Rezension/Kritik - Online seit 09.04.2011. Dieser Artikel wurde 7117 mal aufgerufen.

Key Market

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Autor: David Brain
Illustration: Juliet Breese
Verlag: R and D Games
Rezension: Andreas Frank
Spieler: 2 - 4
Dauer: 90 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2010
Bewertung: 5,2 5,2 H@LL9000
5,4 5,4 Leser
Ranking: Platz 201
Key Market

Spielziel

Als Vorstand einer Gruppe von Diplom-Agrarökonomen schickt man seine Mitarbeiter aufs Feld, verkauft die erwirtschafteten Produkte anschließend an der Warenterminbörse und verdient dabei mehr Geld (GP) als die Mitspieler.

Ablauf

Die Spielvorbereitung ist recht umfangreich und dauert 10 bis 15 Minuten. Gespielt werden 8 Jahreszeiten (2 Jahre à 4 Jahreszeiten), beginnend im Winter. Jede Jahreszeit ist aufgeteilt in 3 Phasen. In der ersten Phase (Landwirtschaftsphase) erfolgen folgende Schritte (in der angegebenen Reihenfolge):

  1. Mitarbeiter bewegen
  2. Mitarbeiter einsetzen
  3. Produktion
  4. Beförderung von Gildenmitgliedern
  5. Umwandlung des Bauernhauses in ein Gutshaus (einmal im Spiel)
  6. Versetzung eines Mitarbeiters in den Ruhestand (wenn das Gutshaus vorliegt)

In der zweiten Phase (Marktphase) werden Güter verkauft. Zu Beginn einer Marktphase legt jeder Spieler geheim fest, welche und wie viele Güter er verkauft. Diese Einheiten müssen dann verkauft werden, wobei der Marktpreis bei jedem Verkaufsvorgang sinkt. Anstatt eines Verkaufsvorganges kann der Spieler sich einmalig in der Marktphase für eine der folgenden 6 Gildenaktionen entscheiden:

  1. Mitarbeiter als Lehrling in Gilde einsetzen
  2. Mitarbeiter vom Gildenlehrling zum Gildengesellen befördern
  3. Mitarbeiter vom Gildengesellen zum Gildenmeister befördern
  4. Versetzung eines Mitarbeiters in den Ruhestand (wenn das Gutshaus vorliegt)
  5. Kauf von bis zu zwei Einheiten eines Gutes am Markt
  6. Erhalt von Geldeinheiten sowie Versetzung des eigenen Mitarbeiters an die Spitze der Gunstleiste

Das Einsetzen und Befördern von Mitarbeitern in Gilden dient dem Erwerb von Sonderfähigkeiten (bspw. erhöhte Effizienz bei der Produktion, günstigerer Einsatz von Mitarbeitern auf den Feldern, günstigere Bewegung auf den Gebietstableaus).

Die Luxusgüter ersetzen beim Eintausch von Gütern (z. B. für die Beförderung von Gildenmitgliedern) zwei verschiedene Feldfrüchte.

Abschließend erfolgt die Endphase der Jahreszeit. Dort erfolgt:

  1. Anpassung der Marktpreise
  2. Entfernung der Saisonmarker (in der Regel JPM genannt) der aktuellen Jahreszeit
  3. Bezahlung der auf den Gebietstableaus tätigen eigenen Mitarbeiter
  4. Festlegung der neuen Spielerreihenfolge

In der achten Jahreszeit erfolgt keine Endphase mehr, sondern gleich die Endabrechnung, für welche man das Markttableau und das Jahreszeitentableau umdreht und eine entsprechende Zählleiste erhält. Punkte bringen bei Spielende das Gutshaus, Arbeiter im Ruhestand, Gildenmitglieder, Geld und Paare identischer Güter. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Fazit

Das Thema Agrarökonomie im mittelalterlichen Fantasie-Königreich Keydom erscheint mir zumindest bekannt. Auch die Mechanismen von Produktion und Verkauf am Markt sind nicht neu.

Das Spielmaterial ist von Juliet Breese liebevoll gestaltet. Jeder Mitarbeiter sieht anders aus. Auch Spielbrett, Bauernhäuser, Münzen und Kurzspielregeln können überzeugen, wobei ich hervorheben möchte, dass für jeden Spieler eine Kurzspielregel enthalten ist (daran könnten sich manche größere Verlage ein Beispiel nehmen). Die Sichtschirme sind für meinen Geschmack etwas zu dünn; sie sind jedoch groß genug und fallen nicht um.

Ambivalent bin ich allerdings bei der Beurteilung der Ressourcen. Sehr nett ist die Idee, anstatt der üblichen 8-mm-Holzwürfelchen in verschiedenen Farben speziell geformte Holzteile (Fische, Strohbündel etc.) zu verwenden. Allerdings wurden statt massivem Holz geleimte Sperrholzplatten verwendet. Diese wurden nur farbig angemalt, aber nicht lackiert. Auch der Leim hält nicht bei allen Teilen gleich gut. Diese Holzteile waren auch der Grund, warum statt der ursprünglich bestellten 1 000 Exemplare nur 900 Stück hergestellt wurden. Dies sorgte auf der Spielemesse in Essen für lange Gesichter, da diverse Vorbestellungen und auch Spontankäufe nicht bedient werden konnten. Zudem wurden diverse Exemplare nicht sauber konfektioniert. So war in meinem Exemplar ein blauer Sichtschirm zuviel, dafür ein Fisch zu wenig enthalten. (Wer damit Probleme hat, wende sich bitte per Mail an den Verlag. Die Kontaktadresse befindet sich auf dem Schachtelboden.)

Wer das Spiel haben möchte, muss versuchen, es bei einem ausländischen Onlineversand zu erwerben. In Deutschland ist es höchstens noch beim bekannten Online-Auktionshaus zu bekommen.

Die Spielregel ist mit 16 Seiten zwar umfangreich, allerdings auch ordentlich strukturiert und lässt – nach einer Proberunde – keine Fragen offen. Man lässt sich das Spiel am besten erklären und agiert dann mit Hilfe der Kurzspielregel, welche die wichtigsten Angaben enthält.

Die Spieltiefe ist beachtlich. Das Spiel beginnt etwas frustrierend mit einem Winter und somit ohne Produktion. Das gleiche gilt für den zweiten Winter in der Spielmitte. Daher sollte man sich in den Gilden soweit fortentwickeln, dass man im zweiten Winter zumindest etwas produzieren kann. Grundsätzlich ist Knappheit (Geld, Ressourcen) ein beherrschendes Thema. Man kann immer weniger Dinge erledigen als gewünscht.

Zu beachten ist, dass man bestimmte Kombinationen von Meisterposten in den Gilden nicht einem Spieler allein überlässt, um ihn nicht zu stark werden zu lassen.

Es gilt die eigenen Aktionen (Einsatz der Mitarbeiter und Verwendung der Ressourcen) sorgfältig zu planen. Aufgrund der Tatsache, dass die JPM der kommenden vier Jahreszeiten offen liegen, ist dies zumindest für die nächsten 4 Runden gut möglich. Glückselemente gibt es in dem Sinne nicht, lediglich unbekannte Elemente (welche Ressourcen werden die Mitspieler verkaufen, in welchen Gilden werden sie sich entwickeln, welche JPM tauchen in welcher Jahreszeit im zweiten Jahr auf?).

Die Spieldauer liegt nur mit zwei Spielern unter zwei Stunden, sonst eher bei drei. Eine Wiederholung am selben Abend führt also zur Nachtschicht. Erfahrene Spieler sind gegenüber Anfängern übrigens klar im Vorteil.

Aufgrund des Regelumfangs, der Spieldauer sowie der Komplexität ist das Spiel eher für Vielspieler geeignet. Durch die Auswahl der zur Verfügung stehenden Gilden (12 Stück sind enthalten, man benötigt jedoch maximal 7) läuft ein Spiel immer wieder anders ab und ist einer der Gründe für einen hohen Wiederspielreiz.

Rezension Andreas Frank

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Key Market: 5,2 5,2, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.02.11 von Andreas Frank
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.01.11 von Michael Andersch - Vielerlei spannende Entscheidungen. Wenn's etwas kürzer wäre, täte ich 6 Punkte vergeben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.04.11 von Andreas Odendahl - Regel ist ziemlich undurchsichtig, was bei den vielen Details anders hätte sein müssen. Macht das Spiel aber nicht schlechter!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.04.11 von André Beautemps
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.09.13 von Edgar Ameling - Hat mich in vielerlei Hinsicht an "Vor den Toren von Loyang" erinnert. Ähnliche Struktur, ähnliche Mechanismen. Die Spielregel ist anfangs manchmal etwas verwirrend, aber am Ende hat man das Spiel schnell verinnerlicht.

Leserbewertungen

Leserwertung Key Market: 5,4 5.4, 8 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.11 von Cyberian
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.04.11 von unittype
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.04.11 von Braz - Super Spiel. Eines der Highlights von Essen 2010.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.05.11 von Ernst-Jürgen Ridder - Was will man mehr?
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.09.11 von Marco Stutzke
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.10.11 von Volker Nattermann - Regel nicht ideal, aber sehr , sehr gutes Spiel, das auch über 3 Stunden Spoeldauer kurzweilig ist
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.03.12 von Scholle
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.06.13 von Steffen - Tut mir leid, ich kann mit diesem statischen Spiel wenig anfangen. Das Thema (Obst) ist wenig ansprechend. Das Artwork erinnert an ein Kinderspiel von Haba und all das erstickt den Keim zum Liebhaben. Mag kein schlechtes Spiel sein, ich finde es aber langweilig und das Thema zu kindisch.

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