Rezension/Kritik - Online seit 03.04.2003. Dieser Artikel wurde 6975 mal aufgerufen.

Cannes

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Autor: Tamara Jannink
Joris Wiersinga
Jeroen Doumen
Herman Haverkort
Verlag: Splotter Spellen
Rezension: Frank Gartner
Spieler: 2 - 4
Dauer: 60 - 90 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2002
Bewertung: 3,5 3,5 H@LL9000
4,4 4,4 Leser
Ranking: Platz 4992
Download: Kurzspielregel [PDF]
Cannes

Spielziel

Als Filmproduzenten versuchen die Spieler Filme zu produzieren und auf dem groen Filmfestival in Cannes vorzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, mssen die Connections im Business stimmen. Es ist ein Netzwerk aufzubauen, um alle entsprechenden Zutaten fr einen guten Film zusammen zu bekommen. Wer am Ende die meisten Zuschauerzahlen verzeichnen kann, gewinnt das Spiel.

Ablauf

Der Spielplan in Form von aneinander gelegten 6-Eckigen Spielplanteilen, entsteht im Verlauf des Spiels. Jedes mal, wenn ein Spieler an der Reihe ist, nimmt er 3 Spielplanteile auf und entscheidet sich dann, ob er einen oder zwei Spielplanteile anlegen mchte. Legt er zwei Teile an, ist sein Zug nach dem Anlegen beendet.

Entscheidet er sich dafr nur ein Teil anzulegen, hat er im Anschluss daran die Mglichkeit sein Netzwerk auszubauen bzw. zu verndern und zu produzieren. Die nicht verwendeten Spielplanteile kommen verdeckt auf einen Ablagestapel und kommen zu einem spteren Zeitpunkt wieder ins Spiel.

Jeder Spieler baut im Verlauf des Spiels ein eigenes Netzwerk auf. Jeder Spieler verfgt ber 5 Netzwerkverbindungsstcke seiner Farbe, mit welchen er Spielfelder miteinander verbinden kann. Das Netzwerk eines Spielers muss zu jedem Zeitpunkt eine Einheit sein, d.h. es muss eine durchgehende Verbindung existieren. Geht ein Spieler in die Produktionsphase, darf er die Eigenschaften der Felder einsetzen, mit welchen er verbunden ist.

Welche Arten von Spielplanteilen gibt es:

Die Hndler produzieren Waren. Es gibt Hndler die eine Ware pro Spielzug produzieren und welche, die zwei Waren pro Spielzug produzieren. Hiermit lassen sich Personen, Bier und Computerchips herstellen.

Auf Basis dieser Rohstoffe lassen sich nun andere Waren eintauschen, sofern man mit den entsprechenden Spielplanteilen vernetzt ist:

  • Computerchips lassen sich in Computer umtauschen
  • Aus Personen kann man Stars machen
  • Mit Bier im Schdel und einem Computer erhlt man ein Drehbuch
  • Mit Computern kann man aber auch Special Effects generieren.
  • Wer Stars und Special-Effects vorweisen kann, hat die Mglichkeit einen Actionfilm zu drehen
  • Mit Drehbchern und Special-Effects kann man Science Fiction Filme produzieren
  • Stars und Drehbcher hingegen verhelfen zu einer Teenie-Komdie
  • Wer dann noch an das Spielfeld Cannes angeschlossen ist, kann seinen fertig produzierten Film der ffentlichkeit prsentieren und Zuschauerzahlen kassieren.
Es gibt auerdem noch Spezialfelder, die es ermglichen Old Boys-Netzwerkstrecken auf dem Spielplan zu verlegen, dies sind Netzwerkverbindungen, die von jedem Spieler verwendet werden drfen.

Es gibt Handy-Karten, die es einem ermglichen sein Netzwerk von einer Handy-Karte zur nchsten Handy-Karte auszuweiten. Auf diese Weise kann man auch eine Distanz berwinden und sein Netzwerk etwas streuen. Eine Verbindung zum Makler-Feld ermglicht es dem Spieler bis zu 3 Karten pro Spielzug zu legen. Eine Verbindung zu einem Filmkritiker kann man die Popularitt eines Genres nach oben treiben, was hilft die eigenen Besucherzahlen in die Hhe zu treiben.

Es gibt also eine Vielzahl an Mglichkeiten an Rohstoffe zu kommen und diese individuell einzutauschen, um letztendlich den Film zu produzieren. Grundvoraussetzung ist jedoch immer, dass man zum aktuellen Zeitpunkt die entsprechende Anbindung an die Spielplanteile besitzt. Da das Netzwerk und somit die Mglichkeiten eines Spielers stets eingegrenzt sind, ist es erforderlich die Netzwerkverbindungen immer wieder zu verndern.

Durch geschicktes Legen der eigenen Netzwerkteile kann man zudem andere Spieler blockieren, was sicher nicht ungeschickt ist.

Die Popularitt eines Films ist mageblich fr die Besucherzahlen. Zu Beginn des Spiels liegt bei allen Spielern der Wert auf 13.000 Besuchern pro Film. Wer einen Film eines Genres (SciFi, Teenie-Komdie, Action) verffentlicht, erhlt entsprechend der aktuellen Popularitt Eintrittskarten im entsprechenden Wert. Im Anschluss daran fllt jedoch die Popularitt, d.h. alle nachfolgenden Produktionen werden nicht mehr die Besucherzahlen erreichen, wie die Vorgngerfilme, sofern man nicht durch eine Netzwerkanbindung zu einem Filmkritiker ein wenig nachhilft und den Wert wieder nach oben treibt.

Sobald alle Spielplanteile angelegt wurden oder 10 Old-Boys-Netzwerkverbindungen gelegt wurden, endet das Spiel. Danach wird geprft, addiert jeder Spieler seine Besucherzahlen. Der Spieler mit der hchsten Gesamtbesucherzahl gewinnt das Spiel.

Fazit

Material: Das Spiel besteht aus einer Vielzahl an Plttchen, vieler kleiner Marker fr die Rohstoffe. Die Netzwerkverbindungen sind aus Holz. Die Ausstattung ist dahingehend recht ppig. Dennoch hat man sich mit der grafischen Gestaltung m.E. keinen Gefallen getan. Weder das Spielcover noch die Plttchen wirkten auf uns sehr ansprechend. Die Unterscheidung der kleinen Pappmrkchen ist zumindest gewhnungsbedrftig.

Die Regeln sind verstndlich beschrieben, dennoch leidet ein wenig die bersicht, wenn man bestimmte Details noch einmal nachlesen mchte. Sehr gelungen ist das Flussdiagramm der Spielplanteile. Hier ist klar erkennbar, welche Rohstoffe / Gter man bentigt, um letztendlich zu einer Filmproduktion zu kommen. Das sehr ausfhrliche Beispiel mag anfnglich etwas erschlagend wirken, veranschaulicht jedoch sehr gut, welche Mglichkeiten man alle im Spiel hat.

Das Spielthema "Film" wirkt m.E. etwas aufgesetzt. Eigentlich ist es nichts anderes als ein Wirtschaftsspiel. Ich vermute als das war es ursprnglich auch gedacht. Man produziert Waren, tauscht diese gegen andere Waren ein, verkauft diese anschlieend an der Brse und versucht bis zu diesem Zeitpunkt einen mglichst hohen Marktwert zu bewirken. Vielleicht hatte man Angst, was den Anklang eines trockenen Wirtschaftsthemas betrifft. Da lockt das Thema Glmmerwelt des Films etwas mehr Interesse.

Spielverlauf: Ein guter berblick ist zum Spielen von Cannes uerst wichtig! Man muss genau sehen, an welche Spielplanteile man sich zu welchem Zeitpunkt anbinden muss, um entsprechende Gter zu erhalten.

Da es erlaubt ist, zuerst zu produzieren und im Anschluss daran sein Netzwerk leicht zu modifizieren, um danach erneut zu produzieren, kann man bei geschickter Planung innerhalb eines Spielzugs sehr viel erreichen.

Whrend der Produktions- und Tauschphase entsteht allerdings hufig eine regelrechte Plttchentauschorgie, bis man ans Ziel seines Spielzugs angelangt ist.

Beim Anlegen von Spielplanteilen versucht man diese immer so zu platzieren, dass andere Spieler mglichst schlecht die Anbindung schaffen. Allerdings kann es auf diese Weise passieren, dass ein Spieler ausmanvriert wird und nicht so recht die Anbindung an dringend notwendige Spielplanteile erhlt.

Es hat sich als vorteilhaft gezeigt, wenn whrend des Spielzugs eines Spielers die Folgespieler schon einmal die nchsten Spielplanteile nehmen und ihre Strategie berlegen. Damit lsst sich der Spielfluss betrchtlich steigern.

In unseren Runden fiel es auf, dass wir bei nicht bermiger Nutzung der Old Boy-Netzwerke erst in den letzten zwei Runden soweit waren, Filme zu produzieren und zu kassieren. Das wirkt etwas unbefriedigend, da man dann erst das Gefhl hat, so richtig vorwrts zu kommen. Sehr entscheidend ist in dieser Phase, ob ein Spieler 1, 2 oder (bei Anbindung an einen Makler) 3 Spielplanteile anlegt. Auf diese Weise kann man den Zeitpunkt des Spielendes mageblich bestimmen und letztendlich auch, ob nachfolgende Spieler noch einmal die Mglichkeiten haben Filme zu produzieren. So ist die letzte Spielrunde oft absolut entscheidend. Dies ist positiv hinsichtlich des finalen Spannungsbogens. Auf der anderen Seite ist es frustrierend, wenn der Erfolg einer guten Netzwerkplanung letztendlich so entscheidend beeinflusst werden kann.

So wirkte das Spiel, egal ob in 3er- oder 4er-Besetzung etwas schlagartig beendet. Vielleicht wre es sinnvoll gewesen, nach dem Spielen der letzten Karte noch einmal eine komplette Runde durchzuspielen.

Zusammengefasst: Alles in Allem ist Cannes ein intelligentes Wirtschaftsspiel, das gerade Tftlern und Freunden von Zugoptimierungsspielen zusagen drfte. Grundvoraussetzung ist jedoch, dass die Spieler ein recht hohes Ma an berblick mitbringen, sonst wird man sich zumindest Anfangs in der Vielzahl der Mglichkeiten verlieren. Wer diese Voraussetzungen mitbringt und ber die Abstriche hinsichtlich Optik und Spielende hinwegsehen kann, knnte in Cannes 60-90 Minuten interessante Spielunterhaltung finden.

Rezension Frank Gartner

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Cannes: 3,5 3,5, 6 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Doris Hahn
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Clemens Schollenberger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Bernd Eisenstein
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Hans-Peter Stoll
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.07 von Michael Andersch

Leserbewertungen

Leserwertung Cannes: 4,4 4.4, 5 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Peer Sylvester - Wirklich gutes Optimierspiel, das eine gehrige Portion berblick verlangt. Allerdings wirkt der Glckfaktor beim Ziehen der Sechsecke etwas strend.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Tommy Braun
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Sonny Crockett - Von der Grafik her fhlt man sich in einem echten B-Film, Regie: Ed Wood. Aber es macht Spa und wir haben auch stets jeder mehrere Filme produzieren knnen.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Sarah Kestering
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.12.04 von Sarah Kestering - Also wir fanden es erst ziemlich gut, mittlerweile aber nicht mehr. Hat jemand erstmal ein gutes Netzwerk aufgebaut, produziert er Film ueber Film. Um ein gutes Netzwerk aufzubauen ist man sehr stark vom Glueck abhaenig - je nachdem was fuer Plaettchen man zieht. Leider muss ich da meine gute Bewertung korrigieren.

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