Rezension/Kritik - Online seit 13.10.2019. Dieser Artikel wurde 769 mal aufgerufen.

Overbooked

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Autor: Daryl Chow
Illustration: Gyom
Sandy Solihin
Verlag: Jumbo
Randomskill Games
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 1 - 4
Dauer: 20 - 40 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2018, 2019
Bewertung: 3,7 3,7 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 3268
Overbooked
Overbooked

Spielziel

Aufgabe der Spieler ist es, verschiedene Passagiere so gut wie möglich auf die Plätze in ihrem Flugzeug zu verteilen und dadurch die meisten Punkte für die eigene Fluggesellschaft zu erzielen, indem sie Kinder nie unbeaufsichtigt sitzen lassen, Liebespärchen nicht trennen und Gruppen möglichst zusammenhängend setzen.

Ablauf

Wer an der Reihe ist, wählt eine Passagierkarte. Ist es die erste Karte, gibt es sie umsonst, für alle weiteren ist mit Mahlzeitengutscheinen zu bezahlen, für die zweite Karte mit einem Gutschein, für die dritte mit zwei usw. Die auf der Karte abgebildeten Passagiere müssen gemäß der Kartenvorgabe ins eigene Flugzeug gebracht werden. Dabei gilt es einiges zu beachten:

Die Passagieranordnung auf der Karte darf gedreht, aber nicht gespiegelt werden.
Die Passagiere müssen in EINEN Sitzplatzbereich gelegt werden, dürfen also nicht über einen Gang hinweg verteilt werden.
Werden beim Legen bereits anwesende Passagiere mit neuen überdeckt, so werden die zuerst Platzierten aus dem Flugzeug geschmissen und landen auf der Flugzeugtreppe, wo sie am Spielende Minuspunkte bringen.

Nach dem Zug eines Spielers werden die Karten in der Abfertigungshalle nach vorne geschoben, der letzte Platz mit einer neuen Passagierkarte belegt, und der nächste Spieler ist am Zug. Das Spiel endet mit der Runde, in der alle Passagiere einer Farbe auf die Flugzeuge verteilt wurden. Punkte gibt es für Folgendes:

  • Kinder bringen Punkte, wenn sie komplett von Erwachsenen, Flur und/oder Fenster umgeben sind.
  • Liebespaare punkten, wenn sie zu zweit nebeneinander sitzen, es darf sich aber kein dritter Liebeshungriger dazugesellen.
  • Für die Rentner-, Baseball- und Freundesgruppe gibt es je einen Punkt pro entsprechendem Passagier in der größten eigenen Gruppe. Der Spieler mit der insgesamt größten Gruppe in jeder dieser drei Disziplinen darf diese Punktezahl verdoppeln.
  • Zum Schluss gibt es noch Minuspunkte für Passagiere auf der Rolltreppe, für die Mehrheit an derartig unliebsam ausquartierten Passagieren sowie für unbesetzte Plätze im Flugzeug.
  • Pluspunkte gibt es dagegen für übrig gebliebene Mahlzeitengutscheine.

Fazit

Overbooked ist ein Optimierspiel, bei dem man vor allem einen Blick für die bestmögliche Anordnung der Kartenvorgaben benötigt. Dieser Blick ist bei manchen mehr, bei anderen weniger gut ausgeprägt. Ganz schlimm ist es, wenn er komplett fehlt. Eine einzige Partie hatte ich mit einem solchen Mitspieler – er drehte jede einzelne Karte der Auslage zigmal in alle möglichen Richtungen, nur um danach immer noch nicht zu wissen, welche Karte die beste für ihn wäre. Nach über einer Stunde haben wir die Partie abgebrochen, weil alle Mitspieler total genervt waren. Haben die Teilnehmer aber einigermaßen ein Auge für die Anordnungen, so kann ein Spiel zu viert auch in flotten 20 Minuten vorbei sein.

Im Spiel gibt es drei Kategorien an Passagierkarten: Die erste wird für das Grundspiel empfohlen, die zweite (mit Symbolen in der linken oberen Ecke) wird empfohlen, wenn man das Spiel schon kennt. Das ist für mich ein bisschen unverständlich, denn es gibt lediglich vier verschiedene, und drei von ihnen erleichtern das Platzieren der Passagiere, weil man über Gänge bauen darf, Passagiere ersetzen darf, ohne dass diese auf der Fluchttreppe landen oder einen der auf der Karte abgebildeten Passagiere einfach weglassen darf. Sie sind leicht verständlich und reduzieren das Frustgefühl, weil nicht so viele Passagiere auf der Fluchttreppe landen.

Stattdessen hätte ich es schön gefunden, wenn man die Grundkarten in zwei Kategorien eingeteilt hätte, denn da gibt es schon einige, die ziemlich schwierig anzulegen sind, sofern man sie nicht gleich zu Spielbeginn bekommt, wenn man noch ausreichend Platz in seinem Flieger hat. Gerade wegen dieser Karten sollte man darauf achten, immer über einige Mahlzeitengutscheine zu verfügen. Denn wenn gegen Spielende fast ausschließlich solch schwierige Karten ausliegen, so hat jener Spieler den längeren Atem, der mehr Mahlzeitengutscheine besitzt.

Die dritte Kategorie schließlich sind die besonders schwierigen Karten, deren Passagiere – wie der Name schon sagt – besonders schwer unterzubringen sind. Zusätzlich gibt es im Spiel noch Event-Karten, von denen zu Spielbeginn ein oder zwei ausgelegt werden und deren Erfüllung zusätzliche Siegpunkte bringen.

Die Spielregel ist gut verständlich geschrieben, wobei sie viele Rechtschreibfehler aufweist – anscheinend hat man an einem ordentlichen Übersetzer gespart. Sehr unpraktisch ist die Punkteleiste. Mit zwei unterschiedlichen Markern sind die 1er- und 10er-Schritte separat zu zählen. Das Thema ist unverbraucht und das Material weiß zu gefallen, auch wenn der Startspielermarker (ein großer Tower aus Pappe) doch etwas übertrieben wirkt und vor allem beim falschen Anheben leicht auseinanderfällt.

Optisch gefallen mir die Passagiermarker sehr gut. Sie sehen nicht nur alle sehr unterschiedlich aus, sondern wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Wobei ich auch zugeben muss, dass sie manchem meiner Mitspieler auch zu bunt waren und damit einen raschen Überblick über die eigene Auslage erschwerten. In diesem Fall lässt sich aber leicht Abhilfe schaffen, denn die Rückseite der Marker ist einfarbig gehalten. Mit dieser Seite zu spielen nimmt dem Ganzen aber einiges an Flair.

Overbooked weist zwar so manche Schwachstelle auf, trotzdem gefällt es mir als Familienspiel oder Absacker sehr gut, nicht zuletzt wegen seines unverbrauchten Themas.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Overbooked: 3,7 3,7, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.08.19 von Sandra Lemberger - Tendenz zur Note 5
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.06.19 von Michael Kahrmann - Süße Grafiken. Nette Spielidee und mal ein frisches Thema. Als leichter Absacker oder Starter in den Spielabend durchaus reizvoll, einzig das Sortieren der winzigen Plättchen artet in echte Arbeit aus.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.07.19 von Jürgen Henrich

Leserbewertungen

Leserwertung Overbooked: 5,0 5.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.09.19 von Heike - Sehr schönes Lege Puzzle Spiel für Familien oder einfach ein Wohlfühlspiel, welches völlig unter dem Radar fliegt. Verschiedene Schwierigkeitsstufen direkt inclusive. Man muss schauen, dass man die Bedürfnisse bestens erfüllt und sich überlegen, ob ein overbooken lohnt. Jedes Plättchen ist anders illustriert. Material ist sehr gut, lediglich die Zählleiste ist für die Tonne, die taugt mal so gar nichts. Hier besser Zettel und Papier. Gefällt mir wirklich sehr gut.

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