Rezension/Kritik - Online seit 11.05.2001. Dieser Artikel wurde 6665 mal aufgerufen.

Eden

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Autor: Gal Zuckermann
Illustration: Bernd Wagenfeld
Verlag: KOSMOS
Rezension: Frank Gartner
Spieler: 3 - 4
Dauer: 40 - 60 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2001
Bewertung: 4,6 4,6 H@LL9000
3,9 3,9 Leser
Ranking: Platz 2370
Eden

Spielziel

In Eden versuchen die Spieler Ödland zu bewirtschaften, es fruchtbar zu machen, um es sich anschließend gegenseitig abzujagen. Ziel ist als Erster Land im Wert von 20 Fruchtbarkeitspunkten zu besitzen.

Ablauf

Das Spiel findet auf dem o.g. Ödland statt. Dieses ist unterteilt in 7 x 7 Felder. Mit der Hilfe von Bewässerungs- und Kultivierungskarten können die Spieler dieses Land nun bewirtschaften und kultivieren.

Jeder Spieler erhält zu Spielbeginn 100 Mana (die Währung in Eden) sowie 5 Spielkarten. Diese Spielkarten setzen sich zusammen aus Bewässerungs- und Kultivierungskarten.

Spielablauf:

1. Mana erhalten

Wer am Zug erhält zuerst sein Mana, sofern er bereits kultiviertes Land hat (dazu später).

2. Karten ausspielen

Man hat die Möglichkeit entweder

a) bis zu 2 Bewässerungkarten zu legen, b) 1 Kultivierungskarte aufzuwerten oder c) zu passen.

zu a) Bewässerungskarten legen.

Die Felder der Spielfeldmatrix (7x7) sind durchnummeriert von A1 - G7. Für jedes Feld existiert exakt eine Bewässerungskarte. Der Spieler darf nun bis zu zwei Bewässerungskarten ablegen und auf den dazugehörigen Feldern seine Kultivierungsplättchen platzieren.

Frisch gelegte Kultivierungsplättchen haben immer den Wert 1 und bringen kein Mana ein, da der 1. Punkt eines Plättchens immer weiß ist und es nur für rote Punkte Mana gibt.

Wer möchte kann nun von den frisch gelegten Feldern einen Übernahmeangriff auf eines der Nachbarfelder starten. Doch dazu später.

zu b) Kultivierungskarte legen

Die Kultivierungskarten zeigen bestimmte Feldkombinationen, d.h. eine bestimmte Konstellation zusammenhängender Felder. Hat ein Spieler auf dem Spielplan Kultivierungskarten in der selben Konstellation liegen, darf er die Kultivierungskarte legen. Die Feldern dieser Konstellation mit dem niedrigsten Wert, werden in ihrer Wertigkeit (Fruchtbarkeit) um einen Punkt aufgewertet. Wenn alle Felder die gleiche Wertigkeit haben, werden alle Felder um einen Punkt aufgewertet.

Für diese Aktion muss der Spieler Mana an die Bank zahlen. Zur Ermittlung des Preises zählt man die Felder auf der Kultivierungskarte zusammen und multipliziert diese mit 10, d.h. eine Karte mit 4 Feldern kostet 40 Mana, egal ob man damit nur 1 oder ganze 4 Felder aufgewertet hat.

Jede Aufwertung eines Feldes bedeutet ein zusätzlicher roter Punkt. Maximal kann eine Karte 4 Punkte haben: 1 weißer und 3 rote Punkte.

Bei Schritt 1 (Mana erhalten) gibt es jede Runde 5 Mana pro roten Punkt von der Bank Für die Einnahmen zählen nur die roten Punkte, für den Sieg zählen weiße und rote Punkte.

zu c) Passen

Man kann natürlich auch passen und gar nichts ausspielen.

3. Karte nachziehen

Egal, ob man eine oder zwei Karten ausgespielt hat. Man darf pro Runde immer nur nur eine Karte nachziehen. Weiter darf man in Summe nie mehr als 5 Karten auf der Hand halten.

Sonstige Aktionen:

Unabhängig von oben genannten Aktionen darf ein am Zug befindlicher Spieler zu jedem Zeitpunkt Kultivierungskarten an die Bank verkaufen oder von der Bank kaufen. Ein Verkauf bringt pro aufgedruckten Feld 10 Mana, der Kauf hingegen kostet jeweils 10 Mana mehr.

Landnahme:

Wie oben schon erwähnt, ist es gestattet nach dem Legen eines Kultivierungsplättchens eine Übernahme benachbarter Felder zu starten.

Zum Start der Übernahme muss man definieren, mit welchen Feldern man welche Felder übernehmen möchte. Die genannten eigenen Felder müssen mit dem gerade gelegten Kultivierungsfeld verbunden sein, sei es direkt anliegend oder über weitere eigene Karten angrenzend. Gleiches gilt für die Felder des Gegners. Es werden die Fruchtbarkeitspunkte beider Gegner zusammengezählt.

Der Angreifer macht ein Angebot (mindestens 10 Mana). Will der Angegriffene dieses Angebot nicht annehmen, muss er ein Gegenangebot machen und umgekehrt. Das Bieten geht abwechselnd hin und her bis einer der Spieler sich zufrieden gibt und dem anderen seine Felder überlässt. Im Gegenzug bekommt er für jeden Fruchtbarkeitspunkt, den die angegriffene Area hat, den genannten Betrag.

Je mehr Felder man übernehmen möchte, desto teurer wird diese Übernahme. Dafür bekommt man aber auch eine ganze Reihe Felder auf einmal. In aller Regel wird man mit mehreren eigenen Feldern etwas weniger gegnerische Felder angreifen. Damit muss der Gegner weitaus mehr Mana aufbringen als man selbst und oft gewinnt man dieses Duell.

Spielende:

Sobald ein Spieler 20 Fruchtbarkeitspunkte besitzt (hierzu zählen bei allen eigenen Plättchen alle weißen und roten Punkte) hat er das Spiel gewonnen.

Fazit

Optisch ist an Eden ansich nichts auszusetzen. Da das ganze Spiel jedoch nur aus Karten und Pappplättchen besteht, wirkt es nicht übermäßig ansprechend.

Die Spielregeln sind zwar verständlich geschrieben, dennoch haben wir eine Unklarheit gefunden. Diese betrifft das Thema "Mana erhalten":

Nach den Regeln ist "Mana erhalten" der erste Schritt eines jeden Spielzugs. Es wird jedoch weiter in den Regeln beschrieben, dass das Einziehen des Manas erst verwirkt wird, wenn man seinen Zug beendet hat. Demnach könnte man auch am Ende eines Spielzugs das Mana einziehen. Dies stellt unserer Meinung nach ein Problem dar, denn sobald man in Phase 2 des Zuges (Karten ausspielen) übergeht, beginnt der Spielplan an sich zu ändern und es lässt sich nachträglich nicht immer nachvollziehen, wieviel Mana man tatsächlich hätte einziehen dürfen.

Hier wäre unseres Erachtens eine klarere Abgrenzung sinnvoller gewesen: Wer anfängt Karten auszuspielen, sollte sein Mana bereits eingezogen haben. Wer dies bis dahin nicht getan hat, hat Pech gehabt.

Letzter Kritikpunkt: Das Thema Eden wirkte auf uns etwas aufgesetzt. Es lässt nicht vermuten, dass sich dahinter ein eher abstraktes Taktik- & Strategie-Spiel verbirgt.

Doch genug der Kritik, denn Eden hat sehr viel zu bieten!

Folgende Spielelemente sind in Eden vereint:

  • Es ist ein taktisches Legespiel.
  • Es bietet Möglichkeit strategischer Feldzüge durch Übernahme anderer Felder.
  • Es beinhaltet Biet- und Verhandlungselemente bei der Übernahme der Felder.
  • Durch das Nachziehen der Bewässerungs- und Kultivierungskarten kommt ein gewisser Glücksanteil in das Spiel.
  • Es bietet viele Möglichkeiten an das Zahlungsmittel Mana zu kommen (Mana-Einnahmen,Übernahmen, Verkauf von Kultivierungskarten).

All diese Elemente wurden bei Eden in einem sehr ausgewogen Verhältnis zu einem anspruchsvollen Spielsystem zusammengeführt.

Da alle Spieler zu jedem Zeitpunkt die aktuellen Siegpunkte der Gegner prüfen können, wird ein "davonziehender" Spieler schnell von den anderen gebremst. Dadurch bleibt das Spiel bis zum Ende spannend.

Wer gerne grübelt, taktiert und verhandelt, darf auch mal darüber grübeln, ob sich für ihn eine Anschaffung lohnt. Ich denke ja.

Rezension Frank Gartner

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Eden: 4,6 4,6, 5 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Thomas Dörrsam
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Bodo Redner
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Kurt Vogelsaenger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.07 von Michael Andersch

Leserbewertungen

Leserwertung Eden: 3,9 3.9, 7 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Roman Pelek - Bei Eden erscheint mir die Spieldauer zu kurz, um die vielfältigen Spielelemente wirklich zu fassen. Zudem ist es aus demselben Grunde recht schwierig, aus einer schlechten Kartenzusammensetzung noch etwas gutes zu machen - die Zeit läuft einem davon. Mir etwas zuviel Glück und zu viele Spielelemente für zu kurze Spieldauer - ich empfinde das Spiel deswegen als unbalanciert. Zudem ist die Spielidee doch eher ein Acquire-Verschnitt denn etwas neuartiges - und Acquire ist besser. Sprich: zu kurz, überfrachtet, glücksabhängig und kopiert - mir etwas zu viele Argumente, um eine gute Note zu vergeben.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Lindsay Scholle
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.09.04 von Roland Sciarra - na ja nicht schlecht , aber auch nicht der hammer, muss man nicht haben.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.10.04 von Carsten Pinnow
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.04.06 von Torsten Maurer - Ein selten in den Schlagzeilen stehendes Spiel. Warum nur?! Prima Zocker-Spiel mit ständigem Blick auf alle Mitspieler (wie schätze ich die Kumpels ein?) Prima Mischung aus zocken und Strategie, wobei ein gewisses Glückselement das Spiel nicht hemmt, sondern sehr reizvoll ist. Im Vordergrund steht ein hohes Maß an Interaktion, bei der man in den Handelssituationen so richtig schön Schw.. sein kann.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.12.09 von Gerd Soba
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.02.10 von Carsten Wannhoff - Nettes kleines Spielchen, das aber auch bei uns leider schon Staub angesetzt hat. Würde aber jederzeit mal wieder eine Partie mitzocken.

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