedoch einer mit einem eingeschaltenen Schutzschild (statt des 6. Programmschrittes) abgewehrt werden kann.

Durch das Passieren eines Kontrolltores erhält man den entsprechenden Etappenmarker. Wer es zuerst schafft, trotz aller Hindernisse alle vier Etappenmarker zu sammeln (die Reihenfolge ist dabei völlig gleichgültig) und auf eine Plattform zurückzukehren, gewinnt das prestigeträchtige Rennen.

Fazit

Warum aber ist dieses Rennen so überaus lebensgefährlich? Dies liegt daran, dass die Asteroiden des Systems ständig in Bewegung sind und zumeist recht unkontrollierbar herumschwirren. Die Zufälligkeit der Asteroidenbewegung wird durch Würfel bestimmt. Jeder Asteroid ist durch ein sechseckiges Plättchen dargestellt. Jeder Seite eines Plättchens ist eine Würfelzahl zugeordnet. Eine gewürfelte Zahl gibt dann an, in welche Richtung sich der Asteroid bewegt. Rote Asteroiden sind dabei recht schnell unterwegs, denn sie ziehen gleich zwei Felder in die durch den roten Würfel bestimmte Richtung. Weiße Asteroiden hingegen nur ein Feld, die Richtung gibt natürlich der weiße Würfel vor. Blaue Asteroiden - für sie gilt der blaue Würfel - ziehen ebenfalls nur ein Feld, sind aber im Gegensatz zu allen anderen so massereich, dass sie sämtliche bewegliche Objekte, mit denen sie kollidieren, wegschieben können. Ganz besonders tückisch sind jedoch die weißen Planetenstücke mit farbigen Ringen, welche sowohl vom weißen als auch vom blauen bzw. roten Würfel beeinflusst werden. Dies alles bewirkt, dass sich der ohnehion schon ziemlich enge Parcours stets verändert. Mal entfernen sich die Asteroiden voneinander und machen so praktischerweise den Weg frei, ein andermal bilden sie dichte Klumpen, die ein Durchkommen schwierig, äußerst riskant oder gar unmöglich gestalten.

Wer nun glaubt, dass man bloß lange genug das Würfelergebnis zu bedenken und auszurechnen braucht, um ja keinen Flugfehler zu machen und Zusammenstöße mit herumsausenden Asteroiden zu vermeiden, der irrt gewaltig. Zeit ist nämlich etwas, was im Weltall Seltenheitswert zu haben scheint, wie wir schon in fast allen kürzlich erschienen Sci-Fi-Spielen (Space Dealer, Galaxy Trucker, Space Alert) feststellen mussten. Eigentlich kurios, denn man sollte meinen, bei den unendlichen Weiten des Alls, wo selbst ganze Galaxien nur wie Staubkörner im Nichts sind, spiele Zeit keine Rolle. Bei Asteroyds bedeutet dies jedoch keinen Anachronismus, schließlich handelt es sich ja nicht um eine gemütliche Spazierfahrt. Natürlich kommt es als Pilot bei einem Wettflug auf den Zeitfaktor an, auf schnelles Erkennen der Situation und blitzartige Reaktionen. Dies wird hier mit einer Stoppuhr simuliert, die unerbittlich die Sekunden herunterzählt. 50 Sekunden pro Runde, um sich eine sichere Route durch das Asteroidenfeld zu finden, sind nicht gerade viel. Erfahrene Rennpiloten müssen mit vierzig oder dreißig Sekunden auskommen, besonders routinierte und waghalsige Abenteurer können sogar nur zwanzig Sekunden riskieren. Die Fehleranfälligkeit verhält sich selbstverständlich indirekt proportional zu der zur Verfügung stehenden Zeit, und wer mit seinem Raumschiff allzu oft nähere Bekanntschaft mit einem Hindernis macht, kann auch schon vorzeitig ausscheiden. Für eher ruhige Gemüter und bedächtige Naturen ist Asteroyds daher mit Sicherheit nicht geeignet.

Wenn man bei Asteroyds etwas bemängeln kann, ist es die fehlende Interaktion. Im Grundspiel kommen sich die Spieler sehr selten in die Quere, sie könmnen nicht einmal miteinander kollidieren. Und um zu sehen, was die Mitspieler so treiben, dafür bleibt ohnehin viel zu wenig Zeit. Im Prinzip kann man auch alleine ein Wettrennen durchführen und versuchen, in möglichst wenigen Spielrunden den Kurs zu bewältigen. Auf diese Weise kann man sogar recht gut trainieren, auf dass man beim nächsten "echten" Wettrennen die Gegner in Grund und Boden fährt.

Mit zunehmender Erfahrung können sich die Piloten aber auch in anderen Disziplinen messen, wie beim Zielscheibenschießen oder bei der Dronenjagd, bei denen durchaus auch etwas direkter Wettbewerb ins Spiel kommt. Erweiterte Regeln, wie Spezialfähigkeiten der Piloten oder die Möglichkeiten, Schüsse in Fahrtrichtung abgeben zu können, sowie verschiedene Szenarien erlauben eine große Varianz. Überhaupt lädt das Spielsystem geradezu dazu ein, neue Szenarien und Spielarten zu erfinden, was ich als großes Plus empfinde.

Insgesamt ist ein Abstecher in das Ujitos-System also durchaus eine Reise wert, wenn - ja, wenn man überhaupt auf solche Hektikspiele steht. Grübler, nachdenkliche Naturen und Leute, die ihre Aktionen und deren Konsequenzen lieber gründlich durchdenken, werden an Asteroyds keine rechte Freude haben. Thema und Spielmechanik bilden hier aber schon eine passende Einheit. Als Weltraumpilot kommt es eben auf schnelles Agieren und Reagieren an und nicht auf taktische Überlegungen, für die im sich ständig ändernden Asteroidenfeld sowieso keine Zeit bleibt. Ich kann also jedem, der spannende Rennspiele liebt, bei denen blitzschnelle Entscheidungen verlangt werden, dieses Spiel empfehlen.

Rezension Franky Bayer

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Asteroyds: 4,0 4,0, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.01.12 von Franky Bayer - Als Hektik-Spiel naturgemäß nicht jedermann's Sache, aber mir gefällt's ganz gut.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.06.10 von Udo Kalker - RoboRally im Weltraum? Nein danke, lieber ohne mich.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.07.10 von Michael Andersch - Eigentlich passt hier alles, dennoch will der Funke nicht überspringen. Zu viele Faktoren, die unter Zeitdruck einbezogen werden müssen, gepaart mit praktisch nicht vorhandener Interaktion lassen das Spiel auf mich eher als Arbeit denn als Spiel wirken.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.07.10 von Nicole Biedinger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.07.10 von Stephan Gehres
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.06.13 von Rene Puttin - Eine schöne Stresssimulation, die in kurzer Spielzeit gespielt werden kann. Leider überhaupt nicht spielbar für Leute die Probleme mit der Links-/Rechts-Unterscheidung haben und dies dann gerade unter Zeitdruck überhaupt nicht mehr geregelt bekommen.

Leserbewertungen

Leserwertung Asteroyds: 4,1 4.1, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.07.12 von Martin Schipper - Unter Zeitdruck seine Züge zu planen macht Spaß.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.12.12 von Andreas - Das planen wie bei Space Alert und das sich verändernde Spielfeld machen den Reiz aus. Wer es etwas ruhiger mag kann die Uhr als Zeitdruck auch rauslassen, dies nimmt aber etwas den Spass. Die verschiedenen Spielmodi und der Anreiz, selbst neue Spielmodi zu erfinden machen das Spiel sehr interessant.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.01.13 von Pia Lemberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.01.13 von Ralf Rechmann - Ist leider total durchgefallen in den Spielrunden, in denen ich es gespielt habe. Mehr Arbeit als Spiel und zudem ein nerviger piepender Zeitgeber. Dazu kommt das umständliche Handling der sich bewegenden Objekte auf dem Plan.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.06.13 von Hans Christiansen - Das Spiel macht sogar ohne "Pieper" spaß.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.09.13 von Andreas Freye - Das Spiel hat mir doch ganz gut gefallen und kann gerne hin und wieder mal auf den Tisch kommen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.10.13 von Braz - das Spiel ist wirklich ok. Was mir aber eher weniger gefällt ist die "Bürokratiephase", bei der man alles auf dem Plan verschieben muss. Da spielt sich Robo Ralley irgendwie flotter.

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