Rezension/Kritik - Online seit 02.12.2016. Dieser Artikel wurde 3993 mal aufgerufen.

Star Wars: Rebellion

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Autor: Corey Konieczka
Verlag: Fantasy Flight Games
Edge Entertainment
Heidelberger Spiele
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 4
Dauer: 180 - 240 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2016
Bewertung: 6,0 6,0 H@LL9000
5,8 5,8 Leser
Ranking: Platz 241
Star Wars: Rebellion

Spielziel

Ihr wolltet schon immer mal den Todesstern in die Luft jagen? Oder einen Supersternenzerstörer bauen? Mit AT-AT's rebellische Bodentruppen angreifen oder dem Imperium das Leben mit Prinzessin Leia und Han Solo schwer machen?

Dann setzt euch hin, nehmt euch einige Stunden Zeit und spielt Star Wars: Rebellion ...

Ablauf

Zwei bis vier Spieler (am besten sind allerdings zwei) treten hier auf zwei Seiten gegeneinander an: die Rebellen gegen das Imperium.

Jede Seite hat ein klar definiertes Ziel:

  • Das Imperium muss den geheimen Rebellenstützpunkt finden, dort mit Bodentruppen landen und die gegnerischen Bodentruppen auslöschen. Oder den Todesstern in Position bringen und das System mit dem Stützpunkt zu vernichten. Dann hat das Imperium gewonnen.
  • Der Rebellenspieler spielt auf Zeit und hat spezielle Missionen, mit denen er Sympathiepunkte für seine Sache sammeln kann. Je mehr Zeit das Imperium braucht, um den geheimen Stützpunkt zu finden, desto höher werden die Chancen für den Rebellenspieler, zu gewinnen. Denn der Sympathiemarker bewegt sich entgegengesetzt zum Rundenmarker. Und sobald Ersterer Letzteren trifft, hat die Rebellion gewonnen.

Um diese Ziele zu erreichen, stehen beiden Seiten Truppen, Anführer und Missionen zur Verfügung, wobei das Imperium die Spezialkarten "Projekte" und der Rebellenspieler die "Zielkarten" besitzen.

Nach dem vorgegebenen (oder auch frei wählbaren) Spielaufbau überlegt sich der Rebellenspieler, auf welchen Planeten er seinen Stützpunkt setzen möchte. Die Karte dieses Planeten sucht er aus den sogenannten "Suchdroidenkarten" heraus und schiebt sie unters Brett. Das Imperium wiederum bekommt alle Planetenkarten, auf denen schon imperiale Bodentruppen stehen, denn dort kann der Stützpunkt ja auf keinen Fall sein.

Eine Runde teilt sich in verschiedene Phasen auf. Anführer einsetzen, Missionen erfüllen und/oder Truppen bewegen und/oder Kämpfe abwickeln und dann zum Schluss die "Auffrischphase".

Zuerst schickt das Imperium allerdings seine Droiden durch die Galaxie, zieht am Anfang jeder Runde Suchdroidenkarten und weiß somit, auf welchen Planeten der Stützpunkt nicht sein kann. Also wird die Luft jede Runde ein bisschen knapper für die Rebellen.

Danach setzen beide Seiten ihre Anführer ein, z. B. auf Missionskarten. Diese Karten haben - wie die Anführer - spezielle Symbole und je mehr davon mit Anführer und Karte übereinstimmen, desto mehr Würfel darf man benutzen, um diese Mission zu bewältigen. Manche Missionen sind ein automatischer Erfolg, manche können vom Gegner unterbrochen werden, sollte er noch arbeitslose, nicht eingesetzte Anführer haben. Nur im letzteren Fall würfeln beide Seiten um den Erfolg bzw. die Abwehr einer Mission. Kann oder will der Gegner nichts gegen so eine Mission unternehmen, ist sie immer ein Erfolg. Beispiele für Missionen: weitere Suchdroidenkarten ziehen (Imperium), Suchdroidenkarten in den Stapel zurückmischen (Rebellen), einen Supersternenzerstörer bauen (Imperium), den Todesstern mit einem einzelnen X-Wing Jäger zerstören (Rebellen) und dergleichen mehr.

Anführer führen aber auch, wie der Name schon sagt. Und zwar die Truppen. Ohne Anführer kann man nichts auf dem Brett bewegen. Sollten sich Einheiten beider Parteien nach so einer Bewegung am gleichen Planeten aufhalten, wird gekämpft, wobei anwesende Anführer Vorteilskarten bringen.

Gekämpft wird mit Würfeln, zuerst die Raumschiffe und dann die Bodentruppen, wobei die Kämpfe gleich ablaufen: Schwarze und/oder rote Würfel hat eine Einheit für ihren Angriff und kann damit nur Einheiten treffen, die auch schwarze und/oder rote Trefferpunkte haben. Heißt im Spiel: Ein X-Wing Schiff kann z. B. niemals alleine einen Sternenzerstörer vernichten. Macht ja Sinn. Eventuell verändert werden Würfel oder die Anzahl der Treffer mit den durch die Anführer gezogenen Kampfkarten.

Die Seite, die nach einer Bodenschlacht noch Einheiten übrig hat, kontrolliert den Planeten, was mehrere Vorteile bringt:

  • Auf einem kontrollierten Planeten können - bis zu einem bestimmten Limit - neue Truppen und Raumschiffe platziert werden.
  • Bestimmte Planeten können stärkere Einheiten produzieren und ins Spiel bringen.

Wann produziert wird, sagt einem die Zeitleiste. Entweder kann man am Ende der Runde neue Anführer aussuchen oder neue Einheiten produzieren, vielleicht sogar beides - oder auch nichts davon.

Produzierte Einheiten kommen auf eine Fabrikleiste und brauchen 1-3 Runden, bis sie fertig sind. Man hat also immer einen schönen Überblick, was der Gegner in der Pipeline hat.

Nachdem dieser Punkt abgehandelt wurde, bekommen beide Spieler ihre Anführer wieder zurück und eine neue Runde beginntn ... bis entweder das Imperium den Rebellenstützpunkt gefunden und erobert/vernichtet hat oder bis die Rebellen genug Spezialmissionen erfüllt haben, damit der Sympathiemarker auf den Rundenmarker trifft - und sich damit das Imperium der geballten Macht der Rebellen geschlagen geben muss.

Je nach Gewinnerseite kann man dann hämisch die passende Filmmusik vor sich her pfeifen ... optional.

Fazit

Tja ... was soll man sagen? Nach der ersten Partie stand ein großes "WOOOOW!!!" über meinem Kopf - und dem meines Gegenübers. Nach weiteren Partien hat sich daran nichts geändert. Star Wars: Rebellion ist einfach irgendwie ... WOOOOW!!!

Nehmen wir mal die Ausstattung. Die Masse an Teilen, die sich in der großen Box befinden, kennt man ja mittlerweile und kann einen eigentlich nicht mehr vom Hocker hauen. Hier ist es jedoch die Liebe zum Detail, die einen großen Pluspunkt bei diesem Spiel ausmacht. So viele leuchtende Augen habe ich bei Erwachsenen selten gesehen. Kaum lagen X-Wing und Tie-Fighter, AT AT's und der Todesstern auf dem Tisch, waren alle wieder 10 Jahre alt und hatten zum ersten Mal "Krieg der Sterne" geschaut. Und sobald sich die Teile auf dem SEHR großen Spielplan befinden, ist man sofort drin in der Geschichte.

Was ebenfalls große Begeisterung auslöste, waren die übersichtlichen Regeln. Natürlich braucht man schon ein bisschen, bis man Star Wars: Rebellion regeltechnisch an den Mann bzw. die Frau gebracht hat, aber es hält sich sehr in Grenzen. Größtenteils wird das Spiel durch die Karten beider Seiten gesteuert und die machen dann die meiste Denkzeit aus. Welche Mission soll man machen, welchen Anführer schicke ich dahin, welche Anführer lasse ich stehen, um eventuell reagieren zu können ... alles Dinge, die man ständig abwägen muss.

Man ist natürlich bei Fantasy Flight Games und damit bei einem amerikanischen Verlag und damit beim Kampfwürfel und beim Glück. Aber: Dadurch, dass nicht jede Einheit mit jeder kämpfen kann, muss man seine Schlachten gut vorbereiten und die passenden Truppen bzw. Raumschiffe zusammenstellen. Das ist nicht nur strategisch eine Herausforderung, sondern leider auch optisch und deshalb:

Was an Star Wars: Rebellion nicht so gefällt:

Die Übersichtlichkeit: Auf dem Brett wird es gerne mal rappelvoll. Überall huschen Raumschiffe und Bodentruppen rum. Sieht toll aus, aber ständig wandern die Finger durch die Figürchen, um genau sehen zu können, was sich in den Miniaturenklumpen alles so befindet. Das ginge zur Not noch. Was schwerer ins Gewicht fällt: Man muss natürlich wissen, welche eigenen Armeen die des Gegners überhaupt treffen können. Dafür hat man aber keine Übersicht vor sich liegen, sondern muss ständig zum Gegenüber auf dessen Übersicht schielen. Die ist - natürlich - auf dem Kopf und so geht dann auch eine permanente Fragerei los oder ständig die Bitte, mal eben die Übersicht herumzudrehen. Wieso bei einer dermaßen liebevollen Ausstattung keine Kurzreferenz über die gegnerischen Truppen dabei ist ...? Keine Ahnung. Da hat in Amerika wohl einer gepennt - oder ein besseres Gedächtnis als meine Mitspieler und ich.

Ende der Nörgelei. Der Punkt, der bei Star Wars: Rebellion alle negativen Punkte einfach verpuffen lässt, ist die Atmosphäre. Wenn Spiele in der Lage sind, eine richtige Welt und eine richtige Geschichte aufzumachen, einen Sog zu erzeugen, in dem man sich zwei bis drei Stunden verliert, ohne die Zeit zu merken, dann ist das eine große Leistung. Und die schafft Star Wars: Rebellion. Überall tropft das Star-Wars-Gefühl in dicken Brocken auf den Tisch, man fiebert mit, man grinst sinister, weil man gerade eine suuuuuuper Mission vorbereiten kann, man atmet röchelnd oder klebt sich zwei große Zimtschnecken rechts und links an den Kopf ... man ist einfach im Star-Wars-Universum. Und das von der ersten bis zur letzten Minute.

Hier muss aber auch eine kleine Warnung hin: Eben dieses Universum macht mindestens 60% des Spielspaßes aus. Wer die Star-Wars-Filme also nicht kennt, wird bei Star Wars: Rebellion vielleicht von der Fülle der Ausstattung begeistert sein, aber fragt sich, was besonders an Missionskarten wie "Jemanden in Carbon einfrieren" oder "Die Todessternpläne stehlen" sein soll.

Aber da dermaßen fett Star Wars auf der Packung steht, wird dieses Spiel zu 99% sowieso nur auf Nerd-Tischen aufgebaut.

Ich persönlich habe selten ein Spiel erlebt, bei dem die Geschichte ein so starker Motor für die Spielmechanik ist wie hier. Und auch selten erlebt, mit wie viel Liebe zum Detail und Genauigkeit diese Geschichte umgesetzt wurde. Man merkt Star Wars: Rebellion an, dass sich dessen Autor am liebsten in eine Zeitmaschine setzen und ins Jahr 1977 transportieren möchte, um die Premiere des ersten Filmes zu sehen.

Hier haben Leute an einem Produkt gearbeitet, die das Thema abgöttisch lieben. Auch auf Seiten der Heidelbären, die alles tadellos ins Deutsche übertragen haben. Die Regeln lesen sich flüssig und es bleiben - dank Regelreferenzbuch - keine Fragen offen.

Deshalb mein Aufruf an alle Star Wars liebenden Gelegenheits- oder Wenigspieler: Schaut euch dieses Spiel unbedingt mal an. Einen besseren Einstieg in die komplexere Spielwelt kann man kaum kriegen, weil man als Star-Wars-Fan das Spiel intuitiv versteht. Da zeigt sich, wie stark die richtige Atmosphäre und die richtige Umsetzung sein können. Wenn allein das Kennen einer Geschichte den Einstieg dermaßen erleichtert.

Ich bin ein Nerd-Boy und würde Star Wars: Rebellion sieben Punkte geben, wenn ich könnte. Kann ich aber nicht. Deshalb gibt es eben sechs.

Also: Unterjocht das Universum oder rettet es. Es liegt an euch!!!

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000-Bewertungen

1 H@LL9000-Bewertung.

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.11.16 von Christoph Schlewinski - Wer Star Wars liebt, wird dieses Spiel auch lieben.

Leserbewertungen

Star Wars: Rebellion: 5 Leserbewertungen, Durchschnitt: 5,8 5.8

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.11.16 von Chrizlutz - Sensationell gutes 2-Spieler Star Wars Erlebnis! Es ist wirklich "Star Wars in a box"...zumindest Star Wars IV-VI. Beide Seiten (Rebell oder Imperium) spielen sich asynchron und gut balanciert. Habe jetzt ein gutes Dutzend Spiele hinter mir und keines war früh entschieden. Kritisch zu betrachten wäre aus meiner Sicht die Spielzeit, diese beträgt zwischen 3 und 4 Stunden, und die aufgesetzte 4-Spieler-Variante. Insgesamt sehr zu empfehlen!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.11.16 von Christiansen - Spitzenspiel, nicht nur für Star Wars Fans ! Entgegen vieler Meinungen auch sehr gut zu viert spielbar (bei uns nur noch) Zwei Spieler auf jeder Seite (nicht die Befugnisse trennen) bringen viel mehr Ideen und Spaß)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.12.16 von Lars Beck
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.12.16 von ravn - Ein Spiel wie ein Film - episch und in der nötigen Überlänge. Vom Regelwerk muss man dann doch beide Hefte komplett lesen, damit man weiss, ob man nicht doch was nicht beachtet hat. Zudem sind die Pappringe für die Figurenbasen in der gebotenen Form schlicht unbrauchbar. Deshalb leichte Abwertungen vom Maximum. Das sollte einen Vielspieler, der Amitrash und Deduktion und Bluff und Taktikscharmützel ebenso wie Würfelorgien mag, nicht vom Kauf abhalten. Star Wars Fans haben das Spiel eh längst. Ganz grosses Kino, was sich da aufm Spieltisch ausbreitet. Muss man sich eben nur Zeit dafür nehmen, weil vier Spielstunden sind schon realistisch.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.03.17 von Daniel Noé - Nein ich bin nun wahrlich kein Star Wars Fan und die inflationäre Flut von Brettspielen dazu gefällt mir schomal gar nicht. Aber man muss einfach sagen waren früher Spiele zu Filmen/Themen oft eher verkapptes Merchandising, so ist es im Jahr 2016 so, dass man doch qualititiv höchstwertige Spielideen und Umsetzungen präsentiert bekommt. So auch bei Star Wars Rebellion, und wie. Asymetrie ist eh etwas was ich brillant finde und hier erlebt man diese im höchsten Genuß. Bluffen, Antizipieren und den Gegner im Dunkeln lassen - Herrlich - Auch ich finde das Spiel entgegen vielfacher Meinungen zu viert hervorragend. Rebellen gegen Imperium die gefühlt 150ste. Star Wars Rebellion ist aber eine der besten (wenn nicht gar DIE beste) Umsetzung des Themas. Mein drittes Spiel aus meiner TOP 3 im Jahr 2016 - Höchstwertung

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