Rezension/Kritik - Online seit 04.09.2023. Dieser Artikel wurde 1171 mal aufgerufen.

That´s Not a Hat

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Autor: Kasper Lapp
Verlag: Ravensburger
Rezension: Michael Andersch
Spieler: 3 - 8
Dauer: 15 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2023
Bewertung: 5,5 5,5 H@LL9000
5,3 5,3 Leser
Ranking: Platz 347
That´s Not a Hat

Spielziel

Macht man das – Sachen, die man geschenkt bekommt, einfach weiterschenken? Geht gar nicht – oder? Noch schlimmer: Man packt das Geschenk nicht einmal aus, sondern gibt es mit ungeöffneter Verpackung an jemand anderen weiter. Ist ja auch praktisch – spart das neuerliche Verpacken. Dumm nur, wenn man glaubte, etwas anderes zu verschenken als dann tatsächlich in der Verpackung enthalten war. Zumindest, wenn man dabei erwischt wird. Da sollte man nicht der Erste sein, dem das dreimal passiert…

Ablauf

Vor jedem Spieler liegt eine Karte offen, die genau einen Gegenstand zeigt. Das ist meist ein recht banaler Alltagsgegenstand – beispielsweise ein Bikini, Schuhe oder auch mal ein Spiegelei. Das sind die Geschenke, um die es geht, und die sollte man sich gut merken.

Ein beliebiger Spieler zieht nun vom Geschenkestapel eine weitere Karte, legt diese offen vor sich ab, und diese Spielerzahl plus 1 Karten kreisen nun unter den Spielern.

Wer eine Karte bekommt (oder im Falle des ersten Spielers vom Stapel zieht) nimmt die bisher vor ihm liegende Karte und dreht diese auf die Rückseite, welche nur noch einen Pfeil im oder gegen den Uhrzeigersinn zeigt. Gemäß diesem Pfeil gibt er die Karte an den entsprechenden Spieler nach links oder rechts, und benennt dabei den Gegenstand („mein lieber XY – ich schenke Dir dieses schöne Spiegelei!“). Der Beschenkte nimmt den Gegenstand (nach wie vor verdeckt), legt ihn vor sich ab und gibt nun seinerseits die bisher vor ihm liegende Karte verdeckt nach links oder rechts („Schau mal… extra für Dich: Ein toller Bikini!“). Nach und nach werden so alle Karten verdeckt, und auch während des ganzen Spiels nicht mehr aufgedeckt. Man erhält etwas von einem Sitznachbarn, legt das vor sich ab und gibt die bisher vor einem liegende Karte pfeilgemäß nach links oder rechts. Bis… ja bis jemand mit einem Geschenk bedacht wird, dessen Benennung er aber anzweifelt („Da sind doch keine Gummistiefel drin!“). Dann, und nur dann wird diese eine Karte aufgedeckt und der Wahrheitsgehalt überprüft.

Hat der Geschenke den Gegenstand korrekt benannt („…aber natüüürlich sind das Gummistiefel!“), dann bekommt der zweifelnde Beschenkte diese Karte als Strafkarte, die er separat ablegt. War die Benennung aber falsch („oha! Die Gummistiefel sehen aber sehr nach Spiegelei aus!“), so muss der falsch liegende Schenkende die Karte als Strafkarte nehmen.

Wer Unrecht hatte, der zieht vom offenen Geschenkestapel eine neue Karte nach, die nach dem soeben beschriebenen Mechanismus alsbald zusammen mit den anderen Karten ebenfalls verdeckt im Kreis wandern wird.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler drei (oder eine beliebige andere vorher vereinbarte Anzahl) Strafkarten hat. Es gewinnt, wer dann die wenigsten Strafkarten gesammelt hat.

Fazit

Liest man die obige Beschreibung, bzw. bekommt man das Spiel erklärt, dann denkt man – zum Beispiel in einer Partie zu viert: „Hä?? Fünf Gegenstände merken… was soll daran schwer sein??“ – um wenig später zu erkennen, dass man das Spiel total unterschätzt hat, irgendwie nur noch Bruchstücke weiß und alsbald total verloren ist.
Man denkt: „Die Karte, die jetzt da drüben kreist – das ist doch eine Ananas!“ Allerdings wird sie gerade weiter gegeben mit den Worten: „Extra für Dich: ein nostalgisches Radio!“

Und: Der Beschenkte zweifelt das nicht an, sondern legt das Ananas-Radio ohne mit der Wimper zu zucken vor sich ab, um seine andere Karte seinem Nebensitzer anzudienen. Nun ist man verunsichert… „war das nun doch nicht die Ananas? Tatsächlich das Radio? Wieso glaubt der das und zweifelt nicht an?“ Und während man noch kurz darüber nachsinnt, hat schon der nächste Gegenstand seinen Besitzer gewechselt… „Mist… was war das denn nun nochmal? Verdammt… war das wirklich das Spiegelei???“

Es ist erstaunlich, mit welch einfachen Mitteln dieses Spiel es schafft, die Spieler viel schneller als gedacht an den Rand ihrer Merkfähigkeit zu bringen.

Das Ganze ist somit einerseits ein wenig anstrengend (oder, positiv formuliert: sehr herausfordernd), andererseits aber auch erheiternd. Sei es wegen der freundlichen Kommentare bei den Geschenkübergaben, den angestrengten Gesichtern der Schenkenden (denen man ihre Ahnungslosigkeit, was sie denn da nun weiter geben, förmlich ansieht) und auch der Beschenkten (gleiche Ahnungslosigkeit, sowohl was den erhaltenen als auch den weiter zu gebenden Gegenstand betrifft) – und bisweilen auch, wenn der angeblich verschenkte Gegenstand mit breitem Grinsen vom Beschenkten zunächst angezweifelt wird („das ist doch keine Badeente!“), dieses Anzweifeln auch korrekt ist und der Beschenkte noch breiter grinsend ergänzt „die Badeente liegt doch als Minuskarte schon ne ganze Weile direkt neben Dir selbst!“.

Trotz aller Kürze einzelner Partien: Mehr als eine oder maximal 2 Partien hintereinander haben wir nie gespielt, denn That’s not a hat! ist letztendlich ein knallhartes Gedächtnisspiel, welches ganz schön an den grauen Zellen saugt. Zudem kommt es nicht selten vor, dass man in einer zweiten Runde mental irgendwie noch in der vorherigen Runde ist und plötzlich ein Geschenk benennt, das bereits in der vorherigen Partie im Spiel war, nicht aber in der jetzigen.

Somit bleibt als Fazit, dass That’s not a hat! aus ganz wenig Material und Regeln ganz viel Spiel macht, weswegen es immer mal wieder auf den Tisch kommt – aber nur in begrenzter Dosierung. Ein Blick darauf lohnt aber allemal, denn trotz aller Herausforderung kommt auch die Gaudi nicht zu kurz.

Rezension Michael Andersch

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung That´s Not a Hat: 5,5 5,5, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.07.23 von Michael Andersch - Erstaunlich, wie schnell mein Gehirn berfordert ist...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.08.23 von Michael Kahrmann - Was haben wir schon gelacht bei diesem Spiel. So simpel und doch so gut.

Leserbewertungen

Leserwertung That´s Not a Hat: 5,3 5.3, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.07.23 von Harry M - Memory/Lgenpoker-Hybrid, definitiv als Partyspiel, bluffen ist hier mindestens so wichtig wie ein gutes Gedchtnis. Tolles Spiel zum nicht-ernst-nehmen, in 30 Sekunden erklrt, eine Runde dauert 5-10 Minuten. Macht das, was es soll hervorragend - Empfehlung!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.08.23 von Sebastian - Es ist berraschend und witzig, festzustellen wie schnell man den berblick verliert. Als Party- bzw. Gruppenspiel wirklich gelungen! Das Bluffen fiel in mehreren Gruppen weitgehend aus, weil viele Mitspielende vollkommen schockiert guckend oder laut losprustend ihr Unwissen sofort verrieten. Macht trotzdem Spa, leider aber auch nicht lnger als 15 Minuten.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.09.23 von Maja - In jeder Spielrunde bei uns ein echter Hit. Simpel und doch so gut.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.09.23 von Dennis L. - Alles schon gesagt. Einfach nur fun. Jederzeit wieder!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.09.23 von rennmuli - Schnell erklrt und sehr kommunikativ. Ich hatte schon nach der ersten Runde keinen Plan mehr, hatte aber wirklich Spa dabei. Vermutlich wrden Kinder einen immer schlagen so wie bei Memory.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.09.23 von Tom Hilgert - Klein aber fein. Und die groe Frage, warum niemand schon lange auf dieses Mehrpersonen-Htchen-Spiel gekommen ist, wird wohl nie beantwortet. Die Regel erscheint komplizierter als das Spiel an sich ist.

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