Rezension/Kritik - Online seit 11.08.2012. Dieser Artikel wurde 3909 mal aufgerufen.

Mammut

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Autor: Kristian Amundsen Østby
Illustration: Oliver Schlemmer
Verlag: Queen Games
Rezension: Michael Timpe
Spieler: 2 - 5
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2011
Bewertung: 4,3 4,3 H@LL9000
4,2 4,2 Leser
Ranking: Platz 1995
Mammut

Spielziel

Teile und herrsche, das wusste man schon im alten Rom und im antiken China. Queen Games zeigt uns jetzt aber, dass dies sogar schon während der Steinzeit ein geläufiges Thema war, wenn mal wieder die Jagdbeute unter den Mitgliedern des Stammes verteilt werden musste.

"Herrsche" ist hier dann eher im Sinne der Siegpunkte zu verstehen, und "teile" ist das ganze Spiel. Aus einem großen Haufen Beuteplättchen sich seinen gerechten Anteil herausnehmen, das kann doch so schwer nicht sein, oder etwa doch?

Ablauf

Faire Verteilung, das ist alles, worum es bei Mammut geht. Dafür werden aus einem Stoffbeutel 32 Plättchen auf dem Tisch ausgeschüttet. Das ist die Beute, die es in dieser Runde, natürlich möglichst gerecht, aufzuteilen gilt.

Dazu wählt sich der Startspieler eine beliebige Anzahl und Kombination der ausliegenden Plättchen aus, und legt diese vor sich ab (Dazu kann man noch etwas Sinnfälliges sagen wie: Meins, will haben oder einfach Ugah!). Es folgt der nächste Spieler, der nun die Wahl hat, entweder ebenfalls aus den noch freien Plättchen in der Mitte eine Kombination für sich zu wählen, oder aber die Plättchen eines Mitspielers zu nehmen (Ich will auch, Ugah!). In diesem Fall muss er allerdings ein Plättchen aus der Auswahl abgeben und wieder zurück in die Mitte legen. So wird reihum gespielt, immer der nächste Spieler, der noch keine Beute vor sich liegen hat, ist an der Reihe. Dies geht solange, bis schließlich der letzte Spieler ohne Beute sich entscheidet, die verbliebenen Plättchen aus der Mitte zu nehmen und damit die Runde zu beenden. Ugah Aus!

Nun erfolgt eine kurze Auswertung der gesammelten Plättchen. Felle werden auf der Fellzählleiste abgetragen, anschließend erhält der Spieler mit den meisten Fellen einige Punkte, der mit den wenigsten einige Minuspunkte. Ähnlich bekommen die Spieler mit dem meisten Fleisch einige Punkte, derjenige mit dem wenigsten Feuer 5 Minuspunkte. Stoßzähne sind direkt 2 Punkte wert, Tierplättchen werden gesammelt und zählen für die Endwertung.

Je nach Spielerzahl werden auf diese Weise vier oder fünf Runden gespielt, danach gewinnt wie immer der Spieler mit den meisten Punkten.

Fazit

Hört sich simpel an, dieses Spiel? Ist es auch, besonders was die Regeln angeht. In nur fünf Minuten ist das Spiel auch Neulingen erklärt, danach in ca. 30 bis maximal 45 Minuten gespielt. Trotzdem ist das Aufteilen der Beute eine Aufgabe, die wohl überlegt werden will.

Der typische Anfängerzug, erst mal einen übergroßen Anteil zu nehmen, erweist sich schnell als Bumerang, bleibt doch dieser Anteil nie bei einem liegen. Fröhlich wandert er von einer Hand zur nächsten und schmilzt dabei zusammen, bis er auf ein rechtes Maß zusammengeschrumpft ist. Und dieses rechte Maß zu finden, ist der Reiz im Spiel.
Wie viele und welche Teile kann man sich nehmen, dass die Auswahl für einen selbst genügend wertvoll ist, aber uninteressant für die Mitspieler, die ja ein Teil abgeben müssten, wenn sie es einem wieder wegnehmen? Dabei ist das Abwägen, welches Teil wie wertvoll ist, alles andere als einfach, und je nach Runde und Spielsituation immer wieder neu zu bewerten. So ist z. B. Fell oft recht wertvoll, da dies die einzige Ressource ist, die im Verlauf des Spiels angesammelt wird. Wer hier einmal zu sehr in Rückstand gerät, hat die Minuspunkte für den Rest der Partie sicher. Aber auch zu wenig Feuer ist ein Garant für böse Minuspunkte, und ein paar Pluspunkte für Fleisch und Stoßzähne hätte man ja auch noch gerne. Wo also sich selber einschränken, ohne dabei zu bescheiden zu sein?

Nettes Detail dazu: Auch der Startspieler ist als Plättchen mit im Beutel. Wichtig an diesem ist vor allem seine Tie-Breaker-Rolle. Bei Gleichstand ist der Startspieler immer besser. Abhängig von der oben liegenden Seite des Kärtchens folgen dann links- oder rechtsrum die Mitspieler. So sind alle Gleichstände im Spiel einfach und eindeutig geregelt, gleichzeitig sorgt das Startspielerplättchen aber noch zusätzlich dafür, dass eine Auswahl nicht für alle Spieler gleich wertvoll ist, da auch noch die eigene Position im Verhältnis zum Startspieler eine Rolle spielt.

Es gibt also vieles zu beachten, trotzdem gehen die Züge sehr schnell, und da jeder immer mitverfolgen und kalkulieren kann, welche Auslage für ihn gerade am interessantesten ist, sind alle Spieler durchgehend ins Spiel involviert und es gibt kaum Wartezeiten.

Die Plättchen sind alle doppelseitig unterschiedlich bedruckt, so dass jede Runde eine andere, zufällige Verteilung ausliegt. Zusätzliche Unwägbarkeit bringen dann noch die „?“-Plättchen, die erst bei der Wertung umgedreht werden und so noch die eine oder andere Mehrheit verändern können.

Mammut kam in meinen Runden durchweg sehr gut an. Aufgrund der einfachen Regeln waren auch Wenigspieler schnell dabei, genauso konnte es aber auch in Vielspielerrunden überzeugen, wo es dann als durchaus taktischer Absacker auf den Tisch kam. Auch nach wiederholtem Spiel sind die Entscheidungen und Abwägungen immer wieder spannend, und keine Partie gleicht der anderen. Dabei spielt es sich in (fast) jeder Besetzung gleich gut, zu zweit leicht eingeschränkt, aber drei bis fünf Spieler sind gleichermaßen OK.

Für ein so einfaches und schnelles Spiel wirklich sehr überzeugend. Ich hätte mich gefreut, es wenigstens auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres zu finden, dem ist nun leider nicht so, trotzdem: Eine klare Empfehlung von mir!

Rezension Michael Timpe

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H@LL9000-Bewertungen

Mammut: 4 H@LL9000-Bewertungen, Durchschnitt: 4,3 4,3

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.05.12 von Michael Timpe - Zwischen fünf und sechs Punkten, aber da ich gerne Interaktion habe, und das Spiel wirklich in allen Konstelationen gut ankam, entscheide ich mich mal für die Höchstnote.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.09.11 von Bernd Eisenstein - Schwankte zwischen 3 und 4. Aufgrund des überaus innovativen Mechanismus' habe ich dann doch die 4 gezogen, allerdings muss man sich auf diese Art Spiel einlassen können. Hardcorestrategen werden schnell das Weite suchen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.08.12 von Michael Kahrmann - Das Spiel ist in 5 Minuten erklärt und hats echt in sich. Nix für Weicheier, hier wird dem anderen nichts gegönnt. Macht großen Spaß!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.08.12 von Frank Lehmann - Die Idee des Aufteilens find ich gar nicht so schlecht. Allerdings kann sich das Spiel ganz schön hinziehen, insbesondere wenn der Startspieler sehr viele oder sogar alle Plättchen nimmt. Dann dauert es ewig, bis die Plättchen verteilt sind. Viel- & Wenigspielern nervte das Hin- & Herschieben der Plättchen. So manche Runde wurde mit den Worten beendet: "Dann nehm ich jetzt diese Plättchen, damit die Runde endlich endet".

Leserbewertungen

Mammut: 6 Leserbewertungen, Durchschnitt: 4,2 4.2

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.08.12 von Jörn - Kam in keiner Runde bei uns so an!Jeder fragte sich was soll das denn sein???Nehmen und warten, wer`s wieder nimmt???? Das hat bei keiner meiner Spielegruppen hingehauen!Da fehlte was...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.08.12 von Maja - Wir hatten mächtig Spaß!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.08.12 von Dennis L. -
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.08.12 von docholz - Sehr originell!!Leider fast unbekannt-warum auch immer!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.10.12 von Marc Jünger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.01.14 von Stefan - "Nett" beschreibt es eigentlich ganz gut. Netter Mechanismus, nette Graphik, nettes Spielchen! Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Immer mal wieder gern.

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