Rezension/Kritik - Online seit 23.09.2016. Dieser Artikel wurde 6130 mal aufgerufen.

Kerala: Der Weg der Elefanten

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Autor: Kirsten Hiese
Verlag: KOSMOS
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 2 - 5
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2016
Bewertung: 3,8 3,8 H@LL9000
4,7 4,7 Leser
Ranking: Platz 2286
Download: Kurzspielregel [PDF]
Kerala: Der Weg der Elefanten

Spielziel

Kerala, das ist eine indische Provinz ganz im Südwesten des Subkontinents. Dort findet tatsächlich jedes Jahr im Hindumonat Medam (Mitte April bis Mitte Mai) ein Elefantenfest statt, und dies bereits seit 200 Jahren. "Thrissur Pooram" – so die indische Bezeichnung für dieses Fest – ist eine der prächtigsten Festivitäten des Landes und daher eine große Touristenattraktion. Im Spiel Kerala nehmen wir Spieler am Festival teil und versuchen, den schönsten Festplatz zu gestalten.

Ablauf

Jeder gestaltet dabei seinen eigenen Festplatz. Zu Beginn kann man den Festplatz allerdings höchstens als "Festplätzchen" bezeichnen, besteht er doch aus gerade mal einem Plättchen in der Farbe seiner Wahl, auf dem sich beide Elefanten in derselben Farbe drängen. Aber es wird nicht bei diesem einen Plättchen bleiben, denn normalerweise wird der Festplatz in jeder Runde erweitert.

Grundlage dafür sind weitere Plättchen in fünf Farben, auf denen entweder Elefanten-Symbole (1 bis 3) oder Sonderaktionen abgebildet sind. Von diesen insgesamt 100 Plättchen werden anfangs – abhängig von der Spielerzahl – einige nach einem gewissen System aussortiert und in die Schachtel zurückgelegt. Alle verbliebenen Plättchen kommen gut gemischt in den Stoffbeutel.

Wer an der Reihe ist, zieht so viele Plättchen aus dem Beutel wie Spieler teilnehmen und legt sie offen aus. Er darf sich zuerst eines der Plättchen nehmen und seinem Festplatz hinzufügen. Danach nehmen sich die anderen Spieler reihum je eines der verbliebenen Plättchen, wobei die Auswahl natürlich mit jedem genommenen Plättchen abnimmt. Für den letzten Spieler bleibt somit nur mehr ein einziges Plättchen über.

Die Legeregeln sind relativ einfach, weil man in seinen Anlegemöglichkeiten etwas eingeschränkt ist. Das genommene Plättchen darf man nur direkt an ein Plättchen anlegen, auf dem ein eigener Elefant steht. Die Figur wird daraufhin auf das neue Plättchen gestellt. Es ist erlaubt, und manchmal sogar sinnvoll, ein bereits liegendes Plättchen wieder zu überbauen, allerdings darf – mit Ausnahme des Spielbeginns – auf jedem Plättchen immer nur eine Elefanten-Figur stehen.

Haben alle Spieler ein Plättchen bekommen, wird der Stoffbeutel an den nächsten Spieler im Uhrzeigersinn weitergereicht, der seinerseits wieder Plättchen zieht, etc. Ist der Stoffbeutel leer, endet das Spiel. Bei der abschließenden Wertung werden die Punkte für jeden Spieler berechnet.

Jeder Spieler darf von jeder Farbe nur ein zusammenhängendes Gebiet haben. Eine Ausnahme stellt die eigene Spielerfarbe dar, von der man zwei Gebiete werten darf. Jedes Plättchen in überzähligen Gebieten wird entfernt und bringt seinem Besitzer zwei Minuspunkte ein. Weitere Abzüge gibt es für jede der fünf Farben, von der man kein Plättchen besitzt. Jede so fehlende Farbe wird mit fünf Minuspunkten bestraft.

Schließlich wird noch auf dem Wertungsblock notiert, wie viele Elefanten-Symbole sich in jeder Farbe auf denn Plättchen des Festplatzes befinden. Jedes Symbol zählt ein Punkt. Wer schlussendlich auf die höchste Gesamtsumme kommt, gewinnt das Spiel.

Fazit

Kerala ist ein Legespiel der einfacheren Sorte. Die Grundregeln sind schnell erlernt und noch schneller verinnerlicht. Trotzdem gilt es für die Spieler in Hinblick auf die Schlusswertung achtsam vorzugehen, schließlich gelangt von jeder Farbe nur ein Gebiet in die Wertung. Plättchen überzähliger Gebiete schlagen mit schmerzlichen Minuspunkten zu Buche.

Die taktischen Anforderungen sind daher auf ein paar Sachen begrenzt. So sollte man beim Anlegen oder dem anschließenden Positionieren eines Elefanten stets darauf achten, mehrere Anlegemöglichkeiten zu schaffen, Farben nicht abzugrenzen, mehrere freie Felder für verschiedene Farben vorzufinden etc.

Neben den Plättchen mit ein, zwei oder drei Elefanten-Symbolen gibt es aber auch ein paar Sonderplättchen, die geschickt genutzt werden möchten. So erlauben ein paar Plättchen das Versetzen einer der beiden Elefanten-Figuren. Andere wiederum gestatten das Verschieben von Plättchen. Damit können farbgleiche Plättchen wieder zusammengeführt werden, allerdings darf dabei weder eine Lücke entstehen, noch der Festplatz in zwei Teile getrennt werden. Und die "Farbigen Bögen" bringen gleich begehrte fünf Extrapunkte, wenn der Bogen an ein farblich entsprechendes Plättchen angrenzt.

Das Legen der Plättchen hat man ja selbst in der Hand. Anders ist es bei der Entscheidung, welche Plättchen man sich aus der offenen Auslage nehmen kann. Hierbei spielt die Spielerreihenfolge die wichtigste Rolle. Nur der Startspieler einer Runde kann aus dem Vollen schöpfen. Für die nachfolgenden Spieler nimmt die Auswahl immer mehr ab, bis dem letzten Spieler nur mehr ein einziges Plättchen übrig bleibt.

Zumindest hat jeder Spieler zwei Mal in einer Partie die Möglichkeit zu passen, um allzu unpassende Plättchen zu vermeiden. Indem er eine Elefantenfigur auf die Seite legt, verzichtet er auf das Nehmen eines Plättchens. Liegen bereits beide Figuren, darf nicht mehr gepasst werden. Auch liegende Elefanten dürfen wie gewohnt gezogen werden. Am Spielende bringt dafür jeder noch stehende Dickhäuter einen Siegpunkt ein.

Generell ist jeder Spieler auf die Ausschmückung seines eigenes Festplatzes konzentriert, indem er möglichst punkteträchtige Plättchen (mit vielen Elefantensymbolen) sammelt und überzählige Gebiete vermeidet. Deshalb kommt es kaum zu Interaktionen mit seinen Mitspielern. Dennoch sollte man bei der Wahl seines Plättchens auch einen Blick auf die Auslage der nachfolgenden Spieler werfen, um ihnen keine Vorlagen zu bieten oder – noch besser – nur unpassende Plättchen übrigzulassen.

Insgesamt ist Kerala ein lockeres, einfach zu erlernendes Legespiel. Für erfahrene Spieler bietet es zu wenige Möglichkeiten, zu wenig Abwechslung, zu wenig taktische Tiefe. Für diese ist das Spiel aber auch nicht gedacht, es richtet sich vielmehr an Familien und gelegentliche Spieler, welche davon auch nicht enttäuscht werden. In Österreich wurde es von der Wiener Spieleakademie zum "Spiel der Spiele 2016" gekürt. Ein weiterer Beweis, dass Kerala für die breite Masse der Hobbyspieler durchaus empfehlenswert ist.

Das Material ist sehr ansprechend. Schon die Schachtel ist mit vielen indischen Orrnamenten in Golddruck versehen, welcher sich ebenfalls auf den zehn großen Elefanten-Figuren aus Holz wiederfindet. Die stabilen Plättchen werden in einem Stoffbeutel rumgereicht, und ein Wertungsblock erleichtert die Abrechnung am Ende des Spiels. So fällt es gar nicht auf, dass das Thema des Spiels eigentlich beliebig austauschbar ist.

Rezension Franky Bayer

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Kerala: Der Weg der Elefanten: 3,8 3,8, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.08.16 von Franky Bayer - Als einfaches Legespiel für die angepeilte Zielgruppe der Gelegenheitsspieler Note 4. Vielspielern bietet es hingegen zuwenig Abwechslung und taktische Tiefe.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.04.16 von Udo Kalker - Solides abstraktes Anlegespiel in supertoller Aufmachung. Über die Spielzeit trägt Thema und Spielreiz. Eine gute 4 mit Tendenz zur 5.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.04.16 von Alexander Broglin - nettes Spiel für Freunde von Legespielen. Allerdings spielt jeder ziemlich für sich eine Art Solitärspiel. Die Interaktion kommt nur durch das Ziehen und Nehmen der Plättchen zustande.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.09.16 von Rene Puttin - Ingesamt eine schöne Idee und auch mechanisch gelungen. Aber trotzdem ist der Funke bei mir bisher nicht wirklich übergesprungen. Mir fehlen wirkliche Spannungskurven im Spiel. Gesamtnote: 4-
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.10.16 von Roland Winner

Leserbewertungen

Leserwertung Kerala: Der Weg der Elefanten: 4,7 4.7, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.04.16 von Ralf unland - Für zwischendurch SUPER
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.09.16 von Mike
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.10.16 von vanM - Schön anzusehen, flott zu spielen, allein es fehlt die Spannung im Spiel. Häufig gibt es einen deutlich erkennbaren besten Zug. Na ja, den führt man dann halt aus. Außerdem ist der Glücksfaktor recht hoch.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.06.17 von Pfefferkorn - Ganz okay, aber jeder wurschtelt etwas vor sich hin. Komplett beliebiges, gekünstelt wirkendes Thema.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.05.19 von Koeppquist - Überrascht positiv....Ja, es ist ein "einfaches Legespiel" mit Glücksfaktor, es lässt aber dennoch genug Anforderungen an strategischen Überlegungen. Mir hat's jedenfalls gefallen
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.05.19 von Matty - Macht mir auch nach inzwischen über 20 Partien nach wie vor Spaß, und ich bin jederzeit wieder dabei. Zwar bietet es in sich (Ausstattung, Spielmechanik, strategische Möglichkeiten usw.) überall "nur" solide bis gute/sehr gute Kost, aber ich kenne auch als Vielspieler nur wenige andere Spiele, die so gut mit Wenig-, Familien- und Vielspielern in einer Runde spielbar sind und allen Freude machen. Warum? Kerala funktioniert in allen Konstellationen (zu zweit bis fünft) einwandfrei, entwickelt sich jedes Mal anders, ist super erklärbar (auch während des Spiels durch die offene Auslage), schnell verstanden ohne banal zu sein, fordert durchaus und lässt durch seinen Glücksanteil auch Neulingen eine Siegchance, wenn es gut läuft, obwohl man mit der Zeit natürlich schon besser wird. Und klar, die Jagd nach einem besonders guten Ergebnis...

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