Rezension/Kritik - Online seit 04.03.2013. Dieser Artikel wurde 4108 mal aufgerufen.

23

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Autor: Christoph Behre
Illustration: Oliver Freudenreich
Verlag: AMIGO
Rezension: Steffen Rühl
Spieler: 2 - 4
Dauer: 25 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2011
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 3750
23

Spielziel

Der Untertitel zum Spiel 23 erklärt die Spielmechanik. "Aufsteigend ablegen" steht da und dies sagt uns: Auf den Ablagestapel dieses Kartenspiels müssen möglichst viele der eigenen Handkarten abgelegt werden, denn für jede Karte, die in der Hand verbleibt, erhält der Spieler einen Straf-Chip. Doch auch manche Aktionen im Spiel werden mit diesen Chips bestraft. Wer am Ende der vorgegebenen zwei Spielrunden die wenigsten Straf-Chips besitzt, hat gewonnen.

Ablauf

Das Kartendeck beinhaltet jede Zahl von 1 bis 23 genau dreimal. Lediglich die Karte mit der Nr. 2 gibt es nur zweimal - und die Startkarte mit der Nr. 1 ist nur einmal vertreten.

Zu Beginn der ersten von zwei Runden erhält jeder Spieler aus den 66 Spielkarten 15 auf die Hand. Die übrigen Karten werden nicht benötigt. Der Stapel mit den Straf-Chips kommt in die Mitte und jeder Spieler erhält noch 3 Bonus-Chips, die allerdings für beide Runden reichen müssen. Zuletzt darf jeder Spieler noch drei Karten aus seinen 15 Handkarten aus dem Spiel nehmen. Doppelt und dreifach vorhandene Karten bleiben dabei gerne auf der Hand, denn sie können wie eine einzelne Karte abgelegt werden.

Zum Start der Runde legt der Spieler mit der Karte 1 diese aus. Nun darf reihum jeder Spieler eine oder mehrere identische Karten mit der gleichen oder um eins höheren Zahl auf den Ablagestapel legen. Bald tritt jedoch die Situation ein, dass ein Spieler keine passende Karte mehr auf der Hand hält. Da ist es gut, dass man Zahlen überspringen darf. Für jede übersprungene Zahl muss man jedoch einen Straf-Chip nehmen. Zum Beispiel kann ein Spieler seine Karte mit der 8 auf die ausliegende 5 legen - für zwei Straf-Chips. Die 5 und die 6 wären kostenfrei. Für den Sprung auf die 7 und 8 kassiert er je einen Straf-Chip.

Sollte die nächstmögliche Zahl auf der Hand zu weit von der Auslage entfernt sein, kann ein Spieler für einen Straf-Chip passen bzw. für zwei Straf-Chips passen und den nachfolgenden Spieler zum Auslegen zwingen. Alternativ kann man einen der drei Bonus-Chips einsetzen, um den Wert der ausliegenden Karte um 5 nach oben oder nach unten zu korrigieren. Zum Beispiel kann der Spieler auf die ausliegende 12 mit Einsatz eines Bonus-Chips eine 7 bzw. 8 oder eine 17 bzw. 18 legen.

Die letzte Aktionsmöglichkeit ist das Aussteigen. Damit beendet ein Spieler seine Teilnahme an der aktuellen Runde, kassiert dafür aber pro verbliebener Handkarte einen Straf-Chip. Gelingt es einem Spieler, die letzte Handkarte zu legen, so wird er mit der Abgabe von drei Straf-Chips belohnt. Am Ende des zweiten Durchgangs dürfen für jeden verbliebenen Bonus-Chip noch drei Straf-Chips abgelegt werden. Der Spieler mit den wenigsten Straf-Chips ist Sieger.

Fazit

Für ein Spiel, das mit einfachen Regeln und einer kurzen Spieldauer eine breite Masse ansprechen möchte, macht 23 einiges richtig. Die Regeln sind schnell erklärt, das Spiel ist in einer knappen halben Stunde zu Ende. Ideal also als Absacker und ein Spielchen zwischendurch?

Leider nein, denn sobald das Spiel vorbei ist, fühlen die Spieler sich eher so leer wie nach einem Fast Food Snack. Dies liegt vor allen Dingen daran, dass sich - abgesehen von den ersten zwei, drei Karten pro Runde - kaum eine Strategie planen noch ein taktisch cleveres Spielen umsetzen lässt, Denn es werden ja zu Spielbeginn nicht alle Karten verteilt und außerdem wirft jeder Spieler drei Karten ab, so dass keiner genau weiß, welche Karten im Spiel sind. Welche Karten man sinnvollerweise behält, ist weder zu berechnen noch zu ahnen. Eine Ausnahme bildet hier nur der Start jeder Runde. Wenn ich nach dem Startspieler komme, dann werde ich die 2 brauchen und bei meinem nächsten Zug, je nach Anzahl der Mitspieler, vielleicht die 5 oder 6. Alles weitere geschieht dann ins Blaue hinein und beschränkt sich auf ein Abwägen, welche Aktion die wenigsten Straf-Chips verursacht.

Echte Glücksmomente, Belohnungen und Freude fehlen. Durch die fehlenden Emotionen sinkt auch das Interesse am Spielverlauf. Dies trat in unseren Testrunden unabhängig davon auf, ob es eine Vielspielerrunde, eine Gelegenheitsspielerunde oder ein Spiel im Familienkreis mit zwei Kindern (6 und 9) war. Die einheitliche Kritik war, dass das Spiel vor sich hinläuft, ohne einen echten Spannungsbogen zu bieten. Gelegentlich kommt es zwar zu einer kniffligen Einschätzung einer Spielsituation, aber das war viel zu selten der Fall - und der Ertrag ist lediglich eine kleinere Bestrafung. Die Einschätzung, ob ich zum Beispiel passe und den nachfolgenden Spieler zum Spielen zwinge, ist nur in seltenen Fällen sinnvoll möglich. Denn woher soll ich wissen, welche Karten dieser noch besitzt? Auch diese Aktion geschieht daher meist eher aus einer Laune als aus einer Überlegung heraus.

Dabei ist das Material durchaus ansprechend, die Karten und üblichen Plastik-Chips fühlen sich schön an. Die Spielregel ist verständlich und bietet ein ansprechendes Layout. Lediglich für kleine Hände ist große Anzahl der Karten etwas schwierig zu halten, aber theoretisch kann man die Karten ja auch stapeln.

Nach dem Lesen der Regel hatte ich mich auf das Spiel gefreut, denn es verprach ein spannendes Erlebnis. Nach den ersten Runden hatte ich daher noch das Gefühl, dass ich das Spiel noch nicht "richtig spiele". Aber nach zahlreichen Runden wurde es leider auch nicht spannender. Daher würde ich 23 noch am ehesten als kurzes Familienspiel für Zwischendurch auspacken. Da gibt es aber einiges an Konkurrenz, das mit mehr Begeisterung gespielt wird.

Rezension Steffen Rühl

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung 23: 3,0 3,0, 1 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.02.13 von Steffen Rühl

Leserbewertungen

Leserwertung 23: 4,0 4.0, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.02.13 von Hans Huehnchen - Einfaches Kartenablegespiel mit hohem Ärgerfaktor, dessen Ausgang stark von der Kartenhand abhängt. Mir machts tierisch Spaß.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.02.13 von Ralf Rechmann - Spielt man es zu lieb & nett und drängt seine Mitspieler nicht, Karten ausspielen zu müssen oder erhöht mal unerwartet den Kartenwert mit Bonus-Chips, dann kann es schnell langweilig und beliebig werden im Spielablauf. In der passenden Runde, die sich gegenseitig nix gönnt, macht es mir immer wieder Spass. Tolles Kartenspiel in bewährter Amigo-Qualität für Zwischendurch.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.02.13 von Robin S.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.03.13 von docholz
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.04.13 von Holger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.03.16 von Martin Schipper

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